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Kingston KC3000 1TB-SSD im Test: Gute Option trotz Speicherkrise?

Ist PCIe 4.0 noch schnell genug?
kingston kc3000 ssd mit 1 tb auf goldfolie

Kingston erweiterte sein SSD-Portfolio um ein neues Modell im PCIe-4-Segment: Die KC3000-SSD platziert sich als neues Gen4-Topmodell und soll Gaming- und Media-Workloads gleichermaßen gut bewältigen können. Ob das stimmt, klären wir für euch im Test.

Noch eine Gen4-SSD?

Die anhaltend hohen Preise für Speicherchips, vor allem getrieben durch den KI-Boom und die damit einhergehende große Nachfrage, lassen auch den SSD-Markt nicht kalt. Kingston platziert die KC3000 klar als neues Gen4-Highend-Modell mit entsprechendem Preis. Trotzdem liegt die KC3000 preislich sehr deutlich unter den stark teurer gewordenen Gen5-Modellen.

Damit macht die KC3000 in einer abgekühlten Konjunktur für viele Interessenten als Alternative zur teuren Gen5-Technik durchaus Sinn und dürfte ihren Platz finden. Im Portfolio von Kingston ordnet sich das neue Modell derzeit der Kingston FURY Regengade G5 (Gen 5) und der FURY Regengade SSD (Gen 4) unter.

Angeboten wird die Kingston KC3000 in vier Kapazitäten mit 512 GB, 1 TB, 2 TB und 4 TB. Das Laufwerk verfügt über einen dünnen Kühleraufkleber aus Graphen und Aluminium. Für unseren Test haben wir das Modell mit 1 TB verwendet.

kingston kc3000

Hardware: Das steckt im Inneren Kingston KC3000

Die Kingston KC3000 bedient sich an einigen Stellen aus der Trickkiste der erfolgreichen FURY Regengade SSD (Gen 4) von Kingston. Konkret bedeutet dies, dass beide Modelle auf den erprobten PS5018-E18 Controller von Phison setzen.

Diesem stellt Kingston auch bei der KC3000 SSD einen dedizierten DDR4‑Cache zur Verfügung, dessen Größe nicht genau beziffert ist.

Beim NAND setzt die KC3000 auf Toshiba 112L BiCS5-Chips, die natürlich im TLC-Verfahren angesprochen werden. Dies wiederum heißt, dass selbstverständlich auch ein SLC-Cache verfügbar ist. Dieser beschleunigt die Schreiboperationen.

Ansonsten gibt es wenige Überraschungen. Die KC3000 passt in jeden M2-2280-Slot und arbeitet natürlich mit dem NVMe-2.0 Protokoll. Für maximale Leistung muss euer Hostgerät mindestens PCIe 4.0 mit 4 Lanes unterstützen. Die SSD kann prinzipiell aber auch in PCIe 5.0 und PCIe 3.0-Slots betrieben werden. Im letzteren Fall dann natürlich mit Leistungseinbußen.

Die Lebenserwartung des NANDs für das 1-TB-Modell gibt Kingston mit 800 TB (TBW) an. Das Ganze wird durch eine fünfjährige, beschränkte Garantie ergänzt, was mittlerweile Standard ist.

Kingston KC3000 auf einen Blick

Kurz noch einmal zusammengefasst, was die neue KC3000-Serie von Kingston ausmacht.

Die Kingston KC3000 SSD…

Leistungstest der Kingston KC3000 SSD

Im Fokus dieses Artikels steht natürlich hauptsächlich die Leistung, die ein Laufwerk unter verschiedenen Bedingungen an den Tag legt. Daher haben wir die Kingston KC3000 SSD mit 1 TB verschiedenen Tests unterzogen. Theoretische Benchmarks kitzeln das Maximum aus dem Laufwerk heraus, während praktische Testdurchläufe eine Einschätzung der Laufwerksleistung unter alltäglichen Bedingungen erlauben.

kingston kc3000 ssd mit 1 tb auf mainboard liegend

Folgende Laufwerke wurden für den Vergleich herangezogen:

Testsystem:

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

Synthetische Benchmarks

Synthetische Benchmarks bringen die Laufwerke an ihre Leistungsgrenzen, aber die dargestellten Situationen entsprechen oft nicht den Alltagsbedingungen, denen eine SSD ausgesetzt ist. Der Vorteil von synthetischen Benchmarks ist ihre genaue Reproduzierbarkeit. Die Ergebnisse lassen sich somit besonders gut zwischen verschiedenen Laufwerken vergleichen.

A.S. SSD Benchmark

Der A.S. SSD Benchmark misst die sequenziellen Schreib- und Leserate einer SSD. Darüber hinaus werden Zugriffszeit und Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien gemessen. Ein integrierter Kopier-Benchmark simuliert das Kopieren von ISO-Dateien, Programmen und Computerspielen und misst dabei die Transferraten. Unseren Erfahrungen nach sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.

ATTO Disk Benchmark

Wenn es darum geht, die maximale Schreib- und Lesegeschwindigkeit einer SSD zu ermitteln, ist der ATTO Disk Benchmark ein zuverlässiges Tool. Die Leistung wird anhand verschiedener Blockgrößen gemessen, die wir in Blöcken von 4 Kilobyte bis 2 Megabyte dargestellt haben. In der Praxis sind die ermittelten Werte allerdings nur selten zu erreichen und werden von den Herstellern gerne als Werbemittel eingesetzt.

Crystal Disk Mark

Der Crystal Disk Mark (CDM) ist ein weiteres Benchmark-Tool, das die Performance von SSDs analysieren kann. Hier werden unterschiedliche Tests durchgeführt, deren Ergebnisse ähnlich wie beim A.S. SSD Benchmark aus jeweils fünf Testdurchläufen gemittelt werden. CDM hat sich in den letzten Jahren zu einem Standardtest entwickelt und wird von SSD-Herstellern oft selbst zur Bestimmung der beworbenen Leistungswerte eingesetzt.

Praxisbezogene Tests

Wesentlich interessanter für die spätere Verwendung einer Solid State Disk sind die Real-Tests. Wie der Name schon sagt, überprüft diese Art von Tests die Leistung der SSDs unter alltäglichen Bedingungen.

Kopieren unter Windows

Hierzu werden verschiedene Dateien kopiert und die Transferraten ermittelt. Dazu gehören ein 20 GB großes ISO-Image sowie der Installationsordner von CyberPunk 2077 mit einer Größe von 66 GB. Um eine Limitierung der Leistung der zu testenden SSD durch ein zu langsames Quelle-/Ziellaufwerk zu verhindern, werden alle Tests mit einer RAM-Disk durchgeführt.

In einem ersten Test wird eine 20 GB große Image-Datei zunächst von der RAM-Disk auf die SSD geschrieben. Anschließend wird die Datei von der SSD gelesen und auf die RAM-Disk zurückkopiert. In beiden Fällen werden die Zeiten von drei Durchläufen gemessen und ein Durchschnitt gebildet.

Anschließend wird die Prozedur mit einem 60 GB großen Installationsordner, der mehrere Dateien unterschiedlicher Größen beinhaltet, wiederholt. Am Schluss wird derselbe Ordner zwischen zwei Pfaden auf derselben SSD kopiert. In diesem Fall muss die SSD Dateien gleichzeitig lesen und schreiben. Aus Dauer und Dateigröße wird abschließend die Transferraten in MB/s berechnet.

Avocado Benchmark

Das „Avocado-Benchmark“ ist eigentlich der DirectStorage-Test, welcher von Microsoft zur Demonstration der DirectStorage-API entwickelt worden ist. Das Tool misst die Bandbreite zwischen GPU und SSD, wenn DirectStorage zum Einsatz kommt. Die Technologie erlaubt das Laden von Spieldateien (meist Texturen) direkt von einer SSD in den VRAM der Grafikkarte. Auch das Entpacken der Dateien wird von der GPU übernommen. Die CPU bleibt dabei außen vor, was das Verfahren deutlich schneller macht.

Dieser Benchmark hängt stark von der Leistung der GPU und der SSD ab. Ein direkter Vergleich der Bandbreite macht also nur bei gleichen Testbedingungen Sinn. Die Werte sollten daher relativ zueinander betrachtet und nicht als absolute Größe gedeutet werden.

PCMark 10 Storage Tests

Außerdem haben wir das PCMark 10 mit seiner ausführlichen Praxissimulation verschiedenster Auslastungsszenarien in unseren Benchmark-Katalog aufgenommen.

3DMark SSD Storage Test

Zur Simulation der SSD-Leistung in Hinblick auf Gaming-Situationen kommt der 3DMark Storage Test zum Einsatz.

Caching-Verhalten

Um die Strategie des integrierten SLC-Caches zu analysieren, beschreiben wir das Laufwerk vollständig mit Daten und dokumentieren dabei die Schreibgeschwindigkeit.

Daraus ergeben sich zwei Werte: die Größe des (häufig dynamisch zugewiesenen) SLC-Caches und die Geschwindigkeit im SLC-Modus. Zudem dokumentieren wir so die Schreibgeschwindigkeit, die im Mittel nach dem kompletten Füllen des Caches zu erwarten ist. Um den Einfluss eines möglichen Throttlings durch zu hohe Temperaturen zu kompensieren, werden für diesen Test alle Laufwerke mit ihrem Standardkühler (K) oder dem integrierten M.2-Kühler der Hauptplatine (MK) betrieben.

Alle Werte weisen einen gewissen Messfehler auf und sind mit einer entsprechenden Toleranz zu betrachten.

Durchschnittliche Schreibleistung

Ab sofort stellen wir auch die durchschnittliche Schreibgeschwindigkeit für euch als Diagramm dar. Dabei handelt es sich um die mittlere Transferrate, die die SSD beim vollständigen Beschreiben des NAND-Speichers benötigt.

Dieser Geschwindigkeitswert wird dabei unter anderem durch den SLC-Cache (langsameres Schreiben im TLC-Modus) und die Reduzierung der Laufwerksleistung aufgrund zu hoher Temperaturen (Throttling) beeinflusst. Um die letztere Komponente zu kompensieren, testen wir die Laufwerke ab sofort einmal mit und einmal ohne Kühler. Als Kühler kommt der integrierte Kühler des MSI MPG X870E Carbon WiFi Mainboards zum Einsatz.

Laufwerke, die ohne Kühler geliefert werden, werden auch so getestet (kein Kürzel). Diese SSDs testen wir zusätzlich mit dem Mainboard-Kühler (Kürzel MK). Laufwerke, die mit montiertem Kühler ausgeliefert werden, werden auch so getestet und tragen das Kürzel (K).

Was zeigen die Zahlen der KC3000 SSD?

Nach den vielen bunten Diagrammen wollen wir noch kurz zusammenfassen, was die Messungen für die Leistung der Kingston KC3000 SSD bedeuten.

Hohe Transferleistungen bei sequenziellen Tasks

Bei den sequenziellen Transfers übertrifft die KC3000 die vom Hersteller beworbenen Angaben (R: 7000 MB/s, W: 6000 MB/s) teilweise deutlich. Lesend haben wir maximal 7380 MB/s gemessen, schreibend lieferte das Laufwerk bis zu 6140 MB/s.

Auch bei den wahlfreien Zugriffen auf unterschiedlich große Blöcke gibt es wenig Überraschungen. Die Werte liegen beim Lesen auf einer Linie mit der Konkurrenz von Samsung (SSD 990 PRO) und SanDisk (WD Blue SN5100). Beim Schreiben fallen die Ergebnisse unseres 1-TB-Modells etwas niedriger aus als bei den Konkurrenzmodellen mit 2 TB, die auf mehr Cache und NAND-Kapazität zurückgreifen können. Diese Varianz muss man beim direkten Vergleich der Werte beachten.

Gaming-Leistung: Passt!

Bei den praktischen Tests macht die KC3000 mit 1 TB grundsätzlich ebenfalls eine gute Figur. Die Kopiertests unter Windows laufen flott und ohne große Auffälligkeiten.

Im PCMark 10 Storage-Test muss sich das 1-TB-Modell der KC3000 den anderen 2-TB-Laufwerken im Vergleich unterordnen, was erneut der reduzierten NAND-Ausstattung zuzuschreiben ist. Die Werte für sich genommen sind aber gut. Ein ähnliches Bild zeichnet sich im 3D Mark Storage-Test ab. Auch die Ergebnisse des Direct-Storage-Tests fallen positiv aus.

Bei unserem Stresstest muss die SSD ihre Gesamtkapazität am Stück vollschreiben. Damit lässt sich einiges über das Cache-Verhalten und die thermische Abstimmung herausfinden.

Die KC3000 erreichte hier einen Wert von 1,2 GB/s im Durchschnitt, um die 950 GB zu schreiben. Dieser Wert liegt im Mittelfeld. Bei diesem Test sticht erneut sehr deutlich der Unterschied zwischen 1-TB- und 2-TB-SSDs hervor.

Temperatur: Viel Kühlung, hilft viel!

Zwar ist die Kingston KC3000 „nur“ eine PCIe-4-SSDs, das Thema Kühlung darf aber auch bei diesem Speicherriegel auf keinen Fall vernachlässigt werden.

Der integrierte Kühlaufkleber aus Aluminium tut zwar grundsätzlich seinen Dienst, kann die SSD jedoch nicht vor vorzeitigem Throttling unter Volllast bewahren. Ohne Kühler haben wir mit der Wärmebildkamera maximal 97,5°C am Controller gemessen. Ab diesem Zeitpunkt geht der Controller in die Leistungsbegrenzung und reduziert die Schreibleistung teils deutlich, um sich selbst zu schützen.

kingston kc3000 ssd 1 tb wärmeentwicklung
Ohne Kühler wird es der KC3000 unter Volllast schnell warm.

Abhilfe schafft, wie so oft, eine integrierte M.2-Kühllösung des Mainboards oder ein separater Kühler. Dann ist Temperatur kein Thema mehr für die KC3000 und das Maximum belief sich auf 68 °C. In der Konsequenz kann das Laufwerk dann die gesamte Kapazität des SLC-Caches (bei 1 TB etwa 333 GB) ohne thermisches Throttling vollschreiben.

Es gilt also auch für die neue KC3000: Wer häufig anhaltende Workloads im Schreibbetrieb zu bewältigen hat, sollte in jedem Fall einen anständigen Kühler installieren, um die maximale Leistung des Laufwerks nutzen zu können.

Fazit: Gute Begleiterin für den Alltag?

Gelingt Kingston mit der neuen KC3000 SSD eine sinnvolle Ergänzung des Portfolios? Kurz gesagt: Ja, die KC3000 eignet sich für alle unter euch, die mit der Leistung von Gen4-SSDs zufrieden sind.

Das gilt auch dann, wenn ihr häufig größere Mengen an Daten auf die SSDs schreiben müsst. Typische Belastungen beim Gaming kann die KC3000 ebenfalls ohne Probleme, wie die Benchmarks zeigen.

Voraussetzung dafür ist, dass ihr für eine anständige Kühlung des Solid-State-Moduls sorgt, sodass es dem Kingston-Riegel nicht zu schnell zu warm wird.

Preislich bewegen wir uns in der Zeitrechnung „nach KI-Boom“ leider wieder in Regionen, die wir bei SSDs eigentlich vor Jahren hinter uns gelassen hatten. Konkret bedeutet das, dass ihr für die Kingston KC3000 mit 1 TB derzeit etwa 169 Euro hinlegen müsst.

Zum Vergleich: Die Samsung SSD 990 PRO (1 TB) kostet euch mindestens 199 Euro, die SanDisk WD Blue SN5100 ist mit Preisen ab 155 Euro etwas günstiger, verzichtet aber auch auf einen DRAM-Cache. Die Kingston FURY Renegade SSD 1TB (Gen 4) ist aufgrund ihres Alters und schlechter Verfügbarkeit mit deutlich über 200 Euro derzeit nicht mehr wirklich attraktiv.

Die Kingston KC3000 ist damit eine gute Option für alle, die in der aktuellen Situation eine solide Gen4-SSD suchen, die preislich nicht völlig aus dem Rahmen fällt.

Beitrag erstmals veröffentlicht am 05.06.2026

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Nils Waldmann Redakteur

Seit über 17 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle und ist mit der Drohne unterwegs.

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