Die Govee AI Gaming Sync Box synchronisiert den Monitorinhalt mit LEDs hinter dem Monitor und bietet unter anderem Spiel-spezifische Effekte in Multiplayer-Games. Wir haben die HDMI-Box zur immersiven Ambiente-Beleuchtung für euch getestet. Ist sie eine gute Alternative zur Philips Hue HDMI Sync Box?
Govee stellte die AI Gaming Sync Box auf der CES 2023 vor und brachte sie im März nach Deutschland – Preis: 299,99 Euro UVP. Inzwischen kostet sie offiziell 239,99 Euro, bei Online-Händlern sind es zum Testzeitpunkt sogar 199 Euro (mit Coupon). Das normale Kit eignet sich für Monitore zwischen 27 und 34 Zoll und kommt mit einem passenden LED-Streifen sowie zwei Lightbars daher. Seit kurzer Zeit gibt es auch ein TV-Kit für Bildschirmgrößen zwischen 55 und 65 Zoll, jedoch ohne Lightbars für anfangs 200 Euro und später für regulär 240 Euro.
Govee möchte mit diesen Sets die Philips-Hue-Pendants preislich unterbieten. Bereits die Philips Hue Play HDMI Sync Box (Test) kostet ohne Beleuchtung 169 Euro. Für den Schreibtisch-Einsatz am PC sieht es etwas anders aus. Dort ist bei Philips Hue nur eine Bridge (~40 Euro) und etwa ein Lightbar-Doppelpack (~100 Euro) sowie die kostenlose PC-Software Hue Sync vonnöten. Ein passender Hue-LED-Streifen auf der Monitorrückseite kostet jedoch je nach Bildschirmgröße etwa 110 bis 150 Euro zusätzlich.
Technik
Im Lieferumfang befindet sich neben der 17 × 11 × 2,6 Zentimeter kompakten Box ein 140 Zentimeter langer LED-Strip, zwei 42 Zentimeter hohe Stehleuchten sowie zwei recht kurze HDMI-Kabel, ein 48-Watt-Netzteil und Klebehalterungen. Die Sync-Box wird mit Unterstützung für 240 Hertz beworben, was allerdings nur für Full-HD-Auflösung gilt. Wie bei der Philips-Box wird nämlich nur HDMI 2.0 geboten, allerdings ist jene auf 120 Hertz limitiert.
In WQHD-Auflösung (1.440p) sind 144 Hertz bei Govee möglich und bei UHD (2.160p) wiederum 60 Hertz. Für Ultrawide-Bildschirme mit UWQHD gibt es einen 100 Hertz-Support. Wer einen Monitor mit höherer Bildwiederholrate besitzt, muss sie also auf das entsprechende Limit der Box begrenzen, da sonst kein Bild ausgegeben wird. Einer der drei HDMI-Eingänge unterstützt übrigens ARC.
Während die rechte Taste an der Box-Vorderseite zum Ein- und Ausschalten dient, wechselt man mit der linken Taste die Eingangsquellen. Die Verbindung zur Smartphone-App erfolgt via WLAN und Bluetooth, anstatt über eine Bridge. Leider gibt es keine PC-Software, weshalb für einen Moduswechsel stets das Smartphone gezückt werden muss, anstatt dies direkt am Monitor vorzunehmen. Alternativ lassen sich einige Aktionen auch mittels Sprachbefehl via Amazon Alexa oder Google Assistant durchführen.
KI-Effekte in Multiplayer-Spielen
Eine Besonderheit der Sync-Box sind die KI-Lichteffekte, die in bestimmten Games abgespielt werden können. Govee unterstützt ausschließlich kompetitive Multiplayer-Titel, die mit Ausnahme von League of Legends allesamt zum Shooter-Genre gehören. Direkt nach der Einrichtung standen zum Testzeitpunkt nur KI-Modi für LoL und Apex Legends zur Verfügung. Nach einem Firmware-Update auf die Version 1.00.22.12 kamen folgende Titel hinzu: Valorant, Overwatch 2, Fortnite, PUBG, CoD: Warzone 2 und Counter Strike: Global Offensive.

Die Box schleift das Videosignal an den Monitor durch und analysiert bei aktivem KI-Modus das Bild nach charakteristischen UI-Elementen des jeweiligen Spiels. Wird eine bestimmte Aktion, wie ein Kill, ein Level-Aufstieg, ein Buff oder ähnliches erkannt, spielen die verbundenen LEDs direkt einen auffälligen Lichteffekt ab. Das Ergebnis kann sich buchstäblich sehen lassen, besonders bei Apex Legends.
Bei einem KI-Effekt leuchten die LEDs etwas heller als sonst und machen sich teils durch schnelles Blinken bemerkbar, was gegebenenfalls ablenkend wirken kann – die Reaktionen darauf variieren zwischen „wow, echt cool“ und „das ist mir schon zu viel Geblinke“. Ein Nachteil der Bildanalyse ist, dass die Algorithmen nur auf englische Spieloberflächen trainiert sind und manche Effekte demnach nicht bei einem deutschsprachigen Interface funktionieren. Generell reagieren die Leuchten extrem schnell auf Bildänderungen, was bei günstigeren, kamerabasierten Lösungen nicht der Fall ist.
Aufbau und Einrichtung
Die Einrichtung der Sync-Box erfordert einige Schritte, ist aber recht einfach. Etwas hilfreicher als die Bedienungsanleitung sind hierfür die folgende Animation und die App Govee Home. Nach dem Auspacken müssen die Standfüße der Stehleuchten mittels Schrauben (Schraubendreher mitgeliefert) und Klebestreifen befestigt werden. Danach wird der LED-Strip entlang der Monitorrückseite befestigt.
Der gesamte LED-Strip hat unten Klebestreifen und für die kurzen Verbindungskabel der Elemente (oben, unten, links, rechts) liegen einige Klebehalterungen bei. Letztere fielen vereinzelt nach einer Weile bei uns wieder ab, da sowohl die Monitorrückseite als auch die LEDs im Betrieb recht warm werden und den Kleber weich machen. Die Eckhalterungen bei Philips (Hue Play Gradient Lightstrip) habe ich etwas besser in Erinnerung, aber sie sind bei dem Govee-Produkt auch nicht sonderlich wichtig.
Video: Installation
Nach der Montage gilt es die Kabel zu verbinden. Die fest montierten Kabel der Lightbars führen zu einem USB-C-Anschluss zusammen, der LED-Streifen hat ebenfalls einen USB-C-Anschluss. Maximal drei Quellgeräte, etwa Desktop-PC, Nintendo Switch und PlayStation 5, werden per HDMI mit der Box verbunden. Dort geht dann ein weiteres HDMI-Kabel zum Monitor. Zusätzlich muss noch das Stromkabel an die Box angeschlossen werden.
Da vor allem das USB-C-Kabel des LED-Strips relativ kurz ausfällt, muss die Box in Nähe des Monitors stehen. Um das Kabelgewirr nicht auf dem Schreibtisch zu haben, empfiehlt sich, die Box mit selbstklebenden Klettstreifen unter der Tischplatte zu befestigen.
App-Funktionen
Wenn alles befestigt und verbunden ist, fehlt lediglich die Kopplung mit der Smartphone-App. Ein Govee-Konto wird dafür leider zwingend vorausgesetzt. Anschließend muss außerdem das WLAN-Passwort eingegeben werden, damit sich die Box mit dem Router verbinden kann. Zu guter Letzt steht die Ausrichtungskonfiguration des LED-Strips an. Währenddessen leuchten zwei Seiten des Streifens auf, in der App wählt ihr dann aus drei Optionen die entsprechende Position aus.
Govee Home bietet eine Vielzahl an Funktionen für smarte Beleuchtung. In diesem Fall gibt es neben einer Helligkeitseinstellung etwa Modi zum Synchronisieren mit Musik oder Videos, statische Farben sowie Lichtszenen. Wer möchte, kann auch eigene Modi erstellen. Zusätzlich gibt es bei der Sync-Box die bereits erwähnten KI-Effekte. Die Art, Sättigung und Empfindlichkeit/Geschwindigkeit der Synchronisation kann ebenfalls eingestellt werden.
Im Effekte-Labor gibt es dann noch diverse vorgefertigte Farbkombinationen, etwa für Nationalfarben und Feiertage. Zeitpläne für automatischen Ein- und Ausschalten sind in der App auch enthalten. Wer weitere Govee-Produkte daheim hat, kann bis zu fünf Stück zusätzlich mittels der App-Funktion DreamView synchronisieren – beispielsweise einen weiteren LED-Strip am Schreibtisch. Bei der Philips-Box lassen sich bis zu zehn Leuchten synchronisieren, bei Govee sind es mit den verbundenen Leuchten also maximal acht.
Fazit
Mit der AI Gaming Sync Box bietet Govee ein attraktives Komplettset für jene an, die smarte Beleuchtung am Schreibtisch möchten. Im Gegensatz zur Philips-Lösung ist erfreulich, dass die Box keine zusätzliche Bridge erfordert. Vor allem für Gaming ist sie aufgrund der KI-Effekte interessant, die es so wohl bei keinem anderen Produkt gibt. Ob diese Effekte allerdings gefallen oder schon zu viel des Guten sind, ist Geschmackssache.
Mir persönlich ist es bereits etwas zu viel „Bling-Bling“ und ich wäre auch mit einem Hue-Lightbar-Duo zufrieden, was selbst mit Bridge nennenswert günstiger ausfällt. Wer allerdings mehr Beleuchtung wünscht oder schon Govee-Leuchten besitzt, ist mit dieser Sync-Box gut beraten. Für Fernseher ist das TV-Kit derzeit vermutlich die beste Preis-Leistungs-Option. Beim Nachfolger würde ich mir allerdings eine Desktop-App, HDMI 2.1 sowie eventuell DisplayPort-Anschlüsse wünschen.
Pro
- geringe Latenz
- Support für bis zu 240 Hertz in Full-HD
- einzigartige KI-Lichteffekte
- Synchronisierung mit weiteren Govee-Leuchten möglich
- viele Einstellungsmöglichkeiten
Contra
- überschaubare Spiele-Unterstützung für KI-Effekte
- viele Kabel
- Kontozwang in der App
- keine PC-Software
- kein HDMI 2.1
Neue Version: Govee AI Sync Box 2 mit HDMI 2.1
Seit dem ursprünglichen Test hat Govee Ende 2024 eine überarbeitete Version seiner Sync Box auf den Markt gebracht. Die neue Govee AI Sync Box 2 unterstützt dank HDMI 2.1 nun auch moderne Auflösungen wie 4K bei 144 Hz und 8K bei 60 Hz – ein deutlicher Fortschritt gegenüber der ersten Generation. Die Box analysiert wie gehabt das HDMI-Signal und überträgt die Farben an angeschlossene LED-Strips oder Light Bars – mit jetzt nochmals verbesserter Präzision.
Das neue Set gibt es in zwei Varianten: für Monitore von 27 bis 34 Zoll (H6603) mit LED-Streifen und Light Bars sowie für Fernseher von 55 bis 65 Zoll (H6604) mit vier langen LED-Streifen. Beide Kits sind Matter-kompatibel und bieten vier HDMI-Eingänge – damit lassen sich mehrere Geräte gleichzeitig anschließen. Wie zuvor erfolgt die Signalumschaltung jedoch nur über die App.
Ein Highlight der neuen Box ist der CogniGlow-Algorithmus, der mit bis zu 99 Prozent Genauigkeit besonders bei Games für dynamische Lichtanimationen sorgt. Dazu kommen moderne Features wie VRR, ALLM, Dolby Vision, HDR10 sowie CEC und eARC-Support, die laut Govee nun vollständig durchgereicht werden.
Wer mit der ersten Generation bereits zufrieden war, erhält mit der zweiten Ausgabe ein deutlich aufgewertetes Paket – zu einem geringeren Preis als bei der Konkurrenz. So kostet die neue Govee AI Sync Box 2 als Kit ab rund 240 Euro, während die vergleichbare Philips Hue Sync Box 8K ohne Zubehör bei 300 Euro startet. Letztere ist zwar ebenfalls deutlich besser geworden und unterstützt nun ebenfalls HDMI 2.1, ist aber weiterhin auf das teure Hue-Ökosystem angewiesen. Wer sparen will oder ohnehin Govee-Produkte nutzt, erhält mit der zweiten Generation eine gute Alternative.
Mehr zur Philips Hue Sync Box 8K haben wir in einem separaten Testbericht zusammengefasst. Beide Produkte haben an Fernsehern jedoch den Nachteil, dass sie nicht mit Smart-TV-Apps funktionieren, sondern nur Signale von externen Quellen verarbeiten können.
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