MSI hat mit der Versa 300 Elite Wireless und der Versa Pro Wireless zwei neue kabellose Gaming-Mäuse vorgestellt, die für 60 und knapp über 100 Euro eher auf das mittlere Preissegment abzielen und dafür eine ganze Reihe praktischer Funktionen mitbringen. Wir haben beide Mäuse ausprobiert und verraten euch, für wen die Nager geeignet sind.
Versa 300 Elite Wireless
Für knapp 60 Euro gehört die Versa 300 Elite bereits zu den günstigeren kabellosen Gaming-Mäusen, von ihrer Non-Elite-Version für 30 Euro ganz zu schweigen. Die Form orientiert sich an der Optik vergangener MSI-Mausdesigns: Wie die verschiedenen Clutch-Varianten setzt auch die Versa-Reihe auf ein längliches Design mit schmaler Silhouette.

MSI betitelt die Versa 300 Elite als “ultraleicht” und “ergonomisch”. Mit 65 Gramm liegt die Maus recht leicht in der Hand, stellt aber auch keine Rekorde auf. Durch ihre längliche Form wirkt sie auch etwas weniger handlich als klassische Lightweight-Mäuse, wie etwa die Harpe Ace Mini von Asus ROG oder die Glorious Model D 2 Pro Wireless, die auf eine kompakte, kurze Form setzen und zum Teil deutlich weniger auf die Waage bringen.
Schmales Design trifft nicht jeden Geschmack
Im Verhältnis zur Länge ist die Versa 300 Elite zudem recht schmal geraten, wodurch sie beim Claw-Grip trotz Diamantmuster an den Seiten etwas eigenartig zwischen den Fingern sitzt. Insgesamt handelt es sich hierbei nicht um meine bevorzugte Mausform, doch das ist natürlich Geschmackssache.
Das Mausrad ist mit einem griffigen Gummimuster versehen und rollt angenehm leise. Es steht ein wenig höher aus dem Gehäuse hervor, lässt sich aber noch gut herunterdrücken, ohne allzu schnell „davonzuscrollen“. Gleich darunter sitzt ein einzelner DPI-Knopf zum Durchschalten der Profile, Extratasten gibt es hier nur in Form der beiden Daumentasten auf der linken Seite, mit der die Versa 300 trotz symmetrischer Form zur reinen Rechtshändermaus wird.
An der Unterseite befindet sich der Schieberegler zum Wechseln des Verbindungsmodus sowie ein Staufach für den USB-Empfänger. Außerdem versteckt sich hier eine kleine LED, welche die aktuell gewählte DPI-Stufe signalisiert. Praktischer wäre es gewesen, wenn auch die bunten LEDs an der Oberseite beim Drücken der DPI-Taste kurz eine entsprechende Farbe anzeigen würden. So muss beim Durchschalten jedes Mal kurz die Maus angehoben werden. So bleibt die RGB-Beleuchtung ein simples optisches Detail, das an den Seiten und dem Logo auch nur sehr dezent in Erscheinung tritt.
Solide Standardausstattung
Die Versa 300 Elite rutscht mit PTFE-Gleitfüßen gut über das Mauspad und nutzt den optischen PixArt PAW3395DM, eine Variante des beliebten und zuverlässigen PAW3395, die für geringen Stromverbrauch und längere Laufzeiten optimiert ist. Zusammen mit den bewährten Omron-Tastenschaltern bietet die Maus eine solide Grundausstattung für Gaming.
Die Versa 300 Elite Gaming-Maus kann wahlweise kabellos per 2,4-GHz-Empfänger oder Bluetooth 5.3, sowie ganz klassisch über ein flexibles USB-Kabel mit Stoffsleeve verbunden werden. Für präzise und störungsfreie Performance im Spiel empfiehlt sich die Nutzung per MSI Swiftspeed 2,4-GHz-Wireless Technologie. Die angegebene maximale Akkulaufzeit von stolzen 200 Stunden wird jedoch nur im Bluetooth-Modus bei deaktivierter Beleuchtung erreicht – im 2,4-GHz-Modus fällt diese Laufzeit deutlich geringer aus.
Die genaue Akkulaufzeit kann in der Software MSI Center eingesehen werden. Diese kann über verschiedene Module konfiguriert werden, wer sich etwa nicht für die Farbe der LEDs interessiert, muss den Bereich “Mystic Light” gar nicht erst installieren. Zu den Bereichen der Software gehören außerdem die Tastenbelegung, DPI-Stufenverwaltung und eine “Speedshift”-Funktion, die in drei Stufen Pfad-Glättung und Bewegungskorrekturen vornehmen soll. Einen großen Effekt dieser Funktion konnten wir während unseres Tests nicht wirklich feststellen.
Fazit
Die Versa 300 Elite Wireless ist eine grundsolide kabellose Gaming-Maus, deren Laufzeit bei Bedarf zu Lasten der Leistung im Bluetooth-Modus deutlich verlängert werden kann. Das Design ist Geschmackssache, durch ihre Form wird das Ziel einer handlichen Lightweight-Maus eher verfehlt. Wer sich daran jedoch nicht weiter stört und die längliche Form bevorzugt, erhält für knapp 60 Euro ein gutes Gesamtpaket zu einem fairen Preis.
Für Sparfüchse bietet MSI zusätzlich eine Versa 300 non-elite Version mit reduzierter Laufzeit, einem weniger hochauflösenden Sensor (8.000 DPI), ohne Beleuchtung und mit günstigeren Kailh-Schaltern für gerad einmal 30 Euro an.
Pro
- lange Akkulaufzeit im BT-Modus
- Staufach für USB-Empfänger
- Omron-Schalter
- Drei Verbindungsoptionen
Contra
- weniger griffige Form
Versa Pro Wireless
Auf der anderen Seite des Preisspektrums ist dagegen die Versa Pro Wireless einzuordnen, die sich zwar einige Eigenschaften mit der Versa 300 Elite teilt, insgesamt aber eine etwas andere Zielgruppe ansprechen dürfte.
Angefangen beim Design, schlägt MSI mit der Versa Pro eine völlig andere Richtung ein: Zwar sind die Mäuse etwa gleich lang, die Versa Pro ist jedoch deutlich breiter geraten und mit einer Ablagefläche für den Daumen ausgestattet. So füllt sie die Handfläche wesentlich besser aus und vermittelt eher das Gefühl von Ergonomie und eines sicheren Griffs. Letzteres liegt unter anderem auch an der zusätzlich gummierten Beschichtung des seitlichen Diamantmusters, auf dem die Finger besseren Halt finden. Die Beleuchtung fällt ähnlich unscheinbar aus wie bei der Versa 300, zusätzlich ist bei der Versa Pro auch das Mausrad beleuchtet.
Keine alltägliche Ausstattung: umschaltbares Vier-Wege-Mausrad und Sniper-Taste
Das kippbare Vier-Wege-Mausrad gleicht auf den ersten Blick dem der Vesa 300, durch eine seitliche Kippfunktion bietet es jedoch zusätzliche Möglichkeiten für die Tastenbelegung im Spiel. Diese funktioniert fast schon eine Spur zu schwergängig, so bleiben versehentliche Auslöser jedoch eine Seltenheit.

Beim Mausrad-Klick und dem gerasterten Scrollen ist die Versa Pro eine ganze Spur lauter als viele vergleichbare Modelle. Wer mit diesem Modus über Webseiten scrollt und reihenweise neue Tabs per Mausrad-Klick öffnet, dürfte durch das laute Klackern und Rattern den Groll seiner Sitznachbarn ernten. Für solche Situationen (und gewisse Spiel-Strategien) bietet die Maus auf Knopfdruck einen alternativen Scroll-Modus, bei dem das Mausrad flüsterleise und stufenlos läuft.

Die ausladende Form der Versa Pro soll diesmal natürlich nicht den Ansprüchen einer Lightweight-Maus gerecht werden: Mit knapp 97 Gramm gleitet die Maus zwar geschmeidig, aber etwas behäbiger über das Mauspad.
Mausbewegungen werden diesmal vom regulären PixArt PAW-3395 Sensor erfasst, der bis zu 26.000 DPI Auflösung und hohe Präzision bietet. Auch hier kommen Omron-Schalter zum Einsatz, die für eine besonders lange Lebensdauer von über 70 Millionen Klicks ausgelegt sind.
13 „Tasten“ zum selbst belegen
Darüber hinaus ist die Versa Pro mit einigen zusätzlichen Tasten ausgestattet, die sie besonders für Spieler geeignet macht, die gerne mehrere Ingame-Aktionen direkt über die Maus steuern. So befindet sich eine weitere Taste am äußeren Rand der linken Maustaste, die mit einem leichten Strecken des Zeigefingers schnell erreicht werden kann. Außerdem feiert die heutzutage immer seltenere “Sniper-Taste” ein Comeback: Diese seitliche Taste liegt – je nach Griffart – kurz vor oder direkt unter dem Daumen und wird üblicherweise für ein schnelles Umschalten der Mausempfindlichkeit verwendet, lässt sich aber per Software auch frei anderweitig belegen.
Einen weiteren großen Unterschied zur knapp 40 Euro günstigeren Versa 300 macht die kabellose Ladestation aus: Mit einem magnetischen Qi-Ladepuck wird die Maus einfach auf die markierte Stelle der Station gelegt und beginnt sofort zu laden. Da auch der USB-Empfänger wahlweise am PC oder direkt an der Ladestation angeschlossen werden kann, reicht ein Handgriff, um die Maus kurz aufzuladen und sofort weiterzuverwenden.
Die Akkulaufzeit der Versa Pro wird mit bis zu 80 Stunden angegeben, was sich vermutlich auf die Nutzung bei ausgeschalteter Beleuchtung bezieht. Wer die praktische Ladestation clever einsetzt, dürfte jedoch niemals Akkuprobleme bekommen, da die Maus auch schon in kleineren Pausen mit geringem Aufwand geladen werden kann. Per Kabel soll eine volle Akkuladung rund 1,5 Stunden dauern, die Ladegeschwindigkeit per Dock fällt natürlich geringer aus.

Fazit
Auch die MSI Versa Pro Wireless hat einen soliden Funktionsumfang anzubieten, fällt mit knapp 104 Euro jedoch ein ganzes Stück teurer aus als ihre Serienverwandten. Der große Preisunterschied gegenüber der im Vergleich sehr durchschnittlich wirkenden Versa 300 Elite lässt sich jedoch mit einigen Extrafunktionen begründen.
Allein die magnetische Ladestation ist eine sinnvolle Ergänzung, mit der ein großer Nachteil kabelloser Mäuse (die begrenzte Akkulaufzeit) nahezu beseitigt wird. Merkmale wie Vier-Wege-Mausräder, umschaltbare Scroll-Modi, breite Gehäuseformen mit Daumenauflage oder seitliche Sniper-Tasten sind heute nur noch selten anzutreffen. Dabei handelt es sich zwar um eher nischige Funktionen, doch gerade im Einheitsbrei zunehmend minimalistischer Gaming-Mäuse vermissen manche Nutzerinnen und Nutzer genau diese Ausstattungsmerkmale schmerzlich.
Pro
- Viele belegbare Extratasten
- umschaltbares Scroll-Verhalten
- Vier-Wege-Mausrad
- magnetische Ladestation
Contra
- sehr laut beim Raster-Scrollen
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