Energiekrise 2.0: Nachdem sowohl Öl als auch Gas deutlich teurer geworden sind, steigen auch die Strompreise an der Börse durch das Merit-Order-Prinizp. Wer bei den Stromkosten sparen möchte und die Möglichkeiten dazu hat, sollte sich näher mit Balkonkraftwerken beschäftigen. Wir wollen euch die Frage beantworten, ob sich ein solches Mini-Kraftwerk für euer Zuhause tatsächlich lohnt.
Balkonkraftwerke: Ab wann rechnet sich die Anlage?
Besonders lohnenswert ist ein Balkonkraftwerk, wenn dein Balkon oder auch Garten gut besonnt ist – idealerweise nach Süden ausgerichtet und frei von starken Verschattungen durch Bäume oder Nachbargebäude. Zwar beeinflusst die Ausrichtung den Ertrag, aber ein Balkonkraftwerk kann auch ohne Südbalkon sinnvoll sein. Auch dein Verbrauchsverhalten spielt eine Rolle: Je mehr Strom du tagsüber nutzt, etwa durch Arbeitsplatz am PC, Kühlgeräte oder Stand‑by‑Geräte, desto höher der Eigenverbrauch und der finanzielle Vorteil aus dem eigenen Solarstrom.

Der wichtigste Faktor ist allerdings der Preis: Inzwischen sind Balkonkraftwerke ziemlich günstig: Steckerfertige Anlagen ohne Speicher mit 800 Watt Leistung wechseln bereits ab rund 220 Euro (hier kaufen) den Besitzer. Entsprechende Balkonkraftwerke dürfen an eine reguläre Steckdose angeschlossen werden, ohne zusätzliche Abnahme durch eine Fachkraft.
Balkonkraftwerk als Mieter: Geht das?
Seit Oktober 2024 genießen Steckersolargeräte eine gesetzliche Sonderstellung: Nach § 554 BGB können Mieter grundsätzlich verlangen, dass der Vermieter bauliche Veränderungen für die Nutzung von Steckersolargeräten erlaubt. Eine Ablehnung, etwa aus rein optischen Gründen, ist damit nicht mehr pauschal möglich – nur wenn im Einzelfall konkrete, berechtigte Gründe dagegen sprechen, kann das Projekt scheitern. In der Praxis sollte man dennoch vorab prüfen, ob Montageort, Befestigung, bauliche Gegebenheiten und Vorgaben von Vermieter oder Hausverwaltung eine sichere und fachgerechte Installation zulassen.

Wir haben seit rund einem Jahr ein 800 Watt Balkonkraftwerk im Betrieb, das allerdings nicht unter Optimalbedingungen installiert ist. Trotzdem konnten wir innerhalb eines Jahres rund 600 kWh erzeugen, womit der Bedarf eines Single-Haushalts zu etwa 50 % gedeckt werden kann. Nehmen wir einen Strompreis von derzeit 28 Cent pro kWh an, ergibt sich daraus eine Ersparnis von etwa 170 Euro. Die Anlage hat sich also spätestens nach zwei Jahren amortisiert. Ein Balkonkraftwerk lohnt sich in den meisten Fällen also immer, wenn Platz hierfür vorhanden ist.
Für wen lohnt sich ein Solarspeicher?
Neben einem Balkonkraftwerk kann auch ein Solarspeicher interessant sein, das überschüssigen Strom am Tag speichert. Zudem kann ein moderner Speicher auch den Wechselrichter ersetzen – Modelle wie das Zendure SolarFlow 800 Pro, 800 Plus, 2400 Pro oder die Anker Solix Solarbank 3 Pro besitzen einen integrierten Mikroinverter.
Ein Speicher rechnet sich etwa für Personen, bei denen die Hauptverbrauchszeiten in den Abendstunden liegen. In diesem Fall wird der tagsüber produzierte Strom gespeichert und nicht unvergütet ins Netz eingespeist. Abends kann diese Energie dann abgerufen werden. Alternativ ist auch die Nutzung an weniger sonnigen Tagen möglich.
Wir betreiben bereits seit rund einem Jahr eine Anker Solix Solarbank 3 Pro an einem Anker Solix Balkonkraftwerk mit 880 Watt. Von April 2025 bis März 2026 hat die Anlage rund 708 kWh Strom produziert, was einer Kostenersparnis von knapp 200 Euro entspricht. Im Erzeugungszeitraum bis Dezember 2025 wurden dabei rund 28 % des Strom gespeichert. Angesichts des Startpreises von einst 1.299 Euro, wäre der Speicher in etwa sechs Jahren amortisiert. Aktuelle Solarspeicher gibt es jedoch zu deutlich geringeren Preisen.
Interessant wird es erst mit großen PV-Anlagen
Ein Speicher ist ebenfalls interessant, wenn ihr ein besonders großes BKW mit über 1.000 Watt PV-Leistung installiert habt. Immerhin könnt ihr aktuell nur 800 Watt über euren Wechselrichter in das Netz einspeisen. Alles, was darüber hinausgeht, lässt sich dann speichern. Falls ihr also eine Anlage mit 2.160 Watt (4x 540 Watt) im Einsatz habt, könnt ihr theoretisch 800 Watt ins Netz einspeisen und den Akku mit bis zu 1.360 Watt laden – vorausgesetzt, der Speicher unterstützt eine so hohe Ladegeschwindigkeit.

Wann solltet ihr auf einen Speicher verzichten?
Wer tagsüber zu Hause ist und nur eine kleinere Anlage besitzt, wird wiederum weniger von einem Solarspeicher profitieren. Der produzierte Strom wird in diesem Fall wahrscheinlich schon vollständig verbraucht, sodass keine Energie unvergütet eingespeist wird.
Haushalte, die über einen analogen Stromzähler verfügen, können ebenfalls getrost auf die Anschaffung verzichten. Hierbei ist es egal, ob der Strom verbraucht oder einfach ins Netz eingespeist wird. Falls der Stromverbrauch geringer ist als die Einspeiseleistung, dreht sich der Zähler einfach rückwärts – und das mittlerweile sogar legal.
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