Mit der Celsius+ bringt Fractal Design eine neue Serie an AiO-Wasserkühlungen auf den Markt, die als Nachfolger der Celsius-Serie gilt und dahingehend einige Verbesserungen erhalten hat. Neben einem neu designten Pumpenblock mit Glasabdeckung und RGB-Beleuchtung gibt es auch neue Lüfter, die in zwei verschiedenen Varianten erhältlich sind. Wie schlägt sich die Wasserkühlung im Vergleich zur Konkurrenz? Wir haben für euch den Test gemacht!

Übersicht

Fractal Design hat uns gleich zwei Modelle zur Verfügung gestellt, die Celsius+ S24 Prisma mit 240-mm-Radiator sowie die Celsius+ S36 Prisma mit 360-mm-Radiator. Durch den Namenszusatz „Prisma“ erhalten beide Varianten die Prisma ARGB-Lüfter, in der „Dynamic“-Version gibt es stattdessen die Dynamic PWM-Lüfter ohne LEDs. Preislich startet die Serie ab 139,99 Euro UVP, das 360er-Topmodell kostet rund 214,99 Euro UVP.

Lieferumfang

  • Fractal Design Celsius+ Wasserkühlung
  • 2x/3x Prisma AL-12 PWM ARGB Lüfter
  • Montagezubehör (Intel & AMD)
  • Wärmeleitpaste (bereits aufgetragen)
  • Bedienungsanleitung

Design & Eigenschaften

Fractal Design verpasst der Celsius+ Reihe eine neue Pumpeneinheit, die gegenüber der bisherigen Celsius-Serie (Test) deutlich zugenommen hat. Mit einer Höhe von 45 mm und einem Durchmesser von 62 mm ist der runde Kühlblock jedoch immer noch kompakt gehalten. Auf der Oberseite ist eine Glasplatte eingelassen, auf der das Herstellerlogo zu sehen ist. Zum Hingucker wird die Pumpeneinheit jedoch erst durch den ARGB-Ring.

Ein wichtiges Merkmal der Celsius-Serie hat Fractal Design allerdings auch für die neuen Modelle übernommen – den verstellbaren Ring. Er kann zwischen dem Auto- und PWM-Modus schalten und so „on the fly“ die passende Einstellung auswählen. Im Automatik-Modus passt sich die Pumpen- und Lüftergeschwindigkeit automatisch anhand der Kühlflüssigkeitstemperatur an. Dadurch dreht die Pumpe mit bis zu 3.500 rpm, sollte die Temperatur auf bis zu 60°C steigen. Im PWM-Modus lässt sich die Celsius+ manuell regeln und ganz individuell anpassen, beispielsweise über die Mainboard-Software.

Die Pumpe im Inneren nutzt übrigens ein Lager und eine Welle aus Keramik, im Normalbetrieb läuft sie zwischen 800-2.800 rpm. Die MTTF („mean time to failure“) der Pumpe wird vom Hersteller mit 50.000 Stunden angegeben. Die Schläuche sind auf der rechten Seite über 90° gewinkelte Anschlüsse mit der Pumpeneinheit verbunden und lassen sich flexibel drehen. Dadurch wird der Druck auf dem Sockel bzw. auf der CPU nicht unnötig erhöht und die Montage des Radiators erleichtert.

Integrierte Platine für ein sauberes Kabelmanagement

Ein wirklich praktisches Feature der Fractal Design Celsius+ ist das saubere Kabelmanagement. Die Lüfter werden auf einer kleinen Platine auf dem Radiator angeschlossen. Ein Kabel führt dann durch die mit Nylon ummantelten Schläuche zur Pumpeneinheit und erspart so das teilweise nervenaufreibende Anschließen auf dem Mainboard. Einzig die ARGB-Beleuchtung muss noch separiert angeschlossen werden. Den benötigten Strom bekommt die Celsius+ AiO-Wasserkühlung dann über einen klassischen 4-Pin-Anschluss.

Die runde Bodenplatte unterhalb der Pumpe ist aus Kupfer gefertigt und ab Werk bereits mit Wärmeleitpaste bestrichen. Für die Montage gibt es zwei unterschiedliche Metall-Brackets für AMD- und Intel-Prozessoren, die auf der Unterseite installiert werden. Die Fractal Design Celsius+ S24 Prisma und S36 Prisma unterstützen alle aktuellen Mainstream-Sockel von AMD (AM4, AM3(+), AM2(+), FM2(+), FM1) sowie Intel (LGA 2066, 2011 (-v3), 1200, 1151, 1150, 1155, 1156,. 1366). Die große AMD TR4 Plattform für die Threadripper-CPUs wird ebenfalls unterstützt, hierfür kann das beim Prozessor mitgelieferte TR4-Bracket genutzt werden. Die Montage ist übrigens sehr simpel gestaltet und in wenigen Minuten erledigt. Die beliegende Bedienungsanleitung beschreibt die Installation dabei sehr übersichtlich.

Steuerbare ARGB-Beleuchtung für Pumpe und Lüfter

Der Radiator der Celsius+ S24 Prisma besitzt eine Länge von 284 mm, bei der Celsius+ S36 Prisma sind es 403 mm. Bei beiden Varianten ist der Wärmetauscher etwa 30 mm dick und 122 mm breit. Sowohl das Äußerer als auch das Innenleben ist dabei aus Aluminium gefertigt. Die Wärme wird von zwei (S24) bzw. drei (S36) PWM-Lüftern abtransportiert. Die sogenannten Prisma AL-12 PWM ARGB Lüfter besitzen ein LLS-Lager und drehen mit 500 – 2.000 Umdrehungen pro Minute. Sie werden jeweils über ein 4-Pin-Kabel direkt am Radiator angeschlossen, können aber natürlich auch ganz klassisch mit dem Mainboard verbunden werden.

Die ARGB-Beleuchtung wird über den entsprechenden ARGB-Anschluss realisiert. Die Lüfter lassen sich miteinander verbinden und auch die Pumpe lässt sich in das bunte Spektakel einbinden. Die Lüfter besitzen LEDs im Bereich der Lüfterblätter und einen dezent beleuchteten LED-Ring. Durch die adressierbaren LEDs lässt sich die Beleuchtung mit verschiedenen Mainboard-Tools kontrollieren, darunter ASUS Aura Sync, MSI Mystic Light Sync, Gigabyte RGB Fusion sowie ASRock Polychrome Sync. Ein RGB-Controller zur separaten Steuerung ist nicht im Lieferumfang enthalten.

Kühlleistung

Für unseren Praxistest haben wir die AiO-Wasserkühlung auf einen Intel Core i9-7900X installiert, welcher auf einem ASUS ROG Rampage VI Extreme Encore sitzt. Anschließend haben wir das System sowohl im Leerlauf (Idle) als auch unter Volllast im Auto- und PWM-Modus der AiO-Wakü getestet, hierfür haben wir den CPU-Z Stresstest genutzt. Der Temperaturverlauf (Raumtemperatur: ca. 21°C) wurde mit der Software HWMonitor als auch CoreTemp aufgezeichnet.

Testsystem:

  • Prozessor: Intel Core i7-7900X, 10 Kerne (20 Threads), 3,3 GHz (Standard), 4,3 GHz (Turbo), Turbo Boost & Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: ASUS ROG Rampage VI Extreme Encore
  • Arbeitsspeicher: 32 GB Kingston HyperX Predator RGB DDR4-2933
  • Systemlaufwerk: 512GB ADATA XPG SX8000 PCIe 3.0 x4 M.2 SSD
  • Grafikkarte: ASUS ROG Strix RTX 2070 OC
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64


Im Leerlauf erzielt sowohl die Celsius+ S24 Prisma als auch die Celsius+ S36 Prisma gute Temperaturen. Der PWM-Modus verzeichnet dabei eine leicht bessere Leistung als der Auto-Modus, wir haben dabei die Standard-Drehzahlkurve des Mainboards eingesetzt. Im Auto-Modus läuft die Wasserkühlung etwas geräuschärmer und somit auch mit einer etwas geringeren Leistung, die Temperaturen zeigen das jedoch nur geringfügig.

Unter Last können beide Modell ebenfalls mit einer hervorragenden Leistung punkten und liegen sowohl im PWM- als auch Auto-Modus sehr nah beieinander. Hier vergrößert sich der Unterschied zwischen den beiden Modi jedoch auf etwa 10°C. Doch auch im Auto-Modus sind die Temperaturen keineswegs als schlecht zu bezeichnen, zudem die Wasserkühlung dabei ausgesprochen ruhig bleibt und erst bei längerer Last die Drehzahl langsam ansteigen lässt. Für einen Intel Core i9-7900X mit 10 Kernen sind die erzielten Temperaturwerte immer noch hervorragend.

Die Geräuschkulisse ist insgesamt sehr angenehm, selbst unter Last werden Lüfter und Pumpe nicht störend. Die Lautstärke steigert sich natürlich unter hoher Last (vor allem im PWM-Modus), bleibt dabei jedoch eher geräuscharm. Bei Bedarf kann der Nutzer entweder direkt auf den ruhigeren Auto-Modus schalten oder in der Mainboard-Software die Drehzahlkurve anpassen.

Fazit

Mit der Celsius+ Reihe bringt Fractal Design eine leistungsstarke und gleichzeitig schicke AiO-Wasserkühlung auf den Markt. Die Wasserkühlung ist hochwertig verarbeitet und ermöglicht durch die kleine Platine auf dem Radiator ein sauberes Kabelmanagement im System. Durch die steuerbare ARGB-Beleuchtung auf Pumpe und Lüfter wird die Fractal Design Celsius+ wahrlich zum Hingucker im PC, vor allem, wenn sie mit anderen Komponenten synchronisiert wird.

Die Temperaturen können sowohl im Leerlauf als auch unter Last überzeugen, darüber hinaus hat der Nutzer die Wahl zwischen einem ruhigen Auto-Modus und einem anpassbaren, leistungsfähigeren PWM-Modus. Die Geräuschkulisse kann ebenfalls punkten und bleibt besonders im Idle angenehm ruhig. Unter Last steigert sich die Drehzahl besonders im PWM-Modus, das lässt die Lautstärke jedoch nicht unkontrolliert in die Höhe schießen.

Preislich startet die Celsius+ S24 Prisma bei 159,99 Euro* UVP, das Topmodell Celsius+ S36 Prisma kostet rund 214,99 Euro* UVP. Die Serie ist also etwas hochpreisiger ausgerichtet, bringt jedoch auch eine hervorragende Leistung und ein paar praktische Features mit. Für den Einstieg in die Welt der AiO-Wasserkühlungen bieten sich auch die Enermax Liqmax III RGB (Test) oder die Cooler Master MasterLiquid ML240L V2 RGB (Test) an.

CPU-Kühler
Allround-PC.com
07/2020
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Empfehlung
CPU-Kühler
Allround-PC.com
07/2020
Fractal Design Celsius+ S36 Prisma
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Pro

  • hervorragende Kühlleistung
  • schnelle und einfache Montage
  • schicke ARGB-Beleuchtung (Pumpe und Lüfter)
  • sauberes Kabelmanagement (bis auf RGB-Kabel)
  • Modus-Ring für PWM- und Auto-Mode

Contra

  • etwas hochpreisiger

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