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MSI Roamii BE Pro im Test: Schnelles Wi-Fi-7-Mesh mit Triband

Günstigstes Triband-Set in der Praxis
msi roamii be pro mesh router 6

Das MSI Roamii BE Pro Mesh System bietet schnelles Wi-Fi 7 mit Triband-Unterstützung, Mesh und 2,5-Gigabit-Anschlüsse. Im Praxistest zeigt das System viele Stärken, leistet sich bei der Einrichtung und Software aber auch Schwächen.

Preis & Einordnung

Bereits 2024 hat MSI mit dem Roamii BE Lite einen Wi-Fi-7-Router veröffentlicht, allerdings noch ohne Unterstützung für das schnelle 6-Gigahertz-Band. Der Anfang 2026 gestartete Roamii BE Pro bietet dieses Feature nun und liefert auch Triband-Unterstützung, also das gleichzeitige Funken auf 2,4, 5 und 6 GHz.

Bisher gibt es nicht sonderlich viele Mesh-Sets mit Triband auf dem Markt, weshalb sich der MSI Roamii BE Pro für knapp 320 Euro überaus konkurrenzfähig in diesem Segment platziert. Derzeit ist davon nur ein Zweier-Set erhältlich, andere Hersteller bieten häufig auch Einzel- oder Dreier-Sets an, bei TP-Link gibt es sogar ein Vierer- und Fünfer-Set.

Mesh-Set-Alternativen mit Triband sind unter anderem der TP-Link Deco BE65 (~330 Euro) und der Asus ZenWiFi BT8 (~356 Euro). Andere Modelle wie der Netgear Orbi 770 (~584 Euro) kosten im Zweier-Set wesentlich mehr. Einzel-Router kosten hingegen meist zwischen rund 150 und 250 Euro.

Gerade die Kombination aus Triband, mehreren 2,5-Gigabit-Anschlüssen und dediziertem Mesh-Einsatz macht das MSI-Pro-Modell zu einem interessanten Kandidaten für anspruchsvolle Haushalte mit vielen Endgeräten. Im Praxistest zeigt sich, dass der Roamii BE Pro viel Potenzial besitzt, aber noch nicht in jedem Bereich ausgereift wirkt.

Unser Testfazit: MSI Roamii BE Pro

msi roamii be pro grafik

Design & Anschlüsse: Zurückhaltend weiß

Optisch geht MSI einen erfreulich zurückhaltenden Weg. Statt Gaming-Ästhetik oder auffälliger Formen setzt der Roamii BE Pro auf ein weißes, vergleichsweise schlankes Prisma-Gehäuse, das sich unauffällig ins Wohnumfeld einfügt. Beide Access Points sind solide verarbeitet, optisch identisch und messen laut Hersteller 25,25 × 11,85 × 10,8 Zentimeter.

Positiv fällt auf, dass MSI trotz des eher kompakten Formats auf eine ordentliche Anschlussausstattung setzt: Pro Einheit gibt es einen 2,5-Gigabit-WAN-Port, drei 2,5-Gigabit-LAN-Ports und zusätzlich einen USB-3.0-Anschluss. Letzterer ist in dieser Geräteklasse keine Selbstverständlichkeit und eröffnet zusätzliche Einsatzmöglichkeiten, etwa für einfache Netzwerkspeicher bzw. Dateifreigaben im Heimnetz.

Praktisch ist, dass die Knoten sowohl frei aufgestellt als auch an der Wand montiert werden können – entsprechende Wandhalterungen sind im Lieferumfang enthalten. Für den Wohnraumeinsatz ebenfalls angenehm: Das System arbeitet lüfterlos und damit im Betrieb lautlos. Eine dezente RGB-Beleuchtung ist an der Unterseite vorhanden und ab Werk aktiviert. In der App lassen sich verschiedene Beleuchtungsmodi einstellen und natürlich kann man die LEDs auch ausschalten.

Einrichtung & Software: Theoretisch einfach, aber…

Die Inbetriebnahme soll theoretisch besonders einfach sein, gestaltete sich im Test jedoch recht schwierig. Zunächst hat sich der zuerst ausgepackte Mesh-Router geweigert, die Internetverbindung am WAN-Port zu erkennen, und ließ sich nicht weiter einrichten. Kurzerhand wurde also der andere Access Point angeschlossen und die Einrichtung abgeschlossen.

Probleme gibt es bei der Kopplung

Probleme gab es dann bei der Kopplung beider MSI-Router. Der zweite Router wurde oftmals nicht im Pairing-Modus gefunden oder brach beim Kopplungsprozess nach einigen Minuten ab. Nach einigen Resets und einem Firmware-Update des zweiten Routers über die Weboberfläche klappte es letztlich. Die Ursache war wohl die sehr veraltete Firmware-Version des zweiten Routers. Im besten Fall ist das Mesh-Set in 10–15 Minuten startklar, doch auch in anderen Tests des Roamii BE Pro werden Kopplungsprobleme erwähnt.

Die App an sich bietet zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten und Funktionen, ist aber oftmals träge. Auf der Startseite gibt es einen schnellen Überblick des aktuellen Netzwerk-Traffics. Zudem werden Schnellzugriffe für den WLAN-Zugang (QR-Code), ein Gast-Netzwerk, Kinder-Netzwerk und IoT-Netzwerk geboten.

Des Weiteren bietet MSI ein Sicherheits-Menü (FortiSecu) mit Diensten der Cybersicherheitsplattform TrendMicro. Das Mesh-System hat also eine integrierte Firewall gegen Webbedrohungen und Netzwerkangriffe. Außerdem werden einige Kindersicherungsfunktionen geboten. In den Einstellungen lassen sich unter anderem VPN-Server für den Router konfigurieren: OpenVPN, PPTP, L2TP/IPSec und WireGuard stehen zur Auswahl.

Technische Eigenschaften: Tri-Band für 6 GHz

Technisch ist das MSI Roamii BE Pro gut aufgestellt. Zu den Kernmerkmalen zählen nebst Wi-Fi 7 sechs Antennen, 320-MHz-Kanäle, 4096-QAM und Multi-Link Operation, also MLO. Letzteres erlaubt es kompatiblen Geräten, mehrere Frequenzbänder parallel oder flexibler zu nutzen, was Stabilität und Tempo verbessern kann. MU-MIMO geht jedoch nur entweder auf 2,4 oder 5 GHz. Auch 802.11r ist für den schnellen Wechsel zwischen Access Points (ohne Verbindungsabbruch) an Bord.

LAN mit 2,5G steht zur Verfügung

Neben der drahtlosen Triband-Verbindung der Mesh-Knoten bietet MSI auch einen kabelgebundenen Backhaul über 2,5-Gigabit-Ethernet. Das ist vor allem in größeren Häusern interessant, wenn bereits Netzwerkkabel liegen oder maximale Stabilität bei großer Entfernung zwischen den Meshknoten gefragt ist.

Einen LAN-Port mit 5 oder gar 10 Gigabit gibt es allerdings nicht, womit MSI klar unterhalb der absoluten High-End-Klasse bleibt. Für die meisten Haushalte ist die Ausstattung dennoch absolut ausreichend.

Geschwindigkeit in der Praxis

In Praxistests hinterlässt das Roamii BE Pro nach den Einrichtungsschwierigkeiten einen guten Eindruck. Besonders lobenswert ist die gleichmäßige Abdeckung über mehrere Räume hinweg. In einem 65-Quadratmeter-Haushalt mit 1.000-Mbit-Internetanschluss wurden direkt am Hauptrouter über 1.050 Mbit/s per WLAN erzielt, selbst in einem weiter entfernten Raum wurden dank des zweiten Mesh-Routers noch knapp 990 Mbit/s erreicht.

Normalerweise sind dort eine Fritz!Box 6690 Cable und ein Fritz!Repeater 3000 AX im Einsatz, was im weiter entfernten Raum für lediglich 340 bis 480 Mbit/s sorgt. Sogar bei schwierigerem Raumzuschnitt bleibt die Leistung des MSI Roamii BE Pro damit bemerkenswert konstant. Die theoretischen Durchsatzraten betragen 688 Mbit/s auf 2,4 GHz, 2.882 MBit/s auf 5 GHz und 5.764 Mbit/s auf 6 GHz.

Wer profitiert vom Mesh-System?

Im Alltag profitiert vom Mesh vorwiegend ein Haushalt mit vielen parallelen Anwendungen: 4K-Streaming, Cloud-Backups, große Game-Downloads, Smart-Home-Geräte und Notebooks im Homeoffice. Genau für dieses Szenario ist das MSI-Set gebaut. Das volle Potenzial schöpfen aber nur Nutzer mit schnellem Internet, moderner Client-Hardware und möglichst WiFi-7-fähigen Endgeräten aus. Ohne passende Gegenstellen bleibt ein Teil der Router-Technik naturgemäß ungenutzt.

Fazit

MSI liefert mit dem Roamii BE Pro ein überwiegend gutes Produkt im Markt der WiFi-7-Mesh-Systeme. Die größte Stärke ist ganz klar die Kombination aus Triband-Mesh, starker Praxisleistung und sinnvoller Anschlussausstattung. Dazu kommen das unauffällige Design und ein für die gebotene Technik attraktiver Preis.

Weniger überzeugend ist ausgerechnet der Bereich, der bei einem Mesh-System besonders niedrigschwellig sein sollte: die Software. Wenn die App zickt, Funktionen nicht ganz rund wirken und die Einrichtung nicht reibungslos klappt, kostet das Punkte. Unterm Strich bleibt das MSI Roamii BE Pro dennoch ein starkes Mesh-System für anspruchsvolle Haushalte, das sich vor allem dann lohnt, wenn eine gute Mesh-Abdeckung und echtes WiFi 7 mit Triband-Unterstützung im Vordergrund stehen.

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Foto von Tim Metzger Tim Metzger Redakteur

Schreibt seit 2018 zu Technik aller Art und arbeitet seit 2020 für Allround-PC. In dieser Zeit absolvierte er neben zahlreichen Tests sein Volontariat und sein Technikjournalismus-Studium. Tim ist primär Experte für Prozessoren, Monitore und Mobilgeräte. Wenn er mal nicht tippt und auf Tech-Events unterwegs ist, sucht er wahrscheinlich gerade sein nächstes 3D-Druck-Projekt oder Reiseziel aus.

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