Mit der Light Mount TKL erweitert be quiet! sein Tastatur-Line-up um eine kompaktere Variante ohne Nummernblock. Die mechanische Gaming-Tastatur im TKL-Format setzt auf besonders leise Silent V2 Switches, Hot-Swap-Unterstützung und eine gute Software-Integration. Wie sich die be quiet Light Mount TKL in der Praxis schlägt, klären wir in diesem Test.
Vor knapp einem Jahr stellte be quiet! mit der Dark Mount und Light Mount (Test) seine ersten eigenen Gaming-Tastaturen vor. Während erstere als Flaggschiffmodell mit modularem Design und programmierbaren Displaytasten recht große Geschütze auffährt, handelt es sich bei der Light Mount um eine eher abgespeckte Variante, die sich auf die grundlegenden Features inklusive der besonders leisen Tasten beschränkt. Mit der Light Mount TKL erscheint nun die kompakte Variante dieser Tastatur, verfügbar ab derzeit etwa 120 Euro – entweder mit Linear– oder Tactile-Switches.
Kennzeichnend für die be quiet! Tastaturen ist nach wie vor die Abkehr von aktuellen Tastaturen-Trends, die sich bei anderen großen Marken beobachten lassen: Leise statt thocky, kabelgebunden statt Wireless und zusätzliche Makrotasten statt Platz sparen, wo nur möglich. Wer die ausladenden Gaming-Tastaturen der frühen 2000er liebte, wird diese Entwicklung sicher begrüßen.
Kompakte Form, schlichtes Design
Natürlich setzt die Light Mount TKL auf das gleiche Design wie ihre Fullsize-Variante: Die Tasten schweben über einer schwarzen Aluminium-Oberplatte, darüber sitzt ein milchiger LED-Streifen und aus der linken oberen Ecke steht ein Lautstärkerad aus Metall hervor. Letzteres lässt sich zum Stummschalten eindrücken und erlaubt mit taktiler Rasterung präzise Anpassungen. Allerdings befindet es sich etwas nah an den umliegenden Tasten und lässt sich nicht sonderlich gut greifen.
Auf den Tasten sitzen wertige und langlebige PBT-Double-Shot-Tastenkappen, deren Legenden zwar lichtdurchlässig sind, in einem beleuchteten Raum aber nur sehr gedämpfte Tastenbeleuchtung durchscheinen lassen. Wieder mit dabei ist allerdings die magnetische Handballenauflage mit gemütlicher Polsterung.
Die TKL-Variante verzichtet auf den Ziffernblock sowie die drei Tasten Druck, Rollen und Pause. Die Makrotasten wandern von der linken Seite an die Stelle dieser gestrichenen Funktionstasten, zudem bekommt die Light Mount TKL nur drei statt fünf dieser Makrotasten spendiert.
An der Unterseite gibt es ausklappbare Standfüße für drei Winkelpositionen, aus denen sich – in Kombination mit der Handballenauflage – eine gemütliche Haltung ergibt. Die allgemeine Verarbeitungsqualität ist dem Preis durchaus angemessen, während unseres Tests fielen uns keine Mängel auf.
Kein Schnickschnack, nur leise Tasten
Bei den Anschlussoptionen ändert sich nichts: be quiet! lässt den Wireless-Markttrend weiterhin links liegen und setzt auf eine reine kabelgebundene Verbindung – immerhin kann das USB-C-Kabel für den Transport abgenommen oder ausgetauscht werden.
Unter den PBT-Tastenkappen sitzen erneut die hauseigenen be quiet! Silent Switches, diesmal jedoch in der überarbeiteten V2-Variante. Als Unterschiede zu den Vorgängern nennt be quiet! eine erhöhte Dicke des vergoldeten Kontaktpunkts sowie eine optimierte Schmierung für einen leiseren Betrieb und eine verbesserte Reaktionsfähigkeit. Wie gehabt sind die Schalter also wieder werkseitig mit Schmiermittel versehen, was zusammen mit drei Lagen dämpfender Schichten im Innern der Tastatur zum leisen Tastenanschlag beiträgt.
Bei unserem Modell kommen taktile, schwarze Silent Switches zum Einsatz, die beim Erreichen des Auslösepunktes einen dezent spürbaren Widerstand aufweisen. Wer einen linearen Anschlag bevorzugt, kann die Schalter allerdings gegen die ebenfalls erhältlichen orangefarbenen linearen Varianten austauschen. Dank Hot-Swap-Funktion lassen sich die Switches ohne Löten auch während dem Betrieb wechseln, wobei neben den hauseigenen Schaltern auch 5-polige MX-kompatible Switches unterstützt werden.
Auf den überarbeiteten Schaltern tippt es sich zweifelsohne sehr leise, was die Light Mount TKL besonders für das geteilte Home Office oder nächtliche Gaming-Runden tauglich macht. Das Tippgefühl hinterlässt bei mir allerdings einen etwas zwiespältigen Eindruck: Der Anschlag wirkt stellenweise leicht schwammig, als würden die Tasten nicht immer ganz bis zum Anschlag durchgedrückt. Das fällt insbesondere beim längeren Tippen auf und dürfte etwas Eingewöhnungszeit erfordern. Das taktile Feedback hilft dabei ein wenig, da der Druckpunkt eine zusätzliche Orientierung beim Anschlag bietet.
Software: Im Browser oder als Desktop-App
Für die Konfiguration kommt be quiet! erneut auf das IO Center zurück, das sowohl als klassische Desktop-Anwendung als auch als Browservariante zur Verfügung steht. Die Desktop-Version bietet darüber hinaus umfangreiche Informationen zur verbauten Hardware und dürfte damit insbesondere für Nutzer interessant sein, die neben der Tastatur auch ihr System im Blick behalten möchten. Wer darauf verzichten kann, wird auch mit der installationsfreien Web-Version glücklich.
Eine der größeren Software-Neuerungen ist der Quick Tap Mode, bei dem es sich im Grunde um eine SOCD-Funktion handelt. Wird er aktiviert, priorisiert die Tastatur bei sich überlappenden Eingaben entgegengesetzter Richtungen jeweils die zuletzt registrierte Eingabe. Beliebt ist diese Funktion etwa in Counterstrike, da sie schnelles Counter-Strafing ohne Anheben der ersten Richtungstaste ermöglicht.
Auch darüber hinaus hat be quiet! das Funktionsangebot gegenüber der Dark Mount und Light Mount erweitert. So stehen nun bis zu zehn anpassbare Ebenen statt zuvor sieben zur Verfügung, außerdem lassen sich Makros mit zusätzlichen Ereignissen konfigurieren. Hinzu kommen weitere Beleuchtungsoptionen. Einige dieser Funktionen werden allerdings voraussichtlich auch bei den beiden Vorgängermodellen noch per Software-Update nachgereicht und sind damit nicht zwangsläufig exklusiv der Light Mount TKL vorbehalten.
Fazit zur Light Mount TKL
Mit der Light Mount TKL liefert be quiet! eine solide und angenehm leise Gaming-Tastatur ab, die vor allem mit ihren Silent Switches, der guten Verarbeitung und der praktischen Hot-Swap-Funktion punkten kann. Auch die zusätzlichen Software-Funktionen und das kompakte TKL-Format wissen zu gefallen. Wer beim Gaming oder Tippen möglichst wenig Lärm verursachen möchte, findet hier eine überzeugende Option.
Mit 139,90 Euro UVP ist die Light Mount TKL allerdings nicht gerade günstig. Abseits der besonders leisen Tasten bietet sie keine wirklich herausragenden Sonderfunktionen, die den Preis gegenüber der Konkurrenz rechtfertigen würden. Aktuell ist das Keyboard aber schon günstiger und ab 120 Euro bestellbar.
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