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Keychron Q11 Ultra 8K im Test: Das ultimative Split-Keyboard für Gamer?

Aufgeräumter Schreibtisch, aber ausbaufähige Ergonomie
keychron q11 ultra 8k mit geteiltem design

Mit der Q11 Ultra 8K kombiniert Keychron ein handliches 75-Prozent-Layout mit einem vollständig kabellosen Split-Design. Dazu kommen 8.000 Hz Polling-Rate, Hot-Swap-Switches und umfangreiche Software-Anpassungsmöglichkeiten – allerdings zu einem wuchtigen Preis von satten 280 Euro.

Mit der Q11 Ultra 8K (ab 279 Euro) überträgt Keychron das Konzept einer Split-Tastatur in ein kompaktes und vergleichsweise vertrautes 75-Prozent-Format. Denn anders als viele ergonomische Split-Keyboards setzt das Modell nicht auf eine radikal veränderte Tastenanordnung, sondern bleibt beim klassischen, horizontal versetzten Row-Staggered-Layout. Wer von einer gewöhnlichen mechanischen Tastatur kommt, muss sich deshalb kaum umgewöhnen, kann die beiden Tastaturhälften aber frei auf dem Schreibtisch positionieren.

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Gegenüber der ursprünglichen Q11 QMK behebt die Ultra-Version zudem einen der größten Nachteile des Vorgängers: Die beiden Hälften müssen nicht mehr dauerhaft per Kabel miteinander verbunden werden, sondern kommunizieren rein drahtlos miteinander. Dazu kommen eine Polling-Rate von bis zu 8.000 Hz, Hot-Swap-Switches, umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten und ein massives Aluminiumgehäuse.

keychron q11 ultra 8k mit geteiltem design

Keychron Q11 Ultra 8K

3 von 5 Sternen

Vorteile

  • Hochwertige Verarbeitung
  • Vollständig kabelloses Split-Design
  • Hot-Swap-Switches
  • Multi-Device-Unterstützung
  • Umfangreiche Browser-Konfiguration

Nachteile

  • Sehr hoher Preis
  • Keine Tenting- oder Höhenverstellung
  • keine Akkuanzeige
  • Rechte Hälfte nicht separat nutzbar

Design & Verarbeitung

Schon beim Auspacken vermittelt die Keychron Q11 Ultra 8K einen hochwertigen Eindruck: Das präzisionsgefräste CNC-Aluminiumgehäuse wirkt massiv und sauber verarbeitet, entsprechend hoch fällt allerdings auch das Gewicht aus. Auf dem Schreibtisch ist das eher ein Vorteil: Beide Tastaturhälften bleiben an Ort und Stelle und lassen sich auch bei hektischeren Eingaben kaum versehentlich verschieben. Die beiden (!) Lautstärkeräder sind ebenfalls aus Metall gefertigt, wackeln nicht und erlauben mit deutlicher Rasterung präzise Eingaben. Die Funktion der Räder kann in der Software geändert werden.

Zum wertigen Gesamtbild tragen auch die PBT-Double-Shot-Keycaps bei. Keychron verwendet das hauseigene KSA-Profil mit vergleichsweise breiter, leicht abgeflachter Oberseite und deutlich abgerundeten Kanten. Dadurch erhält die Q11 Ultra 8K nicht nur optisch einen eigenständigen Charakter, auch das Tippgefühl unterscheidet sich spürbar von flacheren Cherry- oder OEM-Profilen.

Für den Austausch der Tastenkappen verbessert die South-Facing-Ausrichtung insbesondere die Kompatibilität mit Cherry-Profile-Keycaps, kann bei lichtdurchlässigen Tastenkappen aber zu einer schwächeren Ausleuchtung der Beschriftung führen. Ab Werk ist das egal, denn die Tastenkappen selbst sind nicht lichtdurchlässig. Die RGB-Beleuchtung tritt daher lediglich zwischen den einzelnen Tasten hervor und bleibt vergleichsweise dezent.

keychron q11 ultra 8k rechte seite

Unser Testmodell kommt im deutschen ISO-DE-Layout, was bei Keychron und weiteren Herstellern mit Wurzeln im Custom-Keyboard-Segment keine Selbstverständlichkeit ist. Auffällig ist dabei, dass Keychron trotz des Split-Aufbaus an der klassischen Row-Staggered-Anordnung festhält, die Tastenreihen sind also wie bei gewöhnlichen Desktop-Tastaturen horizontal gegeneinander versetzt. Das sogenannte Column-Staggered-Layout ist mit geraden, vertikal verschobenen Spalten für viele die ergonomische Lösung, würde aber auch den Umstieg auf das Split-Format um einiges erschweren.

Wer sich die Split-Tastatur aus rein ergonomischen Gründen zulegt, ist ohnehin womöglich an der falschen Adresse: Aufstellfüße oder andere Möglichkeiten, den Winkel der Tastatur anzupassen, fehlen vollständig. Nicht einmal die Oberkante lässt sich wie bei vielen Standardtastaturen anheben. Modelle wie die Asus ROG Falcata zeigen, wie interessant sogenanntes Tenting sein kann, bei dem die inneren Seiten der beiden Tastaturhälften angehoben werden, wodurch die Hände und Unterarme in einer angenehmen, angewinkelten Position bleiben. Warum auf solche Verstellmöglichkeiten gänzlich verzichtet wird, bleibt mir ein Rätsel – da können sich die kabellosen Hälften noch so frei auf dem Tisch verteilen lassen.

Optisch und qualitativ macht die Q11 Ultra 8K damit einen hervorragenden Eindruck, schöpft die ergonomischen Möglichkeiten ihres Split-Designs aber nicht vollständig aus.

Völlige Freiheit ohne Verbindungskabel

Einer der wichtigsten Unterschiede zur ursprünglichen Keychron Q11 QMK betrifft die Verbindung der beiden Tastaturhälften: Beim älteren Modell musste die rechte Hälfte permanent per Kabel an die linke angeschlossen werden und war damit in den Aufstellmöglichkeiten recht eingeschränkt. Die Q11 Ultra 8K beseitigt dieses Verbindungskabel vollständig, beide Hälften synchronisieren sich drahtlos über eine 2,4-GHz-Verbindung. Auf dem Schreibtisch ergibt sich damit ein sehr aufgeräumtes Bild aus zwei voneinander unabhängige Tastaturhälften, was besonders in modernen Schreibtisch-Setups einiges hermacht.

keychron q11 ultra 8k zubehör und kabel

Tatsächlich unabhängig arbeitet die rechte Seite allerdings nicht, denn ohne die drahtlose Verbindung mit der linken Hälfte kann sie nicht als eigenständiges Eingabegerät verwendet werden.

Umgekehrt funktioniert das Konzept jedoch: Wer beim Spielen lediglich WASD und die umliegenden Tasten benötigt, kann die rechte Hälfte problemlos beiseitelegen. Dadurch entsteht auf der Maus-Seite enorm viel zusätzlicher Platz – insbesondere für Spieler mit niedriger Maus-Sensitivität und entsprechend großen Bewegungen ein praktischer Nebeneffekt des Split-Formats.

Mit dem Rechner verbunden wird die Tastatur wahlweise über 2,4 GHz, Bluetooth oder Kabel, zusätzlich zur Funkverbindung lassen sich bis zu drei Bluetooth-Geräte hinterlegen. Zusammen mit der Unterstützung für Windows, macOS und Linux eignet sich die Q11 Ultra 8K damit gut für Multi-Device-Arbeitsplätze, an denen beispielsweise Desktop-PC, MacBook und weitere Geräte parallel genutzt werden.

Gute Akkulaufzeit, unklar kommuniziert

Laut Keychron erreicht die Tastatur bei deaktivierter Hintergrundbeleuchtung eine Laufzeit von bis zu 300 Stunden. Selbst mit aktivierter RGB-Beleuchtung auf niedrigster Stufe sollen noch bis zu 100 Stunden möglich sein. Allzu oft muss im Alltag also nicht zum Ladekabel gegriffen werden, es liegt allerdings auch nur ein einzelnes Kabel im Karton – für ein simultanes Laden beider Hälften muss also ein zusätzliches Kabel beschafft werden. Gerade bei zwei getrennten Akkus wäre darüber hinaus eine Akkuanzeige hilfreich, die bei beiden Hälften fehlt.

Keychron bietet die Q11 Ultra 8K mit Silk-POM-Switches in den Varianten Red, Brown und Banana an. Unser Testmodell war mit den taktilen Brown-Schaltern ausgestattet, die bei Betätigung einen spürbaren Widerstand erkennen lassen. Während die Banana-Version einen verkürzten Tastenhub bietet, verlangt der Brown Switch etwas mehr Betätigungskraft. Im Nachhinein würde ich einen leichtgängigeren Schaltertyp bevorzugen.

Dank Hot-Swap-fähigem PCB lassen sich die Schalter bei Bedarf aber ohne Löten austauschen. Zudem sind die verbauten Schalter ab Werk vorgeschmiert und bieten auch aufgrund mehrerer dämpfender Schichten ein angenehmes, leises Tippgefühl.

8.000 Hz auch kabellos

Das „8K“ im Namen steht für eine maximale Polling-Rate von 8.000 Hz, die nicht nur per Kabel, sondern auch über die 2,4-GHz-Funkverbindung anbietet. Der Nutzen dieses hochgelobten Features hält sich allerdings in Grenzen: Selbst bei Gaming-Mäusen, bei denen eine höhere Abtastrate prinzipiell stärker zum Tragen kommt, werden Unterschiede oberhalb von 4.000 Hz zunehmend gering. Bei einer Tastatur dürften die meisten Nutzer den Unterschied noch weniger wahrnehmen.

Sinnvoll ist dagegen die Möglichkeit, die Polling-Rate flexibel anzupassen. Im Keychron Launcher lässt sich die Abfragerate für kabelgebundenen und drahtlosen Betrieb separat in mehreren Stufen konfigurieren. Wer lieber die Akkulaufzeit maximieren möchte, kann die Funkverbindung entsprechend auf eine niedrigere Frequenz einstellen.

Umfangreiche Einstellungen direkt im Browser

Wie inzwischen mehrere Hersteller setzt Keychron bei der Begleitsoftware auf eine browserbasierte Lösung, sodass keine zusätzliche Desktop-Anwendung installiert werden muss. Über den Launcher können Nutzer die Tastenbelegung umfassend und für mehrere Ebenen verändern und dabei mit mehreren Ebenen arbeiten. Auch Makros und die RGB-Beleuchtung lassen sich konfigurieren, zudem ist mit „Snap Action“ auch eine SOCD-Funktion zur Priorisierung der letzten Eingabe vorhanden, was für Counterstrafing in kompetitiven Shootern relevant ist.

Fazit

Die Keychron Q11 Ultra 8K kombiniert die Vorteile einer Split-Tastatur mit einem kompakten 75-Prozent-Layout und einer vollständig kabellosen Verbindung zwischen beiden Hälften. Verarbeitung, Hot-Swap-Switches und die umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten überzeugen, während größere Ungereimtheiten wie fehlende Aufstellmöglichkeiten und kleinere Komfortschwächen wie die fehldene Akkuanzeige das ergonomische Potenzial ausbremsen.

Mit knapp 280 Euro ist die Q11 Ultra 8K allerdings sehr teuer für das Gebotene. Der hohe Preis dürfte vor allem der äußerst nischigen Kombination aus Split-Design, vollständig drahtloser Kommunikation und 8.000-Hz-Technik geschuldet sein. Interessant bleibt sie damit vor allem für Nutzer, die genau diese ungewöhnliche Kombination suchen und bereit sind, dafür einen deutlichen Aufpreis zu zahlen.

Meinung: Eigentlich hatte ich in der Keychron Q11 Ultra 8K schon meine nächste Bürotastatur gesehen, mit der ich künftig ergonomisch und ohne Kabel meine Artikel schreiben würde. Design und Verarbeitung sagen mir durchaus zu, doch auf lange Sicht wird das nichts mit uns: Das liegt zum einen an den etwas schwergängigen Tasten (die ich im Notfall austauschen könnte), zum anderen aber vor allem an dem völligen Verzicht auf jegliche Standfüße, mit denen die zwar leicht abschüssige Tastatur für meinen Geschmack einfach zu platt auf dem Schreibtisch liegt.

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Redakteur Robin im grünen Pulli Robin Cromberg Redakteur

Robin ist seit über 10 Jahren bei Allround-PC tätig und Experte für Eingabegeräte und Audiogeräte. Er verfasst regelmäßig News und Artikel in diesen Bereichen, berichtet aber auch über Produktneuheiten aus zahlreichen anderen Technikkategorien. Für unsere YouTube-, TikTok- und Instagram-Kanäle schneidet er regelmäßig Videos und steht gelegentlich auch selbst vor der Kamera.

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