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Test: Devolo dLAN 1200+ WiFi ac Powerline Adapter

Keine nervigen Kabel mehr - Netzwerk über das Stromnetz
Devolo

Wenn das Heimnetzwerk erweitert werden soll, das Verlegen von Kabeln jedoch nicht möglich oder unerwünscht ist, bieten sich die sogenannten Powerline-Adapter an. Diese erweitern das eigene Netzwerk über das Stromnetz, wodurch das Kabelverlegen entfällt. Ein bekannter Anbieter von Powerline-Adaptern ist das Aachener Unternehmen Devolo, das mit dem dLAN 1200+ WiFi ac seinen neusten Adapter vorstellt. Der Name impliziert bereits, dass der Adapter Übertragungsgeschwindigkeiten von 1.200 Mbit/s realisieren soll und dank WiFi ac sollen diese genauso schnell vom Adapter drahtlos an ein Endgerät gefunkt werden. Ob das klappt? Unser Test verrät es euch!

Technische Details

Lieferumfang

Design & Funktionen

Die unauffälligen, weißen Adapter fügen sich gut in das Raumbild ein und lassen sich schnell einrichten. Der dLAN 1200+ Adapter fällt etwas kleiner aus als sein WiFi ac Pendant. Er bietet zudem nur einen Ethernet-Port, über den er mit dem Router verbunden wird.

Devolo dLAN 1200+ WiFi ac - Verpackung

An der rechten Seite befindet sich eine Taste, mit der die Verbindung verschlüsselt wird. Auf der Oberseite des Adapters befindet sich schließlich noch eine Schutzkontakt-Buchse. Dadurch stellt Devolo sicher, dass dem Nutzer zuhause kein Steckdosenplatz verloren geht.

Devolo dLAN 1200+ WiFi ac - Draufsicht

 

Der dLAN 1200+ WiFi ac Adapter verfügt über zwei Ethernet-Ports und kann neben der Verschlüsselungs-Taste noch eine weitere zum de- und aktvieren des WLANs aufweisen. Die Verarbeitung beider Adapter ist auf gewohnt hohem Niveau und bietet keinen Anlass zur Kritik.

Devolo dLAN 1200+ WiFi ac - Ethernet Ports

Zur Installation wird zuerst der dLAN 1200+ Adapter in eine Steckdose gesteckt und über ein Netzwerkkabel mit dem Router verbunden. Anschließend wird der WLAN-fähige Adapter am gewünschten Ort ebenfalls in eine Steckdose gesteckt. Der WLAN-Adapter braucht in etwa eine Minute, bis er initialisiert ist. Als nächstes wird die Verschlüsselungstaste betätigt und innerhalb von zwei Minuten muss diese ebenfalls beim anderen Adapter betätigt werden. Danach ist die Installation im Grunde schon abgeschlossen.

Devolo dLAN 1200+ WiFi ac - AnschlussExemplarischer Aufbau eines Powerline-Netzwerks

Allerdings bietet Devolo noch die Option an, dass vorhandene WLAN-Netz zu klonen, anstatt den WLAN-Adapter sein komplett eigenständiges Netz aufbauen zu lassen. Hierzu muss der WLAN-Adapter in der Nähe des Routers in eine Steckdose gesteckt werden. Nachdem er initialisiert ist, muss die Verschlüsselungstaste betätigt werden und anschließend die WPS-Taste am Router. Dadurch werden die Netzwerkinformationen an den Adapter übertragen, der das ursprüngliche WLAN-Netzwerk fortan erweitert.

Devolo Cockpit WohnzimmerMit der Cockpit-Software können Einstellungen vorgenommen oder die Firmware aktualisiert werden

Um das Netzwerk zu konfigurieren und zu überwachen, kann von der Devolo Webseite die Cockpit-Software heruntergeladen werden. Über die Software kann ein individuelles Kennwort für das Netzwerk festgelegt werden, um dieses vor dem Zugriff unberechtigter Dritter zu schützen. Zudem zeigt die Software die Übertragungsrate der einzelnen Adapter an. Firmware-Updates können ebenfalls über die Software durchgeführt werden. Praktisch sind auch Optimierungshilfen, die dem Anwender Vorschläge geben, wie er sein Netzwerk weiter optimieren kann.

Leistungstest

Devolo gibt die maximale Datenübertragungsrate seiner Adapter mit 1200 Mbit/s an. Doch was bleibt von diesem Wert in der Praxis übrig? Um das herauszufinden, haben wir den Adapter an die Steckdose in unmittelbarer Nähe zum Router, einer Fritzbox 7390, eingesteckt. Anschließend wurden Adapter und Fritzbox mittels Netzwerkkabel verbunden.

Als Server diente ein stationärer Desktop PC, der über ein Netzwerkkabel mit der Fritzbox verbunden war. Wir haben hierbei zwischen zwei verschiedenen Szenarien unterschieden. Zum einen haben wir die Geschwindigkeit an einer Steckdose gemessen, die an der gegenüberliegenden Wand des Routers im selben Raum montiert ist.

Unser zweites Szenario sah vor, dass der WiFi-ac-Adapter eine Etage über dem Router eingesteckt wurde. Als Client diente ein Ultrabook, über das die Geschwindigkeit sowohl über das WLAN als auch über die integrierte Netzwerkbuchse gemessen wurde. Ermittelt wurden die Werte mit der Software Iperf.


Wie bereits zu unserem Test des Devolo dLAN triple+ 650 Adapters zeigt sich, dass die vom Hersteller angegebenen Übertragungsgeschwindigkeiten nicht erreicht werden können. Das liegt daran, dass die Herstellerangaben in der Regel im Labor ermittelt werden und daher praxisfern sind. In der Praxis können die Werte von Wohnung zu Wohnung stark variieren, da unterschiedlichen Elektroinstallationen vorhanden sind und weiteren Faktoren, wie beispielsweise am Stromnetz befindliche Geräte, die Geschwindigkeit beeinflussen können.

Das zeigt auch unsere Geschwindigkeitsmessung, bei der wir zuerst die Werte mit Netzwerkkabel betrachten wollen. Während die Datenrate im selben Raum mit durchschnittlich 35 Mbit/s (4,41 MB/s) vergleichsweise gering ausfällt, werden bei der Überbrückung eines Stockwerks ordentliche 153,2 Mbit/s (19,15 MB/s) erreicht.

Dieselbe Messung über das integrierte WLAN-Modul bringt ähnliche Resultate zum Vorschein: knapp 35 Mbit/s (4,38 MB/s) sind es im selben Raum, was ein nahezu identischer Wert wie bei der Messung via Kabel ist. Eine Etage weiter oben sollte nach unserer Messung mittels Netzwerkkabel um die 153,2 Mbit/s rauskommen, das WLAN-Modul gibt jedoch lediglich 110 Mbit/s (13,78 MB/s) weiter.

Um mehrere Etagen mit einem neuen WLAN-Netz auszustatten, reicht ein einzelner WLAN-Adapter jedoch nicht aus. Bei der Messung durch die Decke sanken die Werte stark und fielen auf 32 Mbit/s (4 MB/s) zurück.

Fazit

Unser Test zeigt erneut, dass die Übertragungsrate der Adapter stark von der Elektroinstallation der jeweiligen Wohnung abhängig ist und auf welcher Phase die Adapter geschaltet sind. Daher entspricht die Übertragungsgeschwindigkeit der dLAN 1200+ WiFi ac Adapter in etwa dem, was wir bereits in unserem Test zum dLAN 650 triple+ Starter Kit gemessen haben.

Trotz potenziell höherer Geschwindigkeit der Adapter, kann diese durch die Beschaffenheit der Elektroinstallation nicht ausgereizt werden. Während die Übertragungsgeschwindigkeiten beim Testszenario im selben Raum recht niedrig ausfielen und schon nicht mehr ausreichten, um die vorhandene VDSL 50 Leitung auszureizen, ergab sich bei der Übertragung über zwei verschiedene Stockwerke eine deutlich bessere Geschwindigkeit.

>>devolo dLAN 1200+ WiFi ac Starter Kit einrichten<<

Mit 153,2 Mbit/s war diese hoch genug, um die Internetleitung vollständig auszureizen und auch kleinere Dateien lassen sich so noch recht schnell kopieren. Zum verschieben großer Datenmengen ist die Geschwindigkeit einer direkten LAN-Anbindung unterlegen. Wer sich dessen bewusst ist, kann bedenkenlos zum Devolo dLAN 1200+ WiFi ac greifen, das derzeit um die 185 Euro kostet.

Pro

  • einfache Einrichtung
  • gute Verarbeitung
  • 128 Bit AES-Verschlüsselung
  • WiFi ac

Contra

  • 1.200 Mbit/s nur theoretischer Wert

Niklas Ludwig Niklas Ludwig

...ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen (m/w/d) verzichtet. Alle Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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