FSP dürfte den meisten PC-Nutzern als Netzteilhersteller ein Name sein. Das taiwanische Unternehmen produziert allerdings auch Gehäuse, von denen wir in diesem Test das FSP CMT510 Plus unter die Lupe nehmen. FSP zielt mit dem Gehäuse auf preisbewusste Kunden, die trotzdem nicht auf ein Hartglas-Design und vorinstallierte RGB-Lüfter verzichten wollen.

Übersicht

FSP bietet das CMT510 in zwei Varianten an: einer RGB-Variante und der von uns getesteten Plus-Version. Das CMT510 RGB ist mit Lüftern ausgestattet, die entgegen der Namensbeschreibung keine aufwendigen RGB-Beleuchtungseffekte ermöglichen. Stattdessen werden die Farben Rot, Grün, Blau und Weiß angezeigt.

Für die klassische RGB-Beleuchtung müssen Käufer zu dem CMT510 Plus greifen, bei dem die vorinstallierten Lüfter das komplette Farbspektrum darstellen können. Wir haben das Hartglas-Gehäuse mit Beleuchtungseffekten für euch getestet.

Design & Verarbeitung

Das FSP CMT510 Plus misst 491 x 208 x 448 mm und bringt ein Leergewicht von unter 11 kg auf die Waage. Es folgt dem Hartglas-Trend und ist gleich an drei Seiten mit getönten Scheiben ausgestattet: an der Front sowie der linken und rechten Seite.

FSP CMT 510 PlusDas FSP CMT510 Plus wird an drei Seiten von Hartglas geschmückt.

Die rechte Seite ist deutlich stärker getönt, sodass die dahinter befindlichen Kabel und Komponenten kaum zu sehen sind. Während die beiden Seitenteile mit dem Gehäuse abschließen (löblicherweise entkoppelt), befindet sich zwischen der vorderen Scheibe und dem Korpus ein kleiner Spalt. Mit diesem Kniff möchte der Hersteller sicherstellen, dass die vorderen Lüfter genügend Luft ansaugen können.

Die Lüfter tragen bei der von uns getesteten Plus-Variante maßgeblich zum Design bei. Im ausgeschalteten Zustand wirken die Lüfter mit ihrem transparenten Lüfterblättern und den erkennbaren Spulen des Motors nicht besonders hochwertig. Im Betrieb erlauben sie hingegen schicke Beleuchtungseffekte, die über eine Taste am I/O-Panel gesteuert werden. Alternativ lässt sich die Beleuchtung über Mainboards mit adressierbarem RGB-Anschluss regeln.

FSP CMT 510 Plus RueckseiteDas Netzteil wird am Boden installiert, wie sich anhand der Aussparung auf der Rückseite erkennen lässt.

Das I/O-Panel bietet außerdem zwei Audioanschlüsse für Headsets und zwei USB 3.0-Anschlüsse. Im hinteren Bereich des Deckels ist ein Lüftergitter zu sehen. Auf der Rückseite erwartet uns der für heutige Gehäuse typische Aufbau mit Netzteilaussparung im unteren Bereich, sieben Erweiterungsblenden und darüber befindlicher Mainboard-Aussparung. Das FSP CMT510 Plus ist gut verarbeitet und lässt keine optischen Mängel erkennen.

Innenraum & Installation

Der Innenraum ist mithilfe einer Netzteilabdeckung zweigeteilt. Allerdings ist die Abdeckung nicht durchgängig, was optisch nicht die eleganteste Lösung ist. Das Mainboardtray ist ebenfalls zweigeteilt, sodass eine Durchführung für Kabel entsteht.

FSP CMT 510 Plus Innenraum
FSP CMT 510 Plus Innenraum Hardware

Im FSP CMT510 Plus finden Mainboards vom Mini-ITX- bis hin zum ATX-Formfaktor Platz. Die maximale Grafikkartenlänge fällt mit 400 mm üppig aus, wohingegen 165 mm Bauhöhe für CPU-Kühler ein durchschnittlicher Wert sind.

FSP CMT 510 Plus SSDSSDs können auf der Netzteilabdeckung oder auf der Rückseite des Mainboardtrays installiert werden.

Unter der Netzteilabdeckung werden maximal 270 mm lange PSUs gebettet. Es sind zwar vier Auflagen vorhanden, allerdings bestehen diese aus hartem Kunststoff und entkoppeln daher weniger gut als gummierte Auflagen.

FSP CMT 510 Plus Mainboardtray3,5-Zoll-Laufwerke finden auf der Rückseite Platz und werden somit unauffällig installiert.

Apropos entkoppeln: Festplatten werden ohne Vibrationsdämpfer auf der Rückseite des Mainboardtrays installiert. Die Halterungen können für eine einfachere Installation entnommen werden und nehmen alternativ 2,5-Zoll-Laufwerke auf. Die beiden dedizierten 2,5-Zoll-Vorrichtungen lassen sich ebenfalls auf der Rückseite des Mainboardtrays oder für eine bessere Kühlung auf der Netzteilabdeckung montieren.

Kühlung & Lautstärke

Das FSP CMT510 Plus bietet bereits im Auslieferungszustand eine gute Kühlung. Es sind drei 120-mm-Lüfter in der Front und ein weiterer 120-mm-Lüfter im Heck installiert. Alle Lüfter sind an einem Hub angeschlossen, das zum Steuern der RGB-Beleuchtung mit dem Mainboard verbunden werden kann.

FSP CMT 510 Plus Luefter HubDas Lüfter-Hub versorgt die Lüfter mit Strom und steuert die RGB-Beleuchtung, allerdings nicht die Lüftergeschwindigkeit.

Das Lüfter-Hub kann allerdings nicht die Geschwindigkeit der Lüfter steuern. Die Lüfter sind deutlich hörbar, wir haben den Geräuschpegel aber nicht als störend empfunden. Unser Core i9-7900X erreicht mit der Werkskühlung maximal 72°C auf und eine KFA2 RTX 2070 Super erreicht 69°C.

FSP CMT 510 Plus Hardware 2Die Kühlung ist im Auslieferungszustand gut, könnte aber etwas leiser sein.

Der Deckel bietet die einzige Lüftervorrichtung für 140-mm-Rotoren. Die drei Lüfter in der Front lassen sich gegen einen 360-mm-Radiator tauschen. Einen weiteren Montageplatz für Lüfter verschweigt die Anleitung: vor den Frontlüftern lässt sich noch ein 120-mm-Lüfter am Boden installieren, was auch die offene Netzteilabdeckung erklärt.

Luftfilter sind nur am Boden auf Höhe des vorderen Lüfters und des Netzteils vorhanden. Die Filter werden von allen Seiten mit Klammern gehalten, wodurch das Gehäuse zum Reinigen der Filter auf die Seite gelegt werden muss.

Fazit

Das FSP CMT510 Plus bietet für einen Preis von unter 90 Euro ein schickes Hartglas-Design inklusive vier vorinstallierter RGB-Lüfter, die das Design im Betrieb zusätzlich aufwerten. Über den integrierten RGB-Controller sind bereits zahlreiche, ansehnliche Beleuchtungseffekte möglich. Darüber hinaus lässt sich die Beleuchtung über ein Mainboard mit adressierbarem RGB-Anschluss anpassen.

Während sich die Beleuchtung umfangreich personalisieren lässt, haben Nutzer keine Möglichkeit die Geschwindigkeit der Lüfter zu regeln. Die Lüfter sind zwar hörbar, halten aber dafür die Temperaturen im grünen Bereich. Der Radiator einer Wasserkühlung findet lediglich in der Front Platz.

Vor Staub schützen zwei Luftfilter am Boden, die sich nur schwer zur Reinigung entnehmen lassen. Die vorderen Lüfter weisen keinen Staubfilter auf, wohl aus designtechnischen Gründen.

Jeweils zwei Installationsmöglichkeiten für 2,5- sowie 3,5-Zoll-Laufwerke dürften für die meisten Nutzer heutzutage ausreichend sein, zumal sich durch den Einsatz von M.2-Laufwerken der Flash-Speicher-Anteil einfach aufstocken lässt. Wir vermissen jedoch eine Entkopplung für Festplatten ebenso wie eine Gummierung für die Netzteilauflage.

Alternativen zum FSP CMT510 Plus sind unter anderem das Thermaltake Level 20 MT ARGB (zum Testbericht) oder das Cougar Puritas (zum Testbericht).

Pro

  • ansprechendes Design in Hartglas-Optik
  • geräumiger Innenraum
  • Staubfilter am Boden
  • gute werksseitige Kühlung (vier Lüfter vorinstalliert)
  • anpassbare RGB-Beleuchtung

Contra

  • Netzteil & Laufwerke nicht entkoppelt
  • Lüftergeschwindigkeit nicht steuerbar
  • Staubfilter nur am Boden

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