Die Gaming-Stühle der Noblechairs Hero-Serie sollen maximalen Sitzkomfort beim Spielen bieten. Gelingen soll dies durch die besonders breiten Sitz- und Rückenflächen, sowie eine einstellbare Lordosenstütze.

Übersicht

Die Gaming-Stühle von Noblechairs fallen meist durch ihr edles, aber zurückhaltendes Design auf, mit dem sie auch als hochwertige Bürostühle durchgehen könnten. Wo sich Konkurrenten wie der Corsair T2 Road Warrior mit bunten Farben und Racing-Look eindeutig an Vollblut-Gamer richten, sprechen Modelle wie der Noblechairs Epic auch gemäßigtere Spieler an. An diese Zielgruppe dürfte sich auch der Noblechairs Hero richten, der auf eine schlichte Optik setzt, aber gegenüber der Epic-Serie einige Verbesserungen bieten soll.

Zusammenbau & Design

Der Noblechairs Hero ist schnell und unkompliziert aufgebaut, dank illustrierter Anleitung und einer Kombination aus Imbusschlüssel und Kreuzschlitzschraubendreher. Dennoch sollte man beim Zusammenbau Vorsicht walten lassen: Vor der Montage der Rückenlehne soll eine der beiden Stützen per Hebel nach vorn gestellt werden. Diese schießt mit enormer Wucht vor, sodass unbedingt darauf geachtet werden sollte, beim Ziehen des Hebels nicht von der falschen Seite zu greifen. Ein Warnhinweis ist zwar sowohl in Anleitung als auch an der Stütze selbst angebracht, bei unvorsichtiger Handhabung kann es hier dennoch zu Verletzungen kommen.

Noblechairs HERO Vorderseite
Noblechairs HERO Rückseite

Der Stuhl selbst präsentiert sich in einem ansehnlichen Schwarz, dezente Kontraste bieten je nach gewähltem Modell rote, weiße, blaue oder gelbe Ziernähte. Unser Testmodell ist mit den weißen Nähten versehen, die unserer Meinung nach das eleganteste Gesamtbild abgeben. Die Sitzpolster unseres Stuhls sind mit veganem Kunstleder überzogen, alternativ ist eine besonders hochwertige Echtleder-Variante für den fast verdoppelten Preis erhältlich.

Zwei optionale Kissen mit Veloursbezug lassen sich zur Unterstützung der Lende und als Kopfkissen nutzen, wobei das Lendenpolster mit festerer Kaltschaumpolsterung und das Kopfkissen mit angenehm weichem Memory Foam gefüllt ist. Anders als bei vielen Stühlen ist das Lendenpolster nicht befestigt, andererseits ist es durch eine einstellbare Lordosenstütze in der Rückenlehne auch nicht zwingend notwendig. Noblechairs verwendet bei der Hero-Serie hochwertige Materialien, so steckt im Inneren ein robustes Stahlgerüst, die leisen, gummierten 60-mm-Rollen tragen eine fünfarmige Basis aus Vollaluminium.

Sitzkomfort

Bei solch infernalen Sommertemperaturen wie bei der Erstellung dieses Artikels müssen wir zugeben: Ein Gaming-Stuhl-Review steht derzeit auf keiner Wunschliste eines Redakteurs. Doch wo sich der Spieler auf so manchem Gaming-Stuhl bald eingesunken und in einer schwitzig-ledrigen Umarmung der ursprünglich auf Ergonomie ausgelegten Seitenwangen wiederfindet, da stellt der Noblechairs Hero eine willkommen frische Abwechslung dar.

Noblechairs HERO Probesitzen VorderansichtDie ergonomischen Anpassungsmöglichkeiten sorgen für einen hohen Sitzkomfort.

Die Kaltschaumpolsterung wirkt beim ersten hineinfallen lassen fast hart, bietet aber auf lange Sicht einen angenehmen und gerade in diesem Rekordsommer luftigen Sitzkomfort. Perforierte und somit atmungsaktive Kunstlederbezüge stellen sicher, dass uns während Gaming-Sessions bei 38 Grad eher der PC abraucht als unser Hinterteil.

Noblechairs HERO Probesitzen Seitenansicht
Noblechairs HERO Probesitzen Zurückgelehnt

Die Rückenlehne kann geneigt werden, außerdem besitzt der Stuhl einen Wippmechanismus.

Die ergonomischen Verstellmöglichkeiten entsprechen dem High-End-Standard und umfassen eine um 45 Grad neigbare Rückenlehne, umfassend justierbare 4D-Armschienen und eine Wippmechanik. Letztere lässt die gesamte Sitzfläche leicht nach hinten kippen, wodurch der untere Rücken entlastet wird. Ein Hebel lässt diesen Wippmechanismus einrasten und hält den Sitz weitgehend starr an Ort und Stelle. Nicht zum Standardprogramm gehört hingegen die neue integrierte Lendenwirbelstütze. Über ein seitlich angebrachtes Rad kann die Wölbung der Lordosenstütze, also dem unteren Teil der Rückenlehne, manuell angepasst werden. So schmiegt sie sich umso gezielter an die jeweiligen Rückenformen an und verhindert Beschwerden bei längerem Sitzen.

Angaben zum Redakteur und Sitzposition:

  • 1,82 Meter Körpergröße
  • Hinterkopf schließt knapp mit dem Ende der Kopflehne ab
  • circa 5 cm Abstand zwischen Sitzkante und Kniekehle
  • Kopfkissen kann sowohl am Kopf als auch im Nackenbereich genutzt werden

Die Sitzfläche und die Rückenlehne wurden nach Herstellerangaben vergrößert, sodass merklich viel Platz zwischen unseren Schultern und den ohnehin eher flach abfallenden Seitenwangen besteht. Auch die Seitenwangen der Sitzfläche sind so flach, dass sie kaum ins Gewicht fallen und das Gesäßpolster genug Platz böte, um sich darauf im Schneidersitz nieder zu lassen. Die Armlehnen sind oberseitig mit weichen Kunststoff-Flächen bedeckt, die dem einen oder anderen beim langen Spielen zu hart erscheinen könnten. Nachdem wir nun schon auf dem einen oder anderen Dutzend Gaming-Stühle gesessen haben, können wir jedoch aus eigener Erfahrung sagen, dass zu weiche Armlehnen-Polster auf lange Sicht nur begrenzt Freude bereiten.

Fazit

Der Noblechairs Hero überzeugt mit seinem edlen Design, das problemlos sowohl in Gaming- als auch Office-Umgebungen passt. Ein interessantes Feature ist die anpassbare Lordosenstütze, doch auch in allen anderen Punkten kann der Stuhl mit höchstem Sitzkomfort glänzen. Während des Rekordsommers wird außerdem umso deutlicher, wie kühlend und gleichzeitig komfortabel die Kombination aus Kaltschaum und perforiertem Kunstleder sein kann. Wer es noch luftiger möchte, muss im Stehen spielen. Der Preis von rund 400 Euro ist im Premium-Segment keine ungewöhnliche Zahl und wird der allgemeinen Qualität gerecht, die Noblechairs mit dem Hero bietet.

Pro

  • hochwertiges Design mit guter Verarbeitung
  • einstellbare Lordosenstütze
  • hoher Sitzkomfort
  • viele Verstellmöglichkeiten
  • bequeme Zusatzkissen

Contra


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