Echtes AiO-Feeling, viel Speicherkapazität und ein geringer Preis: Zendure bietet mit dem SolarFlow 800 Plus einen besonders günstigen Solarspeicher für Balkonkraftwerke. Doch was hat das System technisch auf dem Kasten und welche Abstriche muss man hier im Vergleich zum SolarFlow 800 Pro eingehen?
Zendure bietet das SolarFlow 800 Plus für 399 Euro an, womit das System zu den günstigeren Solarspeichern am Markt gehört. Daneben bietet das Unternehmen verschiedene Sets inkl. Solarpanels an:
- SolarFlow 800 Plus + 2x 450 Watt: 599 Euro
- SolarFlow 800 Plus + 2x 500 Watt: 639 Euro
- SolarFlow 800 Plus + 2x 210 Watt (flexibel): 699 Euro
- SolarFlow 800 Plus + 4x 210 Watt (flexibel): 997 Euro
Besonders interessant ist das Bundle mit 900-Watt-Panels. Das Set kann laut VDE-Regeln ohne Elektriker und ohne extra Wieland-Stecker angeschlossen werden und ist auch in Sachen Preis-Leistung am spannendsten.
Ersteindruck: Spannender Speicher für Einsteiger
Mit dem SolarFlow 800 Plus breitet sich Zendure nun auch im Budget-Bereich aus – und das erfolgreich. Trotz des günstigen Einstiegspreises bietet der Speicher eine hohe Kapazität, einen ausreichend starken Wechselrichter, eine umfassende App und mehrere Betriebsmodi. Aus meiner Sicht sind die Abstriche, die gegenüber dem Pro-Modell gemacht wurden, gut gewählt. Vor allem für mittlere und kleine Balkonkraftwerke ist das Plus-Modell für 399 Euro interessant.
Das größte Problem des Plus-Modells stammt jedoch aus dem eigenen Hause: Das SolarFlow 800 Pro lässt sich bei verschiedenen Händlern inzwischen für unter 400 Euro finden, womit das leistungsstärkere System in der gleichen Preisklasse mitspielt. Entsprechend würde ich derzeit den Griff zum Pro empfehlen, bis das Plus-Modell ebenfalls günstiger erhältlich ist.
Design: SolarFlow 800 Plus ist deutlich kompakter
Der SolarFlow 800 Plus präsentiert sich ziemlich kompakt – mit 393 x 236 x 242 Millimetern hat der Energiespeicher im Vergleich zum SolarFlow 800 Pro deutlich abgespeckt. Trotz gleicher Kapazität ist das System 37% kleiner und mit 21,1 Kilogramm 4,8 Kilogramm leichter. Das Gehäuse besteht weiterhin vollständig aus Aluminium und fungiert zeitgleich als Kühlkörper für die Technik im Inneren.

Optisch ist der Speicher eher unspektakulär: An der Front gibt es ein kleines Status-Display für Betriebszustand, Kapazität und WLAN-Empfang sowie eine Power-Taste. Rechts lassen sich Netzanschluss und WiFi-Antenne, links die MC4-Eingänge finden. Auf der Unterseite sind außerdem ein Anschluss für Erweiterungsbatterien sowie ein Überdruckventil – hierüber ist ein kontrolliertes Ausgasen im Störfall möglich.
Technik: LFP-Akku mit neuem Brandschutz
Herzstück des SolarFlow 800 Plus ist ein fest integrierter, 1.920 Wh starker LFP-Akku, der im Vergleich zu älteren Batterien des Herstellers deutlich kompakter ausfällt. Zudem besitzt der Akku ein neues Brandunterdrückungssystem, dessen Gel sich im Brandfall ausdehnt und Sauerstoff verdrängt. Die maximale Ladeleistung liegt bei 1.200 Watt und damit auf dem Niveau anderer SolarFlow-Speicher (Test: SolarFlow 800 Pro).

Optional kann die Kapazität mithilfe von fünf Erweiterungsbatterien auf bis zu 11,52 kWh erweitert werden. Die Batterien werden dabei gestapelt – sie müssen also nicht per Kabel miteinander verbunden werden. Kompatibel sind alle aktuellen AB1000- und AB2000-Batterien.
Abgerundet wird das SolarFlow 800 Plus durch einen integrierten Wechselrichter.

Zwei MPPT für bis zu 1.500 Watt
Dieser ist mit zwei MPPT-Trackern ausgestattet, die jeweils bis zu 750 Watt Eingangsleistung unterstützen. Dabei dürfen die verwendeten PV-Module eine maximale Spannung von 18 Volt und einen Eingangsstrom von 22,5 Ampere nicht überschreiten. Laut Zendure werden Balkonkraftwerke mit einer maximalen Leistung von 1.500 Watt unterstützt – für entsprechende Anlagen gelten seit Ende 2025 allerdings neue Vorschriften.

Wechselrichter mit bidirektionalem Laden
Der Wechselrichter hat eine maximale Ausgangsleistung von 1.000 Watt, die hierzulande auf 800 Watt beschränkt ist. Eine Besonderheit: Die minimale Betriebsspannung liegt bei 14 V, womit der Wechselrichter im Vergleich zu anderen Systemen schon früher mit der Energiegewinnung starten kann.
Analog zum SolarFlow 800 Pro unterstützt das Plus bidirektionales Laden – der Speicher kann also ebenfalls über das Stromnetz mit bis zu 1.000 Watt geladen werden. Diese Funktion ist vor allem in Kombination mit einem dynamischen Stromtarif interessant. Zu Niedrigpreiszeiten lässt sich so der Speicher günstig aufladen.

Worauf verzichtet man im Vergleich zum SolarFlow 800 Pro?
Im Vergleich zum teureren Pro-Modell verzichtet man beim Plus vor allem auf die hohe Eingangsleistung, die höhere Akkuladeleistung und auf die Off-Grid-Steckdose. Ein weiterer Unterschied betrifft außerdem die PV-Anschlüsse, die beim Plus nicht flexibel, sondern fest am Gehäuse angebracht sind. Zudem gibt es nur zwei statt vier MPPT-Paare.
Einrichtung: Flott einsatzbereit
Die Installation des SolarFlow-800-Pro-Solarspeichers ist superleicht: PV-Module anschließen, AC-Anschlusskabel einstecken und mit der App verbinden. Achtet jedoch darauf, dass der Speicher mit einem reinen 2,4-GHz-WiFi-Netz verbunden wird, da es sonst zu Verbindungsproblemen während der Einrichtung kommen kann. Alternativ könnt ihr den Speicher auch per Bluetooth koppeln, allerdings steht dann kein Fernzugriff zur Verfügung.
Sobald der SolarFlow 800 Pro eingerichtet ist, richtet ihr in der App ein HEMS (Home Energy Management System) ein. Dieses dient als zentrale Steuereinheit, die alle vorhandenen Zendure-Geräte sowie kompatible Smart Meter – etwa den Shelly Pro 3EM – miteinander verknüpft. In diesem Schritt legt ihr zudem eure Region und die maximale Ausgangsleistung fest.
Zendure App: Alle Infos und Modi in der Übersicht
Anschließend zeigt die App alle wichtigen Kennzahlen eures Balkonkraftwerks an: die PV-Eingangsleistung, die eingespeiste Leistung ins Hausnetz, die Leistung der Notstromsteckdose, den aktuellen Batteriestand und – bei installiertem Smart Meter – auch den momentanen Gesamtstromverbrauch. Zusätzlich lassen sich dort auch historische Daten zur PV-Leistung einsehen.
In den Einstellungen lassen sich zudem diverse Parameter anpassen, unter anderem die Akkueinstellungen. Hier bestimmt ihr, ab welchem Punkt der Ladevorgang stoppt und wie stark sich der Speicher entladen darf (minimal 5%). Letztendlich bietet die App viele Optionen und Statistiken.
Betriebsmodi: ZENKI bringt KI-Steuerung
Insgesamt stehen in der App sechs Betriebsmodi zur Auswahl, die ihr unter dem Punkt „Energieplan“ findet:
- ZENKI: KI-basierter Betriebsmodus, der intelligente Energiepläne auf Basis von Sonnenprognosen, Nutzungsmustern und dynamischen Strompreisen erstellt. Das System optimiert selbstständig die Einspeiseleistung und die Nutzung von dynamischen Stromtarifen und lässt keine Anpassung der Einstellungen zu. Die KI benötigt laut Zendure eine Anlernzeit von sieben Tagen.
- Automatikmodus: Ähnelt ZENKI, nutzt aber keine KI für Ertrags- und Lastprognosen. Die Leistungsabgabe wird basierend auf der Systemkonfiguration und den Umgebungsbedingungen intelligent angepasst. Die Nutzung ist nur mit einem Smart Meter sinnvoll.
- Modus für intelligente Stromzähler: Die Einspeiseleistung wird dynamisch auf Basis des aktuellen Stromverbrauchs gesteuert. Nur in Kombination mit einem Smart Meter nutzbar.
- Modus für smarte Steckdosen: Die Einspeiseleistung ergibt sich aus einer vordefinierten Grundlast und dem Verbrauch einzelner Smart Plugs. Erkennt das System Last an einer smarten Steckdose, dann wird die Leistung entsprechend erhöht.
- Grundlastmodus: Passt die Leistung basierend auf einem individuellen Grundlast-Zeitplan an.
- Stromtarifmodus: Der Solarspeicher wird auf dynamische Strompreise optimiert. Sobald bestimmte Preisschwellen erreicht werden, lädt oder entlädt sich der Speicher. Die Preise lassen sich individuell festlegen, wobei die Strompreisdaten von Nord Pool oder rabot.energy verwendet werden.
Wer den ZENKI- oder den Automatikmodus nutzen möchte, sollte dies in Verbindung mit einem Smart Meter machen. Dieser muss in die Hausverteilung eingebaut und zwingend von einem Elektriker installiert werden. Zusammen mit einem Smart Meter ist dann auch eine Nulleinspeisung möglich. Alternativ lässt sich der Echtzeitverbrauch teilweise durch Smart Plugs beobachten, indem man die größten Verbraucher im Haushalt an smarte Steckdosen anschließt.
Beitrag erstmals veröffentlicht am 22.02.2026
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