Roborock Dyad im Test: Leistungsstarker Akku-Wischsauger

Nass-Trockensauger mit drei Walzen
Roborock  / 
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Technische Daten

Modell
Roborock Dyad
Material
Kunststoff und Aluminium
Akku-Laufzeit25 bis 35 Minuten im Automatikmodus
Leistungsstufen
2 Stück (Automatik und Max.)
Ladezeit
ca. 4 Stunden
Display
Ja
Wassertanks
0,85 Liter Frischwasser, 0,65 Liter Schmutzwasser
Gewicht
ca. 5,1 kg ohne Wasser
App
Nein
Lautstärke
70 bis 74 Dezibel
BesonderheitenDrei-Walzen-Design für randlose Reinigung, Selbstreinigung, Sprachansagen
Preis
UVP: 449 Euro
Zum Testzeitpunkt: 399 Euro

Nach dem Debüt auf dem Markt der Akku-Handstaubsauger hat Roborock nun auch das Segment der Akku-Wischsauger betreten. Der sogenannte Roborock Dyad soll unter anderem mit einer guten Kantenreinigung und einem wendigen Wischkopf überzeugen. Wir haben den Nass-Trockensauger getestet.

Einordnung und Preis

Der chinesische Hersteller Roborock ist hauptsächlich für seine erfolgreichen Staubsaugerroboter bekannt, doch mit dem Roborock H6 (Test) und H7 (Test) wurde das Portfolio um Handstaubsauger erweitert. Im November 2021 folgte der Roborock Dyad für 449 Euro, der erste Nass-Trockensauger des Herstellers.

Roborocks Dyad legt sich mit Konkurrenten wie dem Dreame H11 Max (~350 Euro), Tineco Floor One S5 (~500 Euro) und ferner dem Kärcher FC 7 Cordless Premium (~380 Euro) an. Wie vom Hersteller gewohnt, landet der Wischsauger direkt im hochpreisigen Bereich – dies geht jedoch mit einer Premium-Ausstattung einher.

Lieferumfang

  • Roborock Dyad
  • Griff
  • Reinigungsbürste
  • Ladestation mit Netzteil
  • Bedienungsanleitung

Design und Funktionen

Optisch unterscheidet sich der Dyad nicht sonderlich von anderen Wischsaugern, doch farblich bietet er durchaus einen gewissen Roborock-Look. Besonders fallen der große Wischkopf und die beiden transparenten Wassertanks auf. Der obere nimmt bis zu 850 Milliliter an Frischwasser auf, während der Schmutzwassertank 650 Milliliter fasst und zudem einen waschbaren Filter sowie ein Sieb für gröberen Schmutz beinhaltet.

Die drei Stoffwalzen unter dem Wischkopf werden während der Reinigung kontinuierlich mit Frischwasser versorgt und drehen sich in entgegengesetzter Richtung, wodurch sie Schmutz besser aufnehmen sollen. Übrigens entspringt dort wohl der Name Dyad (deutsch: Dyade), was für eine intensive Zweierbeziehung steht.

Im Gegensatz zur Frontwalze sitzen die hinteren zwei Walzen direkt an den Seitenrändern des Wischsaugers. Dadurch kann der Dyad effektiv randlos reinigen, wohingegen bei vielen anderen Wischsaugern bauartbedingt meist einige Millimeter neben Fußbodenleisten oder Möbelkanten ungesäubert bleiben.

Auf Höhe des Schmutzwassertanks befindet sich der Akku mit einer Kapazität von 5.000 Milliamperestunden. Laut Herstellerangabe soll er eine Laufzeit zwischen 25 und 35 Minuten ermöglichen, bis er an der Ladestation für vier Stunden wieder aufgeladen werden muss. Man kommt zwar ohne sonderlichen Aufwand an den Akku heran, aber ein Austausch durch Kunden scheint vom Hersteller nicht vorgesehen, denn Ersatzakkus bietet Roborock nicht an.

An der Rückseite gibt es außerdem einen ausklappbaren Ständer, da der über fünf Kilogramm schwere Wischsauger gegensätzlich zu Konkurrenzmodellen nicht eigenständig aufrecht stehen kann. Wenn es während der Reinigung also mal an der Tür klingelt oder etwas aus dem Weg geräumt werden muss, ist regelmäßiges Bücken zum Aus- und Einklappen des Ständers vonnöten.

Bedienung

Oben am Griff bietet der Dyad noch drei Tasten. Die klar erkenntliche Power-Taste dient zum Starten und Beenden der Reinigung; darunter ist eine Modus-Taste, um bei Bedarf von der Automatik zur maximalen Leistungsstufe mit 13.000 Pascal zu wechseln.

Hält man die Modus-Taste für drei Sekunden gedrückt, wechselt der Wischsauger für maximal eine Minute zur „Bodentrocknung“ um – kleinere Pfützen im Badezimmer sind dadurch blitzschnell verschwunden. Aufgrund des Zeitlimits lässt sich diese Funktion nur bedingt zum Saugen von Teppichen zweckentfremden. Einen reinen Saugmodus weist der Roborock Dyad leider nicht auf.

Über die Taste mit dem Wassertropfen-Symbol lässt sich die Selbstreinigung der Walzen starten, wenn der Wischsauger wieder auf der Ladestation steht. Dieser Vorgang dauert etwa zwei bis drei Minuten und funktioniert erstaunlich gut, sofern die Walzen nicht extrem verschmutzt sind. Anders als etwa beim Wischroboter Yeedi Mop Station (Test) werden die Walzen anschließend jedoch nicht aktiv getrocknet. Für eine gründlichere Reinigung lassen sich die Walzen übrigens einfach vom Wischkopf entfernen.

Ein nach oben gerichtetes Display zeigt die Akkuladung, ausgewählten Modus und den „Schmutz-Level“ an. Sensoren beim Wischkopf messen, wie verschmutzt der Boden ist und daraufhin passt die Automatik die Saugleistung und Wassermenge an. Die blaue LED-Leiste am Display färbt sich dann zunehmend rötlich. Falls der Frischwassertank leer oder der Schmutzwassertank voll wird, leuchtet ebenfalls ein entsprechendes Symbol auf dem kleinen Bildschirm auf.

Damit man dies während der Reinigung auch mitbekommt, gibt der Dyad solche Informationen standardmäßig in Form von Sprachansagen über einen Lautsprecher aus. Die Sprache der Ansagen ist einstellbar und kann auf Wunsch auch komplett deaktiviert werden.

Praxistest

Egal ob Fliesen oder Parkett, verschüttetes Müsli oder eingetrocknete Tomatensauce: Der Roborock-Wischsauger leistete im Praxistest saubere Arbeit. Jeglichen Schmutz hat er restlos beseitigt. Der Boden wurde meist nur mit einer geringen Wassermenge gewischt – gut für Parkettböden. Streifen hinterließen die Rollen bis auf eine Ausnahme nicht. Bei Fugen mussten wir jedoch mehrmals wischen.

Wer möchte, kann dem Frischwasser noch etwas Reinigungsmittel hinzufügen. Es muss sich dabei aber um nicht-schäumendes Reinigungsmittel handeln. Selbst ein paar Milliliter Flächendesinfektionsmittel verursachten bei der Selbstreinigung schon überlaufenden Schaum.

Als besonders praktisch erwies sich die leichtgängige Führung und der flexible Wischkopf, welcher sich in einem 180-Grad-Radius wenden lässt. Leider fällt der Wischkopf sehr klobig aus, sodass er unter die meisten Möbel nicht passt – die rechte Seite fällt immerhin ein wenig flacher aus. Wenn das Wischergebnis nicht die oberste Priorität hat, lohnt sich für einen universellen Einsatz vielleicht eher ein Blick in Richtung Dreame T20 Pro (Test).

Die angegebene Akkulaufzeit von 25 bis 35 Minuten erachten wir als realistisch. Im Alltag verbrauchte der Dyad in zehn Minuten 30 Prozent seiner Akkuladung, die 50-Prozent-Marke war nach 16 Minuten erreicht. Der Frischwassertank war in unserem Fall schon nach 15 Minuten leer. Laut Roborock soll eine Akkuladung für die Reinigung einer bis zu 280 Quadratmeter großen Fläche genügen. Unserer Einschätzung zufolge dürften es eher 150 Quadratmeter sein, solange man nicht durch die Räume rennt. Je nach Leistungsstufe haben wir eine Betriebslautstärke zwischen 70 und 74 Dezibel gemessen.

Fazit

Der Roborock Dyad punktet mit hervorragenden Reinigungsergebnissen bis an die Kante, einem flexiblen Wischkopf und einer effektiven Selbstreinigungsfunktion. Die überschaubare Akkulaufzeit könnte zusammen mit der langen Ladezeit und dem nicht wechselbaren Akku für größere Wohnräume ein K.O.-Kriterium sein, jedoch hält die Konkurrenz ebenfalls kaum länger durch. Der ausklappbare Ständer wirkt zudem etwas behelfsmäßig. Zu einem Preis von knapp 450 Euro (z.B. bei Mediamarkt) bietet der Wischsauger dennoch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wischsauger
Allround-PC.com Award
03/2022
Roborock Dyad
Empfehlung

Pro

  • erstklassige Reinigung bis zur Kante
  • flexibler Wischkopf
  • gute Selbstreinigung

Contra

  • steht nicht von selbst
  • lange Ladezeit
  • nicht wechselbarer Akku

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Tim Metzger

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