Mit dem Phanteks Eclipse P500A bietet der niederländische Gehäuse-Hersteller einen auf Airflow getrimmten Midi-Tower der gehobenen Mittelklasse an. Das neue P-Modell hat eine umfangreiche Ausstattung, auf die wir im folgenden Testbericht eingehen. Kann das Gehäuse mit seiner schicken RGB-Beleuchtung auch im Praxistest überzeugen?

Übersicht

Im Produktportfolio von Phanteks reiht sich das P500A in der Mittelklasse-Serie Eclipse zwischen dem P400A (News) und dem P600S (Test) ein. Der Hersteller veröffentlichte das Gehäuse im Juli 2020 in zwei Varianten. Die Non-RGB-Variante hat eine unverbindliche Preisempfehlung von 99 Euro und kommt mit zwei Lüftern und ohne Beleuchtung in Schwarz daher. Für 129,90 Euro gibt es noch die D-RGB-Varianten mit drei Lüftern und Beleuchtung in Schwarz oder Weiß.

Ein ebenfalls auf hohen Airflow ausgelegtes Konkurrenzmodell ist etwa das be quiet! Pure Base 500DX (Test) für aktuell knapp 100 Euro. Phanteks’ eigenes P600S ist seit seinem Marktstart Anfang 2019 allerdings auf einen Preis von unter 140 Euro gefallen und kommt dem neuen Modell somit gefährlich nahe.

Lieferumfang

  • Phanteks Eclipse P500A
  • Montageschrauben (60+) inklusive Aufbewahrungsbox
  • Kabelbinder (6x)
  • GPU-Halter + GPU-Mount (vertikal)
  • Festplattenkäfige (2x)
  • Bedienungsanleitung

Design und Verarbeitung

Der Gehäusekorpus besteht aus robustem Stahl, die gummierten Standfüße aus Kunststoff und die Front aus besonders fein perforiertem Metall-Mesh. Das vordere Mesh mit seinen ein Millimeter kleinen Einlässen soll für eine möglichst hohe Luftzufuhr sorgen und dient gleichzeitig als Staubfilter – zugleich ist es leicht abnehmbar. Auf der Oberseite ist ein magnetischer Staubfilter vorhanden, hinten lässt sich unter dem Netzteil noch ein weiterer, kleiner Staubfilter entnehmen.

Das linke Seitenteil besteht aus leicht getöntem Hartglas und ist hinten an zwei Scharnieren mit dem Gehäuse verbunden. Durch deren unterschiedliche Länge lässt sich die Glasseite leicht anbringen. Zudem sind an den Seiten Schaumstoffdämpfer angeklebt und das Fenster bleibt dank Magneten sicher und flach am Gehäuse. Eine kleine Mulde zum Öffnen befindet sich auf der Vorderseite. Die rechte Stahlseite bietet keine Dämmung und wird durch zwei Daumenschrauben hinten befestigt.

Steuerbare RGB-Beleuchtung für Lüfter und Netzteil-Abdeckung

Unser Testmodell beinhaltet einiges an D-RGB-Beleuchtung. Dies bedeutet, dass sie digital adressierbar ist, also wäre A-RGB eigentlich die gängigere Bezeichnung. Ein entsprechender RGB-Controller für eine Software-freie Steuerung über zwei Tasten auf der Oberseite ist vorhanden, jedoch funktionieren auch verbreitete Sync-Lösungen wie MSI Mystic Light, Razer Chroma und Co. Beleuchtet sind die drei werksseitig vorne montierten Lüfter, ein Streifen entlang der Netzteil-Abdeckung und ein kleiner Bereich an der Oberkante der Mesh-Front. Intern befindet sich außerdem ein Splitter-Kabel, um weitere LED-Streifen an den RGB-Controller anzubinden.

Das Frontpanel befindet sich auf der Oberseite und ordnet sich auf der rechten Seite ein. Neben einem Powerbutton stehen ein 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss, zwei USB 3.0-Ports und einmal USB-C 3.1 (max. 10 Gbit/s) zur Verfügung. Die bereits erwähnten RGB-Steuerungstasten hat der Hersteller direkt dahinter platziert. Zum Ändern der Farbe dient die hintere und zum Wechseln der Modi die vordere Taste.

Innenraum und Installation

Das innere Layout ähnelt stark dem Eclipse P600S (Test) und dem Enthoo Evolv X. Maximal unterstützt das Phanteks P500A Mainboards im E-ATX-Formfaktor mit einer Breite von bis zu 280 Millimetern. Rechts neben dem Mainboard-Bereich setzt Phanteks auf verschiebbare Kunststoffabdeckungen anstatt auf gummierte Aussparungen, um Kabel zu verstecken.

Unserer Meinung nach ist dieser Ansatz allerdings nicht unbedingt besser gelöst und die nach dem Einbau unterschiedlich verschobenen Abdeckungen erzeugen eine unaufgeräumte Optik. Sie lassen sich auf Wunsch ganz entfernen, um etwa Festplatten-Käfige anzubringen. Am Ende muss der Nutzer, also Ihr, entscheiden, ob Euch diese Abdeckungen eher ansprechen als gummierte Durchgänge. Wirklich gut gefällt uns wieder die kleine, verschiebbare Kunststoffabdeckung auf der Netzteil-Abdeckung, um Kabel für die Grafikkarte zu verlegen.

Erwähnenswert ist die Möglichkeit, eine 3-Slot-Grafikkarte vertikal montieren zu können. Allerdings liegt dem Midi-Tower kein entsprechendes PCIe-Riserkabel bei, dieses muss separat erworben werden. Es gibt jedoch eine praktische GPU-Stütze im Lieferumfang, die einer klassisch horizontal eingebauten Grafikkarte zusätzlichen Halt bieten soll. Sie wird auf der rechten Seite hinter dem Mainboard-Tray verbaut.

Ab Werk lassen sich direkt hinter dem Mainboard drei 2,5-Zoll-Laufwerke verbauen. Zudem zählen noch zwei Festplatten-Käfige zum Lieferumfang, die jeweils ein 3,5″-Laufwerk aufnehmen können. Da Festplatten zunehmend seltener in Gehäusen verbaut werden, sind die Käfige netterweise nicht standardmäßig montiert. Unter der Netzteil-Abdeckung gibt es drei verschiedenen Halterungspositionen dafür, dadurch gibt es hinten reichlich Platz für Kabelmanagement.

Kabelführungen und Klettverschlüsse sorgen für ein sauberes Kabelmanagement

Phanteks bietet im Eclipse P500A zwei Kabelkanäle mit Klettverschlüssen, zusätzliche Abhilfe können die beiliegenden Kabelbinder schaffen. Insgesamt steht viel Freiraum für einen einfachen System-Einbau zur Verfügung. Die Grafikkarte darf maximal 435 Millimeter lang sein, beziehungsweise 294 Millimeter, wenn auf dem Mainboard-Tray vorne ein HDD-Käfig verbaut ist. Der CPU-Kühler kann üppige 190 Millimeter hoch sein.

Eine Besonderheit des Phanteks Eclipse P500A ist die Möglichkeit, zwei PC-Systeme zu verbauen. Abseits des primären Systems, vornehmlich mit ATX-Mainboard, lässt sich mittels einer separat erhältlichen Montageschiene oben noch ein Mini-ITX-System integrieren. Dies würde jedoch die Lüfter- und Wasserkühlungsmöglichkeiten einschränken und das Kabelmanagement erschweren. Obendrein ist ein Dual-System-kompatibles Netzteil dafür vonnöten. Wir würden für ein Dual-System zwar eher einen Full-Tower empfehlen, doch es ist begrüßenswert, dass immerhin die Option dafür besteht.

Kühlung und Lautstärke

Im P500A kommen 140-Millimeter-Lüfter von Phanteks zum Einsatz – zwei im Basismodell und je drei in den D-RGB-Modellen. Es handelt sich um 3-Pin-Lüfter, also gibt es keine Pulsweitenmodulation (PWM). Das Modell lautet PH-F140SK, allerdings listet der Hersteller auf der Produktseite nur die PWM-Variante. Jene Lüfter laufen maximal mit 1.500 Umdrehungen pro Minute (rpm), allerdings zeigte uns die Lüftersteuerung bei den verbauten 3-Pin-Modellen maximal circa 1.250 rpm an. Unter Volllast sind sie durchaus hörbar, aber nicht störend laut. Es handelt sich nun einmal um ein Airflow-optimiertes Gehäuse ohne Dämmung, daher sehen wir darin keinen Kritikpunkt.

Lüfterkonfigurationen

Die Lüfter befinden sich hinter Gehäusefront, demnach also nicht direkt hinter dem Mesh-Gitter. Eine lange Aussparung an der Netzteil-Abdeckung sorgt allerdings für genügend Platz, um selbst einen Radiator mit einer Push-Pull-Konfiguration innen zu verbauen. Die Montagemöglichkeiten für Lüfter und Wasserkühlungen haben wir euch folgend aufgelistet:

  • vorne: 3x 120/140 mm bzw. Radiator bis 420 mm
  • hinten: 1x 120/140 mm bzw. Radiator bis 140 mm
  • oben: 3x 120 mm oder 2x 140 mm bzw. Radiator bis 360 mm

Generell ist es immer ratsam, hinten noch einen zusätzlichen Lüfter zu verwenden, der die Abwärme aus dem Gehäuse befördert. Ein Großteil der Käufer dürften vermutlich ohnehin auf eine AiO-Wasserkühlung für den Prozessor setzen, welche die Luft oben durch den Radiator aus dem Gehäuse bläst.

Temperaturergebnisse im Idle und unter Last

Für die Temperaturmessung verbauten wir unser übliches Testsystem, bestehend aus einem AMD Ryzen 5 3600, einem be quiet! Dark Rock Slim (Lüfter: max. 1.500 rpm) und einer ASUS ROG Strix RTX 2070 OC. Im Leerlauf mit automatischer Lüftereinstellung erreichte der Prozessor durchschnittlich 37 Grad Celsius, während es 31 Grad Celsius bei voller Lüfterleistung waren. Die Grafikkarte erwärmte sich dabei jeweils auf circa 35 Grad Celsius.

Unter Last mit Prime95 und FurMark heizte sich die CPU mit automatischer Lüftereinstellung auf maximal 81 Grad Celsius auf. Mit 100-prozentiger Lüftergeschwindigkeit sank die CPU-Temperatur auf 63 Grad Celsius. Bei der Grafikkarte haben wir unter Last 72 Grad Celsius gemessen. Probehalber montierten wir den untersten Front-Gehäuselüfter auf der Rückseite, allerdings verbesserte dies lediglich die GPU-Temperatur um ein Grad Celsius. Insgesamt sind die Temperaturen unter Last sogar etwas kühler im Vergleich zum be quiet! Pure Base 500DX (Test), welches unter Last 68 Grad Celsius bei der CPU und 73 Grad Celsius bei der GPU erreichte.

Fazit

Der Airflow-Fokus des Phanteks Eclipse P500A macht sich durch eine sehr gute Kühlleistung bemerkbar. Generell hinterlässt das Gehäuse einen positiven Eindruck, denn der Aufbau ist durchdacht und die Verarbeitung hochwertig. Es gibt viel Platz für Kabelmanagement und Phanteks bietet viele Features für einen fairen Preis. Darunter etwa die adressierbare RGB-Beleuchtung, ein Glasfenster sowie praktisches Zubehör und allerlei Montagemöglichkeiten.

Weniger praktisch finden wir die Abdeckungen für die Kabelführung, doch das ist Geschmackssache. Für die Montage eines Zweit-Systems oder einer vertikalen Grafikkarte ist zudem separates Zubehör vonnöten. Preislich liegt das Phanteks Eclipse P500A D-RGB bei etwa 140 Euro, die Non-RGB-Variante gibt es schon für etwa 110 Euro. Verfügbar sollen beide Gehäuse aber erst ab dem 1. Oktober sein (wir updaten euch diesbezüglich!).

Gehäuse
Allround-PC.com
08/2020
Phanteks Eclipse P500A D-RGB
Empfehlung

Pro

  • sehr gute Kühlleistung
  • einfaches Kabelmanagement
  • viele Laufwerkmontagemöglichkeiten ab Werk
  • hochwertige Verarbeitung

Contra

  • keine PWM-Lüfter bzw. integrierte Lüftersteuerung
  • Kabelabdeckungen bieten kaum Mehrwert gegenüber herkömmlichen Methoden
  • einige Montageoptionen setzten separates Zubehör voraus

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