Nachdem das Meshify C die Gehäuse-Serie vor einigen Jahren begründet hat und zwischenzeitlich noch das Meshify S2 gefolgt war, bringt Fractal Design mit dem Meshify 2 Compact nun das nächste Modell auf den Markt. Dabei übernimmt das neue Case einige Features des größeren Meshify 2, bringt diese jedoch – wie der Name schon verrät – in einem kompakteren Format unter. Wir haben für euch getestet, ob das Gehäuse in der Praxis überzeugen kann.

Übersicht

Erst im Herbst hat das schwedische Unternehmen mit dem Meshify 2 das neuste Modell der Gehäuse-Serie präsentiert. Schaut gern mal in unseren Video-Test zu diesem doch sehr überzeugenden Gehäuse vorbei. Das neue Meshify 2 Compact möchte nun den nahezu gleichen Funktionsumfang in einem schmaleren Gerüst unterbringen und schrumpft dahingehend um einige Zentimeter. Preislich startet das Gehäuse bei 99,99 Euro UVP als Solid-Variante, mit Seitenteil aus gehärtetem Glas werden 108,99 Euro UVP fällig. Somit ergibt sich ein Preisunterschied zum Meshify 2 von etwa 30 Euro. Farblich stehen wieder Schwarz, Grau sowie Weiß zur Auswahl – für unseren Test haben wir das schwarze Modell mit TG-Panel erhalten.

Bild: Fractal Design

Lieferumfang

    • Meshify 2 Compact – Gehäuse
    • 2x Dynamic X2 GP-14 Lüfter + 1x Dynamic X2 GP-12 Lüfter (vorinstalliert)
    • Zubehör-Box (Schrauben, Gummidämpfer, Kabelbinder etc.)
    • Handbuch

Die wichtigsten Neuerungen vorweg

Als kompaktes tl;dr vorweg haben wir euch hier mal die wichtigsten Neuerungen im Vergleich zu den vorherigen Modellen zusammengefasst:

    • abnehmbares Mesh-Panel mit Scharnieren
    • Frontanschlüsse nun vom Frontpanel getrennt + USB 3.1 Gen 2 Typ-C
    • mehr vorinstallierte Lüfter
    • neue, abnehmbare Staubfilter aus Nylon für Front, Deckel und Boden
    • Seitenteile nun schraubenlos befestigt
    • mehr Platz für Netzteil und Grafikkarte

Design, Funktionen und Verarbeitung

Als Basis für das Meshify 2 Compact dient das Fractal Design Define 7 Compact (Test), die Abmessungen sind dabei vollkommen identisch. Doch das ist keinesfalls etwas Schlechtes, denn schon das kompaktere Define-Modell konnte durchaus überzeugen. Allerdings zeigt sich das neue Meshify 2 Compact vor allem durch die Mesh-Front erkenntlich, die nun ein Scharnier erhalten hat. So lässt sich der dahinterliegende Nylon-Staubfilter einfacher zum Reinigen entfernen. Weitere Staubfilter sitzen im Deckel und auf der Unterseite.

Bild: Fractal Design

Die Frontanschlüsse sind nun nicht mehr mit dem Frontpanel verbunden, zudem erhält der USB Typ-C Anschluss ein Upgrade auf USB 3.1 Gen 2. Das Top-Panel ist nun übrigens vollständig abnehmbar, für eine einfachere Hardware-Installation lässt sich zudem die Querstrebe abnehmen. Die Verarbeitung des Fractal Design Meshify 2 Compact ist tadellos, wir konnten keine Mängel feststellen. Sowohl die Metall- als auch die Kunststoff-Elemente sind gut verarbeitet.

Mehr Platz im Innenraum und größere Lüfter ab Werk

Im Innenraum gibt es im direkten Vergleich zum Meshify C sogar mehr Freiraum für große Hardware. So lassen sich Grafikkarten mit bis zu 360 mm (ohne Frontlüfter, mit Lüfter max. 341 mm, mit Radiator max. 305 mm) einbauen, für das Netzteil gibt es max. 200 mm (mit HDD-Käfig und Frontlüftern) und der CPU-Kühler darf max. 169 mm hoch sein. Für Speicherlaufwerke steht der HDD-Käfig mit zwei Universalhalterungen für jeweils ein 2,5″ oder 3,5″ Laufwerk zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es zwei 2,5″-Halterungen, die sich entweder hinter dem Mainboard oder auf der PSU-Abdeckung installieren lassen.

Ein wirklich sinnvolles Upgrade, besonders für das Airflow-optimierte Gehäuse, gibt es durch den dritten vorinstallierten Lüfter. Ab Werk sind somit zwei Dynamic X2 GP-14 Lüfter (140 mm) in der Front sowie ein Dynamic X2 GP-12 Lüfter (120 mm) im Heck verbaut. Alternativ lassen sich in der Front bis zu 3x 120 mm Lüfter installieren, im Deckel gibt es Platz für bis zu 2x 120/140 mm Lüfter und im Boden lässt sich bei Bedarf ein zusätzlicher 120 mm Lüfter montieren (nur ohne HDD-Käfig). Im Gegensatz zum Fractal Design Meshify 2 (Test) ist allerdings keine Lüftersteuerung mit an Bord.

Custom-Wasserkühlung? Mit Multibracket durchaus möglich!

Der Platz in der neuen Compact-Variante ist zwar etwas begrenzt, eine Custom-Wasserkühlung könnte jedoch trotzdem reinpassen – ganz nach dem Motto: Platz ist in der kleinsten Hütte. Von daher lässt sich beispielsweise ein 360 mm Radiator in der Front und ein 280 mm Radiator im Deckel (Wichtig: Höhe der Mainboard-Komponenten max. 40 mm) verbauen. Die Pumpe könnte auf einem Multibracket direkt hinter der Front auf der PSU-Abdeckung ihren Platz einnehmen. Dieses ist optional für 9,99 Euro UVP erhältlich und zum Beispiel auch zur Montage weitere Speicherlaufwerke auf Lüfterslots nützlich.

Fractal Design Meshify 2 Compact im Hands-On


Temperaturen und Lautstärke

Der Fokus des Meshify 2 Compact liegt ganz klar auf einem hohen Airflow, daher wollen wir uns natürlich auch Temperaturen und Lautstärke etwas näher ansehen. Hierfür haben wir unser aktuelles Gehäuse-Testsystem verbaut, das auf einem AMD Ryzen 5 3600, einem be quiet! Dark Rock Slim (Test) und einer ASUS ROG Strix RTX 2070 OC basiert. Im Leerlauf liegt der Prozessor bei 30-32 °C, die Grafikkarte erreicht 35 °C (passiver Modus aktiv). Um das System unter Last zu setzen, nutzen wir Prime95 (Small FFTs) sowie Furmark (2.160p). Hier konnten wir bei der CPU max. 75 °C messen, bei der GPU lagen wir bei max. 73 °C.

Die Lautstärke war im Leerlauf sehr angenehm, die Lüfter drehten bei 500-600 Umdrehungen und waren – für ein Airflow-optimiertes Gehäuse – kaum zu hören. Unter Last drehten die Lüfter deutlich auf, lassen sich dabei jedoch nicht als unangenehm bezeichnen. Die beiden 140 mm Lüfter drehen dabei mit ca. 1.000 Umdrehungen pro Minute, beim 120er Lüfter im Heck waren es ca. 1.250 U/min. Die hauseigenen Dynamic X2 Lüfter scheinen also einen guten Job zu machen.

Fazit – Fractal Design Meshify 2 Compact

Das Meshify 2 Compact knüpft an die guten Erfahrungen mit dem großen Geschwistermodell an, bleibt dabei jedoch eben etwas kompakter. Der Innenraum ist dennoch überraschend geräumig und kann große Hardware ohne große Einschränkungen aufnehmen. Auch eine Custom-Wasserkühlung ist durchaus möglich, benötigt jedoch weiteres Zubehör. Die Hardware ist einfach und schnell installiert, besonders die flexible Demontage der Seitenteile und Front- sowie Deckelelemente ist da von Vorteil. Ab Werk sind drei Lüfter vorinstalliert, die sowohl laufruhig als auch performant sind. Unter Last kann das Gehäuse zwar keine Spitzenwerte erzielen, liefert jedoch eine gute Leistung bei einer angenehmen Laufstärke ab. Weitere Pluspunkte gibt es für die insgesamt drei Nylon-Staubfilter, Kabelführungen mitsamt Klettverschlüssen für ein gutes Kabelmanagement sowie USB Typ-C für die Front-I/O. Eine Lüftersteuerung, wie sie noch beim Meshify 2 zum Einsatz kommt, ist beim Compact-Modell leider nicht mit an Bord. RGB-Verliebte müssen die bunte Beleuchtung zudem durch weitere Komponenten „nachrüsten“.

Das Fractal Design Meshify 2 Compact in Schwarz mit Glas-Seitenteil geht für 108,99 Euro UVP an den Start. Von uns bekommt das Gehäuse eine klare Empfehlung, da nicht nur Verarbeitung und Funktionsumfang stimmt, sondern einfach das durchdachte Gesamtpaket. Wer es also etwas kompakter möchte und nicht ganz so viel Platz auf dem Schreibtisch hergeben will, genau für den ist das Meshify 2 Compact die richtige Wahl.

Gehäuse
Allround-PC.com
02/2021
Fractal Design Meshify 2 Compact
Empfehlung

Pro

  • geräumiger Innenraum
  • flexible Installationsmöglichkeiten für GPU und Speicher
  • einfache und schnelle Hardware-Montage möglich
  • drei vorinstallierte Lüfter mit guter Kühlleistung
  • Staubfilter für Front, Deckel und Boden
  • gutes Kabelmanagement
  • USB Typ-C Port auf der Front

Contra

  • keine Lüftersteuerung
  • (keine RGB-Beleuchtung mit an Bord)

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