Das Fractal Pop 2 Vision RGB kombiniert modernes Showcase-Design mit einem cleanen Look. Versteckte Lüfter, starke Kühlleistung und Unterstützung für BTF-Mainboards machen das Gehäuse besonders interessant für aufgeräumte High-End-Builds. Dabei bleibt es im Vergleich zur Konkurrenz preislich attraktiv – doch wie schneidet es in der Praxis ab?
Rund vier Jahre nach dem ersten Fractal Pop Air hat das Unternehmen das Fractal Pop 2 Air auf den Markt gebracht. Nun erweitert Fractal die Pop-2-Serie um drei weitere Modelle, die einen modernen Showcase-Ansatz verfolgen. Das Fractal Pop 2 Vision erscheint als RGB-Version in den Farben Schwarz und Weiß, wobei ebenso eine schwarze Version ohne Beleuchtung erhältlich ist. Der Hersteller ruft für die RGB-Modelle 99,99 Euro auf, das Gehäuse ohne „Bling Bling“ startet für 89,99 Euro.
Design: Showcase-Optik statt Fractal-Charme
Fractal geht mit dem Pop 2 Vision neue Wege, denn beim Vision handelt es sich um ein modernes Showcase-Gehäuse mit ungehindertem Panoramablick. Der Hersteller kombiniert hier massiven Stahl, jede Menge Glas und Mesh-Elemente zu einem schicken Gesamtbild.
Äußerlich unterscheidet sich das Gehäuse dabei kaum von anderen Showcase-Modellen wie dem be quiet! Light Base 600 LX, NZXT H9 oder Arctic Xtender. Ehrlicherweise könnte das Case rein optisch von jedem x-beliebigen Hersteller stammen – es fehlt schlicht der „Fractal-Faktor“. Zumindest ein optisches Detail im Innenraum ist doch interessant – dazu aber gleich mehr.
Mit einer Größe von 434 × 297 × 441 mm fällt das Pop 2 Vision groß, aber nicht riesig aus. Dazu bietet das Gehäuse ein modernes I/O-Panel mit USB 3.1 Typ-C, 2x USB 3.0, HD-Audio und integrierter ARGB-Steuerung.
Innenraum: Platz für BTF-Platinen
Im Inneren setzt Fractal auf ein Zwei-Kammer-Design, dessen Hardwarekammer selbst für große Komponenten ausreichend Platz bietet. Dabei lassen sich sogar moderne BTF-Mainboards verbauen, bei denen alle Kabelanschlüsse und Steckverbindungen auf die Rückseite des Boards verlagert sind. Dadurch entsteht im PC-Gehäuse ein besonders aufgeräumtes und sauberes Erscheinungsbild, was nicht nur besser aussieht, sondern auch den Luftstrom verbessert. Zum schlichten Look tragen ebenfalls die Slotblenden bei, die komplett geschlossen sind – ein eher seltener Anblick bei modernen Gehäusen.

Lüfter sind eingelassen
Ein weiteres, eher selten anzutreffendes Detail: Fractal versteckt die „unschönen“ Lüfterrahmen der vorinstallierten Lüfter unter einer Stahlplatte. Bei den vier eingelassenen Lüftern handelt es sich um Fractal Aspect 12X Reverse. Die 120-Millimeter-Lüfter drehen mit maximal 1.600 RPM und unterstützen eine Daisy-Chain-Anbindung. Somit lassen sich theoretisch alle vorinstallierten Lüfter über einen PWM- und einen ARGB-Stecker anschließen. Optional können im Deckel noch drei weitere 120-Millimeter-Lüfter installiert werden. Im Heck ist ebenfalls Platz für einen 120-Millimeter-Lüfter.
Technische Daten im Überblick
- Mainboards: bis ATX (BTF wird unterstützt)
- CPU-Kühler: 172 Millimeter Höhe
- GPU: max. 412 Millimeter
- PSU: ATX mit bis zu 190 Millimeter Länge
- Erweiterungsslots: 7x
- 2,5”-Einbauplätze: 3x
- 3,5”-Einbauplätze: 1x
Viel Platz für GPUs – etwa für eine KFA2 RTX 5070 Ti HOF
Daneben könnt ihr bis zu 417 Millimeter lange Grafikkarten verbauen, womit selbst die größten GPU-Modelle Platz finden. Wir haben neben unserer Standard-Grafikkarte für Gehäuse-Tests etwa eine KFA2 RTX 5070 Ti Hall of Fame verbaut, die zu den aktuell größten GPU-Modellen gehört.

Sie bietet eine durchweg weiße Optik, markante HOF-Elemente, einen massiven Kühlkörper mit aufwendiger Finnenstruktur und eine hochwertige Backplate. Die Karte ist ganz offensichtlich dafür gedacht, in einem Showcase-Build sichtbar zu sein.
Beim Kühlsystem klotzt KFA2: große Lüfter, dicker Heatsink, üppige Heatpipes und eine robust ausgelegte Spannungsversorgung. Dazu kommen Komfortfunktionen wie Dual-BIOS (Schalter neben dem Stromanschluss) und eine Lüfter-Turbotaste am Slot-Bracket, mit der sich die Lüfterdrehzahl per Knopfdruck anheben lässt.

CPU-Kühler dürfen bis zu 172 Millimeter hoch sein
Darüber hinaus könnt ihr CPU-Kühler mit maximal 172 Millimeter Höhe verbauen; alternativ eine Wasserkühlung mit 360-Millimeter-Radiator.
Hinter dem Mainboard-Tray versteckt sich die Netzteilkammer. Hier werden das Netzteil, SSDs, HDDs sowie sämtliche Kabelstränge untergebracht. Für das Netzteil stehen zwei Montageplätze zur Verfügung, wobei ab Werk der untere vorgesehen ist. Direkt über dem Netzteil lässt sich eine Montagehalterung für Speicherlaufwerke finden.
Hardware-Einbau
Für den Praxistest haben wir unser Gehäuse-Testsystem in das Fractal Pop 2 Air RGB eingebaut. Hierfür setzen wir auf einen AMD Ryzen 7 7700X, dessen acht Kerne auf einen festen Takt von 4,5 GHz limitiert wurden, um eine bessere Vergleichbarkeit zu ermöglichen.
Kombiniert wird der Prozessor mit einem Asus TUF Gaming X670E Plus WiFi und einem be quiet! Pure Rock 2 FX mit maximal 2.000 RPM. Dazu gesellen sich eine KFA² GeForce RTX 4080 SG sowie Kingston Fury Beast RGB DDR5-4800 32 GB Arbeitsspeicher. Als Hauptspeicher kommt eine Asus ROG Strix SQ7 zum Einsatz.
Bei der Hardware-Installation gab es keine größeren Auffälligkeiten, alle Komponenten ließen sich bequem in das Gehäuse einsetzen. Hinter dem Mainboard-Tray steht genügend Platz zur Verfügung, um alle Kabel zu verlegen und zu verstauen. Leider bietet das Gehäuse keine ausgefallenen Komfortfunktionen. So lässt sich der Deckel für die Radiator-Installation etwa nicht entfernen. Für meinen Geschmack könnten dem Lieferumfang zudem mehr Klettverschlüsse beiliegen.
Praxis
In der Praxis schneidet das Fractal Pop 2 Vision sehr gut ab: Mit fixierten 1.000 RPM erreicht die CPU unter Volllast 74 °C, während die GPU 58 °C hält. Ohne zusätzliche GPU-Belastung sinkt die CPU-Temperatur auf 57 °C. Drehen die Lüfter schließlich mit voller Leistung, sinkt der CPU-Wert unter Volllast auf 63 °C. Unter Teillast konnten wir wiederum eine CPU-Temperatur von angenehmen 56 °C messen. Damit erreicht das Pop 2 Vision ein ähnlich gutes Niveau wie das Sharkoon AK5M oder das Fractal Design Meshify 3.
Zudem können die verbauten Lüfter bei reduzierter Drehzahl mit einem ruhigen Betrieb überzeugen. Ähnlich wie beim Pop 2 Air werden die Lüfter bei voller Drehzahl aber hörbar.

Fazit
Das Fractal Pop 2 Vision hinterlässt insgesamt einen guten Eindruck. Für unter 100 Euro bietet das Gehäuse ein modernes Showcase-Design, eine gute Verarbeitung und eine überzeugende Kühlleistung. Besonders der aufgeräumte Innenraum mit Unterstützung für BTF-Mainboards sowie die versteckten Lüfter sorgen für einen frischen Ansatz im Einsteigersegment. Kritik gibt es vor allem für das eigenständige Design, dem es etwas an Fractal-Charakter fehlt. Wer ein optisch ansprechendes Showcase-Gehäuse mit guter Kühlung zum fairen Preis sucht, bekommt mit dem Pop 2 Vision dennoch ein rundes Gesamtpaket. Wer eher einen klassischen Midi-Tower bevorzugt, sollte wiederum einen Blick auf das ähnlich teure Pop 2 Air werfen.
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