Test: Corsair Obsidian 500D

Der Rolls-Royce unter den Gehäusen
Gehäuse & Netzteile corsair 12.03.2018 / Niklas Ludwig
Corsair Obsidian 500D Startbild

Corsair schickt mit dem Obsidian 500D ein neues Gehäuse ins Rennen, das sich insbesondere durch seine zwei Seitenfenster mit Türmechanismus auszeichnet. Im Test muss das Gehäuse beweisen, ob es mehr als einen leichten Zugang zur Hardware zu bieten hat.

Übersicht

Gehäuse der Obsidian-Serie von Corsair zählen zu den Premium-Gehäusen des Herstellers. Bei den Obsidian-Gehäusen kommt neben Hartglas vor allem Aluminium zum Einsatz, wodurch sich das Obsidian 500D deutlich vom zuletzt getesteten Corsair Crystal 570X unterscheidet, bei dem primär die Glasverkleidung im Vordergrund steht.

Technische Daten

MaterialStahl, Aluminium, Kunststoff, Hartglas
GehäuseMidi-Tower
FormfaktorE-ATX, ATX, Micro ATX, Mini-ITX
Abmessungen in mm (B x H x T)
502 x 233 x 508mm
Netzteilunterstützung225 mm
PCI/AGP Unterstützung370 mm
CPU-Unterstützungbis zu 170 mm
I/O-Panel2x USB 3.0, 1x USB 3.1 Typ C, Mikrofon- und Kopfhöreranschluss, Power- & Reset-Button
Laufwerke2x 3,5, 3x 2,5 Zoll
Erweiterungskartenslots7 + 2 Slots (horizontal / vertikal)
Kühlung

Vorinstallierte Lüfter:
1x 120 mm (Vorne)
1x 140 mm (Heck)

Optionale Lüfter:
3x 120 / 2x 140 mm (Vorne)
2x 120/ 2x 140 mm (Deckel)

Wasserkühlung:
1x 120, 140, 240, 280 oder 360 mm (Vorne)
1x 120, 240 oder 280 mm (Deckel)
1x 120 mm (Heck)

LüftersteuerungJa
BesonderheitenHartglas-Seitenteile mit Türöffnung
Gewicht9 kg
Preis~150 Euro

Design & Eigenschaften

Corsair nutzt beim Obsidian 500D gebürstetes Aluminium, was dem Gehäuse eine hochwertige sowie edle Optik verleiht und mit seiner schwarzen Farbgebung tatsächlich an das vulkanische Gesteinsglas erinnert. Die Aluminiumfront erstreckt sich nicht komplett bis zum Rand, damit die vorderen Lüfter genug kühle Luft anziehen können. Da sich die Seitenteile bis zur Vorderseite erstrecken und dort leicht nach innen biegen, ergibt sich ein interessantes Design.

Corsair-Obsidian-500D-1Die Seitenfenster erlauben nicht nur einen Blick in das Innere, sondern auch einen direkten Zugang, da sie sich wie eine Tür öffnen lassen.

Apropos Seitenteile: Diese bestehen aus getöntem Hartglas und sind an der Rückseite mit einem Scharnier befestigt, wodurch sich die Seitenfenster um 180 Grad nach hinten öffnen lassen. Das Corsair Obisidan 500D stellt somit stets einen leichten Zugang zum Gehäuseinneren sicher. Gummierungen am Gehäuse und den Seitenteilen sollen die Übertragung von Vibrationen verhindern. Im geschlossenen Zustand halten Magneten die Türen in Position, allerdings kann es schon beim Anheben des Gehäuses dazu kommen, dass die Türen aufschwingen. Daher sollte beim Transport entsprechend Vorsicht geboten werden.

Corsair-Obsidian-500D-4Auf der Oberseite befinden sich zahlreiche Lüftungslöcher, damit die warme Luft nach oben entweichen kann.

Im vorderen Bereich des Deckels hat Corsair das I/O-Panel integriert, das neben zwei USB 3.0-Anschlüssen auch einen USB 3.1-Anschluss für Geräte mit Typ C-Stecker bietet. Außerdem stehen Anschlüsse für ein Headset zur Verfügung und der obligatorische Ein- und Ausschalter sowie Reset-Knopf dürfen auch nicht fehlen. Der Deckel ist in der Mitte leicht vertieft und ist in diesem Bereich von vorne bis hinten mit dreieckigen Ausstanzungen versehen, damit die warme Luft im Inneren entweichen kann.

Corsair-Obsidian-500D-2Corsair spendiert dem Obsidian 500D einen USB 3.1 Typ-Anschluss.

Im unteren Bereich der Rückseite befindet sich die Aussparung für das Netzteil. Darüber hat Corsair sieben Blenden für die Erweiterungskarten angebracht. Neben diesen befinden sich auch zwei vertikal angeordnete Blenden. Grafikkarten können mit einem Riser-Kabel somit auch um 90 Grad gedreht installiert werden. Den oberen Bereich teilen sich die Mainboard-Aussparung und das Lüftergitter. Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut, Corsair hat alle Kanten des Aluminiums gut entgratet und lässt auch sonst keine Mängel erkennen.

Innenraum & Installation

Der Innenraum lässt sich dank des Schwenkmechanismus einfach freilegen. Im Inneren finden Mainboards bis zum E-ATX-Faktor Platz. Grafikkarten dürfen bis zu 370mm weit in die Front ragen und CPU-Kühler dürfen in der Höhe maximal 170 mm messen. Eine Netzteilabdeckung unterteilt den Innenraum in zwei Kammern. Diese ragt leicht über die Gehäusemitte hinaus, schließt also nicht mit der Front ab. Was kosmetisch eine suboptimale Lösung darstellt, erlaubt dafür auch große und dicke Radiatoren in der Front zu platzieren.

Corsair-Obsidian-500D-6Die Netzteilabdeckung erstreckt sich nicht über die komplette Länge des Gehäuses, wodurch in der Front Platz für große Radiatoren bleibt.

Unter der Abdeckung kann ein maximal 225 mm langes Netzteil installiert werden, das über Gummierungen entkoppelt wird. Auf der Rückseite des Mainboardtrays befinden sich insgesamt fünf Vorrichtungen für Laufwerke. Zwei Vorrichtungen sind für 3,5-Zoll-Laufwerke (entkoppelt) beziehungsweise 2,5-Zoll-Laufwerke konzipiert. Drei weitere Vorrichtungen können ausschließlich für 2,5-Zoll-Laufwerke genutzt werden.

Corsair-Obsidian-500D-5Auf der Rückseite des Mainboardtrays befinden sich die Halterungen für 3,5- und 2,5-Zoll-Laufwerke.

Auf der Rückseite befinden sich zudem mehrere Befestigungen und gummierte Durchführungen für Kabel. Corsair hat dem Obsidian 500D zudem eine Kabelabdeckung spendiert, mit der sich ein Großteil der Kabel verstecken lässt. Die Kabelabdeckung könnte jedoch gerne noch etwas mehr Platz bieten, da es sich bei vielen Kabeln als schwer erweist, die Abdeckung wieder anzubringen.

Kühlung & Lautstärke

In der Front ist bereits ein 120-mm-Lüfter vorinstalliert, der mit zwei weiteren 120-mm-Lüftern ergänzt werden kann. Alternativ können zwei 140-mm-Lüfter installiert werden. Im Deckel ist eine ähnliche Konfiguration möglich, jedoch nur mit einem anstelle von zwei 120-mm-Lüftern.

Corsair-Obsidian-500D-10Im Innenraum ist genügend Platz für Grafikkarten vom Kaliber eine GTX 1080 Ti.

Ein vorinstallierter 120-mm-Lüfter sitzt im Heck, ein Austausch gegen einen 140-mm-Lüfter ist leider nicht möglich. Außerdem finden in der Front Radiatoren mit bis zu 360 mm Platz, im Deckel sind es maximal 280 mm. Der Lüfter im Heck kann ebenfalls durch einen Radiator (120 mm) getauscht werden.

Corsair-Obsidian-500D-7In der Front und im Heck ist jeweils ein 120-mm-Lüfter vorinstalliert.

Zwar ist es lobenswert, dass beim Obsidian 500D zwei Lüfter vorinstalliert sind, doch würde ein 140-mm-Lüfter in der Front die Kühlleistung sicherlich verbessern. Schade finden wir zudem, dass im Heck kein 140-mm-Lüfter installiert werden kann.

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Fazit

Das Corsair Obsidian 500D zählt mit einem Preis von rund 150 Euro zu den PC-Gehäusen der Oberklasse. Mit seiner edlen Optik, die es dem großflächigen Einsatz von Aluminium zu verdanken hat, wird es dem Preis jedoch schon vom äußeren Erscheinungsbild her gerecht. Die Seitenfenster aus Hartglas sehen schick aus und bieten mit dem Türmechanismus einen leichten Zugang zum Innenraum. Dort ist viel Platz für leistungsstarke Hardware und 3,5-Zoll-Laufwerke werden praktischerweise entkoppelt. Damit keine Kabel das schicke Gesamtbild stören, hat Corsair dem Obsidian 500D zahlreiche Kabeldurchführungen spendiert und unter der Kabelabdeckung kann ein Großteil der Kabel versteckt werden. Bei vielen Kabeln kann sich die Prozedur jedoch zum Geduldsspiel entpuppen. Kühlungsmöglichkeiten werden ebenfalls zahlreich geboten, allerdings wären vorinstallierte 140-mm-Lüfter anstelle der vorinstallierten 120-mm-Modelle unserer Meinung nach die bessere Wahl gewesen. Weitere Pluspunkte sammelt das Corsair Obsidian 500D dafür mit seinen leicht zu entnehmenden Staubfiltern und dem USB 3.1 Typ C-Anschluss am I/O-Panel.

ProContra
  • ansprechendes Design mit viel Aluminium und Seitenfenster aus Hartglas
  • Kabelmanagement bei großer Anzahl von Kabeln nicht optimal
  • Türmechanismus der Seitenfenster
  • nur 120- statt 140-mm-Lüfter vorinstalliert
  • viel Platz für High End-Hardware
 
  • Staubfilter an allen wichtigen Positionen
 
  • zwei Lüfter vorinstalliert
 
  • gutes Kabelmanagement
 
  • USB 3.1 Typ C Anschluss
 

 


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Niklas Ludwig Niklas Ludwig ...ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

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