Der Acemagic Retro X3 erinnert optisch an das NES und ist mit einem besonderen Ryzen-7-Mobilchip ausgestattet. Zur modernen Ausstattung des Mini-PCs gesellen sich USB4, 2.5G-LAN, Wi-Fi 6E und vernünftig viel Speicher zum fairen Preis. Details zu den Vor- und Nachteilen gibt es hier im Test.
Der Retro X3 positioniert sich als fair ausgestatteter Mini-PC der Mittelklasse, was im konkreten Fall ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis mit leistungsfähiger Ausstattung bedeutet, jedoch ohne allerneueste CPU-Generation und ohne dedizierte GPU. Das kompakte Modell richtet den Fokus auf Allround-Nutzung: Office-Anwender, Hobby-Creator, Casual-Gamer oder als Heimkino-PC.
Der Testkandidat ist aktuell im Angebot für 639,89 Euro bei Amazon erhältlich – ein sehr fairer Preis, der jedoch nur bis 31. August gilt. Um den Mini-PC für diesen Preis zu erhalten, müsst ihr im Warenkorb den Gutscheincode HPMDP5V3 eingeben. Dann werden euch automatisch 260 Euro vom UVP-Preis abgezogen.
Danach soll das Modell 899,99 Euro kosten, was nicht mehr sonderlich attraktiv ist. Interessant ist der Vergleich mit dem Acemagic W1. Dieses nahezu identische Modell ohne Retro-Look, aber mit gleichem Prozessor und 16 GB + 512 GB, ist aktuell für 459 Euro im Acemagic-Onlineshop erhältlich. Der Retro X3 mit 512 GB kostet dort aktuell 549 Euro. Getestet wurde die Amazon-Konfiguration mit 16 GB RAM + 1 TB SSD-Speicher für 699,89 Euro.
Kurz-Fazit
Ausstattung & Wartbarkeit: Bauteile für den chinesischen Markt
Was ist hier konkret drin? Der verbaute Laptop-Chip Ryzen 7 H 255 ist weitgehend identisch zum Ryzen 7 8745H und ebenfalls China-exklusiv, allerdings ohne NPU. Er taktet mit 3,8 bis 4,95 GHz und bietet 8 Kerne bzw. 16 Threads. Hierzulande wäre technisch der Ryzen 7 8545HS am nächsten, der hat aber eine TDP von 35 statt 45 Watt. Die Hawk-Point-Serie stammt aus Mitte 2024 und basiert auf Vier-Nanometer-Fertigung sowie Zen-4-Architektur.
Die verbaute Faspeed-P9-SSD, hier mit 1 TB, ist eine chinesische PCIe-4.0-SSD, die im Test knapp 7.100 MB/s lesend und knapp 6.100 MB/s schreibend geschafft hat. Beim Testmodell wurden damit interessanterweise aber schon rund 3.000 GB gelesen und geschrieben – nicht viel also, aber eben nicht mehr brandneu.
Der verbaute RAM, 16 GB LPDDR5-6400 mit Samsung-Speichermodulen, ist nicht direkt zugänglich. Es soll sich aber um SODIMM handeln (also nicht verlötet, ließ sich aber nicht bestätigen). Lediglich die SSD, ein zweiter SSD-Slot und die Netzwerkkarte sind leicht zugänglich. Für Bastler wäre auch noch ein Lüfteranschluss frei. Die Oberseite wird nach zweifacher Entriegelung leicht abgeschoben, danach müssen nur vier klar gekennzeichnete Schrauben entfernt werden.
Design & Anschlüsse: NES lässt grüßen
Das Gehäuse erinnert etwas an das Nintendo Entertainment System, was auch der „1985-Reimagined“-Aufdruck deutlich macht (USA-Release des NES). Das Retro-X5-Modell mit stärkerem, modernerem Strix-Point-Chip und mehr Speicher übernimmt sogar die NES-typischen Streifen entlang der Oberseite.

Das kompakte Design wirkt zwar nicht so elegant wie manch ein modernes Metallgehäuse, aber trotzdem wertig verarbeitet und mit Liebe zum Detail gestaltet – etwa der rote Power-Button mit Beleuchtung oder das Retro-Design unter der Abdeckung. Die Abmessungen betragen 140 × 130 × 45 mm (die Acemagic-Seite gibt 128,2 × 128,2 × 44 an). Dazu kommt ein externes 120-Watt-Netzteil, das relativ kompakt ausfällt, aber auf einen Hohlstecker statt auf USB-C setzt.
Hinten befinden sich HDMI 2.1, DisplayPort 2.0, ein LAN-Anschluss (2,5 Gbit/s), viermal USB-A (5 Gbit/s) und der Stromanschluss. Vorn sind USB4 (USB-C, 40 Gbit/s), zweimal USB-A (5 Gbit/s), eine 3,5-mm-Audiobuchse und die Power-Taste untergebracht. Ein MediaTek-Chip für Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.2 ist ebenfalls verbaut. Als Betriebssystem dient Windows 11 Pro ohne jegliche Zusatzsoftware.
Leistung: Performanter Ryzen-7-Chip im Mini-PC
Getestet wurde im ab Werk eingestellten Performance-Modus (es gibt noch Balanced und Silent im BIOS). Die integrierte Grafikeinheit Radeon 780M ist unter anderem bekannt aus Windows-Handhelds, aber hier mit höherer TDP.

Verwendete Benchmarks & Einstellungen
- Geekbench 6.7.1
- 3DMark
- Cinebench 2024
- Shadow of the Tomb Raider: Höchstes Preset / Niedrigstes Preset DX12 nativ
- Cyberpunk 2077: Hoch-Preset nativ / Ultra-Raytracing-Preset, Upsampling: Performance
- System: Windows 11 Pro 25H2, Performance-Preset, Gaming-Tests in 1.920 × 1.080 & 2.560 × 1.440
- Vergleichswerte stammen aus älteren Tests und dienen zur Einordnung; geringfügige Abweichungen wären bei Nachtests möglich
CPU-Leistung
GPU-Leistung
Gaming
Der Hersteller wirbt zwar mit Spielepostern von Cyberpunk 2077 und RDR2, ist letztlich aber zu schwach dafür, um solche AAA-Titel ohne große Einschränkungen zu spielen. Für ältere Titel oder weniger anspruchsvolle Kompetitiv-Titel sowie für Retro-Emulatoren reicht die Leistung aber definitiv in Full-HD, teils auch WQHD. Upsampling hilft hier ungemein, um die Leistung zu steigern.
Die CPU ist ziemlich stark, kann natürlich aber nicht mehr mit aktuellen Top-Kandidaten mithalten. Wer mehr Gaming-Performance möchte, muss aktuell für Systeme mit dedizierter GPU tief in die Tasche greifen. Die deaktivierte NPU dürfte niemand vermissen. Lokale KI-Agenten mit 16B-Modellen laufen dennoch problemlos. Wer den PC als TV-Konsole nutzen möchte, kann dank der guten Linux-Unterstützung der Plattform auch Gaming-Distros wie Bazzite bedenkenlos nutzen.
Ein Großformatlüfter an der Unterseite zieht Luft an und lässt sie seitlich ab. Dies sorgt für ein angenehm ruhiges Betriebsgeräusch gegenüber den sonst bei Mini-PCs üblichen kleinen, hochfrequenten Lüftern. Im Leerlauf und bei geringer Last ist er kaum hörbar, selbst bei starker Auslastung hält sich das Betriebsgeräusch in Grenzen. Ebenso die Temperaturen halten sich in Grenzen unter Last. Auf dem Desktop bleibt der Prozessor unter 45 Grad, in Spielen wurden durchschnittlich rund 70 Grad und kurzzeitig bis zu 79 Grad (CPU) bei sommerlichen 29 Grad Umgebungstemperatur angezeigt.
Stromverbrauch
Der Stromverbrauch des Acemagic Retro X3 bewegt sich im für diese Leistungsklasse typischen Rahmen und bleibt dabei effizient. Unter leichter Last, etwa bei Office-Nutzung oder Webbrowsing, verbraucht der Mini-PC nur etwa 30 Watt.
Unter mittlerer bis hoher Last, etwa beim Spielen, steigt der Verbrauch auf circa 70 bis 85 Watt. Im CPU-Stresstest Cinebench wurden spitzenweise bis zu 95 Watt gemessen, das Netzteil gibt maximal 120 Watt her. Insgesamt bewegt sich der Retro X3 also auf für einen 45-Watt-Prozessor gewohnten Niveau, mit moderaten Verbrauchswerten im Alltag und ausreichendem Spielraum für Leistungsspitzen, wenn es darauf ankommt.
Fazit
Der Acemagic Retro X3 präsentiert sich als sehr rundes Gesamtpaket zum Einführungspreis in einem besonderen Retro-Stil, der ihn von der Masse abhebt. Zwar ist er nicht die allerbeste Preis-Leistungs-Wahl auf dem Markt, doch als guter Allrounder ohne große Mankos kann er vor allem Nutzer überzeugen, die Wert auf ein ausgewogenes Verhältnis aus Leistung, Ausstattung und Design legen.
Besonders die solide Leistung des Ryzen-Prozessors, die angenehme Laufruhe und die zeitgemäße Anschlusssituation mit USB4 und 2.5G-LAN sprechen für den Retro X3. Kritisch anzumerken sind jedoch der nicht zugängliche RAM und die Beschränkung auf nur einen USB-C-Port.
Zum aktuellen Preis von 640 Euro ist der Acemagic Retro X3 eine empfehlenswerte Option für alle, die einen kompakten, vielseitigen Mini-PC mit Charme suchen. Für 900 Euro verliert das Modell jedoch deutlich an Attraktivität – dann sollten Interessenten besser nach Alternativen mit aktuellerer Hardware oder vergleichbarer Ausstattung zu günstigeren Preisen Ausschau halten. Hier lohnt ein Blick abseits von Amazon und bei anderen China-Marken.
Beitrag erstmals veröffentlicht am 08.08.2026
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