Ein starkes Duo beim Sport und im Alltag? Die Amazfit Balance 2 ist eine schicke Smartwatch, während der Helio Strap dem Whoop Band Konkurrenz machen möchte. Zusammen sorgen die beiden Wearables für ein ziemlich umfangreiches Sport- und Gesundheitstracking. Aber ist das Amazfit Helio Strap wirklich die Alternative zum Whoop-Band? Wir haben haben beide Fitness-Gadgets ausführlich für euch getestet.
Die Amazfit Balance 2 ging für 299 Euro an den Start und gehört damit zu den höherpreisigen Modellen des Herstellers. Im Vergleich zur Galaxy Watch 8 fällt sie aber deutlich günstiger aus und kann sowohl mit iPhones als auch mit Android‑Geräten genutzt werden. Zum Lieferumfang der Uhr gehören eine kleine Ladeschale und zwei Silikon-Armbänder (schwarz und orange).

Der Amazfit Helio Strap ist mit 99 Euro extrem günstig, wenn man den Preis mit dem des Whoop-Bands vergleicht. Für das Whoop Band 5 werden pro Jahr (!) 183 Euro bis 366 Euro fällig, wobei der Gesundheitstracker an das Whoop-Abo gekoppelt ist. Heißt: Ohne Abo könnt ihr das Gerät nicht nutzen. Im Gegensatz dazu benötigt ihr für den Helio Strap kein Abo, um alle wichtigen Funktionen nutzen zu können. Mit Zepp Aura steht lediglich ein optionales Abo zu Verfügung, das tiefergehende Analysen, Entspannungsinhalte und Schlafhilfen umfasst. Zepp Auara ist dabei für alle aktuellen Amazfit Wearables verfügbar.
Der Amazfit Helio Strap war lange Zeit vergriffen, ist jetzt jedoch wieder zu einem Preis von 99 Euro bei Amazon bestellbar.
Neben dem Helio Strap befindet sich in der Verpackung noch eine kleine Ladeschale. Ein USB-C-Kabel ist, ebenso wie bei der Balance 2, nicht im Lieferumfang enthalten.
Amazfit Balance 2: Mehr Evolution als Revolution
Die Amazfit Balance 2 ist sicherlich keine optische Revolution: Amazfit hat hier den sicheren Weg eingeschlagen und das Design nur punktuell (etwa mit einer dunkleren Farbgebung) verbessert. Das Gehäuse ist größtenteils aus Aluminium gefertigt und wirkt nicht zu klobig. Herzstück ist das runde 1,5-Zoll-Display, das laut Herstellerangaben eine Spitzenhelligkeit von bis zu 2.000 Nits erreichen soll und gestochen scharf ist.

Die wichtigsten Specs:
- Größe: 47,4 x 47,4 x 12,3 Millimeter
- Gewicht: 43 Gramm (ohne Band)
- Materialien: Aluminium (Rahmen) + faserverstärkter Kunststoff (Unterseite)
- Display: 1,5 Zoll AMOLED, 2.000 Nits, 323 PPI, Saphirglas
- Wasserbeständigkeit: bis 10 ATM
- Band: 22 Millimeter, austauschbar
- Bezahlfunktion: ZeppPay
Ein Highlight der Uhr ist der größere 658-mAh-Akku, der bis zu 21 Tage Nutzungszeit erlaubt. Da ich während meines Tests das Always-on-Display aktiviert hatte, hielt der Akku bei mir rund 10 Tage durch. Mit präzisem GPS-Tracking sind wiederum nur 33 Stunden möglich – die GPS-Ortung aktiviert sich in einigen Sport-Modi, etwa beim Laufen oder Radfahren. In der App könnt ihr dann euren Streckenverlauf einsehen.

Amazfit Helio Strap: Fitness-Band mit 10 Tagen Laufzeit
Beim Helio Strap handelt es sich wiederum um einen Fitnesstracker ohne Display, mit dem Amazfit das Whoop Band angreifen möchte. Der Vorteil hier ist: Ihr werdet beim Sport nicht von eingehenden Benachrichtigungen gestört, könnt das empfindliche Display nicht beschädigen und das Gadget benötigt deutlich weniger Akku.

Die wichtigsten Specs:
- Größe: 33,97 x 24,3 x 10,59 Millimeter
- Gewicht: 20 Gramm (ohne Band)
- Materialien: fasernverstärkter Kunststoff
- Wasserbeständigkeit: bis 10 ATM
- Band: 22 Millimeter, austauschbar
Amazfit stattet den Helio Strap mit einem 232-mAh-Akku aus, der erfahrungsgemäß rund 10 Tage lang hält. Natürlich wäre hier, analog zur Balance 2, bestimmt eine noch bessere Laufzeit möglich gewesen. Ein größerer Akku würde aber automatisch das Gewicht erhöhen und somit den Tragekomfort schmälern. Der Kompromiss aus Gewicht und Laufzeit ist aus meiner Sicht jedoch stimmig. Immerhin fällt der Helio Strap dank des geringen Gewichts im Alltag kaum auf.

Das Armband ist viel zu kurz
Unzufrieden bin ich wiederum mit dem Stoffband, das für meinen Geschmack zu kurz bemessen ist. Das Band lässt sich zwar problemlos am Handgelenk tragen, für den Oberarm oder das Fußgelenk ist das Stoffband jedoch zu kurz. Zumindest nutzt Amazfit hier ein normales 22-Millimeter-Band, das leicht ausgetauscht werden kann. Falls ihr den Strap mit einem Standard-Uhren-Band kombinieren wollt, wird dann das eher unschöne Plastikgehäuse sichtbar.
Tatsächlich verfügt der Strap über einen Vibrationsmotor, der allerdings nur für den Wecker genutzt werden kann. Schade eigentlich, denn die Vibration könnte man auch wunderbar für Benachrichtigungen nutzen.
BioTracker 6.0: Neuer PPG-Sensor für genauere Messungen
Sowohl die Amazfit Balance 2 als auch der Helio Strap nutzen den hauseigenen BioTracker-6.0-Sensor, der im Vergleich zu vorherigen Versionen ein präziseres Tracking von Gesundheitsdaten und Sportaktivitäten ermöglicht. Unter anderem werden die Herzfrequenz, der Ruhepuls, aerobe und anaerobe Anstrengungen, der Blutsauerstoffgehalt (SpO2), Stress, Müdigkeit und die Herzvariabilität gemessen. Darauf basierend wird ebenfalls eine umfassende Schlafanalyse erstellt.
Tracking: Balance 2 und Helio Strap arbeiten Hand in Hand
Für meinen Test habe ich die Balance 2 und den Helio Strap gleichzeitig genutzt – beide Wearables arbeiten dabei Hand in Hand und ergänzen sich im Bereich Gesundheits- und Aktivitätstracking. Im Vergleich zur Smartwatch misst der Helio Ring alle wichtigen Gesundheitsparameter permanent, um ein genaueres Tracking zu ermöglichen. In der Zepp App werden die Daten der beiden Wearables vermengt, analysiert und anschließend zur Verfügung gestellt.

BioCharge: So viel Energie habt ihr übrig!
Die kontinuierliche Überwachung ermöglicht eine neue Energieanzeige, die Aufschluss über den aktuellen Ermüdungsgrad gibt. Der Energy-Score lässt sich im Reiter “BioCharge” finden und zeigt einen Wert zwischen 0 und 100 an. Direkt nach dem Aufstehen ist der Score am höchsten (Wake BioCharge), anschließend sinkt er durch Aktivitäten, (emotionalen) Stress und Trainingseinheiten.
Auf diesen Daten basiert BioCharge:
- Schlafqualität
- Ruhe am Tag
- Herzfrequenzvariabilität
- Ruheherzfrequenz
- Aktivitätsniveau
Ein niedriger Wert kann schließlich ein Anzeichen dafür sein, dass man Erholung benötigt. Mit Entspannung, einem Spaziergang oder Mittagsschlaf lässt sich der Score wieder nach oben treiben. Erfahrungsgemäß korreliert der Wert mit meinem tatsächlichen körperlichen Empfinden – der Blick auf den Score ist also immer ganz interessant.
Der BioCharge-Score ist besonders beim Sport spannend: Anhand der Energieanzeige können Trainingseinheiten und Ruhephasen besser geplant werden, um unerwünschte Effekte wie Überlastung, Leistungsverlust oder Immunschwäche zu vermeiden. Der Körper benötigt diese Regenerationsphasen dringend, insbesondere für den eigentlichen Muskelaufbau.
Schlafanalyse
Ein wichtiger Faktor für den BioCharge-Score ist die Schlafqualität, die vom Helio Strap und von der Balance 2 umfassend analysiert wird. In der App findet ihr detaillierte Angaben zu den einzelnen Schlafphasen (Tiefschlaf, REM, Leichtschlaf, Wachphasen), zur Schlafdauer, Herzfrequenz, Atemfrequenz, Hypopnoe und zu eurer Schlafregelmäßigkeit. Basierend darauf liefert die App einen Score, welcher eure Schlafqualität auf einer Skala von 0 bis 100 bewertet.
Die Analyse deckt sich mit anderen Smartwatches (Apple Watch Series 8) und Fitnesstrackern (Xiaomi Smart Band 9 Pro), die ich im Testzeitraum ebenfalls genutzt habe. Darüber hinaus stimmen die Daten weitestgehend mit dem RingConn Gen 2 überein, der allerdings mehr Wachphasen erkannt hat.
Ihr seid für die Schlafanalyse außerdem nicht auf beide Geräte angewiesen: Ihr könnt etwa die Balance 2 zum Schlafen ablegen und das Tracking komplett über den Helio Strap laufen lassen, der gegebenenfalls weniger störend ist. In der App müsst ihr dafür kein primäres Wearable auswählen.
Helio Strap bietet nur ein beschränktes Sport-Tracking
In Sachen Sporttracking unterscheiden sich die Amazfit Balance 2 und der Helio Strap stark voneinander. Das Helio Strap bietet einen vergleichsweise eingeschränkten Funktionsumfang und kann lediglich 27 Aktivitäten tracken, von denen 25 im Sportmodus “Kraftübung” automatisch erkannt werden. Abseits von Laufen und Radfahren im Freien werden ausschließlich Indoor-Aktivitäten getrackt. Da der Helio Strap kein GPS besitzt, nutzt er für die Streckenerkennung zudem das GPS des Smartphones.
Dazu kommt die automatische Aktivitätenerkennung, die ich als “wild” bezeichnen würde. Einfaches Joggen wird nicht als einzelne Sporteinheit erkannt, sondern als mehrere. Ein Update soll die Erkennung jedoch verbessern. Diese Aktivitäten werden dann auch leider keiner Kategorie zugeordnet, sondern werden einfach nur als allgemeine Aktivität aufgeführt.
Amazfit Balance 2 gänzt beim Sport
Die Amazfit Balance 2 platziert sich dagegen ziemlich stark im Sportbereich. Über 170 verschiedene Sportmodi werden von der Smartwatch unterstützt, von denen einige automatisch erkannt werden. In der App stehen sogar Karten von rund 40.000 Golfplätzen weltweit zur Verfügung, die sich als Offline-Karte auf dem Smartwatch-Display anzeigen lassen.

Bei Outdoor-Sportarten wie Fahrradfahren oder Laufen kommt zudem GPS ins Spiel, das den kompletten Wegverlauf trackt. Das GPS-Tracking funktioniert ziemlich genau und ebenfalls zuverlässig. Über das GPS werden außerdem Höchst- und Durchschnittsgeschwindigkeiten ermittelt.

Die verschiedenen Sportmodi lassen sich über die Krone an der rechten Seite aufrufen und starten. Hier lassen sich klassische Sportarten wie Freizeittauchen, Laufen, Rudern oder Skifahren finden, genauso wie verschiedene HYROX-Disziplinen sowie Freizeitsportarten wie E-Sport oder Schaukeln.
Unter dem Punkt “Training” in der App lassen sich ebenfalls Übungen starten und Auswertungen einsehen. Unter “Mehr” > “Meine Aufzeichnungen” findet ihr dann Analysen zu vergangenen Trainingseinheiten.
Zepp App: Kalorien-Tracking mit großem ABER
Daneben habt ihr in der Zepp App die Möglichkeit, eure Kalorien zu tracken. Über den Reiter “Essen” gelangt ihr in eine Übersicht, in der ihr eure Mahlzeiten leicht hinzufügen könnt. Mit der Funktion “Essen protokollieren” könnt ihr euer Essen über ein Bild, per Sprache oder per Text zur App hinzufügen. Kaloriengehalt, Kohlenhydrate, Proteingehalt und Fette werden dann automatisch hinterlegt.
Auf diese Funktion solltet ihr euch allerdings nicht allzu sehr verlassen, da die App nicht einschätzen kann, wie das Essen zubereitet wurde. Besonders das Kochen mit Ölen treibt den Kaloriengehalt in die Höhe – das Tracking dient also nur der groben Einordnung.
Fazit: Helio Strap als spannende Whoop-Alternative
Für 99 Euro ist der Amazfit Helio Strap definitiv eine spannende Whoop-Band-Alternative: Das Wearable kostet deutlich weniger und punktet mit einem zuverlässigen Gesundheits- und Schlaftracking, während die App umfassende Analysen liefert. Das Whoop-Band bietet zwar zusätzliche Funktionen wie Healthspan, EKG und Blutdruckdaten (Beta), kostet dafür aber ein Vielfaches mehr. Persönlich halte ich den Amazfit Helio Strap also für eine äußerst spannende Alternative, vor allem da hier kein Abo nötig ist.
Genauso weiß die Amazfit Balance 2 zu überzeugen. Mit starker Hardware, einem schönen Display, einer fantastischen Akkulaufzeit und ordentlichem Sport- und Gesundheitstracking tritt sie in die großen Fußstapfen der alten Balance (2023). Sie eignet sich sowohl zum Tracken von unzähligen Sportarten als auch als schickes Accessoire. Damit ist sie ebenfalls eine interessante Alternative zur Samsung Galaxy Watch 8 (Classic), wenn man auf Funktionen wie die Betakarotin-Messung verzichten kann.
Die beiden Wearables sind nicht nur alleinstehend empfehlenswert, sondern ebenso als Team. Mit einem Gesamtpreis von fast 400 Euro ist die Kombo allerdings nicht sonderlich günstig.
Fazit: Amazfit Balance 2
Fazit: Amazfit Helio Strap
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