Die KFA2 GeForce RTX 5070 Ti Hall of Fame zielt klar auf Enthusiasten ab: spezielles PCB, aufwendiger Kühler, viel Spielraum fürs Overclocking – und preislich nahe an einer RTX 5080. Im Test vergleichen wir die luxuriöse Custom-Grafikkarte mit einem der günstigsten 5070-Ti-Modelle, der MSI Ventus 3X OC. Was bringt der Aufpreis zur HOF in der Praxis?
Nvidias RTX 5070 Ti haben wir bereits kurz nach dem Marktstart im Frühjahr in Form der Asus-TUF-Ausführung getestet, seitdem sind weitere Custom-Modelle erschienen. KFA2 positioniert die RTX 5070 Ti Hall of Fame zweifellos als Speerspitze mit hochwertigen Komponenten und Overclocking-Fokus.
Aktuell ordnet sich die RTX 5070 Ti in der Oberklasse für kompromissloses WQHD-Gaming und sehr ordentliches UHD-Gaming ein. Wer auch in UHD auf höchsten Einstellungen mit Raytracing spielen möchte, fährt mit der RTX 5080 nochmal 10 bis 15 Prozent besser, muss aber auch einen vierstelligen Betrag dafür zahlen.

Inzwischen gibt es Custom-Modelle der RTX 5070 Ti ab circa 750 Euro, darunter auch die MSI RTX 5070 Ti Ventus 3X OC, gegen die sich das Hall-of-Fame-Modell in diesem Test misst. Für das in Weiß und Schwarz erhältliche KFA2-Topmodell werden aktuell rund 900 bis 1.000 Euro fällig (je nach Angebot, derzeit sind beide Modelle jedoch ausverkauft). Dies entspricht auch dem derzeitigen Einstiegspreis einer RTX 5080.
Technische Unterschiede im Schnellvergleich
Auf dem Papier sind MSI Ventus und KFA2 HOF zunächst nah beieinander: Beide setzen auf den gleichen GB203-Chip mit 16 GB GDDR7 und der Basistakt orientiert sich weitgehend am Nvidia-Referenzdesign. Relevanter ist der jeweilige Boost-Takt ab Werk. Hier einmal ein kurzer Überblick der benachbarten Nvidia-Leistungsklassen, jeweils als Referenzdesign:
| Modell | GeForce RTX 5090 | GeForce RTX 5080 | GeForce RTX 5070 Ti | GeForce RTX 5070 |
|---|---|---|---|---|
| Chip | GB202-300 | GB203-400 | GB203-300 | GB205-300 |
| Basis-Takt | 2.010 MHz | 2.300 MHz | 2.300 MHz | 2.160 MHz |
| Boost-Takt | 2.410 MHz | 2.620 MHz | 2.450 MHz | 2.510 MHz |
| Videospeicher | 32 GB GDDR7 | 16 GB GDDR7 | 16 GB GDDR7 | 12 GB GDDR7 |
| Speichertaktfrequenz | 28 Gbps | 30 Gbps | 28 Gbps | 28 Gbps |
| Speicheranbindung | 512 Bit | 256 Bit | 256 Bit | 192 Bit |
| Shader-Einheiten | 21.760 | 10.752 | 8.960 | 6.144 |
| Compute Units | 170 | 84 | 70 | 50 |
| Stromversorgung | 1x 12V-2×6 | 1x 12V-2×6 | 1x 12V-2×6 | 1x 12V-2×6 |
| Leistungsaufnahme | 575 W | 360 W | 300 W | 250 W |
| Grafikausgänge | 1x HDMI 2.1, 3x DisplayPort 2.1b | 1x HDMI 2.1, 3x DisplayPort 2.1b | 1x HDMI 2.1, 3x DisplayPort 2.1b | 1x HDMI 2.1, 3x DisplayPort 2.1b |
| Preis | 2.329 Euro | 1.169 Euro | 879 Euro | 649 Euro |
Die MSI RTX 5070 Ti Ventus 3X OC bringt ein moderates Werks-OC mit, das die GPU etwas über das Referenzniveau hebt. Die KFA2 RTX 5070 Ti Hall of Fame geht aggressiver an die Sache heran und taktet ab Werk wesentlich höher. In der Praxis sind die realen Taktraten unter Last ohnehin höher als die offiziellen Boost-Spezifikationen – wichtig ist aber: Die HOF hat mehr Spielraum nach oben, weil Power-Limit und Spannungsversorgung klar großzügiger ausgelegt sind.
Taktraten:
- KFA2: 2.300 MHz Basistakt / 2.610 MHz Boost-Takt (2.625 MHz mit One-Click-OC)
- MSI: 2.300 MHz Basistakt / 2.482 MHz Boost-Takt (2.487 MHz mit MSI-Center-Profil)
Das HOF-Modell bietet also gegenüber der Nvidia-Referenz ab Werk 160 bis 175 MHz mehr Boost-Takt, beim MSI-Modell sind es lediglich 32 bis 47 MHz extra. Bei den Abmessungen ist der Unterschied deutlicher!
Abmessungen:
- KFA2: 341 × 145 × 66,7 mm (ohne PCIe-Bracket); 3 Slots
- MSI: 303 × 121 × 49 mm (ohne PCIe-Bracket); 2.5 Slots
Die MSI Ventus 3X OC bleibt vergleichsweise kompakt und kommt mit klassischem Dreifach-Lüfter-Design im 2,5-Slot-Format. Die KFA2 HOF ist hingegen ein massiver Block, nimmt de facto drei Slots ein, ist deutlich länger und höher und bringt spürbar mehr Material für Kühlkörper und Backplate mit. Wer ein kleines oder knapp dimensioniertes Gehäuse nutzt, muss bei der HOF ganz genau hinsehen bzw. nachmessen, ob der Platz ausreicht.
Design & Kühler
Optisch fahren beide Karten eine komplett unterschiedliche Linie. Die MSI RTX 5070 Ti Ventus 3X OC ist bewusst zurückhaltend: Schwarz-graue Kunststoffabdeckung, keine aufwendige RGB-Show, funktionaler Look. Das passt zu ihrem Anspruch als möglichst günstige RTX 5070 Ti, die einfach laufen soll, ohne im System besonders aufzufallen.
Die KFA2 RTX 5070 Ti Hall of Fame ist das Gegenteil davon. Durchweg weiße oder schwarze Optik, markante HOF-Elemente, massiver Kühlkörper mit aufwendiger Finnenstruktur und eine hochwertige Backplate. Die Karte ist ganz offensichtlich dafür gedacht, in einem Showcase-Build sichtbar zu sein. Am besten macht sich das HOF-Modell vertikal montiert, denn dann kommen die schicke Frontplate und Beleuchtung gut zur Geltung – und die leider auffällig groß gravierten Zertifizierungslogos der Backplate verschwinden aus dem Blickfeld.

Verarbeitung und Haptik liegen eine Klasse über der Ventus, was angesichts des Aufpreises aber auch Pflichtprogramm ist. Etwas schade ist, dass KFA2 trotz des hohen Preises die optionale „HOF-Krone“ nicht im Lieferumfang beilegt, schließlich sind die dafür vorgesehenen Kontakte (für die LEDs) prominent neben dem Hall-of-Fame-Schriftzug platziert.
Größere Kühler & üppige Spannungsversorgung
Beim Kühlsystem zeigt die HOF, wofür man den Aufpreis zahlt: große Lüfter, dicker Heatsink, üppige Heatpipes und eine robust ausgelegte Spannungsversorgung. Dazu kommen Komfortfunktionen wie Dual-BIOS (Schalter neben Stromanschluss) und eine Lüfter-Turbotaste am Slot-Bracket, mit der sich die Lüfterdrehzahl per Knopfdruck anheben lässt – praktisch für spontane Stresstests oder Overclocking bei Sommerhitze.
KFA2 legt außerdem eigene Xtreme-Tuner-Software bei, mit der sich Lüfterkurven, OC-Profile und Beleuchtung komfortabel anpassen lassen. MSI kontert mit dem bekannten MSI Center. Funktional reicht das völlig aus, wirkt im direkten Vergleich aber etwas nüchterner und weniger auf Overclocking-Enthusiasten zugeschnitten; dafür hat MSI das altbekannte Afterburner-Tool in petto.
Leistung in Benchmarks & Spielen
Getestet wurde die Leistung beider Karten in einem aktuellen Oberklasse-System mit der beliebten Gaming-CPU Ryzen 7 9800X3D, 32 GB RAM (Kingston Fury Renegade RGB DDR5-6400) und dem MSI B850 Gaming Plus WiFi PZ. Der Fokus lag auf WQHD- und UHD-Gaming mit maximalen Details.
Für die Tests wurde jedoch stets DLSS 4 auf „Qualität“ eingestellt, da das Upscaling inzwischen sogar oft besser aussieht als die native Auflösung und die Performance deutlich steigert. Inzwischen empfiehlt es sich, DLSS 4 (oder FSR 4 bei AMD) grundsätzlich für Gaming zu aktivieren. Da AAA-Titel heutzutage oftmals unverhältnismäßig viel Leistung abverlangen, ist Upscaling selbst mit einer potenten Grafikkarte meist die einzige Möglichkeit, flüssig in UHD zu spielen.
Weitere Vergleiche mit anderen Grafikkarten könnt ihr zur Einordnung dem vorhandenen 5070-Ti-Test entnehmen. In diesem Artikel ging es vorrangig um den Vergleich der „günstigen“ und teuren Custom-Karte.
Testsystem
- Prozessor: AMD Ryzen 7 9800X3D (PBO 85°C-Limit)
- Mainboard: MSI B850 Gaming Plus WiFi PZ
- Kühler: MPG Coreliquid P13 360 (White)
- RAM: Kingston Fury Renegade DDR5-6400 (2x 16 GB)
- SSD: Kingston Fury Renegade, PCIe 4.0, 1 TB
- Gehäuse: MSI MPG Velox 300R PZ Airflow, Seitenfenster offen
- OS: Windows 11 Pro x64, Version 25H2
- GPU-Treiber: 581.80
- rBar aktiv, Logging mit HWiNFO, 10x Speed Way Belastungstest (Gaming-Last), Tests bei 21 Grad Raumtemperatur
Grafikkarten
- KFA2 GeForce RTX 5070 Ti Hall of Fame (Black); getestet mit OC-BIOS
- MSI GeForce RTX 5070 Ti Ventus 3X OC
Getestete Benchmarks & Spiele
- 3DMark: Time Spy Extreme, Speed Way, Steel Nomad, Port Royal
- Anno 117: Pax Romana (Ultra Hoch, RT Mittel, DLSS 4 Quality)
- Call of Duty: Black Ops 7 (Extrem-Preset, RT-Reflexionen aus, DLSS 4 Quality)
- Cyberpunk 2077 (Ultra-Raytracing, DLSS 4 Quality)
Benchmark-Leistung
Spiele-Leistung
In den Spielebenchmarks mit Werksprofilen liegen beide Karten im Rahmen der Messtoleranz eng beieinander, vor allem im praxisnahen WQHD und UHD. Die HOF setzt sich erwartungsgemäß stets an die Spitze, aber nicht in einem Ausmaß, das den Preisunterschied rechtfertigen würde – wir reden je nach Titel von wenigen Prozentpunkten. Lediglich in Full-HD werden die Unterschiede annähernd nennenswert.
Overclocking im Detail: KFA2 HOF vs. MSI Ventus
Spannend wird es, wenn beide Karten ans Limit gehen. Als Referenz dient der 3DMark Speed Way, jeweils im Werks-OC und mit manuellem Overclocking. Auch durch Cyberpunk 2077 haben wir beide Karten nach der Übertaktung erneut gejagt.
Die HOF profitiert klar von ihrem angehobenen Power-Limit und der stärkeren Kühlung. Unter manuellen OC-Einstellungen steigt der Chiptakt deutlich über 3,2 GHz, der Speicher lässt sich spürbar über Referenz anheben. Mit näheren Overclocking-Kenntnissen lässt sich sicherlich auch noch mehr aus der GPU herauskitzeln.
Im Vergleich zeigt sich die Limitierung der Ventus ziemlich deutlich: Das Power-Limit bleibt fix, der Chiptakt klettert nur moderat um knapp 100 MHz, der Speicher gewinnt ebenfalls nur leicht hinzu. Temperatur und Lautstärke ändern sich kaum – was angenehm ist, aber eben auch bedeutet, dass das Overclocking-Potenzial weitgehend ausgereizt ist.
Wie bereits eingangs erwähnt, weichen die realen Taktraten von den Datenblattwerten ohnehin ab. Nachfolgend seht ihr ein paar relevante Werte der Grafikkarten mit werksseitigem Overclocking und manuellem Overclocking, jeweils gemessen im Speed-Way-Belastungstest (~10 min.):
KFA2 RTX 5070 Ti HOF:
- 2.835 vs. 3.232 MHz max. Boost-Takt in Speed Way
- 2.827 vs. 3.180 MHz avg. Boost-Takt in Speed Way
- 1.750 vs. 2.001 MHz Speichertakt in Speed Way
- 1.521 vs. 3.375 RPM max. Lüfter 1 (Lüfter-Turbo bei manuellem OC)
- 1.739 vs. 3.456 RPM max. Lüfter 2 (Lüfter-Turbo bei manuellem OC)
MSI RTX 5070 Ti Ventus 3X OC:
- 2.760 vs. 2.865 MHz max. Boost-Takt
- 2.738 vs. 2.841 MHz avg. Boost-Takt
- 1.750 vs. 1.813 MHz Speichertakt
- 1.990 vs. 2.015 RPM max. Lüfter 1
- 1.994 vs. 2.016 RPM max. Lüfter 2
Temperaturen & Stromverbrauch
Temperaturseitig schafft die HOF durch ihre massive Kühlung niedrigere GPU-Temperaturen, wenn die Lüfter frei laufen dürfen. Die Ventus bleibt mit um die 67 °C unkritisch, aber eben erwähnenswert wärmer. In geschlossenen Gehäusen ohne übertriebene Airflow-Optimierung bringt die HOF damit einen echten thermischen Puffer – wieder vor allem für OC-Szenarien interessant. Beide Karten sind im Normalzustand unter Last aber angenehm bezüglich der Lüftergeräusche, wenngleich MSI hier leicht unauffälliger wirkt.
Während MSI sich beim Power-Limit strikt an der Nvidia-Referenz orientiert, geht die HOF-Karte sogar im Werkszustand schon leicht darüber hinaus. Mit manueller Übertaktung benötigt sie im Maximum 33 Watt mehr und kommt schon fast auf die Leistungsaufnahme einer RTX 5080. Letztere behält ihren Performance-Vorteil dennoch bei, da sie schlichtweg mehr aktive Shader auf der GB203-GPU bietet – das kann die RTX 5070 Ti HOF auch nicht durch ihren hohen Takt ausgleichen.
Fazit
Also, was bringt der Aufpreis in der Praxis? Die nüchterne Antwort: Für klassischen WQHD-Gaming-Alltag ohne manuelles Overclocking bringt die KFA2 RTX 5070 Ti Hall of Fame praktisch keinen Mehrwert, der den massiven Aufpreis rechtfertigt. Die MSI RTX 5070 Ti Ventus 3X OC liefert die gleiche Klasse an Performance zu deutlich geringeren Kosten und mit kompakterem Format. Der Mehrwert der HOF liegt primär im Overclocking-Potenzial, der üppigen Kühlung und der Verarbeitung/Optik.
Wer also Benchmarks ausreizt, gern mit Spannungen, Power-Limits und Lüfterkurven spielt und seine GPU als „Showpiece“ im System betrachtet, bekommt mit der HOF ein klar attraktiveres Spielzeug. Für alle anderen ist die Ventus das rationalere, weil deutlich günstigere Paket.
Im Endeffekt ist die KFA2 RTX 5070 Ti Hall of Fame eine sehr spezielle, nischige Karte. Sie zeigt, was aus der RTX 5070 Ti herauszuholen ist, wenn man PCB, Kühlung und Power-Limits konsequent auf Enthusiasten auslegt – und sie lässt das den Käufer auch beim Preis spüren.
Die MSI RTX 5070 Ti Ventus 3X OC erfüllt dagegen genau den Job, den die meisten Nutzer erfordern: Sie bietet die Leistung der RTX 5070 Ti zu einem vergleichsweise „vernünftigen“ Preis, im weniger sperrigen Format und ohne überflüssigen Schnickschnack.
Der Haken für die HOF: In ihrem Preisbereich steht die RTX 5080 mit etwas mehr Performance ab Werk. Wer also ohnehin um 1.000 Euro für eine Grafikkarte einplant, sollte diese Option sehr ernsthaft prüfen, anstatt die 5070 Ti bis an ihr Limit zu übertakten. Übertaktungs-Enthusiasten kommen bei der Hall-of-Fame-GPU dennoch voll auf ihre Kosten, und aus technologischer Sicht muss man das KFA2 zugutehalten.
Pro
- sehr hochwertige PCB- & Kühlkonstruktion
- deutlich höheres Overclocking-Potenzial
- niedrige Temperaturen
- Dual-BIOS & Lüfter-Turbotaste
Contra
- extrem hoher Aufpreis ggü. günstigen Custom-Modellen
- praktisch kaum spürbare Mehrleistung ab Werk
- preislich in direkter Konkurrenz zur RTX 5080
- sehr laut bei Lüfter-Turbo
Mit * oder markierte Links sind „Affiliate-Links“. Mit dem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Verkaufsprovision, ohne dass du mehr bezahlst.





















