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Google Fitbit Air im Test: Ein Whoop-Killer für 99€?

Meine Erfahrungen nach 4 Wochen
google fitbit air mit rotem hemd

Ein minimalistischer Fitness-Tracker mit federleichtem Design, präzisem Tracking und ohne Abo-Zwang? Das Fitbit Air ist Googles Antwort auf das Whoop Band und startet schon für einmalig 99 Euro! Doch wie schlägt es sich im Alltag? Und ist das Air vielleicht einfach nur eine Pixel Watch ohne Display? Ich habe das neue Fitness-Band knapp vier Wochen getragen und einige Erfahrungen für euch gesammelt.

Um seine tägliche Fitness im Auge zu behalten, gibt es verschiedene Möglichkeiten – doch nicht alle wollen neben dem Smartphone eben noch ein Display am Arm tragen. Das beweist auch das Whoop-Band, welches sich über die letzten Jahre zum Platzhirsch mauserte und vor allem bei Sportlern viel Anklang fand.

Doch so ein Band bekommt ihr nur im Abo-Paket, welches mindestens 199 Euro pro Jahr kostet. Wird das Abo beendet, ist das Whoop quasi nutzlos. Anders beim Fitbit Air: Das startet zu einer UVP von 99 Euro und bringt ein grundlegend kostenfreies Tracking mit, kann im Premium-Abo für 8,99 Euro pro Monat bzw. 99 Euro im Jahr (auch im Google AI Pro/Ultra Abo inkludiert) aber noch mehr Werte zu eurer Fitness liefern.

Überzeugt das Fitbit Air? #pro&contra

google fitbit air in fog

Design & Tragekomfort: Der nahezu unsichtbare Fitness-Begleiter

Während viele Herstelle ihre Smartwatches immer größer und funktionsüberladener gestalten, heißt es beim Fitbit Air: totale, digitale Entschlackung! Denn beim Google-Tracker kommt kein Display zum Einsatz, das Air ist als passiver Tracker gedacht, der unauffällig im Hintergrund eure Fitness überwacht.

Das Band ist sogar ein absolutes Fliegengewicht: Der winzige „Kiesel“ wiegt gerade einmal 5,2 Gramm, mit Armband sind es immer noch leichte 12 Gramm. Das Whoop-Band ist dagegen mit 26,5 Gramm über doppelt so schwer – und im direkten Vergleich auch etwas breiter. Farblich habt ihr beim Fitbit Air die Wahl zwischen Schwarz, Hellblau, Korall und der Farbe „Fog“ – wobei ihr letztere wohl nur exklusiv direkt im Google Store bekommt.

Durch dieses minimalistische Design ist der Tracker so unauffällig, dass man ihn sogar auf der Arminnenseite tragen könnte – beispielsweise als Band einer klassischen, analogen Uhr. Generell muss ich sagen: Das Fitbit Air trägt sich extrem angenehm, fällt dank des geringen Gewichts kaum auf und bleibt dank des Klettverschluss-Bands sehr flexibel. Auch nachts fällt das Band kaum auf, teilweise vergisst man schlichtweg, dass man etwas am Handgelenk trägt.

Armband: Angenehmer Stoff, alternativ Silikon!

Mir persönlich gefällt das Standard-Band aus gewebtem Stoff mitsamt Edelstahlschnalle sehr gut. Falls es beim Sport mal etwas feuchter werden sollte, trocknet es doch recht flott wieder. Wer es aber generell sportlicher mag, kann sich bei Google für 45 Euro ein Silikonband dazu kaufen. Alternativ gibt es ab 60 Euro ein Premium-Band.

Weitere Bänder, und womöglich auch Zubehör, dürfte es sicherlich recht zeitnah geben (ich würde mir beispielsweise ein Oberarmband wünschen), da Google die exakten Maße des Trackers als Open-Source-Blaupause freigegeben hat. Wenn ihr also einen 3D-Drucker zu Hause habt, könnt ihr euch Halterungen, Clips & Co einfach selbst ausdrucken.

Mit IP68 und 5ATM ist der Fitness-Tracker aber wetter- und wasserbeständig. Google gibt „bis zu 50 Meter“ Wassertiefe an, Schwimmen oder Duschen sollte also kein Problem sein, eine Garantie gibt es dahingehend aber wie immer nicht.

Akku & Laden: Wie lange hält das Fitbit Air durch?

Da das Fitbit Air kein Display mitbringt, läuft die Interaktion größtenteils über die Google Health App (gleich mehr dazu) und den verbauten Vibrationsmotor mitsamt Status-LED. Das Band kann euch morgens zum Beispiel via Vibrationsalarm ganz sanft und lautlos wecken, ohne dass der Partner im Bett senkrecht steht. Ein festes Doppeltippen auf das Band stellt den Alarm wieder ab.

Das gleiche Doppeltippen verrät euch übrigens auch den Akkustand über die LED: Leuchtet sie weiß auf, habt ihr noch über 20 % Akku. Blinkt sie rot, solltet ihr langsam an die Steckdose. Dort wird das Band dann innerhalb von 90 Minuten voll geladen. Wenn ihr es mal eilig habt, reichen auch 5 Minuten am magnetischen Pin-Lader für einen kompletten Tag Laufzeit.

google fitbit air mit kiesel

Laut Google soll das Fitbit Air übrigens bis zu 7 Tage durchhalten, ich bin immer auf knapp 8 Tage gekommen – hier gibt es also nichts zu meckern. Das Whoop-Band hat jedoch etwas mehr Puste und hält bis zu 14 Tage durch. Zudem kann es ohne abgenommen zu werden über einen Wireless-Lade-Puck auf der Oberseite geladen werden.

Doch mal ehrlich: Wer trägt so ein Band wirklich 24/7, durchgehend, auch nach schwitzigem Sport? Meine Haut würde das nicht mitmachen, ich wechsel gern täglich den Arm, da ich sonst an der Stelle des Bands schnell Irritationen bekomme.

Sensorik: Was trackt das Fitbit Air?

Obwohl das Gehäuse des Fitbit Air winzig ist, steckt es voller Sensoren. Es misst:

Diese Daten werden dann nahtlos mit der neuen Google Health App auf eurem Smartphone synchronisiert, sofern das Smartphone in der Nähe ist. Denn im Vergleich zu einer Pixel Watch 4 (Test) mit eSIM kann das Fitbit Air nur per Bluetooth kommunizieren. Zudem ist kein GPS-Modul verbaut, einen Verlauf eurer abendlichen Jogging-Runde gibt es nur, wenn das Smartphone mitläuft. Ein EKG ist darüber hinaus nicht möglich, das bringt das Whoop 5.0 zum Beispiel mit.

Google Health App: Fitbit & Google Fit verschmelzen

Die Google Health App ist sowohl für Android als auch für iOS verfügbar und kommt in einem komplett neuen Design daher. Ob man den neuen Look mag, ist am Ende Geschmackssache, aber die neue Struktur ist durchdacht. Unten im Menü navigiert ihr durch vier Haupt-Tabs:

Besonders im Fokus steht das neue modulare Dashboard im oberen Bereich. Ihr könnt euch hier selbst aussuchen, welche Werte für euch am wichtigsten sind und ganz nach oben wandern sollen. Sehr spannend finde ich hier den Energiewert, von Google „Tagesform“ genannt. Hierbei werden Schlaf, Ruheherzfrequenz und die Herzfrequenzvariabilität (HRV) berücksichtigt, um einen tagesaktuellen Wert von 0 bis 100 zu ermitteln. So erhaltet ihr eine grobe Richtung dafür, ob der Körper heute für ein anspruchsvolles Training bereit ist oder vielleicht doch eher eine Regenerationspause braucht.

Basis vs. Premium: Lohnt sich das Extra-Abo?

Grundsätzlich ist die App kostenlos und kann die wichtigsten Metriken für euch im Auge behalten (Aktivitäten, Schritte, Schlaf, Gesundheit sowie Informationen zu Fitness und Wohlbefinden inkl. Ernährung und Zyklus). Für die ganz tiefen Insights braucht ihr jedoch Health Premium, beim Kauf des Trackers sind immerhin drei Monate gratis dabei.

google health funktionen unterschiede zu premium abo
Bild: Google

Premium liefert euch erweiterte Analysen, personalisierte Fitnesspläne, detaillierte Schlafdaten, proaktie Statistiken, die Workout-Mediathek und Achtsamkeitsübungen. Das kostenpflichtige Abo schaltet zudem die Irregular Rhythm Notifications frei. Damit checkt der Tracker euren Herzrhythmus im Hintergrund auf Anzeichen von Vorhofflimmern (AFib). Wichtig: Das müsst ihr erst manuell aktivieren, und es ist eine reine Information, keine medizinische Diagnose (wenn ihr Probleme erkennen solltet, geht bitte zum Arzt).

Workout-Erkennung dabei?

Die automatische Workout-Erkennung trackt gängige Aktivitäten wie Laufen, Gehen, Radfahren oder Rudern von selbst, sobald ihr euch mindestens 15 Minuten am Stück bewegt. Spätestens 30 Minuten nach dem Training erhaltet ihr dann eine detaillierte Zusammenfassung in der App. Live-Stats während des Workouts gibt es nur auf dem Smartphone, sofern ihr das mit dabei habt. Hier wäre eine Smartwatch wie die Pixel Watch 4 (Test) klar im Vorteil, die kann euch live Daten anzeigen.

Im Vergleich zur Pixel Watch sind die Messdaten des Fitbit Air auf einem sehr ähnlichen Niveau – die Abweichung lag oft unter 1 % (getestet mit 1000 Schritten). Was mir noch positiv auffiel: Die Schlaferkennung hat sehr zuverlässig zwischen einem kurzen „Aufwachen“ in der Nacht (wird als Unruhe gewertet) und dem tatsächlichen „Aufstehen“ am Morgen unterschieden.

Gemini als Health Coach: Fluch oder Segen?

Jetzt kommen wir zur womöglich spannendsten, aber auch diskussionswürdigsten Neuerung: Google pflanzt Gemini als euren persönlichen Health Coach in die App ein. Und da stellt sich natürlich direkt die Frage: Will ich wirklich all meine (teilweise sensiblen) Gesundheitsdaten einer KI anvertrauen?

Wer damit kein Problem hat, bekommt einen Coach, der eure Tagesform im Blick behält, Trends erkennt und proaktiv Empfehlungen teilt. So könnt ihr euch personalisierter um eure Gesundheit kümmern – das macht schon Spaß, sich mit der KI darüber zu unterhalten.

Das System teilt sich in drei Experten-Rollen auf:

Laut Google braucht die KI etwa zwei bis vier Wochen, um euch richtig kennenzulernen. Wichtig ist: Je mehr Infos ihr füttert und je mehr Folgefragen ihr beantwortet, desto besser wird das Coaching. Wer doch kalte Füße bekommt: Ihr könnt den Chatverlauf jederzeit löschen und von vorne anfangen.

Hoffen wir, dass Gemini nicht zu stark halluziniert ..

Trotzdem bleibt die Frage, wie präzise die KI am Ende arbeitet oder ob sie bei komplexen Fragen wie „Meine Herzfrequenzvariabilität ist gesunken, was bedeutet das?“ nicht doch mal halluziniert. Hinsichtlich Datenschutz versichert Google, dass die Werte anonym an die KI gegeben werden und nach DSGVO verarbeitet werden. Am Ende steht aber Google als „Datenkrake“ hinter dem Fitbit Air, das sollte einem bewusst sein.

Ein richtig cooles Feature für Tech-Nerds zum Schluss: Wenn ihr All-In gehen wollt, könnt ihr das Fitbit Air und eine Pixel Watch gleichzeitig nutzen. Die Google Health App führt die Daten beider Geräte nahtlos zusammen, ohne Schritte oder Kalorien doppelt zu zählen. Zudem lassen sich Drittanbieter-Apps wie MyFitnessPal, Strava, Peloton oder BetterSleep problemlos verknüpfen.

Fazit zum Google Fitbit Air

Mein persönliches Urteil nach vier Wochen im Dauertest: Google liefert mit dem Fitbit Air einen tollen Fitness-Tracker für alle, die ihre grundlegende Gesundheit im Blick behalten wollen, aber absolut keine Lust auf ein Display am Handgelenk haben. Der Tragekomfort ist durch das federleichte Design wirklich gut, man vergisst das Band am Arm teilweise sogar.

Großer Pluspunkt gegenüber dem Platzhirsch von Whoop: Ihr seid hier nicht in einem Abo gefangen. Für 99 Euro Einmalpreis bekommt ihr ein vollwertiges Tracking. Dass man für tiefere KI-Insights mit Gemini oder die AFib-Erkennung doch zur Kasse gebeten wird, ist zwar schade, die Kosten halten sich aber im Rahmen.

Wer allerdings beim Joggen eine präzise GPS-Route aufzeichnen will oder Live-Daten beim Workout braucht, muss zwingend sein Smartphone mitschleppen – oder eben doch zu einer Smartwatch greifen. Eine Pixel Watch 4 (ab 320 Euro) hat in der Hinsicht natürlich weiterhin die Nase vorn, hält aber nicht so lange durch die das Fitbit Air – hier sind über 7 Tage kein Problem.

Wer aber einen unauffälligen, ausdauernden Begleiter für die Fitness- und Schlafanalyse sucht, macht mit dem Fitbit Air ab 99 Euro absolut nichts falsch. Weitere Eindrücke im Vergleich zum Whoop folgen noch. Alternativ bieten sich sonst smarte Ringe an, die aber preislich nochmal eine gute Ecke teurer sind.

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Leonardo Ziaja Portrait Leonardo Ziaja stellv. Chefredakteur

.. ist nicht nur Experte für die Bereiche Smartphones & Gadgets, sondern testet auch andere Hardware-Highlights wie Gehäuse, Mainboards & Gaming-Gear. Zudem beschäftigt er sich gern mit Elektroautos und ist das Gesicht für YouTube, Instagram & Co. Darüber hinaus sorgt er für hochwertige Bilder in unseren Testberichten und berichtet gern von Messen & Events. Seine Leidenschaft: Fußball (Fohlenelf) & Fotografie (Fuji X100V).

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