Zwei Jahre nach dem Dark Power 13 bringt be quiet! mit dem Dark Power 14 die nächste Generation auf den Markt. Das Netzteil bringt ein Upgrade auf ATX 3.1 sowie PCIe 5.1 mit sich und kann erstmals mit einem semi-passiven Betrieb punkten. Wir haben einen ersten Blick auf das neue High-End-Netzteil mit Titanium-Zertifizierung geworfen.
Die be quiet! Dark Power 14-Serie ist ab sofort verfügbar und umfasst insgesamt drei Modelle. Angeboten wird das Netzteil mit 850 Watt (ab 190 Euro), 1.000 Watt (ab 235 Euro) und 1.200 Watt (ab 265 Euro). Im Folgenden werden wir uns mit dem Topmodell mit 1.200 Watt befassen.
ATX 3.1 und PCIe 5.1: Was steckt dahinter?
Zunächst wollen wir die zwei größten Upgrades erklären: ATX 3.1 und PCIe 5.1. Was ist neu? Und lohnt das Upgrade?
Im Vergleich zu ATX 3.0 bringt ATX 3.1 einige Neuerungen mit sich – vor allem beim Thema Sicherheit. Besonders der überarbeitete 12V-2×6-Stecker, Nachfolger des bisherigen 12VHPWR-Anschlusses, wurde sicherer gestaltet. Er verfügt nun über längere Leiterkontakte für eine bessere Stromübertragung und verkürzte Sensor-Pins, die nur dann Verbindung herstellen, wenn der Stecker korrekt sitzt. Wird er nicht vollständig eingesteckt, unterbricht das System automatisch die Stromzufuhr, um ein Überhitzen zu verhindern.
Die übrigen Spezifikationen unterscheiden sich kaum vom ATX-3.0-Standard. Netzteile müssen weiterhin kurzzeitige Lastspitzen bis zum Dreifachen der maximalen Ausgangsleistung für 100 Millisekunden verkraften können. Die maximale Leistung des 12V-2×6 bleibt Steckers bleibt ebenfalls unverändert bei 600 Watt.
Auch bei PCIe 5.1 handelt es sich im Wesentlichen um ein Feintuning der Vorgängerversion. Neu ist unter anderem die Unterstützung von ECC (Error Correction Code), womit Datenfehler direkt erkannt und korrigiert werden sollen. Außerdem wurde die Belastbarkeit des PCIe-Slots weiter erhöht: Er muss jetzt kurzfristig (< 100 Mikrosekunden) bis zum 2,5-Fachen seiner Nennleistung liefern können.
Technik & Design: Viel Power, noch mehr Anschlüsse
Nun zum Netzteil selbst: be quiet! übernimmt das kantige Design mit schwarz lackiertem Stahlgehäuse vom Dark Power 13. Optisch gibt es bis auf die geänderte Zahl beim glänzenden Schriftzug keine Unterschiede zum Vorgänger. Mit einer Länge von 175 Millimetern gehört das Dark Power 14 sicherlich nicht zu den kompaktesten Netzteilen, sollte aber in so gut wie jedem Midi-Tower-Gehäuse problemlos Platz finden. Dank des vollmodularen Formats spart ihr zudem den überschüssigen Kabelsalat, der ansonsten entstehen würde.
Entsprechend der Leistungsklasse lassen sich also ziemlich stromhungrige Systeme mit dem Netzteil betreiben. Für Grafikkarten stehen sogar direkt zwei 12V-2×6-Anschlüsse zur Verfügung – GPUs mit zwei 600-Watt-Anschlüssen gibt es jedoch (bisher) nicht.
Das Dark Power 14 bietet folgende Anschlüsse:
- ATX-Kabel: 1x
- P4+4 (CPU): 1x
- P8 (CPU): 1x
- 12V-2×6 (GPU): 2x
- PCIe 6+2 (GPU): 4x
- SATA: 13x
- PATA: 2x
Im Lieferumfang befinden sich ein 12-teiliges Kabelset, ein Kaltgerätekabel sowie ein mehrsprachiges Handbuch. Dazu gibt es ein paar Kabelbinder, einige Klettbänder sowie normale Befestigungsschrauben. Auch hochwertige Thumb Screws sind dabei. Mir persönlich gefällt die eher halbgare Ummantelung der Kabel aber nicht so sehr – das geht besser, be quiet.

Unter der Haube ist das Netzteil mit insgesamt vier 12V-Schienen ausgestattet, je zwei mit 45 und 33 Ampere, die zusammen bis zu 1.200 Watt bereitstellen können. Die Nebenspannungen 3,3 Volt und 5 Volt sind mit 25 bzw. 24 Ampere spezifiziert, wobei die kombinierte Leistung mit 120 Watt angegeben wird.
Optional für Overclocing: Von Multi- auf Single-Rail umschalten
An der Rückseite des Netzteils lässt sich außerdem ein Schalter vorfinden, mit dem sich zwischen einem Multi-Rail- und Single-Rail-Betrieb wechseln lässt. Im Single-Rail-Betrieb werden die vier 12V-Schienen zu einer zusammengeschaltet. Dieser Modus richtet sich vor allem an Overclocker und hebelt die Schutzfunktion der Multi-Rail aus.

be quiet! setzt im Inneren übrigens auf ein DC-DC-Design mit LCC-Resonanzwandlern und Synchronous Rectifier (SR). Dabei kommen japanische Kondensatoren zum Einsatz, die für bis zu 105 °C ausgelegt sind. Mit 80 Plus Titanium und Cybernetics Titanium Zertifizierungen soll das Dark Power 14 eine Effizienz von bis zu 95,4% bei etwa 50% Last erreichen, womit es ziemlich effizient arbeitet.
Ansonsten ist das Dark Power 14 natürlich auch mit allen wichtigen Schutzschaltungen ausgestattet, darunter Überhitzschutz (OTP), Überlastschutz (OPP), Kurzschlussschutz (SCP) und Schutz bei Überspannung und zu hohem Einschaltstrom (SIP).
Kühlung: Silent Wings Lüfter mit semi-passivem Betrieb
Für die Kühlung der internen Komponenten sorgt ein 135-mm-Silent-Wings-Lüfter mit FDB-Lager (Fluid Dynamic Bearing) und 6-poligem Motor. Mit einer maximalen Drehzahl von 2.100 U/min arbeitet der Lüfter etwas schneller als beim Dark Power 13, dessen Lüfter bis zu 1.800 U/min erreichte. In der Praxis liegt die Drehzahl aber bei 400 bis 1.000 RPM. Im normalen Betrieb arbeitet der Lüfter ziemlich leise – CPU-Kühler und Grafikkarte machen sich im Gaming-Betrieb eher bemerkbar.
Im Vergleich zum Dark Power 13 wurde der Lüfter stark überarbeitet. Beim Vorgänger gab es noch ein trichterförmiges Kunststoffelement um den Lüfter herum, welches die Luft möglichst optimal leiten sollte. Beim Dark Power 14 wurde dieses Element gegen einen großen Aluminium-Kühlkörper ausgetauscht, welcher an zwei Stellen über Wärmeleitpads Kontakt mit den internen Kühlkörpern hat.
Das dürfte wohl auch einer der Gründe sein, warum be quiet erstmals auf einen semi-passiven Betrieb setzt. Wer also den „0 rpm“-Schalter auf der Rückseite umlegt, wird sich bei geringer Last über ein leises freuen. Der Lüfter schaltet sich dann erst ab 60-%-Last ein, bleibt dann aber weiterhin auf einem ruhigen Niveau (CPU-Kühler und GPU-Lüfter sind oftmals deutlich lauter).
Fazit: Ein Netzteil der Titan-Klasse!?
Das be quiet! Dark Power 14 präsentiert sich als konsequente Weiterentwicklung der High-End-Serie und richtet sich klar an Enthusiasten und Overclocker. Es punktet vor allerm mit der Unterstützung von ATX 3.1 und PCIe 5.1, effizienten Titanium-Zertifizierungen und dem neuen semi-passiven Modus. Besonders durch den umschaltbaren Single-Rail- bzw. Multi-Rail-Betrieb hebt es sich von vielen Konkurrenten ab – ein echtes Plus für Overclocker.
Lediglich der Preis ist happig: Mit Einstiegspreisen ab rund 230 Euro UVP ist das Dark Power 14 nicht unbedingt günstig, mittlerweie (Stand: November 2025) aber schon ab 190 Euro bestellbar. Dafür bekommt man jedoch ein exzellent verarbeitetes, leistungsstarkes und leises Netzteil, das auf absehbare Zeit jede High-End-Konfiguration souverän versorgt.
Pro
- erstklassige Verarbeitung
- hochwertige Komponenten im Inneren
- sehr leiser Betrieb + semi-passiver Modus
- vollmodularer Aufbau
- OC-Key für Multi-/Single-Rail
- mit ATX 3.1 & PCIe 5.1 Standard
- zwei 12VHPWR-Stecker
- 10 Jahre Herstellergarantie
Contra
- recht hohe UVP
- Ummantelung der Kabel könnte „schicker“ sein
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