Wir testen heute ein sehr schickes Mini-ITX-Gehäuse für euch: Das Meshlicious von Sunny Side Up Design (kurz SSUPD) – einer neuen Marke von Lian Li in Kooperation mit Ncase. Zum Preis von 120 Euro gibt es ein paar ausgeklügelte Features und flexible Installationsmöglichkeiten, im Fokus steht jedoch auch das recht luftige Mesh-Design. Doch wie schlägt sich das Case im Praxiseinsatz?

Das Meshlicious gibt es in verschiedenen Ausführungen, für unseren Test haben wir zur Hartglas-Variante in Weiß gegriffen – Preispunkt: 119,90 € bei Caseking.de*. Alternativ gibt es das kompakte Gehäuse auch im klassischen Schwarz*. Zudem könnt ihr euch auch für die „Full Mesh“-Variante in beiden Farben für 129,90 Euro* entscheiden.

Im Lieferumfang des SSUPD Meshlicious gibt es ein kleines Zubehörpaket mit Laufwerks-Bracket, Kabelbindern, Montage-Kit (Schrauben etc.) und HDMI-Kabel mit einem abgewinkelten Anschluss. Bereits ab Werk ist zudem ein PCIe-Riser im Case installiert, allerdings nur nach PCI-Express 3.0 Standard. Für RTX 3000er-Karten lohnt sich da durchaus direkt das Upgrade zur neuen PCIe 4.0 Edition, was jedoch auch einen Aufpreis von 50 bis 60 Euro bedeutet (179,90 Euro bei Caseking*).

Design & Features

Auf den ersten Blick fällt direkt das sehr „leichte“, offene Design mit vielen Mesh-Elementen auf. Alle Abdeckungen mit dem feinen Lochblech, und in diesem Fall natürlich auch das Hartglas-Seitenteil, lassen sich dabei sehr einfach abnehmen. Ihr braucht dazu nicht mal Werkzeug, da die Paneele über vier Stifte am Stahl-Chassis angebracht sind. Dem Frontpanel hat Sunny Side Up Design einen beleuchteten Powerbutton sowie zwei schnelle USB-Schnittstellen verpasst (1x USB 3.1 Typ-C, 1x USB 3.0 Typ-A). Eine Audio-Kombi mit zwei 3,5 mm Klinkenanschlüssen ist zwar nicht mit an Bord, euren Kopfhörer könnt ihr jedoch gerade bei diesem kompakten Format auch fix mal auf der Rückseite anstecken.

Das Meshlicious wiegt knapp 3,7 Kilogramm und bietet ein Volumen von 14,67 Litern. Die Verarbeitung ist wirklich erstklassig, wir konnten keine Mängel feststellen. Auch der weiße Lack ist fehlerfrei und von guter Qualität. Im Inneren erwartet euch ein 2-Kammern-Design: Links sitzen Mainboard und Netzteil, auf der rechten Seite befindet sich das GPU-Abteil.

Hier die wichtigsten Facts zur Hardware-Montage:

  • CPU-Kühler Höhe: max. 73 mm (3-Slot-GPU) bzw. 53 mm (4-Slot-GPU) – MB-Tray lässt sich verschieben
  • Netzteil Länge: max. 170 mm (entweder SFX oder ATX) – max. 150 mm (mit 62 mm dickem Front-Radiator)
  • GPU-Maße: max. 336 mm lang & 155 mm breit – bis zu 4-Slot-GPUs (max. 83 mm dick) möglich (alternativ „vertikale“ GPU mit max. 211 mm ohne Front-Radiator)

Speicherlaufwerke werden primär auf dem Boden installiert, so können insgesamt 2x 2,5″-Laufwerke verbaut werden. In Verbindung mit einem SFX-Netzteil ergibt sich noch 1x 2,5″-Slot auf dem Mainboard-Tray (direkt unter dem Mainboard). Was uns dabei jedoch aufgefallen ist: Die Schraube unten links für das SFX-Bracket kollidiert mit der SSD auf dem Mainboard-Tray – dreht diese also nicht ganz rein, kürzt sie oder lasst sie einfach weg. Alternativ, und nur in Verbindung mit einer horizontal installierten Grafikkarte,  lässt sich noch das im Lieferumfang enthaltene Bracket für bis zu 4x 2,5″- oder 2x 3,5″-Laufwerke einfügen. Dafür benötigt ihr allerdings das optionale 180 mm Riser-Kabel (34,90 Euro bei Caseking*).

Zum Belüften des Innenraums könnt ihr in der Front bis zu zwei 120/140 mm Lüfter installieren. Dementsprechend lässt sich dort auch ein Radiator mit bis zu 240/280 mm anbringen. Durch den mittleren Mainboard-Tray seid ihr hier jedoch auf max. 62 mm in der Dicke (Radiator + Lüfter) limitiert. Für handelsübliche AiO-Wasserkühlungen ist das jedoch mehr als ausreichend. Wichtig ist hierbei nur: Die Schläuche dürfen nicht mittig in den Radiator führen, sondern möglichst weit außen. Zudem sollten die Schrauben zur Lüfter-Installation auf dem Radiator einen flachen Kopf aufweisen, da sonst das Front-Mesh-Element nicht mehr richtig befestigt werden kann.

Die verbaute Hardware:

Video-Test: SSUPD Meshlicious


Fazit

Das Meshlicious von Sunny Side Up Design (SSUPD) ist sicherlich nicht das perfekte Mini-ITX-Gehäuse, macht aber so einiges richtig und ist vor allem gut durchdacht. Das Case ist hochwertig verarbeitet, bietet flexible Installationsmöglichkeiten und kann selbst etwas größere Hardware aufnehmen. Die Kühlleistung ist für dieses Format wirklich in Ordnung, die Lautstärke ist dem offenen Mesh-Design entsprechend natürlich etwas höher. Mit den richtigen Drehzahleinstellungen bleibt euer System jedoch auch unter Last angenehm ruhig.

Dazu gibt es einen komfortablen Hardware-Einbau, bei dem sich auch das Kabelmanagement am Ende sehen lassen kann. Wir empfehlen euch dahingehend allerdings ein voll-modulares SFX-Netzteil für etwas mehr Freiheit. Je nach Grafikkarte und Einsatzzweck könnte lediglich das verbaute Riser-Kabel ein Kritikpunkt sein. Wollt ihr unbedingt eine 3,5″-Festplatte unterbringen, muss die Grafikkarte horizontal installiert werden – und das längere Riser-Kabel für 34,90 € optional dazu bestellt werden.

Mit dem PCI-Express 3.0 Standard ist das ab Werk verbaute Riser-Kabel zudem für topaktuelle Systeme nicht mehr zu empfehlen. Zwar gibt es für 99,90 €* einen PCIe 4.0 Riser von SSUPD, sinnvoller ist es jedoch da direkt zur Meshlicious PCIe 4.0 Edition* mit knapp 50-60 € Aufpreis zu greifen. Dort ist dann zwar kein Hartglas-Seitenteil mit im Paket, eure Grafikkarte wird es euch jedoch mit deutlich besseren Temperaturen danken. Das SSUPD Meshlicious gibt es mit Glas-Seitenteil für 119,90 € bei Caseking*, das Full-Mesh-Modell kostet 129,90 €*.

Gehäuse
Allround-PC.com
10/2021
SSUPD Meshlicious
Empfehlung

Pro

  • schickes Design mit guter Verarbeitung
  • gute Temperaturen bei angenehmer Lautstärke möglich
  • flexible Installationsmöglichkeiten
  • guter Zugriff in den Innenraum
  • ordentliches Kabelmanagement möglich
  • moderne Frontanschlüsse mit USB Typ-C Port
  • PCIe 3.0 Riser bereits verbaut

Contra

  • nicht jede Montage-Option „out of the box“ möglich (z,B. horizontale GPU)
  • SSD-Slot auf Mainboard-Tray kollidierte mit rückseitiger Schraube (in unserem Sample)
  • GPU-Temperaturen mit Glas-Seitenteil (Mesh empfohlen!)
  • vorinstalliertes Riser-Kabel sorgt für Probleme mit PCIe 4.0 GPUs

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