Bereits im Jahr 2019 brachte der Hersteller Arctic mit der Liquid Freezer II ihre aktuelle AiO-Wasserkühlung auf dem Markt. Schon damals konnte das Modell in unserem Test mit einem leisen Betrieb und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen. Nun geht eine neue ARGB-Variante mit bunten Lüftern an den Start. Aber wie schlägt sich die Arctic Liquid Freezer II 240 ARGB auf unserem Testsystem? Finden wir es heraus!

Arctic bietet die neue Version der AiO-Wasserkühlung in insgesamt zwei verschiedenen Größen an. Neben der 240mm-Variante, die uns zur Verfügung gestellt wurde, wird ebenso eine größere 360 mm Version angeboten. Die Arctic Liquid Freezer II 240 ARGB soll 109,99 Euro UVP kosten, ist aber bereits für knapp 80 Euro* erhältlich. Das größere Modell mit 360er-Radiator gibt es bereits für ca. 105 Euro* (139,99 Euro UVP).

Wenn ihr die Wasserkühlung aus dem Karton herausholt, sind die Lüfter bereits auf dem Radiator vorinstalliert. Ansonsten befinden sich nur noch das Montage-Kit sowie eine kleine Tube Wärmeleitpaste im Lieferumfang. Die Bedienungsanleitung gibt es bei Arctic mittlerweile rein in digitaler Form, hierfür steht ein QR-Code auf der Verpackung zur Verfügung. Die Installation der Kühlung wird dort mit Bildern und Animationen gut erklärt.

Altbekanntes Pumpenblock-Design

Im Vergleich zur ursprünglichen Variante der Liquid Freezer II hat sich wenig getan. Arctic setzt weiterhin auf das markante Design der Pumpe mit auffällig gestaltetem Kunststoffgehäuse und silbernen Akzenten. Auch der 40 mm große VRM Lüfter fällt dabei deutlich auf. Dieser soll im Betrieb die Spannungswandler des Mainboards kühlen, da bei Wasserkühlungen der Luftstrom an dieser Position schlicht fehlt. Zwar arbeitet der kleine Lüfter mit 1.000 bis 3.000 RPM, fällt aber im normalen Betrieb nicht weiter störend auf.

Die integrierte Pumpe arbeitet zwischen 800 und 2.000 RPM, für den Temperaturaustausch zwischen CPU und Kühlung sorgt eine aus Kupfer gefertigte Kontaktfläche. Darüber hinaus ist die Arctic Liquid Freezer II 240 ARGB mit den gängigsten Sockeln auf dem Markt kompatibel. Neben der Unterstützung für AMD AM4 werden auch die Intel LGA 115x, 2011(-3) sowie 2066 unterstützt. Damit wird eine Vielzahl an aktuellen Sockeln supportet, notwendiges Zubehör für diese legt der Hersteller in der Verpackung bei. Der Kühlkörper ist etwa 98 x 78 x 53 mm groß und blockiert mit dieser Größe keine RAM-Slots.

Stoffummantelte Schläuche im schlichten Design

Die Verbindung zwischen Radiator und Pumpe erfolgt durch zwei 450 mm lange und ummantelte Schläuche. Diese sind in einem dunklen Grauton gehalten und werden von silbernen Streifen durchzogen. Durch die Länge wird ein flexibler Einbau im Gehäuse ermöglicht, auch in größeren Gehäusen sollte es daher zu keinen Schwierigkeiten kommen.

Beim Radiator handelt es sich bei unserem Testmodell um ein 240-mm-Modell, welches vollständig aus Aluminium besteht. Dieser ist, wie auch bei den non-RGB-Modellen, 277 x 120 x 38 mm groß und kommt mit einer schwarz gehaltenen Optik daher. Mit einer Dicke von 38 Millimetern ist der Wärmetauscher tatsächlich ein gutes Stück dicker als bei Konkurrenzmodellen – ein Pluspunkt. Neu sind hingegen die Lüfter: Arctic legt der Wasserkühlung diesmal zwei 120 mm ARGB-Lüfter bei, welche mit 200 bis 1.800 RPM drehen. Bei den Lüftern handelt es sich um die Arctic P12 PWM A-RGB Lüfter.

Lüfter- und Pumpensteuerung weiterhin kombiniert

Weiterhin führt Arctic das Verbindungskabel versteckt durch die Schläuche zwischen Radiator und Pumpeinheit, was zu gefallen weiß. Jedoch wird auch bei dieser Version nur ein einzelnes PWM-Kabel zum Anschluss für Lüfter und Pumpe genutzt. Dadurch können die einzelnen Elemente nicht unabhängig voneinander gesteuert werden. Wie wir in unserem Test von 2019 bereits anmerkten, müssen Nutzer, welche beide Einheiten separat steuern möchten, sich auch hier wieder mit Verlängerungs- und Y-Kabeln behelfen.

Kühlleistung

Getestet wurde die Arctic Liquid Freezer II 240 ARGB auf einem Intel Core i9-7900X. Der Skylake-X Prozessor aus dem Jahr 2017 besitzt eine TDP von 140 W und liegt damit unter dem 300 W TDP „Budget“ der Wasserkühlung. Jedoch zeigte sich im Test damals, dass der Prozessor auch Peak-Werte von fast 240 W erreicht und damit bspw. deutlich über aktuellen Ryzen-Prozessoren liegt. Die zehn Rechenkerne besitzen einen All-Core-Turbo von bis zu 4 GHz.

Während dem Test wird der Prozessor erst über einen gewissen Zeitraum im Idle laufen gelassen, um so die entsprechenden Temperaturen zu ermitteln. Im Anschluss wird der interne Benchmark von CPU-Z genutzt um die Volllast-Temperaturen herauszufinden. Dieser Benchmark wird aufgrund der Vergleichbarkeit unter den bisher getesteten Wasserkühlungen verwendet.



Im Leerlauf erreicht die Liquid Freezer II 240 ARGB Temperaturen von etwa 27 °C bei einer Lüfterdrehzahl von 40 %. Sobald Last auf dem Prozessor anliegt steigen die Geschwindigkeit mit unserer Standard-Drehzahlkurve auf ca. 70 % an. In diesem Zustand schafft es die AIO-Wasserkühlung die CPU bei niedrigen 55 °C zu halten. Bei voller Lüfterdrehzahl sinkt dieser Wert nochmals auf etwa 52 °C.

Im Vergleich zur Konkurrenz landet Arctic im unteren Mittelfeld der 240 mm-Wasserkühlungen. Unter Last liegt sie gleich auf mit der Cooler Master MasterLiquid ML240L V2 RGB und kann sich vor die Enermax Liqtech II sowie vor die eigene non-RGB Version platzieren. Jedoch muss sich die Liquid Freezer II RGB den meisten anderen Kühlern geschlagen geben und landet unter 15 getesteten 240 mm-Wasserkühlern lediglich auf Platz 11. Jedoch muss gesagt werden, dass diese Kühllösung durchaus gute Ergebnisse abliefert und den Prozessor auch bei Volllast sehr kühl hält. Zudem ist der Geräuschpegel ausgesprochen angenehm, doch dazu im folgenden Abschnitt mehr Eindrücke.

Lautstärke

Bereits in unserem Test zur ursprünglichen Liquid Freezer II konnte die Lautstärke während dem Betrieb überzeugen – entsprechend hoch waren auch die Erwartungen an die RGB-Version. Im Leerlauf erreicht die Wasserkühlung bei 40 % Lüfterdrehzahl ca. 32 dB was durchaus als leise zu bewerten ist. Auch ist die Lautstärke im normalen Betrieb sehr angenehm und kaum wahrnehmbar. Bei voller Drehzahl werden die Lüfter mit etwa 41 dB zwar deutlich hörbar, insgesamt ist der Geräuschpegel jedoch sehr angenehm und nicht störend.

Wer sich nun Sorgen über den kleinen Lüfter auf dem Pumpenblock macht: Wir können euch beruhigen! Auch wir hatten bedingt durch die kleine Bauart und eine potenziell hohe Drehzahl von 2.000 RPM eine relativ hohe Lautstärke erwartet. Im Test stellte sich jedoch heraus, dass auch dieser Lüfter leise arbeitet und kaum bis gar nicht wahrnehmbar ist. Dadurch hinterlässt die Wahl der Lüfter und deren Lautstärke im Betrieb einen sehr positiven Eindruck. Nicht zuletzt arbeitet auch die Pumpeneinheit sehr leise.

Preisvergleich

Fazit

Bereits in unserem Test vor zwei Jahren konnte die Arctic Liquid Freezer II 240 überzeugen. Auch die neue ARGB-Variante ändert an dieser Einschätzung nichts und erfüllt unsere Erwartungen weiterhin. Die neu verbauten Arctic P12 PWM A-RGB Lüfter werten die Wasserkühlung dabei optisch noch weiter auf und lassen sie in einem neuen Licht erstrahlen.

Wie auch vorher schon überzeugt uns die Liquid Freezer II mit ihrer geringen Lautstärke. Dies erkauft sich Arctic weiterhin durch eine etwas höhere maximale Temperatur, sodass die Kühlwerte etwas schlechter als bei den meisten anderen Herstellern ausfallen. Die erreichten Temperaturen sind trotz allem gut und in Anbetracht der angenehmen Geräuschkulisse deutlich besser als bei den meisten Luftkühlungen. Einzig zu kritisieren ist die Nutzung eines einzigen PWM-Kabels für die Steuerung von Pumpe und Lüftern. Zwar wird dadurch das Kabelmanagement vereinfacht, allerdings besteht dann keine Möglichkeit die Lüfter oder die Pumpe separat anzusteuern.

Insgesamt überzeugt die Arctic Liquid Freezer II 240 RGB mit einer geringen Lautstärke, guten Temperaturwerten und einem günstigen Preis. Mit etwa 80 Euro* ist die neue ARGB-Version zwar etwa 15 Euro teurer als die non-RGB-Variante, gehört dabei aber trotzdem zu den günstigsten Wasserkühlungen auf dem Markt. Von daher kann hier von einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis gesprochen werden.

CPU-Kühler
Allround-PC.com
07/2021
Arctic Liquid Freezer II 240 ARGB
Preis/Leistung

Pro

  • gute Kühlleistung
  • kleiner und leiser VRM-Lüfter
  • sehr leiser Betrieb
  • sehr gute Verarbeitung
  • schnelle und einfache Montage

Contra

  • ein 4-pin PWM-Kabel für Lüfter und Pumpe

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