Die ersten Gaming-Mäuse von be quiet! legen ähnlich stark vor wie die Tastaturen im vergangenen Jahr: Leichtes, kompaktes Design trifft auf leise Maustasten und eine kabellose Abtastrate von bis zu 8.000 Hz. Gibt es also ein neues Schwergewicht im Peripherie-Markt?
Vergangenes Jahr ist be quiet! mit den Tastaturen Dark Mount und Light Mount der Einstieg in den Markt für Gaming-Peripherie gelungen. Wesentlich überraschender als die Produktdiversifikation, die in ähnlicher Form auch bei Konkurrenten wie Asus, MSI und Co. zu beobachten war, ist der erfrischend andere Ansatz der Neuankömmlinge: Groß statt klein, viele Extras statt schlichter Minimalismus und leise Tasten statt satter Tastenklang gehen jeweils genau entgegen dessen, was sich sonst im Tastaturen-Markt wie Sand am Meer finden lässt.

Ursprünglich wurde mit den Tastaturen auch eine Maus für den August 2025 angekündigt, doch deren Marktstart hat sich etwas verzögert. Nun reicht be quiet! die Mäuse Dark Perk Ergo und Sym nach – und anders als die Tastaturen orientieren sich diese mit schlichtem Design und leichtem Gewicht sehr an aktuellen Markttrends. Fairerweise ist in diesem Fall auch weniger Spielraum als noch bei Tastaturen gegeben, doch mit leisen Tasten und kleineren Details versucht sich be quiet! dennoch von der Masse abzuheben.
Preislich liegen beide Modelle bei knapp 110 Euro, starten also sogar für deutlich weniger als Konkurrenten derselben Gewichtsklasse wie die Asus ROG Harpe II Ace.
Unser Testfazit:
Pro
- schlichtes, wertiges Design
- geringes Gewicht von 55 g
- praktisch angewinkelter USB‑C-Stecker und flexibles Kabel
- leise optische Omron-Switches
- 8.000 Hz Polling auch im Wireless-Betrieb
- lange Akkulaufzeit
- Software als Desktop- und Web-Variante
Contra
- kein Bluetooth-Modus
- kein Dongle-Staufach an Maus
Mit der Tastatur Dark Mount hat be quiet! bereits bewiesen, dass ihnen ein erfolgreicher Einstieg in etablierte Märkte gelingen kann. Während es bei Tastaturen recht viele mögliche Herangehensweisen gibt, lässt das Format der Gaming-Maus eher wenig Spielraum für frische Ideen – die überwiegende Mehrheit aller Gaming-Mäuse muss vor allem leicht, kompakt und schnell sein.
Die beiden Dark Perk Varianten bewegen sich innerhalb dieser engen Rahmenbedingungen, können sich aber problemlos mit den etablierten Konkurrenten messen: Mit schlichten, leichten Gehäusen, einer auch kabellosen Abtastrate von bis zu 8.000 Hz und langen Akkulaufzeiten liefern sie eine solide Ausstattung für anspruchsvolle Gamer, während be quiet! mit Details wie dem angewinkelten USB-Kabel und dem offenen Design an der Unterseite beweist, dass sie sich trotz des engen Handlungsspielraums beim Maus-Design noch neue Kniffe einfallen lassen. Der Verzicht auf Bluetooth kann für manche ein Ärgernis sein, die Mehrheit dürfte die zusätzliche Verbindungsoption aber kaum vermissen.
Auch preislich sind die Dark Perk Ergo und Sym im üblichen Preisbereich um die 100 Euro angesiedelt und kommen im Marktvergleich auf ein insgesamt faires Preis-Leistungs-Verhältnis.
Schlichtes Design, leichtes Gewicht
Ganz anders als die auffällig gestaltete und mit vielen Extra-Gimmicks versehene Dark Mount, sind die Mäuse Dark Perk Ergo und Sym betont schlicht gehalten. Das schwarze Design wird lediglich durch ein auffälliges, mit orangem Stoff ummanteltes Ladekabel aufgelockert – auf RGB-Elemente wird verzichtet.
Optisch entspricht die Maus so weitestgehend dem Standard, lediglich die Unterseite fällt durch mehrere Lücken im Gehäuse auf, durch die früher bei den ersten Lightweight-Modellen ein geringes Gewicht sowie ein Blick auf das Innenleben ermöglicht wurden. Der geschlossene Mausrücken mit offener Unterseite ist eindeutig die elegantere Variante. Trotz mehrerer Öffnungen kratzt die Unterseite der Maus nicht über das Mauspad, sondern gleitet geschmeidig auf mehreren PTFE-Gleitfüßen, für die im Lieferumfang auch Ersatzmodelle enthalten sind.
Eine willkommene Abweichung von der Norm stellt das leicht angewinkelte USB-C-Ende des Ladekabels dar, durch das weniger Reibung auf dem Mauspad entsteht. Solche Lösungen sind zumindest im Mainstream-Segment eine Seltenheit.
Praktische Dongle-Lösung, auch ohne Staufach
Das Kabel selbst ist recht flexibel und kann über einen beiliegenden Adapter mit Gummi-Rutschsicherung direkt griffbereit auf dem Schreibtisch gehalten werden. Im kabellosen Gebrauch wird dieser Adapter samt Kabel für eine Verlängerung des USB-Ports für den Wireless-Empfänger genutzt, um die Distanz zwischen Empfänger und Maus möglichst gering zu halten.

Unterschiede weisen die beiden Mäuse vor allem bei der Form auf: Neben dem angewinkelten Mausrücken der Ergo-Variante für Rechtshänder und dem symmetrischen Format der Sym-Variante fällt letztere auch etwas flacher und länglicher sowie die Maustasten etwas breiter aus. Trotz des leichten Gewichts fühlen sich die Mäuse nicht unwertig an, die Verarbeitung ist allgemein von guter Qualität. Das Mausrad ist jeweils gummiert und steht bei der Ergo ein bisschen weiter aus dem Gehäuse hervor – jedoch nicht so sehr, dass es beim Herunterdrücken versehentlich ins Scrollen abrutscht.
Damit eignet sich die Sym-Variante nicht nur für Linkshänder, sondern auch für Gamer, die den Palm-Grip mit ganz auf der Maus abgelegter Hand bevorzugen. Unser Praktikant Piet hatte aus diesem Grund besonderen Gefallen am Sym-Modell gefunden, während ich für meinen Claw-Grip die rundliche Ergo bevorzuge.
Redaktion
Piet V. (Praktikant)Die Maus ist für mich mit einem Gewicht von 55g und der ziemlich flachen Form der Sym Variante sehr angenehm zu benutzen, sowohl fürs Gaming als auch fürs Büro. Die Ergo Variante ist mit der angewinkelten Form eher Basic, aber fühlt sich auch echt stabil an. Das Design gefällt mir, so eine ganz schwarze Maus sieht man heutzutage nur sehr selten und ist eine schöne Abwechslung zu ein paar anderen Mäusen, wo es so wirkt, als wenn man überall wo es nur geht RGB Effekte draufklatscht. Wenn mal der Akku beim Zocken leer gehen sollte, lässt es sich auch mit Kabel durch den gebogenen Anschluss an der Maus echt gut spielen. Die Maus ist zwar simpel gehalten, aber für einen Preis von 100€ und echt guten Specs kann man nicht meckern.
Features: Kabelloses 8kHz-Polling und lange Laufzeiten
Bei der Konnektivität setzt be quiet! auf eine Kombination aus einem 2,4-GHz-Empfänger (USB-A) und einem USB-Ladekabel, die energiesparende Bluetooth-Option fehlt hier gegenüber vergleichbarer Konkurrenz. In der Regel ist diese für den reinen Gaming-Gebrauch aber auch überflüssig.

Die Vorzüge des rutschfesten Adapters wurden im vorigen Kapitel bereits beschrieben, dafür fehlt ein sicheres Dongle-Staufach direkt am Gerät. Für den Transport können USB-Empfänger, Adapter und Kabel aber zusammengesteckt werden, um den Verlust von Kleinteilen zu verhindern. Ein echtes Wunschfeature für die nächste Generation wäre allerdings ein Kombi-Empfänger à la Asus ROG Omni-Dongle, der Maus und Tastatur zusammenführt und so einen USB-Port freihält.
Leise Omron-Tastenschalter und schneller PixArt-Sensor
Passend zu den gedämpft tippenden Tastaturen erfüllen die optischen Omron D2FP-FN2-Switches den leisen Markenanspruch der be quiet! Dark Perk: Sie klingen deutlich dezenter als so mancher Standard-Switch – leisere Alternativen gibt es zwar vor allem im Office-Bereich, doch hier wird ein guter Mittelweg zwischen deutlichem Klickgefühl und erträglichem Pegel beim schnellen Klicken getroffen.

Technisch warten die Mäuse außerdem mit einem aktuellen PixArt PAW3950-Sensor (bis 32.000 DPI) auf, der zu den besten Optionen am Markt zählt. Für die durchschnittlichen User dürften allerdings weder wirkliche Unterschiede zwischen neueren Sensoren spürbar, noch derart hohe DPI-Zahlen von Nutzen sein.
Wichtiger dagegen ist die auf bis zu 8.000 Hertz erhöhbare Abtastrate, die beide Modelle sogar im kabellosen Modus schaffen – vor gar nicht allzu langer Zeit gab es hier auch bei High-End-Mäusen noch Einschränkungen. 8 kHz auch im kabellosen Modus abrufen zu können, ist derzeit der Standard, an dem sich High-End-Mäuse messen müssen.

Wer einen entsprechend leistungsstarken PC und einen schnellen Monitor mitbringt, erhält im Gegenzug aber nicht nur deutlich flüssigere Mausbewegungen, sondern muss auch Einbußen bei der Akkulaufzeit hinnehmen. Diese fällt mit bis zu 110 Stunden recht lang aus und kann sich mit der ähnlich ausgestatteten ROG Harpe II Ace von Asus messen (ca. 101 Stunden). Beide Mäuse erreichen ihre Spitzenwerte nur mit einer Abtastrate von 1.000 Hz, bei 8.000-Hz-Polling spricht be quiet! von einer Reduktion auf etwa 25 Prozent der maximal möglichen Laufzeit.
Im Spiel gefällt mir persönlich besonders die Dark Perk Ergo sehr gut, die ich im Claw Grip jederzeit kontrolliert zwischen den Fingern halte. Die seitlichen Daumentasten sind gerade so platziert, dass ich sie nicht versehentlich bei hektischen Bewegungen auslöse, aber bei Bedarf schnell mit dem Daumen erreiche. Sowohl Daumen- als auch Haupttasten lösen schnell aus – letztere geben bei schnellem Klicken hin und wieder ein hörbares Federklingen von sich, das angesichts der allgemein sehr leisen Tasten aber nicht großartig stört.
Software: Wahlweise im Browser oder als Desktop-App
Software-seitig lässt euch be quiet! die Wahl zwischen einer klassischen Desktop-App und einer Browser-Lösung, für die ihr nichts herunterladen oder installieren müsst. Letztere bietet nahezu den vollen Funktionsumfang der Desktop-Variante: Tastenbelegung, bis zu fünf (auch einzeln deaktivierbare) DPI-Stufen und Feintuning für den Sensor sowie die Abtastrate stehen allesamt auch in der Web-Version des IO Centers zur Verfügung.
Wer sich allein für die Webvariante entscheidet, muss auf einige Funktionen verzichten, die weitere Zugriffsberechtigungen erfordern würden. Beispielsweise können den ansonsten frei belegbaren Tasten keine Windows-Funktionen zugewiesen werden, hierfür muss die Desktop-Software heruntergeladen werden.
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