Das Nyfboard HE 82K 2.0 ist eine kompakte Gaming-Tastatur mit wahlweise kabellosem oder kabelgebundenem Tri-Mode und optischen Extras wie einem anpassbaren Display und bunten Sakura-Tastenkappen. Mit magnetischen Gateron-Switches und dem 75-Prozent-Format setzt es zudem einige Häkchen unter die trendigsten Features des Tastaturen-Marktes, doch wird es dem Preis von 200 Euro damit gerecht?
Nyfter ist eine noch recht junge deutsche Gaming-Marke, die sich seit ihrer Gründung im Jahr 2020 dem eSport verschrieben hat. Nach Mäusen im Loch-Design und diversen Gaming-Tastaturen und -Mauspads stellen die beiden Gründer (die wir übrigens schon 2018 auf der Dreamhack getroffen haben, damals noch als Manager eines eSport-Teams) nun das Nyfboard HE 82K 2.0 als neue Hall-Effect-Tastatur vor.
Pro
- Tri-Mode-Konnektivität (2,4 GHz, Bluetooth, USB-C) sehr flexibel
- Magnetische Gateron-Switches mit fein einstellbarem Auslöseweg
- Viele Software-Features in Web-Anwendung
- Angenehmes Tippgefühl durch Gasket-Mount und Dämpfung
- ISO-DE-Layout verfügbar
- Anpassbares Display für Bilder/Animationen
Contra
- Software teilweise instabil
- Nur Kunststoffgehäuse wirkt für 200 € wenig hochwertig
- Preis insgesamt recht hoch für das Gebotene
Nyfter Nyfboard HE 82K 2.0: Kompakte Hall-Effect-Tastatur im Sakura-Design
Das Nyfboard präsentiert sich im mittlerweile wohl weitverbreitetsten 75-Prozent-Format, verzichtet also auf einen Nummernblock sowie einzelne Funktionstasten und bietet ein ansonsten vollständiges Tastenfeld mit übersichtlichen Abständen zwischen einzelnen Blöcken. Erfreulich: Das deutsche Team bietet die Tastatur auch im ISO-DE Layout an.
Ein erstes optisches Alleinstellungsmerkmal ist das markante Sakura-Design der Tastenkappen, das wohl die potenzielle Zielgruppe in zwei Lager spalten dürfte. Wer mit dem Kirschblüten-Fuji-Motiv nicht warm wird, kann die Kappen aber einfach austauschen, da das Kunststoffgehäuse der Tastatur selbst nicht bedruckt ist. Durch ein PCB mit South-Facing-LED besteht eine große Kompatibilität mit vielen verschiedenen Tastenkappen-Sets, Nyfter selbst bietet ebenfalls verschiedene Varianten an.
Die Legenden und das Sakura-Motiv sind per Dye-Sublimation in die abriebfesten PBT-Tastenkappen eingearbeitet und nutzen sich auch bei intensiver Nutzung nur langsam ab. Im Gegenzug können solche Tasten nicht transparent gefertigt werden, wodurch die bunte RGB-Beleuchtung ausschließlich zwischen den Tastenkappen zu sehen ist.
Kein Bock auf Sakura? Tauscht die Tastenkappen
Hinsichtlich der Tastenkappen kann das Nyfboard HE 82K 2.0 also mit ordentlicher Verarbeitungsqualität punkten, während das rein aus Kunststoff gefertigte Gehäuse die wenigsten vom Hocker hauen dürfte. Für nur wenige Euro mehr bieten vergleichbare Konkurrenten wie die Akko MOD007 V3 HE ein vollständiges Metallgehäuse samt Gewichtsplatte – wer besonderen Wert auf eine schwere Tastatur legt, muss also vielleicht weitersuchen.
Dafür bietet das Nyfboard einen größeren Funktionsumfang als das erwähnte Akko-Modell: Anstelle eines schnöden Kabels lässt sich die 82K per aktuell sehr beliebtem “Tri-Mode” verbinden, also wahlweise per 2,4-GHz-Dongle, Bluetooth oder USB-C-Kabel. Letzteres steigert die Abtastrate auf bis zu 8.000 Hertz, was für die meisten Gamer allerdings kaum spürbare Auswirkungen haben dürfte.
Der USB-Dongle kann in einem magnetischen Staufach an der Unterseite sicher verwahrt werden. Außerdem gibt es hier zweistufige, gummierte Standfüße. Anleitungen zur Tastatur-Einrichtung, den Funktionen und der Software-Nutzung finden sich in Videoform auf YouTube, was den Einstieg erleichtert.
Magnetische Gateron-Schalter, hochgradig anpassbar in der Software
Technisch setzt Nyfter auf Gateron KS-37C Magnetic Switches mit einer Lebensdauer von 150 Millionen Klicks, deren Auslösewege in 0,1-mm-Schritten individuell anpassbar sind. Die Schalter sind bereits vorgeschmiert, geben beim Herunterdrücken aber ein minimal kratzendes Geräusch von sich. Enthusiasten können hier selbst nachhelfen, die Werkzeuge zum Entnehmen der Schalter liegen dem Lieferumfang bei.
Nyfter empfiehlt den Tausch allerdings nur im Falle eines Defekts. Eine doppelte Schaumdämpfung sowie ein Gasket-Mount-Design sorgen für ein angenehmes, federndes Tippgefühl und einen clacky Tastenklang. Freunden von “thocky” Schaltern es sich auf dem Nyfboard ein Stück zu laut tippen, doch auch in diesem Fall bieten sich die Option eines Schalterwechsels an.

Die Software ist als Download oder in der Web-Ansicht verfügbar und entspricht dabei 1:1 der Web-Software von Epomaker. Unter anderem Namen hat sie uns schon früher Probleme bereitet, auch unter Nyfter-Flagge wehrt sie sich hin und wieder mit langen Ladezeiten oder Verbindungsabbrüchen.
Wenn sie mitspielt, bietet die Software viele Optionen und detaillierte Einstellmöglichkeiten für die magnetischen Schalter. Neben den Auslösepunkten lassen sich die Schalter auch über Funktionen wie Rapid Trigger, Mod Tap oder DKS ganz nach Belieben einstellen. Spaßig kann auch die Anpassung des kleinen Farbdisplays sein, denn hier können beliebige Bilder oder sogar Animationen eingespeist und Frame für Frame angepasst oder mit den üblichen Paint-Tools selbst erstellt werden. Wermutstropfen: Das Display selbst ist so klein, dass viele Motive nicht wirklich zur Geltung kommen.
Mit einer UVP von rund 200 Euro ist das Nyfboard HE 82K 2.0 kein Schnäppchen, bietet aber einen soliden Funktionsumfang für alle, die sich vom markanten Sakura-Design angezogen fühlen. Die magnetischen Gateron-Switches lassen sich in der – manchmal bockigen – Web-Software bis ins kleinste Detail anpassen, ein Lautstärkerad bietet das gewisse Etwas bei der Mediensteuerung und über das zwar sehr kleine Display lassen sich allerlei spaßige Bilder und Animationen erstellen.
Nyfter G-1 Glas-Mauspad
Wer zur Tastatur noch ein passendes Accessoire für das Gaming-Setup sucht, wird vielleicht mit dem jüngsten Produkt von Nyfter fündig: Das G-1 Glas-Mauspad ist mit knapp 110 Euro zwar nicht sonderlich günstig, aber im Branchenvergleich auch nicht auffällig teuer.

Wer sich der großen Unterschiede zum klassischen Stoff-Mauspad bewusst ist – die Glaspads sind nämlich nicht nur pflegeleichter und robuster, sondern können mit ihrer Gleitfähigkeit anfangs sehr ungewohnt wirken – bekommt hiermit eine hochwertige Alternative zum schnell von Kaffeeflecken oder ausgefransten Kanten gezierten Klassiker.
Schnelle Mausbewegungen auf kühlem Untergrund
Mit 490 x 420 mm bietet das G-1 zwar ausreichend Platz für ausladende Mausbewegungen, nicht aber für das Abstellen der Tastatur. Auf der nur 2,5 mm dicken Glasfläche liegt der Mausarm nicht ungewohnt hoch und abgerundete 2,5D-Kanten (ähnlich eines Smartphone-Displays) vermeiden unangenehme Druckstellen am Unterarm.
Mir selbst sind Mauspads aus Glas tatsächlich noch etwas zuwider, weil die Maus ungewohnt schnell über die rutschige Oberfläche “glitscht”. Nach kurzer Eingewöhnung habe ich mich an die Umstellung aber wieder gewöhnt, zudem fühlt sich die säurebehandelte Oberfläche angenehm weich und kühl unter der Hand an. Auch optisch macht das G-1 mit dem leichten 3D-Effekt des tief unter der Glasfläche aufgebrachten Motivs einen hochwertigen Eindruck.
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