Das Bitfenix Saber TG geht für 89 Euro an den Start und bietet zu diesem Preis Funktionen wie eine RGB-Beleuchtung in der Front oder ein schickes Seitenteil aus Glas. Wir klären in unserem Test, ob uns der Hersteller mit der Beleuchtung nur blenden und von Schwächen ablenken möchte, oder ein rundum gelungenes Gehäuse zu bieten hat.

Übersicht

Anfang des Jahres haben wir mit dem Enso Mesh (zum Testbericht) bereits ein Gehäuse von Bitfenix getestet. Beim diesem stand bereits eine schicke RGB-Beleuchtung im Vordergrund, die jetzt in einem anderen Design auch beim Saber TG zum Einsatz kommt.

Lieferumfang

  • Bitfenix Saber TG
  • Montagematerial
  • Bedienungsanleitung
  • zwei Abdeckungen für den Deckel

Design & Verarbeitung

Die Produkt-Manager von Bitfenix haben den Produktnamen passend zum äußeren Erscheinungsbild des Gehäuses gewählt. Im eingeschalteten Zustand erinnert die RGB-Beleuchtung in der Front tatsächlich an einen Säbel beziehungsweise ein Schwert, jedoch kein gewöhnliches: viel mehr fühlen wir uns an ein Lichtschwert aus Star Wars erinnert.

Das BitFenix Saber TG kommt mit einem schicken Materialmix aus Aluminium, Stahl und Glas.

Die Vorderseite besteht aus schwarzem, gebürstetem Aluminium. Letztendlich handelt es sich um Alu-Applikationen, die auf den Kunststoffkörper aufgetragen wurden. Im Vergleich mit einem Fractal Design Define R6 (zum Testbericht) wirkt die Front weniger hochwertig, dafür ist das Bitfenix Saber TG aber auch um einiges günstiger.

Das I/O-Panel sitzt an der vorderen Kante des Deckels und bietet je zwei USB 3.0– sowie Audioanschlüsse, USB Typ-C gehört hingegen nicht zum Funktionsumfang. Ein nettes Gimmick ist der Powerbutton, der in der Mitte sitzt und von einer transparenten, aufklappbaren Abdeckung verdeckt wird. Auf Dauer könnte das ständige Aufklappen zum Einschalten des Rechners jedoch auch störend wirken. Über einen weiteren Knopf lassen sich die Beleuchtungseffekte durchschalten.

Der Powerbutton sitzt mittig im IO-Panel, zum Starten muss erst eine Klappe geöffnet werden.
Das BitFenix-Logo sitzt auf der Front zwischen den LED-Streifen, die sich wie ein Schwert über die Front ziehen.

Im Deckel ist eine Vertiefung mit Wabenperforierung eingelassen. Bitfenix lässt Nutzern die Wahl, das Wabenmuster mit einer magnetischen Abdeckung zu verbergen oder einen magnetischen Staubfilter zu verwenden. Während das rechte Seitenteil aus Stahl besteht, gewährt uns das linke Seitenteil einen Blick in das Innere des Gehäuses. Das 4 mm dicke Hartglas besitzt einen schwarzen Rahmen und ist leicht getönt. Gummierungen an den Aufhängungen sowie den Befestigungsschrauben entkoppeln das Seitenfenster vom restlichen Gehäuse.

Die Rückseite des Bitfenix Saber TG ist ganz klassisch aufgeteilt.
Zwei der Erweiterungsslots sind vertikal positioniert für eine alternative Installation der Grafikkarte.

Die Rückseite weist die typischen Aussparungen für das Netzteil (unten) und das Mainboard (oben) auf. Es sind neun Erweiterungsblenden zu sehen, von denen zwei vertikal angeordnet sind. An der Verarbeitung des Bitfenix Saber TG gibt es Nichts zu bemängeln, eklatante Verarbeitungsfehler sind uns nicht aufgefallen.

Innenraum & Installation

Das Bitfenix Saber TG ist mit einer Netzteilabdeckung ausgestattet, die im vorderen Bereich unterbrochen wird. An der Seite gibt es im hinteren Bereich eine Aussparung, damit Netzteile mit OLED-Display und RGB-Beleuchtung, wie beispielsweise das ASUS ROG Thor (Testbericht), zur Geltung kommen.

Im Innenraum ist genug Platz für große Hardwarekomponenten.

Der Mainboardtray nimmt Netzteile vom Mini-ITX- bis hin zum E-ATX-Formfaktor auf. Letztgenannte dürfen maximal 272 mm breit sein, womit wir auch bei den Limitierungen des Bitfenix Saber TG angekommen wären. Das Platzangebot fällt üppig aus, sodass 400 mm lange Grafikkarten und 178 mm hohe CPU-Kühler in dem Gehäuse unterkommen.

Unter der Netzteilabdeckung findet ein maximal 185 mm langes Netzteil Platz, wenngleich wir die Herstellerangabe als optimistisch einstufen. Die Netzteilkammer entspricht vom Platzangebot eher einer kleinen Rumpelkammer, da der Festplattenkäfig sehr nah am Netzteil sitzt. Mit unserem rund 160 mm langem Enermax Platimax D.F. Netzteil (zum Testbericht) bleibt nicht viel Platz zum Verstauen der Kabel.

Auf der Rückseite des Mainboardtrays können 2,5 Zoll Laufwerke angebracht werden.
Die größeren 3,5 Zoll Laufwerke finden ihren Platz im fest montierten Käfig neben dem Netzteil.

Wer ohne Festplatten auskommt, könnte den HDD-Käfig natürlich entfernen – wenn dieser nicht fest mit dem Gehäuse vernietet wäre. Im HDD-Käfig sind zwei herausnehmbare Einschübe vorhanden, die wahlweise eine Festplatte oder eine SSD aufnehmen. Festplatten werden werkzeuglos installiert, wohingegen 2,5-Zoll-Laufwerke verschraubt werden müssen. Eine Entkopplung ist in beiden Fällen leider nicht vorhanden.

Neben einer komplett dichten Abdeckung gibt es auch einen magnetischen Staubfilter.
Auf der Oberseite kann sich der Nutzer für drei Öffnungen entscheiden.

Für 2,5-Zoll-Laufwerke stehen auf der Rückseite des Mainboardtrays vier Vorrichtungen zur Verfügung. Die Laufwerke werden mit einer Seite in diese eingehakt und auf der anderen Seite mit zwei Schrauben befestigt. Zudem hat Bitfenix hier einen kleinen Controller untergebracht, mit dem die Beleuchtung des Gehäuses gesteuert wird. Der Controller besitzt einen Anschluss für die vordere Beleuchtung sowie den Lüfter im Heck. Wer ein Mainboard mit adressierbarem 3-Pin-RGB-Anschluss besitzt, kann diesen nutzen und die Beleuchtung per Software seinen Vorlieben nach anpassen. Alternativ lässt sich die Beleuchtung über den Knopf am I/O-Panel regeln.

Ein sauberes Kabelmanagement ist möglich, allerdings ist nur wenig Platz zwischen Netzteil und HDD-Käfig.
Ein kleiner Controller auf der Rückseite des Mainboardtrays sorgt für die Steuerung der LED-Beleuchtung.

Kühlung & Lautstärke

Bitfenix sorgt mit je einem 120-mm-Lüfter in der Front und im Heck für einen Airflow im Gehäuse. Für eine bessere Kühlung lassen sich bis zu drei 120-mm-Lüfter oder zwei 140-mm-Lüfter in der Front installieren, im Deckel kommen maximal zwei 120-mm-Lüfter unter. Bei der Verwendung von Wasserkühlern lässt sich ein 360-mm-Radiator in der Front, ein 240-mm-Wärmetauscher im Deckel sowie ein 120-mm-Modell im Heck montieren.

Besonders in Kombination mit dem LED-Lüfter im Heck sehen die LED-Streifen auf der Front des Bitfenix Saber TG wirklich schick aus.

Die vorinstallierten Lüfter sind für 120-mm-Rotoren vergleichsweise ruhig und fallen nicht störend im Betrieb auf. Im Auslieferungszustand messen wir mit unserem Testsystem eine CPU-Temperatur von 74°C und die GPU wird 72°C warm. Im nahezu gleich teuren FSP CMT510 Plus (zum Testbericht) erwärmen sich der Core i9-7900X und die RTX 2070 Super auf 72°C respektive 69°C.

Heutzutage kaum mehr wegzudenken aus der Hardware-Branche: eine Beleuchtung mit bunten RGB-LEDs.

Staub ist der Feind einer jeden Komponente, insbesondere Kühler und Lüfter setzen sich mit der Zeit zu. Das Bitfenix Saber TG ist an allen wichtigen Stellen mit Luftfiltern ausgestattet, damit es erst gar nicht so weit kommt. Was uns positiv auffällt: die vorderen Lufteinlässe sitzen seitlich und lassen sich zum Reinigen nach oben schieben und entfernen.

Bei den meisten anderen Gehäusen sind die vorderen Filter erst nach dem Entfernen der Front zugänglich. Im Deckel kann wie eingangs erwähnt ein magnetischer Staubfilter genutzt werden. Der Netzteillüfter wird ebenfalls durch einen herausziehbaren Staubfilter am Boden geschützt.

Fazit

Bitfenix präsentiert mit dem Saber TG ein Gehäuse, das insbesondere durch seine Lichteffekte für Aufsehen sorgt. Entgegen unserer Befürchtung nutzt der Hersteller die RGB-Beleuchtung jedoch nicht, um von möglichen Schwächen des Gehäuses abzulenken. Das Bitfenix Saber TG bietet für unter 100 Euro einen gehobenen Materialmix aus Aluminium, Hartglas und Stahl und ist gut verarbeitet.

Im Inneren steht PC-Bastlern genügend Platz zur Verfügung, sodass auch lange und hohe Komponenten unterkommen. Probleme könnte es allerdings bei langen Netzteilen geben, da zwischen der PSU und dem HDD-Käfig wenig Platz vorhanden ist. Erschwerend kommt hinzu, dass Festplattenkäfig und Gehäuse eine Einheit bilden. Der Käfig lässt sich daher nicht entfernen, falls mehr Platz geschaffen werden soll.

Für Laufwerke stehen genügend Vorrichtungen zur Verfügung und 3,5-Zoll-Laufwerke lassen sich werkzeuglos montieren – dafür aber nicht entkoppeln. Die beiden vorinstallierten Lüfter sind leise, dafür könnte die Kühlleistung etwas besser sein. Luftfilter sind überall vorhanden, wo man sie erwarten würde und lassen sich zudem auch leicht zur Reinigung entfernen. Das Bitfenix Saber TG ist bereits erhältlich und beispielsweise bei Caseking.de zum Preis von 89,90 Euro erhältlich.

Pro

  • genug Platz für leistungsstarke Hardware
  • leicht zugängliche Staubfilter an allen wichtigen Stellen
  • zwei Lüfter vorinstalliert, davon einer mit RGB-Beleuchtung
  • gelungene RGB-Beleuchtung der Front
  • werkzeuglose Montage von 3,5-Zoll-Laufwerken

Contra

  • wenig Platz unterhalb der Netzteilabdeckung
  • HDD-Käfig nicht entfernbar
  • keine Entkopplung der Laufwerke
  • kein USB Typ C

*Werbung: Das ist ein Affiliate-Link. Mit dem Kauf über diesen Link kannst Du unsere Webseite einfach supporten – Vielen Dank!


Tags:
Teilen:

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.