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Sharkoon M30 RGB im Test: Schlichter Midi-Tower für unter 100 Euro

Was taugt das neue Budget-Gehäuse?

Anfang des Jahres hat Sharkoon mit dem M30 RGB ein neues Gehäuse im schlichten Gewand an den Start gebracht. Der Midi-Tower greift wie viele aktuelle Modelle auf ein Mesh-Design zurück, um eine gute Kühlleistung zu ermöglichen. Im Folgenden werden wir das Case genauer unter die Lupe nehmen.

Mit der M30-Serie bietet Sharkoon seit Kurzem zwei Gehäuse an, die vor allem durch ihre Schlichtheit überzeugen möchten. Während das M30 Black auf jeglichen Schnickschnack verzichtet, bietet das M30 RGB ein Glasseitenfenster und einen RGB-Lüfter im Heck. Abseits davon nutzen beide Modelle den gleichen Aufbau. Wir konzentrieren uns heute auf die beleuchtete Variante, die aktuell für rund 80 Euro den Besitzer wechselt.

Design & Verarbeitung

Optisch wirkt das M30 RGB wenig aufregend und fast schon langweilig, was aber nicht unbedingt etwas Schlechtes ist. Eher wirkt das Gehäuse zeitlos und zurückhaltend, wodurch es leicht in ein Setup integrierbar ist. Bei der Front handelt es sich dabei wohl um das wichtigste Design-Merkmal, denn hier setzt Sharkoon auf ein Mesh-Design, das zu den Seiten hin abgerundet ist. Das Meshgitter wird oben lediglich durch eine Aussparung durchbrochen, die an die Notch eines iPhones (Test: iPhone 14 Pro) erinnert.

Auf der Oberseite befindet sich neben einem magnetischen Staubfilter auch das frontseitige I/O-Panel. Letzteres beherbergt zwei USB 3.0-Anschlüsse sowie zwei 3,5-mm-Stecker. Auch ein USB 3.2 Gen 2 Port im Type-C-Format lässt sich dort finden, was durchaus beachtlich ist in diesem Preisbereich. Ein Seitenfenster aus Temperglas ermöglicht darüber hinaus einen ungehinderten Blick auf die Hardware im Innenraum.

Der Midi-Tower kommt auf eine Größe von 45,7 x 22 x 48,8 cm (L x B x H) und bringt knapp 7,2 kg auf die Waage. In Sachen Verarbeitung macht das Case einen sehr soliden Eindruck. Einzig das relativ dünne Plastik an der Frontblende sowie einige Fertigungsüberreste am HDD-Käfig schmälern den sonst guten Eindruck.

Innenraum

Im Inneren gibt es ausreichend Raum für größere Komponenten, wodurch sogar E-ATX-Platinen mit dem Sharkoon M30 kompatibel sind. Für CPU-Kühler stehen bis zu 172 mm zur Verfügung, während Grafikkarten bis zu 380 mm lang sein dürfen. Allerdings gibt es weitere Einschränkung, die erst beim Aufbau aufgefallen sind – dazu also später mehr. Eine kleine Überraschung hat das günstige Gehäuse allerdings doch im Petto, denn die GPU kann optional vertikal verbaut werden. Passendes Zubehör liegt bereits dem Lieferumfang bei, ein Riserkabel muss jedoch separat erworben werden.

Zahlen & Fakten

Für Speicherlaufwerke stehen insgesamt vier Einbauplätze bereit. Hinter dem Netzteil befindet sich ein, bei Bedarf entnehmbarer, HDD-Käfig, der bis zu zwei 3,5 Zoll Festplatten aufnehmen kann. Zumindest der untere Einbauplatz ermöglicht einen werkzeuglosen Einbau, wobei es ebenfalls eine simple HDD-Entkopplung gibt. Hinter dem Mainboard können dann noch zwei weitere 2,5 Zoll SSDs befestigt werden. Dessen Montagehalterungen könnt ihr aber auch auf die PSU-Abdeckung packen.

Zwischen Mainboard-Tray und Rückwand stehen etwa zwei Zentimeter zur Verfügung, um Kabelstränge zu verlegen. Das reicht weitestgehend aus, mehrere Kabel sollten aber nicht unbedingt übereinander gelegt werden. In der hinteren Kammer lassen sich zudem zwei Klettverschlüsse finden, mit denen das Kabelmanagement erleichtert werden soll. Leider verzichtet Sharkoon jedoch auf gummierte Kabeldurchführungen im Mainboard-Tray, die wünschenswert gewesen wären.

Kühlung

Out-of-the-Box bietet das M30 RGB zwei 120-mm-Lüfter, wovon einer in der Front und einer im Heck sitzt. Letzterer bietet eine anpassbare RGB-Beleuchtung, die für eine optische Aufwertung – und den Namenszusatz – sorgt. Beim vorderen Lüfter handelt es sich wiederum um einen unbeleuchteten SilentStorm BW120 PWM, der mit bis zu 1.400 RPM drehen kann. Beide Lüfter werden über ein 4-Pin-PWM-Kabel an das Mainboard angeschlossen.

Kühlungsoptionen

Es besteht außerdem die Möglichkeit, fünf weitere 120-mm-Lüfter zu verbauen. Sowohl im Deckel als auch in der Front ist der Einbau von drei Lüftern möglich. Alternativ kann ein 360-mm-Radiator im Gehäuse untergebracht werden, dessen maximale Höhe vom verbauten Mainboard abhängig ist. Hinter dem Mainboard-Tray befindet sich übrigens ein kleiner RGB-Hub, an dem sich vier 3-Pin-RGB-Anschlüsse befinden. Die Beleuchtung lässt sich dann bei Bedarf über den Reset-Button am Frontpanel steuern.

Praxistest

Für den Praxistest haben wir unser aktuelles Gehäuse-Testsystem in das Sharkoon M30 RGB eingebaut, das auf dem AMD Ryzen 7 5800X basiert. Kombiniert wird der Prozessor mit einem MSI MEG X570S Ace Max und einem Arctic Freezer A35 ARGB (Test). Dazu gesellt sich eine MSI RTX 3080 Gaming X Trio sowie 16 GB Patriot Viper RGB DDR4-4133 Arbeitsspeicher.

Hardware-Installation

Bis zu einem gewissen Punkt verlief die Hardware-Installation schnell und problemlos. Neben dem Netzteil ließ sich auch das Mainboard ohne Probleme installieren. Erst beim Einbau der GPU sind Komplikationen aufgetreten. Nach dem Einsetzen der Grafikkarte muss das vertikale GPU-Bracket wieder installiert werden, das als Blende fungiert und gleichzeitig für Stabilität sorgt. Allerdings war in unserem Fall die Grafikkarte (konkret eine MSI RTX 4070 Ti Gaming X Trio White) im Weg, da dessen Platine mit einer Tiefe von 140 mm über die Länge des Erweiterungsslots hinausragt.

Nach einiger Zeit und etwas Fingerspitzengefühl haben wir zwar einen passenden Winkel gefunden, um das Bracket einzusetzen und zu verschrauben, doch zugegebenermaßen hat dies einiges an Nerven gekostet. Es scheint so, als wäre das Sharkoon M30 RGB nicht unbedingt für die „dicken Klopper“ geeignet. Mit schmaleren GPU-Modellen sollte es jedoch keine Problem geben. Bis zu welche Tiefe der Einbau möglich ist, konnten wir leider (noch) nicht herausfinden.

Temperaturen & Lautstärke

Unter Last zeigt das Kühlkonzept dann leider seine Schwächen: Die beiden Lüfter schaffen es nicht ganz, einen ausreichend starken Airflow zu entwickeln. Dadurch steigt Temperatur der CPU auf rund 90 °C, womit das thermische Limit für mehr Boost erreicht wird. Daraus resultierend drosselt der Prozessor leicht auf etwa 4,1 GHz herunter. Es scheint so, als würde der Frontlüfter mit seinen 1.400 rpm einfach zu wenig Druck erzeugen.

Wir empfehlen daher mindestens einen weiteren Lüfter in der Front zu montieren, um den Airflow und somit die Kühlleistung zu verbessern. Zumindest bei der Lautstärke macht das Gehäuse aber einen guten Eindruck. Die Lüfter werden unter Last zwar hörbar, allerdings dringt das Geräuschbild in keine unangenehmen Sphären vor. Im Desktop-Betrieb arbeiten die Lüfter vergleichsweise leise.

Fazit

Prinzipiell bietet Sharkoon mit dem M30 RGB ein solides Budget-Gehäuse an, das mit einigen kleineren Kniffen überzeugen kann. Besonders die Option, die Grafikkarte vertikal zu montieren, ist in diesem Preisbereich nicht gerade selbstverständlich (Riser-Kabel optional verfügbar). Auch optisch weiß das Gehäuse mit seiner schlichten Gestaltung zu überzeugen. Die Kühlleistung ist zwar nicht auf höchstem Niveau, aber zumindest ausreichend und bei Bedarf gut ausbaufähig. Mit dem Beinamen RGB hätten wir uns jedoch etwas mehr als nur einen RGB-Lüfter im Heck gewünscht.

Leider trübt die Grafikkarten-Problematik das Gesamtbild enorm. Zumindest ein Hinweis seitens Sharkoon, dass tiefere Grafikkarten (die ja immer häufiger der Fall sind) potenziell für Probleme sorgen, wäre hilfreich. Entsprechend eignet sich das Gehäuse nicht unbedingt für GPUs, deren Platine über den eigentlichen Slot hinausragt – also, sofern ihr diese nicht eh vertikal verbauen wollt. Doch zum Preis von 80 Euro erwartet euch mit dem Sharkoon M30 RGB ein grundsolides Gehäuse mit schlichter Optik und viel Platz für größere Komponenten.

Gehäuse
Allround-PC.com Award
03/2023
Sharkoon M30 RGB
Preis-Leistung

Pro

  • schlichtes Design
  • solide Verarbeitung
  • Platz für größere Komponenten
  • integrierter RGB-Hub mit Steuerung
  • vertikale GPU-Installation möglich

Contra

  • potenzielle Probleme bei der Grafikkarten-Installation
  • ausbaufähige Kühlleistung

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Arian Krasniqi Profilbild Arian Krasniqi

…ist seit 2021 Teil des Teams und befasst sich vor allem mit Hardware-Komponenten sowie mit weiteren technischen Neuheiten. Auch aktuelle Spiele auf PC und Konsole gehören zu seiner Leidenschaft.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen (m/w/d) verzichtet. Alle Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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