Recaro Rae Bright Blue im Test: Es darf auch mal Farbe sein

Vom Auto- und Luftfahrtzulieferer zum Gaming-Ausstatter?
 / Arian Krasniqi
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Technische Daten

ModellRecaro Rae Bright Blue
MaterialStahl (Rahmen), Hochleistungskunststoff(Fußkreuz), Kaltschaum (Polsterung), Kunststoff (Rollen, Armlehnen), Stoff(Bezug)
Maximalbelastungbis zu 150 kg
Wippfunktion (Sitzfläche)Nein
Größe Sitzpolster52 x 45 cm
Größe Rückenlehne56 x 82 cm
Preis699,00 Euro

Recaro dürfte für einige ein Begriff aus der Automobilbranche sein, denn das Traditionsunternehmen aus Stuttgart stattet schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts Fahrzeuge mit hochwertigen Sitzen aus – und seit drei Jahren auch den Gaming-Markt. Heute wollen wir uns mit dem Recaro Rae einen Gaming-Chair des Herstellers etwas genauer anschauen.

Der Recaro Rae Bright Blue ist eines von aktuell fünf Modellen der Serie und stellt zusammen mit der Bright Orange-Version die bunten Vertreter der Reihe dar. Dies kommt jedoch nicht ohne Preisaufschlag, denn für beide Modelle ruft Recaro insgesamt 100 Euro mehr auf als für die Essential-Versionen in Schwarz, Grau und Weiß. Unser Testmodell kommt daher auf einen Preis von 699 Euro UVP, während die Essential-Ausführungen bei 599 Euro UVP liegen – insgesamt ein stolzer Preis für einen (Gaming-) Stuhl. Doch was bietet der Recaro Rae abseits seiner mehr als außergewöhnlichen Farbwahl?

Bild: Recaro Gaming

Zusammenbau

Auch wenn Recaro mitunter Sitze für Flugzeuge baut, wird beim Aufbau keine Ingenieursleistung von euch gefordert. Der Rae lässt sich relativ simpel aufbauen und sollte für alle, die schonmal einen solchen Stuhl zusammengebaut haben, keine Herausforderung darstellen. Im weitesten Sinne müssen hier nur Sitzfläche und Rückenlehen über einen Winkel miteinander verschraubt werden. Der Rest, also die Rollen, das Fußkreuz und die Gasdruckfeder, werden lediglich über ein einfaches Stecksystem zusammengefügt. Innerhalb der mitgelieferten Anleitung wird das Ganze dabei gut erklärt.

Prädikat Auffällig

In einer Welt voller schwarzer Gaming- und Bürostühle kann der Recaro Rae in der Bright Blue Ausführung durch erfrischende Auffälligkeit überzeugen. Im Fokus steht dabei ein schönes Türkis, welches sich über den Großteil der Sitzfläche und Rückenlehne zieht. Kombiniert wird die Farbe mit hell- und dunkelgrauen Tönen an den Rändern, wodurch die Hauptfarbgebung nochmals besser zur Geltung kommt. Währenddessen werden die Seiten sowie die Nähte des Recaro Rae durch ein neonfarbenes Orange vervollständigt.

Sowohl die Armlehnen als auch der Fuß des Recaro-Modells bringen mit Schwarz einen weiteren Farbton ins Spiel, wodurch vor allem der wichtigste Bereich des Gaming-Chairs im Vordergrund steht: die Sitzfläche mitsamt Rückenlehne. Das mag zwar Geschmackssache sein, uns gefällt das Design aber außerordentlich gut, bringt es doch etwas Leben in viele eintönige Setups.

Stoffbezüge statt Kunstleder

Die Materialwahl fällt bei Recaro etwas anders aus als bei einem durchschnittlichen Gaming- oder Bürostuhl. Laut Hersteller kommt hier ein besonders atmungsaktiver Stoffbezug zum Einsatz, der für einen höheren Komfort sorgen soll. Am Fußkreuz setzt der Hersteller wiederum auf einen Hochleistungskunststoff, der ebenfalls sehr hochwertig wirkt. Nicht akzeptabel ist hingegen die fehlende Abdeckung der Gasdruckfeder.

Insgesamt lässt die Verarbeitungsqualität des Gaming-Stuhls aber keine Wünsche offen. Jegliche Stoffübergänge sind sauber vernäht, auch sind nirgends Mängel oder scharfe Kanten an den Bauteilen zu erkennen. Inwiefern der Stuhl aber Verschmutzungen trotzt, muss er noch mit der Zeit unter Beweis stellen.

Sitzkomfort

In meinem Fall (Größe 170 cm) bietet die Sitzfläche mehr als nur ausreichend Platz und fällt entsprechend angenehm groß aus. Durch die relativ flachen Seitenwangen wird die Fläche zudem nicht unnötig eingeschränkt. So können sowohl breitere als auch größere Personen problemlos auf dem Rae Platz nehmen. Insgesamt gibt Recaro das Maximalgewicht mit 150 kg an, während die Körpergröße die 2 m Marke nicht überschreiten sollte.

Abseits davon bietet der Recaro Rae ein sehr gutes Sitzgefühl. Die verwendete Polsterung ist angenehm weich, nicht zu nachgiebig und passt sich der eigenen Körperform gut an. Zudem trägt die integrierte Lordosenstütze zum allgemeinen Sitzkomfort bei. Auf ein zusätzliches Kopfkissen, wie es die meisten Hersteller verwenden, verzichtet Recaro leider.

Natürlich bietet das bunte Modell auch eine Höhenverstellung und eine verstellbare Rückenlehne. Letztere lässt sich über einen Schalter an der Unterseite freistellen und anschließend in insgesamt fünf Positionen arretieren. Darüber hinaus verfügt der Rae über eine Synchronmechanik, dank der sich die freigestellte Lehne dynamisch an euer Sitzverhalten anpassen kann. Dabei bewegen sich Rückenlehne und Sitzfläche in einem Verhältnis von 2:1 zueinander. Über den unteren rechten Drehregler lässt sich zudem einstellen, wie leicht eine Anpassung erfolgt. Ergänzt wird das Ganze durch die 4D-Armlehnen.

Fazit

Recaro ist ein bekannter Hersteller aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie und doch noch relativ neu auf dem Markt der Gaming-Stühle. Nun stellt sich die Frage, inwiefern der Rae in dieser Kategorie punkten kann. Positiv festzuhalten ist zunächst der hohe Sitzkomfort, die Synchronmechanik sowie die integrierten Lordosenstütze. In Verbindung mit einer sehr guten Verarbeitungsqualität und der erfrischenden Farbwahl kann der Stuhl auf jeden Fall überzeugen.

Andererseits springt einem direkt das doch recht hohe Preisschild ins Auge. Mit beinahe 700 Euro gehört der Stuhl zur Kategorie der besonders teuren Gaming-Stühle, was durchaus eine hohe Erwartungshaltung erzeugt und zumindest das Beilegen eines Kopfkissens fair gewesen wäre. Zudem wird der sonst durchweg positive Eindruck durch die fehlende Abdeckung der Gasdruckfeder getrübt. Der Preisaufschlag für die farbige Variante fällt aus unserer Sicht ebenfalls zu hoch aus.

Für diejenigen, denen das Feature-Set sowie die Optik zusagt, bietet der Hersteller den Rae derzeit zu einem günstigeren Preis von 629 Euro an. Die Aktion läuft noch bis zum 31. Januar.

Pro

  • hochwertiges Design
  • hoher Sitzkomfort
  • schneller Zusammenbau
  • integrierte Lordosen-Stütze
  • auffällige Farben

Contra

  • fehlende Abdeckung der Gasfeder
  • kein Kopfkissen im Lieferumfang

Jetzt seid ihr gefragt: Was haltet ihr vom Recaro Rae? Gefällt euch das Design? Und könntet ihr auf gewisse Features verzichten, wenn ihr auf einem Recaro-Stuhl sitzt? Wir sind auf eure Meinung in den Kommentaren gespannt! 😊


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