Mit dem H9 Flow RGB+ hat NZXT auf der Computex 2025 eine Neuauflage des H9 Flow vorgestellt. Das Gehäuse übernimmt den „Knick“ vom H6 Flow und soll eine schicke Showcase-Optik mit einer hohen Kühlleistung kombinieren. Kann das Gehäuse wirklich überzeugen? Das klären wir in diesem Test!
Das NZXT H9 Flow RGB+ ging für 299 Euro UVP an den Start und wechselt inzwischen für rund 270 Euro den Besitzer. Besonders günstig ist das Gehäuse also nicht – es richtet sich laut NZXT schließlich an „Enthusiasten“. Wer jedoch etwas sparen möchte, kann auch zum „normalen“ RGB-Modell greifen, welches auf das Lüfter-Trio im Boden und den RGB-Controller verzichtet – verfügbar ab 190 Euro. Ganz schlicht wird es ansonsten mit dem unbeleuchteten H9 Flow ab 150 Euro.
Design: Mächtiges Showcase mit „Knick“
Optisch erinnert das NZXT H9 Flow RGB+ stark an das NZXT H6 Flow. Der Hersteller setzt hier auf eine klare Kantenführung, welche das minimalistische Design unterstreicht. Das Gehäuse ist allerdings kein klassischer Kasten, sondern besitzt eine angewinkelte Kante mit Mesh, hinter der sich die Frontlüfter verstecken.
Auch der Deckel und die Rückwand besitzen eine Mesh-Oberfläche, um die Luftzirkulation zu verbessern. Leider verzichtet NZXT hier auf den Einsatz von Staubfiltern, was bei vielen Usern nicht gut ankommen dürfte. Man argumentiert hier, dass das feine Mesh einen weiteren Filter unnötig machen würde – und ganz ehrlich: Das reicht auch vollkommen aus.
Durch die beiden direkt aneinanderstoßenden Glasflächen entsteht zudem ein Panorama-Einblick, wodurch die verbaute Hardware besonders zur Geltung kommt. Noch schicker wäre aus meiner Sicht ein durchgehendes „geknicktes“ Glasseitenteil, wie man es unter anderem von Jonsbo, Antec oder Cooler Master kennt. Das hätte aber wohl den kantigen Look gebrochen, den das H9 Flow mitbringt.

Das I/O-Panel wandert an die Unterseite
NZXT fertigt das H9 Flow RGB+ aus dickem Stahl, dessen Lackierung und Verarbeitung ziemlich hochwertig ausfällt. Mit einer Größe von 315 × 506 × 481 Millimetern ist das Case ziemlich groß, plant also genügend Platz auf dem Schreibtisch ein. Das I/O-Panel wandert beim Flow in den unteren Teil der Gehäusefront, wobei sich hier eine Powertaste, 2 × USB 3.0, 1 × USB-C und ein Klinkenanschluss finden lassen.
Innenleben: Viel Platz für große Komponenten
Da es sich beim NZXT H9 Flow RGB+ um einen mächtigen Midi-Tower handelt, bietet es im Innenraum außerordentlich viel Platz für Komponenten. Das Gehäuse unterstützt Mainboards bis zum E-ATX-Standard (305 x 277 Millimeter) und ist sogar kompatibel mit Platinen mit rückwärtigen Anschlüssen. Explizit werden Asus BTF, Gigabyte Project Stealth und MSI Project Zero Komponenten unterstützt. Damit lassen sich also besonders cleane Set-ups realisieren.

Es bietet außerdem Platz für Grafikkarten mit einer Länge von bis zu 459 Millimetern. Damit finden auch High-End-Modelle wie eine RTX 5090 problemlos Platz im Case. Etwas „knapper“ wird der Platz nur, wenn ein Radiator in der Front verbaut wird. Doch selbst dann dürfen GPUs noch 410 Millimeter lang sein.

Technische Daten im Überblick:
- CPU-Kühler: bis zu 165 mm Höhe
- Grafikkarten: bis zu 459 mm Länge
- Netzteil: ATX-Format, bis zu 200 mm Länge
- Erweiterungsslots: 7x
- 2,5″-Einbauplätze: 4x
- 3,5″-Einbauplätze: 2x
CPU-Kühler dürfen bis zu 165 Millimeter hoch sein, womit besonders große Luftkühler gegebenenfalls nicht kompatibel sind. Ein be quiet! Dark Rock Elite (Test) mit 168 Millimeter lässt sich etwa nicht verbauen. Alternativ lässt sich eine AiO-Wasserkühlung mit 420-Millimeter-Radiator in der Front oder im Deckel installieren. Im Boden kann zusätzlich ein weiterer 360-Millimeter-Radiator untergebracht werden, was in Kombination mit dem Fill-Port-Ausschnitt unter dem Deckel natürlich perfekt für eine Custom-Wasserkühlung ist.

NZXT Kraken Elite 360: Perfekt für das H9 Flow RGB+
Mit der Kraken Elite 360 RGB bietet NZXT sogar eine passende AiO-Wasserkühlung an, die sich optisch perfekt einfügt. Die Kühlung nutzt einen NZXT F360 Single-Frame-Lüfter mit 3 × 120-Millimeter-Rotorblättern. Über zwei ummantelte Schläuche ist der Radiator mit einer NZTX‑„Turbinenpumpe“ verbunden, die laut Hersteller eine hohe Durchflussrate und einen hohen Kopfdruck entwickelt. Die Pumpe arbeitet mit bis zu 2.800 RPM, während die Lüfter mit bis zu 2.400 RPM drehen dürfen.
Direkt auf dem Pumpenblock sitzt ein 2,72-Zoll-IPS-Display, das durch einen RGB-Ring eingefasst ist. Auf dem Display lassen sich Systeminformationen, Bilder und GIFs anzeigen, wodurch der PC stärker personalisiert werden kann. Lüfter und Pumpe werden außerdem durch ein einzelnes Kabel am Radiator angeschlossen, an dessen Strang ein 3-Pin-Lüfteranschluss, ein USB 2.0-Header und ein SATA-Stromanschluss hängen. Die Steuerung der Lüfter- und Pumpengeschwindigkeit erfolgt über die NZXT CAM-Software.
Lüfter: NZXT F420 – drei Lüfter in einem Frame
Out-of-the-Box wird das NZXT H9 Flow RGB+ mit sieben RGB-Lüftern ausgeliefert. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um sieben einzelne Lüfter, sondern um zwei NZXT F420 RGB Core Single-Frame-Lüfter (3 × 120 Millimeter) sowie um einen F120 RGB Core. Durch das Single-Frame-Design fügen sich die Lüfter besonders gut in die Gehäuse-Optik ein und sorgen so für einen cleanen Look.
- NZXT F420: 2000 RPM; 167,5 m³/h; 3,2 mmH₂O
- NZXT F120: 1300 RPM; 93,7 m³/h; 1,27 mmH₂O
Die Lüfter sind bereits über einen proprietären Stecker mit dem NZXT Connector-Hub verbunden. Dieser wird wiederum per SATA mit Strom versorgt und mit einem USB-Header am Mainboard angeschlossen. Der Nachteil: Die Steuerung funktioniert so nur über die hauseigene CAM-Software, da das Mainboard kein PWM-Signal abgreifen kann. Wer die Lüfter hingegen separat kauft, erhält auch einen PWM-Adapter dazu.
Hardware-Einbau
Für den Praxistest haben wir unser Gehäuse-Testsystem in das NZXT H9 Flow RGB+ eingebaut. Hierfür setzen wir auf einen AMD Ryzen 7 7700X, dessen acht Kerne auf einen festen Takt von 4,5 GHz limitiert wurden, um eine bessere Vergleichbarkeit zu ermöglichen. Kombiniert wird der Prozessor mit einem Asus TUF Gaming X670E Plus WiFi und einem be quiet! Pure Rock 2 FX mit maximal 2.000 RPM. Dazu gesellen sich eine KFA² GeForce RTX 4080 SG sowie Kingston Fury Beast RGB DDR5-4800 32 GB Arbeitsspeicher. Als Hauptspeicher kommt eine Asus ROG Strix SQ7 zum Einsatz.
Bei der Hardwareinstallation gab es keine Auffälligkeiten. Alle Komponenten ließen sich dank der großzügigen Platzverhältnisse bequem in das Gehäuse einsetzen. Auch das Kabelmanagement gestaltet sich ziemlich einfach, da hinter dem Mainboard viel Platz dafür zur Verfügung steht. Hinter dem Laufwerksträger lassen sich zudem mehrere Klettverschlüsse finden, mit denen sich Kabelstränge zusammenfassen lassen.
Praxis
Im Praxistest zeigt das NZXT H9 Flow RGB+ seine Stärken: Mit fixierten 1.000 RPM erreicht die CPU unter Volllast lediglich 67 °C, während die GPU entspannte 56 °C hält. Ohne zusätzliche GPU-Belastung sinkt die CPU-Temperatur auf 60 °C. Drehen die Lüfter schließlich mit voller Leistung (2.000 RPM), sinken die Werte auf 61 °C (CPU) und 53 °C (GPU). Unter Teillast konnten wir wiederum eine CPU-Temperatur von angenehmen 56 °C messen.
Damit erreicht das NZXT Case in unserem Testlauf neue Bestwerte – das Kühlkonzept scheint also voll aufzugehen. Leider sind die Lüfter bei hohen Drehzahlen allerdings ziemlich laut und erreichen eine leicht störende Frequenz. Über die CAM-Software muss man also einen guten Ausgleich aus Temperatur und Lautstärke finden. Persönlich würde ich die Lüfter wohl mit 50-Prozent-Drehzahl laufen lassen.
Video: RGB-Kirmes im NZXT H9 Flow RGB+
Fazit
NZXT hat mit dem H9 Flow RGB+ ein ziemlich starkes Showcase-Gehäuse auf den Markt gebracht, das nicht nur optisch, sondern auch technisch überzeugen kann. Dabei sorgen die F420-Lüfter nicht nur für eine schicke RGB-Show, sondern auch für eine hohe Kühlleistung. Daneben bietet das Case außerordentlich viel Platz für Radiatoren und große Komponenten sowie ein modernes I/O-Panel.
Kritik gibt es jedoch vor allem für die Lautstärke der Lüfter. Bei hohen Drehzahlen sind die F420 RGB Core schlicht etwas störend und selbst bei niedrigen Drehzahlen noch wahrnehmbar. In diesem Bereich sind Hersteller wie be quiet! oder Fractal deutlich besser aufgestellt. Für absolute Silent-Freaks ist das Gehäuse also nichts.
Mit einem Preis von 259 Euro ist das Case am Ende auch nicht gerade günstig. Für Enthusiasten, die ihre Hardware ausstellen wollen, dürfte das NZXT H9 Flow RGB+ dennoch interessant sein. Alternativ bietet NZXT mit dem H9 Flow RGB eine günstigere Version für aktuell 188 Euro an, die in erster Linie auf die Lüfter im Boden und auf den Hub verzichtet.
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