Beim SolarFlow 800 Pro handelt es sich um den ersten richtigen AiO-Solarspeicher von Zendure, bei dem die komplette Technik in einem Gehäuse unterkommt. Dabei wurde das System im Vergleich zu älteren Speichern deutlich aufgemotzt und durch eine KI erweitert. Wir haben uns den SolarFlow 800 Pro Solarstromspeicher genauer angeschaut.
Zendure bietet den SolarFlow 800 Pro als alleinstehenden Speicher für 799 Euro an, womit das System im Vergleich zur Konkurrenz relativ günstig ist. Mit dem Code ZDPCM66423Bkönnt ihr nochmal 3 % sparen und den Speicher für 775 Euro abstauben. Bei Amazon gibt es den Speicher in Kombination mit dem Code D698TKQE sogar schon für 735 Euro, die Versandzeit wird jedoch mit 4 bis 5 Wochen angegeben.
Daneben lassen sich auch verschiedene Sets im Zendure Onlineshop finden, darunter Bundles mit Smart Meter oder Balkonkraftwerk. Folgende Bundles bietet Zendure derzeit an:
- SolarFlow 800 Pro + Zendure D0: 799 Euro
- SolarFlow 800 Pro + Zendure 3CT: 918 Euro
- SolarFlow 800 Pro + AB2000X + Ace 1500: 1.398 Euro
- SolarFlow 800 Pro + 4x 500 Watt PV-Module: 1.248 Euro
- SolarFlow 800 Pro + 2x 500 Watt PV-Module: 1.098 Euro
Besonders die Sets samt Balkonkraftwerk (BKW) sind interessant, da der Aufpreis vergleichsweise gering ausfällt. Im Endeffekt zahlt ihr hier 449 Euro für ein 2.000-Watt-Balkonkraftwerk – ähnliche BKWs starten im freien Handel erst bei rund 580 Euro (etwa von JA Solar). Wer noch eine Balkonhalterung benötigt, kann diese für 118 Euro Aufpreis dazu bestellen.
Technik: Ein aufgebohrtes Hyper 2000
Der SolarFlow 800 Pro verfolgt einen ähnlichen Ansatz wie das Zendure Hyper 2000 (Test) und kombiniert Solarspeicher, PVHub und Wechselrichter in einer Einheit. Allerdings legt der SolarFlow 800 Pro nochmal eine Schippe drauf und bietet eine höhere Eingangsleistung, eine Steckdose und neue KI-Features. Natürlich ist das System wieder nach IP65 vor Wasser und Staub geschützt, wodurch es problemlos draußen aufgestellt werden kann. Die Verarbeitung fällt ebenfalls gewohnt hochwertig aus.
Wichtige Details:
- Größe: 349,7 x 201,7 x 340 Millimeter
- Gewicht: 25,9 Kilogramm
- IP-Rating: IP65
- Betriebstemperaturen: -20 bis 55 °C
Der integrierte Wechselrichter bietet vier MPPT-Laderegler mit einer maximalen Eingangsleistung von je 660 Watt. Somit lassen sich bis zu 2.640 Watt starke Balkonkraftwerke anschließen, wobei in der Theorie auch stärker Anlagen kompatibel sind. Hier solltet ihr jedoch darauf achten, dass die maximale PV-Eingangsspannung (55 V) und der Eingangsstrom (18 A) nicht überschritten werden. Eine Besonderheit: Die minimale Betriebsspannung liegt bei 14 V, womit der Wechselrichter im Vergleich zu anderen Systemen schon früher mit der Energiegewinnung starten kann.

Hinweis: Nach den Regelungen des Solarpakets 1 sind in Deutschland nur Balkonkraftwerke mit einer maximalen PV-Leistung von 2.000 Watt zulässig.
Über den Wechselrichter lassen sich bis zu 1.000 Watt in das Hausnetz einspeisen, wobei die Ausgangsleistung hierzulande auf maximal 800 Watt begrenzt ist. Bidirektionales Laden wird ebenfalls unterstützt, sodass der Speicher mit bis zu 1.000 Watt über das Stromnetz aufgeladen werden kann. Diese Funktion ist vor allem in Kombination mit einem dynamischen Stromtarif interessant – zu Niedrigpreiszeiten lässt sich so der Speicher günstig aufladen.
SolarFlow 800 Pro mit fest verschraubter AB2000X
Apropos Speicher: Zum SolarFlow 800 Pro gehört standardmäßig eine AB2000X-Batterie, die bis zu 1,92 kWh Kapazität bietet. Maximal lassen sich fünf weitere AB2000X-Batterien anschließen, um die Gesamtkapazität auf 11,52 kWh zu erweitern. Dabei werden die einzelnen Akkus nicht per Kabel miteinander verbunden, sondern einfach gestapelt.
Der Akku lässt sich mit maximal 1.440 Watt laden. Falls ein oder mehrere Erweiterungsspeicher zum Einsatz kommen, erhöht sich die Ladeleistung auf 2.000 Watt. Falls der Solarspeicher die maximale Eingangsleistung von 2.640 Watt nutzen kann, werden 2.000 Watt in den Speicher und 640 Watt in das Hausnetz gejagt.

Offgrid-Steckdose mit Akkuversorgung
Der SolarFlow 800 Pro hat sich nicht nur vom Hyper 2000 inspirieren lassen, sondern übernimmt ebenfalls Features des Ace 1500 (Test). Explizit verpasst Zendure dem Speichersystem eine integrierte und wassergeschützte Schuko-Steckdose mit Off-Grid-Funktion, die bis zu 1.000 Watt bereitstellen kann. Hier könnt ihr zum Beispiel euren Gaming-PC anschließen, um bei einem Stromausfall weiter zocken zu können. Die Steckdose ist allerdings nicht immer aktiv und muss in der App erst aktiviert werden.

Es ist auch möglich, einen weiteren Wechselrichter an die Steckdose anzuschließen. Dadurch würde der Akku als AC-gekoppelter Speicher funktionieren, ähnlich wie der Hoymiles MS-A2. Die maximale Eingangsleistung in diesem Modus beträgt 1.000 Watt – ein gängiger 800-Watt-Wechselrichter lässt sich also ohne Probleme anschließen.

SolarFlow 800 Pro läuft innerhalb von wenigen Minuten
Die Installation des SolarFlow 800 Pro Solarspeichers ist kinderleicht: PV-Module anschließen, AC-Anschlusskabel einstecken und mit der App verbinden – fertig. Ihr solltet jedoch darauf achten, dass ihr für den Speicher ein reines 2,4-GHz-WiFi-Netz nutzt, da es ansonsten zu Problemen bei der Einrichtung kommen kann. Alternativ lässt sich das System natürlich ebenso per Bluetooth koppeln, wobei dann kein Fernzugriff möglich ist.
HEMS als neue Steuerzentrale
Sobald der SolarFlow 800 Pro verbunden ist, müsst ihr in der App ein HEMS (Home Energy Management System) einrichten. Hierbei handelt es sich um die Steuerzentrale, die alle vorhandenen Zendure Geräte und kompatiblen Smart Meter (etwa das Shelly Pro 3EM) koordiniert. Zudem müsst ihr hier eure Region und die maximale Ausgangsleistung festlegen.
In der App findet ihr dann alle wichtigen Parameter zu eurem Balkonkraftwerk: PV-Eingangsleistung, Ausgangsleistung ins Hausnetz, Ausgangsleistung der Notstromsteckdose, den Batteriestand und der momentane Gesamtenergieverbrauch (nur mit Smart Meter). Daneben lassen sich auch historische Daten zur PV-Leistung finden.
In den Einstellungen lassen sich zudem diverse Parameter anpassen, unter anderem die Akkueinstellungen. Hier bestimmt ihr, ab welchem Punkt der Ladevorgang stoppt und wie stark sich der Speicher entladen darf (minimal 5 %). Letztendlich bietet die App viele Optionen und Statistiken.
Betriebsmodi: ZENKI bringt KI-Steuerung
Insgesamt stehen in der App sechs Betriebsmodi zur Auswahl, die ihr unter dem Punkt “Energieplan” findet:
- ZENKI: KI-basierter Betriebsmodus, der intelligente Energiepläne auf Basis von Sonnenprognosen, Nutzungsmustern und dynamischen Strompreisen erstellt. Das System optimiert selbstständig die Einspeiseleistung und die Nutzung von dynamischen Stromtarifen und lässt keine Anpassung der Einstellungen zu.
- Automatikmodus: Ähnelt ZENKI, nutzt aber keine KI für Ertrags- und Lastprognosen. Die Leistungsabgabe wird basierend auf der Systemkonfiguration und den Umgebungsbedingungen intelligent angepasst. Die Nutzung ist nur mit einem Smart Meter sinnvoll.
- Modus für intelligente Stromzähler: Die Einspeiseleistung wird dynamisch auf Basis des aktuellen Stromverbrauchs gesteuert. Nur in Kombination mit einem Smart Meter nutzbar.
- Modus für smarte Steckdosen: Die Einspeiseleistung ergibt sich aus einer vordefinierten Grundlast und dem Verbrauch einzelner Smart Plugs. Erkennt das System Last an einer smarten Steckdose, dann wird die Leistung entsprechend erhöht.
- Grundlastmodus: Passt die Leistung basierend auf einem individuellen Grundlast-Zeitplan an.
- Stromtarifmodus: Der Solarspeicher wird auf dynamische Strompreise optimiert. Sobald bestimmte Preisschwellen erreicht werden, lädt oder entlädt sich der Speicher. Die Preise lassen sich individuell festlegen, wobei die Strompreisdaten von Nord Pool oder rabot.energy verwendet werden.
Besonders der ZENKI-Modus dürfte für Anfänger spannend sein, da die KI alle wichtigen Einstellungen und Anpassungen automatisch vornimmt, und man sich im Prinzip um nichts kümmern muss. Dabei hat die KI eine Anlernzeit von 6 Tagen, bis die Automatisierung greift – danach läuft alles vollautomatisch. Zusammen mit dem AiO-Aspekt macht das den Solarspeicher zum perfekten Starter-System.
ZENKI macht nur mit Smart Meter Sinn
Sinnvoll ist der Modus, genauso wie der Automatikmodus, aber nur in Verbindung mit einem Smart Meter. Dieser muss in die Hausverteilung eingebaut und zwingend von einem Elektriker installiert werden. Zusammen mit einem Smart Meter ist dann auch eine Nulleinspeisung möglich. Alternativ lässt sich der Echtzeitverbrauch teilweise durch Smart Plugs beobachten, indem man die größten Verbraucher im Haushalt an smarte Steckdosen anschließt.

Der ZENKI-Modus soll nach aktuellen Angaben dauerhaft kostenlos zur Verfügung stehen – Zendure versteckt die KI-Funktionen also nicht hinter einer Paywall wie etwa EcoFlow. Allerdings stand selbst bei Zendure am Anfang eine Abo-Gebühr für ZENKI im Raum.
Fazit: Auf den ersten Blick ein guter Deal
Was Zendure mit dem Hyper 2000 vorgemacht hat, wird mit dem SolarFlow 800 Pro konsequent ausgebaut und verbessert: Das neue Speichersystem bietet im Vergleich zum Vorgänger nicht nur mehr MPPT-Anschlüsse samt höherer Eingangsleistung, sondern auch eine Notstromsteckdose, KI-Steuerung und richtiges AiO-Feeling. Dadurch ist der Speicher vor allem für Anfänger interessant, die nach einem verständlichen und leicht installierbaren Solarspeicher suchen.
Außerdem ist der Preis mit 799 Euro aus meiner Sicht fair: Ihr zahlt hier etwa 42 Cent pro Wh, womit ihr deutlich mehr für euer Geld bekommt als bei Anker und EcoFlow. Letztlich macht der SolarFlow 800 Pro die älteren Systeme Hyper 2000, AiO 2400 und Hub 2000 überflüssig – unter anderem, da sie teurer sind. Wer sein Balkonkraftwerk also um einen Solarspeicher erweitern möchte, kann ohne Bedenken zum SolarFlow 800 Pro greifen. Falls ihr euch eine komplett neue Anlage anschaffen wollt, lohnt sich wiederum der Blick auf die BKW-Bundles.
Beitrag erstmals veröffentlicht am 14.07.2025
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ich habe bereits eine 10 kW Anlage auf dem Dach. kann ich mit dem Überschuss daraus die Zendure 800 pro laden ?
Moin, der Speicher lässt sich dann über die AC-Ladefunktion mit dem Strom der Dach-PV-Anlage laden