Mit dem Meshify S2 präsentiert Fractal Design den Nachfolger des Meshify C. Der neue Spross soll zahlreiche Verbesserungen wie zusätzliche Kühlmöglichkeiten und ein größeres Platzangebot bieten.

Übersicht

Das Fractal Design Meshify C (zum Testbericht) basierte damals auf dem Define C (zum Testbericht) und war nahezu identisch, lediglich die Front wurde für einen besseren Luftstrom durch Mesh ersetzt. Jetzt bringt der schwedische Gehäuse-Hersteller mit dem Meshify S2 erneut ein Gehäuse mit optimierter Kühlung auf dem Markt und auch dieses Mal stand ein bereits bekannte Gehäuse Pate.

Design & Verarbeitung

Die Front des Fractal Design Meshify S2 erinnert stark an die des Vorgängers. Der Hersteller verwendet erneut eine Vorderseite aus Mesh in Polygon-Optik, die deutlich verspielter ist als die doch recht schlichten Gehäuse der Define-Serie und für einen höheren Luftstrom im Gehäuse sorgen soll.

Die Front bietet ein ausgefallenes Design, ansonsten gleicht das Gehäuse dem Define S2.

Das restliche Gehäuse erinnert hingegen stark an das Define S2 (zum Testbericht), das wiederum auf dem Fractal Design Define R6 (zum Testbericht) aufbaut. Die Ähnlichkeiten sind auch anhand der Abmessungen von 538 x 233 x 465 mm ersichtlich. Das Meshify S2 ist zwar etwas länger, Höhe und Breite sind jedoch identisch. Es hat auch bei den Anschlüssen das vom Define S2 bekannte Upgrade in Form eines USB 3.1 Gen2-Anschlusses erhalten und kann zudem zwei USB 3.0-Anschlüsse und Klinken-Ports für ein Headset vorweisen.

Das obere Gitter kann über einen Knopf auf der Rückseite des Gehäuses herausgelöst werden.

Die Hardware kann durch die linke Seitenscheibe aus Hartglas bestaunt werden. Fractal nutzt ein Seitenfenster, das ohne Schrauben auskommt und stattdessen mit einem Push-to-Lock-Mechanismus befestigt wird. Im Deckel ist eine Mesh-Abdeckung eingelassen, die über einen Knopf auf der Rückseite herausgelöst werden kann, um Lüfter oder Radiatoren im Deckel installieren zu können. Wird die Abdeckung herausgelöst, kommt eine weitere, herausnehmbare Abdeckung zum Vorschein. Diese dient als Vorrichtung für Radiatoren und bietet eine integrierte Öffnung zum Befüllen von Wasserkühlungen.

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Wird das Gitter entfernt, kommt die Halterung für Lüfter und Radiatoren zum Vorschein.

Auf der Rückseite zählen wir sieben horizontale Erweiterungsblenden sowie zwei vertikal angeordnete. Das linke Seitenteil besteht wie der Großteil des Gehäuses aus Stahl und wird mit dem gleichen Mechanismus wie beim Seitenfenster befestigt. Bei der Verarbeitung macht sich die langjährige Erfahrung von Fractal Design bewährt. Der Hersteller liefert mit dem Meshify S2 erneut ein gut verarbeitetes Gehäuse ohne Mängel ab.

Innenraum & Installation

Der Innenraum des Fractal Design Meshify S2 gleicht ebenfalls dem des Define S2 und ist dementsprechend mit einer Netzteilabdeckung ausgestattet. Es lassen sich erneut Mainboards vom ITX- bis hin zum eATX-Formfaktor (maximal 285 mm breit) in dem Gehäuse unterbringen, beim Meshify C ist jedoch bereits bei ATX-Mainboards Schluss.

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Der Innenraum ist geräumig und verfügt über eine Netzteilabdeckung und bietet viel Platz.

Bei den weiteren Limitierungen gibt es ebenfalls keine Unterschiede zwischen Meshify S2 und Define S2, im Vergleich mit dem Meshify C hat sich allerdings einiges getan: Grafikkarten dürfen 440 mm lang (bisher 315 mm) und CPU-Kühler 185 mm hoch (bisher 172 mm) sein – genug Platz also für Komponenten mit viel Leistung.

Die Laufwerke werden allesamt auf der Rückseite des Mainboardtays montiert.

Unterhalb der Netzteilabdeckung ist Platz für ein 300 mm langes Netzteil (vorher 175 mm), das entkoppelt montiert wird. Auf der Rückseite des Mainboardtray sind Vorrichtungen für drei 3,5-Zoll-Laufwerke (entkoppelt) sowie zwei 2,5-Zoll-Laufwerke.

Zwei der 2,5-Zoll-Vorrichtungen können alternativ auf der Netzteilabdeckung installiert werden, um die Laufwerke in den Luftstrom zu stellen und besser zu kühlen.

Kühlung & Lautstärke

Im Vergleich mit dem Define S2 hat sich nichts an den Kühlmöglichkeiten geändert. Vergleicht man das Meshify S2 hingegen mit seinem Vorgänger, so hat sich doch einiges getan. Während der Vorgänger maximal zwei 140-mm-Lüfter in der Front und um Deckel aufnehmen kann, sind beim Meshify S2 an beiden Stellen drei 140-mm-Lüfter möglich. Am Boden können jetzt außerdem zwei 140-mm-Lüfter installiert werden, wohingegen beim ersten Meshify lediglich ein einzelner 120-mm-Ventilator Platz hat. Es ist zudem erneut ein Lüfter-Hub für sechs 3-Pin- und drei 4-Pin-Lüfter vorhanden.

Im Heck sitzt ein 140-mm-Lüfter, der die warme Luft nach hinten hinausbefördert.

Radiatoren können in der Front erneut mit maximal 360 mm untergebracht werden. Im Deckel war bei der Meshify-Serie bisher bei 240 mm das Limit erreicht, jetzt können durch die Basis des Define S2 jedoch 420-mm-Radiatoren untergebracht werden.

Der komplette Boden wird durch einen herausziehbaren Staubfilter geschützt.

Von Werk aus sind drei 140-mm-Lüfter vom Typ Dynamic X2 GP-14 vorinstalliert, davon zwei in der Front und einer im Heck. Sie erlauben bereits ohne zusätzliche Investitionen eine gute Kühlung der Komponenten. Es dringen durch die offene Front etwas mehr Geräusche nach außen, im Großen und Ganzen fällt die Lautstärkeentwicklung jedoch nicht negativ auf. Staubfilter sind an allen wichtigen Positionen vorhanden und leicht zu reinigen. Die Front dient selbst als Staubfilter und muss zur Reinigung komplett entfernt werden, um die Innenseite absaugen zu können.

Fazit

Wer Gefallen am Fractal Design Define S2 (zum Testbericht) findet, sich jedoch eine luftdurchlässigere Front für einen höheren Luftstrom gewünscht hat, erhält mit dem Meshify S2 das richtige Gehäuse. Es bietet alle Vorzüge des Define S2 und lässt die Frontlüfter, von denen zwei bereits vorinstalliert sind, besser Luft ansaugen. Die Mesh-Front erfüllt nicht nur einen praktischen Nutzen, sie wertet durch ihre Polygon-Optik auch das Design auf. Sie dient gleichzeitig als Staubfilter, muss zum Reinigen jedoch komplett entfernt werden.

Im Vergleich mit dem Meshify C (zum Testbericht) gibt es zahlreiche Verbesserungen hinsichtlich des Platzangebots und der Kühlmöglichkeiten zu verzeichnen. Allerdings geht die Auslegung auf ein Luftstrom-optimiertes Gehäuse mit einer geringfügig höheren Lautstärkeentwicklung gegenüber dem Define S2 einher, zumal Dämmmaterialien beim Meshify S2 fehlen.

Das Fractal Design Meshify S2 ist ab sofort in den Farben Schwarz, Weiß und „Dark“ zu einem Preis von 154,99 Euro erhältlich. Es gibt zudem eine Variante ohne Hartglas-Seitenfenster für 147,99 Euro.

Fractal Design Meshify S2 Award

Pro

  • ansprechendes Design mit Seitenfenster aus Hartglas
  • USB Typ C-Anschluss
  • viel Platz für High End-Hardware
  • Staubfilter an allen wichtigen Positionen
  • drei Lüfter vorinstalliert
  • integrierte Lüftersteuerung + viele Kühlungsmöglichkeiten
  • gutes Kabelmanagement

Contra

  • Reinigung der vorderen Staubfilter
  • keine werkzeuglose Montage der Laufwerke

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