Die ROG Keris II Origin hält am komfortablen Design des Vorgängers fest, ergänzt dieses jedoch um einige Verbesserungen und ein praktisches Feature des ersten Serienmodells. Ab Werk werden nur 1.000-Hz-Polling geboten, volle 8.000 Hz gibt es nur per separat erhältlichem Adapter. Warum die Origin auch ohne diesen Zukauf trotzdem für ambitionierte Spieler*innen interessant sein kann, verraten wir im Test.
Die Feature-Übersicht der ROG Keris II Origin liest sich beinahe wie ein “Best-Of”-Mix der beiden bisherigen Serienmodelle: Optisch ähnelt sie sehr stark der Keris II Ace, während mit den austauschbaren Tastenschaltern ein Feature der ersten Keris zurückkehrt. Die Abtastrate liegt standardmäßig bei 1.000 Hertz und damit unter den 4.000 Hz (8.000 Hz am Kabel) der Keris II Ace, lässt sich jedoch, wie bei der Harpe Ace Mini, per separat erhältlichem Polling Rate Booster auf 8.000 Hz erhöhen.
Auch preislich orientiert sich die Keris II Origin eher an der jüngeren Variante und ist mit 150 Euro UVP im höheren Preissegment einzuordnen. Wer die nötige Hardware für die optionale Abtastrate von 8.000 Hertz mitbringt, zahlt zusätzlich 30 Euro mehr für einen separat erhältlichen Polling Rate Booster – und erreicht damit wieder den Originalpreis der Keris II Ace. Die erste Keris Wireless war mit 90 Euro UVP deutlich günstiger, doch im direkten Vergleich hat die neue Origin-Variante einige Vorteile zu bieten, die ihr innerhalb der Serie eine klar definierte Position sichern.
Design: Handlich und griffig
Das Design der Keris II Origin orientiert sich mit ihren geschwungenen Kurven und der flach abfallenden rechten Maustaste stark am Vorgänger, der Keris II Ace. Die Form ist nicht übermäßig kompakt geraten, womit sie auch im Claw Grip noch sehr sicher zwischen den Fingerspitzen sitzt. Im Palm Grip dagegen füllt sie meine Handfläche nahezu ganz aus, könnte manchen Nutzern jedoch etwa einen Zentimeter zu kurz ausfallen.
Wo viele Mäuse eher auf griffige Seitenflächen setzen, um den Fingerspitzen sicheren Halt zu bieten, macht Asus mit der Keris II Origin genau das Gegenteil: Der Großteil des Gehäuses ist aus glattem Kunststoff gefertigt, nur die beiden Haupt-Maustasten weisen eine raue Oberfläche auf. Wem die Seiten zu glatt sind, kann sie mit beiliegendem Grip-Tape ausstatten, dessen auffällige Ästhetik jedoch nicht jeden Geschmack treffen wird.
Neben den beiden Haupt-Maustasten gibt es linker Hand noch zwei Daumentasten, unter denen ausreichend Platz für den Daumen selbst verbleibt. Der Druckpunkt dieser Seitentasten ist feinfühlig genug für schnelle Ingame-Aktionen, ohne dabei zu schwergängig zu sein, um im entscheidenden Moment nicht auszulösen.
Kein Lightweight-Champion
Das beleuchtete Gummi-Mausrad ist schön griffig und deutlich gerastert, zudem sitzt es sehr flach im Gehäuse. So lässt es sich unkompliziert eindrücken und scrollt nicht allzu schnell davon.

Mit rund 65 Gramm ist die Keris II Origin ein ganzes Stück schwerer als die 54 Gramm leichte Keris II Ace. Zu den Lightweight-Mäusen gehört sie damit im Branchenvergleich nur noch mit viel Augenzwinkern, doch behäbig ist sie bei weitem nicht.
Im Lieferumfang befindet sich ein sogenanntes ROG-Paracord-Ladekabel mit textilummanteltem Sleeve. Es ist für den Notfall ausreichend flexibel, wirkt jedoch etwas steifer und erzeugt mehr Reibung, als wir es von manch anderer Wireless-Maus kennen. Da es ohnehin primär zum Laden dient, kommt es in der Praxis nur selten zum Einsatz. Im kabellosen Betrieb gleitet die Keris II Origin dank PTFE-Gleitfüßen geschmeidig über das Mauspad. Die gelungene Kombination aus Form, Gewicht und Gleitverhalten sorgt dabei für ein präzises, kontrolliertes Zielgefühl im Spiel.
Tri-Mode-Verbindung mit massig Akkulaufzeit
Wie alle ihre Serienverwandten kann die Asus ROG Keris II Origin nach dem Tri-Mode-Prinzip wahlweise per 2,4-GHz-Empfänger, Bluetooth oder USB-Kabel verbunden werden. Beim USB-Empfänger handelt es sich um den ROG Omni-Dongle – einen vielseitig einsetzbaren USB-A-Adapter, über den gleich mehrere kompatible Asus-Geräte erkannt werden. So wird nur ein einzelner USB-Anschluss am PC belegt, um beispielsweise die Keris II Origin und die ROG Azoth X (zum Testbericht) anzuschließen.

Bei der Akkulaufzeit lässt die Keris II Origin ihre Vorgänger weit hinter sich: Maximale 192 Stunden sind bei deaktivierter Beleuchtung und im Bluetooth-Modus möglich, im Vergleich gingen der ersten Keris unter gleichen Bedingungen nach 149 Stunden und der Keris II Ace schon nach 134 Stunden die Puste aus.
Massig Akku für wochenlange Nutzung
Auch im praxisnahen 2,4-GHz-Betrieb mit aktiver Beleuchtung überzeugt der Neuling mit einer soliden Ausdauer: 82 Stunden pro Akkuladung bedeuten mehrere Wochen kabellosen Spielspaß. Durch passende Software-Einstellungen lässt sich zudem sicherstellen, dass im Leerlauf kaum Energie verloren geht.
Ein großer Unterschied zur Keris II Ace ist der Verzicht auf eine erhöhte Abtastrate: Mit 1.000 Hz serviert die Origin ab Werk absolute Standardkost. Für viele Gamer wird dieser Wert völlig ausreichend sein – zumal erhöhte Polling Raten auch einen entsprechend leistungsstarken Gaming-PC und vor allem einen leistungsstarken Monitor voraussetzen.

Wer diese Voraussetzungen mitbringt, kann die Abtastrate mit einem separat für 30 Euro erhältlichen “Polling Rate Booster” auf bis zu 8.000 Hz im kabellosen Betrieb erhöhen. Der Unterschied ist insbesondere bei den ersten Sprüngen ab 1.000 Hz deutlich spürbar, zwischen 4.000 und 8.000 Hz dürften dagegen nur Profis wirkliche Verbesserungen wahrnehmen.
Gute Ingame-Leistung trotz 1.000-Hz-Limitierung
Wer es vor allem auf schnelleres Polling abgesehen hat, könnte mit der Keris II Ace besser beraten sein. Diese wird mit einem entsprechenden Adapter geliefert und ist sogar ein wenig günstiger als das Gesamtpaket aus Keris II Origin und dem optionalen Booster. Allerdings schafft die Keris II Ace kabellos auch mit dem Adapter maximal 4.000 Hz und muss für die vollen 8.000 Hz an ein Kabel geschlossen werden.

Auch mit klassischem 1.000-Hz-Polling ist die Keris II Origin dank des präzisen ROG AimPoint Pro Sensors eine sehr gute Option in Shootern. Es handelt sich um den gleichen Sensor wie bei der Keris II Ace, dessen hohe Auflösung von 42.000 dpi wir bereits im vergangenen Jahr als Overkill empfanden. Die maximale Geschwindigkeit von 750 IPS und der Möglichkeit, auch problemlos auf Oberflächen wie Glas präzise zu erfassen, sorgen für eine zuverlässige Performance. Während der Open Beta von Battlefield 6 konnte mir die Keris II Origin sehr gute Dienste erweisen und im direkten Vergleich die Glorious Model D 2 Pro (zum Test) schlagen.
Nachhaltige Performance dank Schaltertausch-Option
Mit der Origin-Variante kehrt auch das Feature der austauschbaren Tastenschalter zurück. Es kommt das gleiche ROG Push-Fit Switch Sockel II Design zum Einsatz wie zuvor, in das ab Werk ROG Micro Switches II eingesetzt sind. Diese wurden gegenüber ihren Vorgängern verbessert und sollen mit mindestens 100 Millionen Anschlägen nun deutlich länger durchhalten.
Im Falle eines Defekts kann die Maus an der Unterscheide aufgeschraubt und die Schalter mit beiliegendem Werkzeug entnommen werden. Im Lieferumfang sind außerdem zwei Ersatz-Schalter enthalten.

Anpassungen der Tastenbelegung, Beleuchtung, Sensorauflösung und Energieverwaltung werden wie gehabt in der Armoury Crate Software vorgenommen. Wer auf die Installation verzichten möchte, kann alle Funktionen inzwischen auch über die (noch in der Testphase befindliche) Browserlösung Gear Link steuern.
Fazit
Der gehobene Preis und der vermeintliche Nachteil des Verzichts auf eine höhere Abtastrate ohne den optionalen Booster mögen zunächst abschrecken, doch unterm Strich bietet die Keris II Origin zahlreiche Vorteile gegenüber ihren Serienverwandten. Sie liegt hervorragend in der Hand und liefert schon bei 1.000 Hz eine überzeugende Performance in Shootern. Und genau das ist, neben Features wie austauschbaren Tastern und weiteren Komfortfunktionen, letztlich die entscheidende Qualität einer Gaming-Maus.
Auch die Keris II Ace ist jedoch immer noch eine starke und inzwischen günstigere Option, da sie bereits ab Werk mit kabellosem 4.000-Hz-Polling per mitgeliefertem Adapter punktet. Selbst ohne Polling Rate Booster gibt die Keris II Origin jedoch aktuell das rundere Gesamtpaket ab – vorausgesetzt, man begnügt sich mit maximal 1.000 Hz. Mit dem zusätzlichen Booster für rund 30 Euro ist sie zwar etwas teurer, erreicht aber dann auch kabellos die 8.000 Hz – welche die Keris II Ace nur am Kabel schafft – und bietet zudem eine deutlich längere Akkulaufzeit.
Pro
- griffige, komfortable Form
- präziser Sensor
- austauschbare, langlebige Tastenschalter
- lange Laufzeit
- drei Verbindungsmodi
Contra
- ohne separat erhältlichen Adapter nur 1.000 Hz
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