8K-Auflösung, KI-Reframing, PureVideo-Nachtmodus – die Insta360 X5 möchte neue Maßstäbe im Action-Cam-Bereich setzen und im Vergleich zum Vorgänger einige Verbesserungen mit sich bringen. Doch können die Aufnahmen und die Upgrades überzeugen? Wir haben die 360-Grad-Kamera für euch getestet.
Die Insta360 X5 kam im Frühjahr 2025 auf den Markt und kostete zum Start stolze 589 Euro. Inzwischen bewegt sich die 360-Grad-Kamera im Standard-Bundle um die 459 Euro, wobei das Essential Bundle mit Zusatzakku, Tasche, Sensorschutz und Selfiestick für 549 Euro verfügbar ist. (Stand: 24.11.2025)
Übrigens: Neuerdings steht mit der Insta360 X4 Air eine günstigere Alternative zur X5 zur Verfügung. Hierbei soll es sich um die leichteste 8K-Kamera auf dem Markt handeln, wobei sie für günstige 349 Euro angeboten wird. Die X4 Air übernimmt einige Neuerungen der X5, baut aber auf dem technischen Grundgerüst der Insta360 X4 auf.
Design: Quasi wie der Vorgänger
Die Insta360 X5 sieht im Vergleich zum Vorgänger X4 optisch fast identisch aus und ist aus meiner Sicht etwas sperrig geraten – zumindest wenn man sie mit herkömmlichen Action-Kameras vergleicht. Sie ist rund 12,5 cm hoch, 200 Gramm schwer und besitzt ein Touch-Display auf der Rückseite für schnelle Eingaben sowie zwei Tasten darunter für Aufnahmekontrolle und Moduswechsel.
An der Unterseite lassen sich ein Schraubgewinde und eine Halterungsaussparung für Schnellklick-Systeme finden. An der Vorderseite sitzt ein integriertes Mikrofon mit Windschutz zwischen Logo und Linse, das Fahrtwind-Rauschen effektiv minimieren soll (dazu verrate ich euch jedoch später mehr).
Mit ihrer IP68-Zertifizierung ist die Insta360 X5 bis 15 Meter Tiefe vor dem Eindringen von Wasser geschützt, womit sie eine etwas bessere Wasserfestigkeit im Vergleich zur X4 bietet (bis zu 10 Meter). Wer noch tiefer herabtauchen möchte, muss auf ein spezielles Tauchgehäuse zurückgreifen. Das kostet rund 57 Euro (hier kaufen) und ermöglicht Aufnahmen in 60 Metern Tiefe. Zudem lässt sich die Kamera bei Temperaturen zwischen -20 °C und 40 °C nutzen.
Technik: Mehr Sensorfläche für bessere Nachtaufnahmen
Herzstück der Kamera sind zwei neu entwickelte 1/1,28‑Zoll‑Sensoren, die im Vergleich zur Insta360 X4 deutlich größer ausfallen. Dadurch kann mehr Licht aufgenommen werden, was vor allem bei schwierigen Lichtverhältnissen spürbare Vorteile bringt. Unterstützt werden die Sensoren vom neuen Pure Video‑Modus, der die Aufnahmequalität bei schwachem Licht optimiert.
Dazu kommen neue Ultraweitwinkelobjektive mit austauschbaren Glasabdeckungen, die bei Beschädigung einfach ersetzt werden können. Bei Bedarf lässt sich ein entsprechendes Reparatur-Kit bestellen. Auch Schutzgläser lassen sich durch einfaches Drehen über den Linsen befestigen – sehr clever gelöst!
Für 360‑Grad‑Aufnahmen zeichnet die X5 in 8K (7.680 x 3.840 Pixel) mit 30 Bildern pro Sekunde auf, im Einzelobjektivmodus sind UHD‑Clips mit 60 fps möglich. Der Active‑HDR‑Modus liefert dank erweitertem Dynamikumfang ausgewogene Belichtung und natürliche Farben. Wer kreative Effekte wie Zeitlupen bevorzugt, kann in 4K mit bis zu 120 fps filmen.
Technische Daten
- Sensorgröße: 1/1,28 Zoll (pro Linse)
- Auflösung 360°: 8K bei 30 fps
- Auflösung Actioncam-Modus: UHD (4K) bei 60 fps
- Fotoauflösung: bis zu 72 Megapixel
- Video-Codecs: H.264 & H.265
- Display: 2,5 Zoll Touchscreen (hochkant)
- Akku: 2400 mAh, Laufzeit ca. 133 Minuten (UHD) bzw. 100 Minuten (8K)
- Gewicht: ca. 200 Gramm
- Gehäuse: wasserdicht bis 15 Meter
- Anschlüsse: USB-C, 1/4-Zoll-Stativgewinde
Audioseitig setzt Insta360 auf ein integriertes Mikrofon mit effektivem Windschutz, das für klaren Ton bei Außenaufnahmen sorgt. Alternativ lässt sich ein externes Mikrofon per Kabel oder via Bluetooth anschließen. Aufnahmen werden auf einer microSD-Karte gespeichert, deren Slot ich erstmal ein wenig suchen musste.
Denn: Der Slot ist nur zugänglich, wenn ihr den Akku aus dem Gehäuse entfernt. Das wirkt auf den ersten Blick zwar etwas umständlich, macht aber nur eine Aussparung im Gehäuse notwendig, was der Wasserfestigkeit zugute kommt.
Das helle 2,5‑Zoll‑Touchdisplay im Hochformat erleichtert die Bedienung und bietet eine klare Vorschau der Aufnahmen. Selbst bei direkter Sonneneinstrahlung ließ sich das Display gut ablesen.
Wie lange hält der Akku der Insta360 X5?
Der 2400‑mAh‑Akku versorgt die X5 je nach Modus zwischen 90 und 180 Minuten, während der neue Endurance‑Modus die Laufzeit durch reduzierte Hintergrundprozesse verlängert. Besonders praktisch: In nur 20 Minuten lässt sich der Akku über USB‑C wieder auf rund 80 Prozent laden. Wer mehrere Akkus zeitgleich laden möchte, kann auf den optionalen Schnelllade-Hub für 72 Euro (hier kaufen) zurückgreifen. Aber: Akkus vorheriger Insta360‑Generationen sind nicht mit der X5 kompatibel.
Bedienung: Per Display oder per App
Die 360-Grad-Kamera wird hauptsächlich über das Touch-Display auf der Rückseite bedient, ergänzt durch Tasten. Eingaben am Bildschirm erfolgen schnell und verzögerungsfrei, wobei jede Berührung oder Wischgeste eine spezifische Aktion auslöst, wie Moduswechsel, Auflösungsauswahl, Clip-Wiedergabe oder Einstellungsmenüs. Zudem lässt sie sich über Sprachbefehle steuern.
Viele Funktionen sind über die Smartphone-App jedoch einfacher und bequemer steuerbar, etwa die Anpassung der Einstellungen. Auch ermöglicht sie die Anpassung von Aufnahmeeinstellungen wie Auflösung, Belichtung oder Stabilisierung. Des Weiteren lassen sich hierüber Aufnahmen remote per WLAN-Verbindung starten. Die App bietet daneben eine Echtzeit-Vorschau.
App & Software: Viele Bearbeitungsmöglichkeiten – auch am PC
Über die App lässt sich die X5 nicht nur steuern, denn Insta360 implementiert auch einige KI-Bearbeitungstools. Im „Shot Lab“ finden sich über 25 Vorlagen für virale Clips, darunter „Nose Mode“ für dynamische Perspektiven, „Sky Swap“ zum Austausch von Himmelsmotiven oder „AI Warp“ für kreative Verzerrungen.
Die KI übernimmt automatisch das Reframing, erkennt Motive wie Personen oder Objekte und zentriert sie mit „Deep Track“ – ideal für Action-Aufnahmen mit Bewegungen. Hyperlapse-Funktionen erzeugen stabilisierte Zeitraffer mit anpassbarer Geschwindigkeit, während „Download-Free Editing“ Clips direkt in sozialen Medien teilt, ohne Speicher auf dem Gerät zu belasten.

Neben der mobilen App bietet Insta360 eine Desktop-Software an, das „Insta360 Studio“ für Windows und Mac. Hier sind erweiterte Optionen wie detaillierte FOV-Anpassungen (Field of View) oder Verzerrungskorrekturen mit dabei.
Die App ist unter anderem zwingend notwendig, um auf dem Desktop die 360-Grad-Video-Dateien zu öffnen. Für die Bearbeitung der Dateien ist zudem ein „ordentlicher“ PC nötig – mein Rechner mit Ryzen 7 5700X3D, 32 GB RAM und RX 6800 war doch etwas überfordert von der Echtzeit-Bearbeitung. Auf einem Mac Mini mit M4 oder M2-Chip lief die Anwendung wiederum ohne zu stottern. Die Bedienung der Desktop-App läuft außerdem ziemlich intuitiv ab.
Praxistest: Wie fällt die Videoqualität aus?
Direkt vorweg: Die Qualität einer 360-Grad-Kamera lässt sich nur bedingt mit der Qualität einer klassischen Kamera oder eines Smartphones vergleichen. So klingt eine Auflösung von 72 MP erstmal ordentlich, praktisch fällt die optische Qualität aber durch die extremen Blickwinkel geringer aus.
In der wichtigsten Disziplin, bei 360-Grad-Aufnahmen, schneidet die Insta360 X5 am Tag aber wirklich sehr gut ab. Besonders im 8K-Modus werden im näheren Umfeld viele Details eingefangen, die Immersion ist wahnsinnig und die Farben natürlich. Auch die Bildstabilisierung ist extrem gut – selbst bei einer E-Scooter-Fahrt über Kopfsteinpflaster.
Video: E-Scooter Fahrt auf Kopfsteinpflaster
Video: E-Scooter Fahrt
Aus meiner Sicht funktioniert das Stitching, also das Zusammenführen beider Ultraweitwinkelaufnahmen zu einem Bild, ebenfalls sehr gut. Bei genauer Betrachtung kann man den Übergang zwischen beiden Aufnahmen zwar sehen, wirklich auffällig ist er jedenfalls nicht. Der Selfiestick wird überdies aus der Aufnahme herausgerechnet – dieser Bereich wirkt in der finalen Aufnahme jedoch etwas verschwommen.
Video: Radtour durch den Wald
Aus den 360-Grad-Aufnahmen lassen sich zudem nachträglich Videos im Hochkantformat für Instagram und TikTok oder im Querformat für YouTube herausziehen. Alternativ könnt ihr direkt reguläre Videos mit der X5 aufnehmen, die durchaus ansehnlich sind. An die Qualität meines iPhone 16 Pro Max kommt die X5 in dieser Disziplin aber nicht heran.
Selbiges gilt für die Foto-Funktion – hier gehen schlicht zu viele Details verloren. Am Ende ist eine solche Hybrid-Lösung immer ein Kompromiss aus Flexibilität und Auflösung. Persönlich finde ich solche Aufnahmen aber vor allem für sportliche Aktivitäten (Radfahren, Snowboarden etc.) oder beim Urban Exploring sehr cool.
Der neue PureVideo-Modus ermöglicht bei Nacht etwas hellere Aufnahmen und sorgt für weniger Rauschen. Das kommt vor allem Nachtaufnahmen in der beleuchteten Stadt oder Aufnahmen im Inneren von Gebäuden zugute. Bei extremen Lowlight-Szenarien sind die Aufnahmen allerdings nicht brauchbar. Details verwaschen komplett, das Bild wirkt unscharf und selbst bei leichten Bewegungen entstehen seltsame Schlieren. Insgesamt schneidet die X5 in dieser Disziplin jedoch deutlich besser ab als der Vorgänger.
YouTube: Nachtvideo
Audioqualität: Ohne Windgeräusche?
Zuletzt noch ein Wort zur Audioqualität: Tatsächlich war ich beim Anschauen der Aufnahmen sehr überrascht, wie klar und deutlich der aufgenommene Sound war. Gespräche sind klar hörbar, Windgeräusche werden dank des Windschutz zuverlässig ausgefiltert. Für den Test habe ich die Audiospur aus Gründen der Privatsphäre aus den meisten Videos allerdings entfernt.
Fazit zur Insta360 X5
Die Insta360 X5 überzeugt als vielseitige 360-Grad-Kamera mit exzellenter Software und starkem Akku. Sie bietet eine sehr gute Bildqualität bei Tageslicht, knackige 8K-Videos oder 4K 120 fps für Slowmos sowie eine unkomplizierte Nachbearbeitung über die Insta360 App. Dort sorgt die smarte Motiverkennung mit AI-Reframing für einen vereinfachten Videoschnitt. Mehr Einstellungsmöglichkeiten gibt es hingegen in der PC-Software.
Ein weiterer Pluspunkt gegenüber den Vorgängern sind die austauschbaren Kameraabdeckungen und die leicht installierbaren Schutzgläser. Gegenüber einer „klassischen“ Action-Kamera ist die X5 aber etwas „sperriger“ – und je nach Modell teurer. Sie eignet sich aber dank der hohen Flexiblität mit 360 Grad Sicht hervorragend für Content-Creator, die immersive Aufnahmen für YouTube, TikTok oder Social Media erstellen wollen.
Aus meiner Sicht handelt es sich bei der Insta360 X5 um ein starkes Gesamtpaket für rund 459 Euro (Standard-Bundle). Wer wiederum auf die 360-Grad-Funktion verzichten kann, sollte lieber zu einer reinen Action-Cam greifen, die wohl auf 16:9-Format fokussiert etwas mehr Qualität mitbringen dürfte (z.B. Insta360 Ace Pro 2 ab 380€).
Pro
- hohe Flexibilität dank 360-Grad-Videos
- knackige 8K-Videos & 4K 120fps
- smarte Motiverkennung mit AI-Reframing
- sehr gute App + PC-Software
- wechselbare Kameraabdeckungen
- diverses Zubehör verfügbar
Contra
- größer als „reguläre“ Action Cams
- Fotoqualität eher solala
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