Arctic hat die AiO-Wasserkühlung Liquid Freezer II bereits in vier verschiedenen Größen im Portfolio, nun wird die Serie um ein weiteres Modell ergänzt. Besonders Nutzer mit großen Gehäusen dürften vom großen 420 mm Format mit drei 140 mm Lüftern profitieren. Kann sich die Arctic Liquid Freezer II 420 mit einer starken Kühlleistung bei niedrigem Geräuschpegel behaupten? Das wollen wir in diesem Testbericht für euch herausfinden.

Übersicht

Die Arctic Liquid Freezer II Serie ist bereits seit Mitte 2019 auf dem Markt erhältlich, zum Start hatten wir bereits das 240er-Modell im Test. Knapp ein Jahr später bringt das Unternehmen ein neues Topmodell mit 420er-Radiator auf den Markt, Preispunkt: 119,90 Euro UVP. Schon die kleinere Variante für damals knapp 60 Euro konnte im Test unseren Preis/Leistungs-Award abstauben, schafft das die Liquid Freezer II 420 ebenfalls?

Lieferumfang

  • Arctic Liquid Freezer II 420 – Wasserkühlung
  • 3x Arctic P14 140 mm PWM-Lüfter
  • Montagezubehör (Intel & AMD)
  • Arctic MX-4 Wärmeleitpaste
  • QR-Code für die digitale Bedienungsanleitung

Design & Eigenschaften

Im Prinzip ist die Arctic Liquid Freezer II 420 identisch zu den kleineren Modellen, kommt aber natürlich mit einem deutlich größeren Radiator daher. Dieser ist aus Aluminium gefertigt, ist rund 38 mm dick und misst 458 x 138 mm. Im Vergleich zu anderen AiO-Wasserkühlungen ist der Radiator tatsächlich recht dick und bietet so eine größere Oberfläche zur Kühlung. Dafür braucht es jedoch auch Lüfter, die einen höheren Druck ausüben, um die Luft durch die feinen Finnen zu drücken.

Hier setzt Arctic auf die hauseigenen P14 Lüfter im 140-mm-Format, das Trio ist bereits ab Werk auf dem Radiator installiert. Laut Herstellerangabe drehen die Lüfter mit 200 – 1.700 Umdrehungen pro Minute, gesteuert wird per PWM über ein 4-pin Kabel. Das Besondere: statt Lüfter und Pumpe einzeln anzubinden, wird die komplette Einheit nur über ein Kabel am Mainboard angeschlossen. Die Lüfterkabel verlaufen also an den Schläuchen zur Pumpe, was den unbeliebten Kabelsalat direkt vermeidet. Nachteilig ist dabei allerdings, dass sich Lüfter und Pumpe nicht getrennt voneinander steuern lassen – falls das gewünscht ist. Übrigens, die Lüfter besitzen eine 10-jährige Garantie und nutzen ein Fluid Dynamic Bearing.

Eine feine Ergänzung: der Mini-Lüfter zur Kühlung der Spannungswandler

Neben den Lüftern zum Wärmeaustausch hat Arctic noch einen zusätzlichen Mini-Lüfter, er misst rund 40 mm im Durchmesser, neben Pumpe und Kühlblock platziert. Dieser soll die Spannungswandler des Mainboards kühlen und läuft bei 1.000 – 3.000 Umdrehungen pro Minute. Wer jetzt denkt: „Oh, ein kleiner Lüfter mit dieser Drehzahl, das muss laut sein“, den können wir schon jetzt beruhigen. Zur Lautstärke verraten wir jedoch erst später weitere Details.

Die Pumpe selbst arbeitet laut Arctic mit 800 – 2.000 Umdrehungen pro Minute, zum Wassertransport in den Radiator besitzt die Liquid Freezer II zwei mit Stoff ummantelte Schläuche mit einer Länge von 450 mm. Auf der Unterseite des Kühlblocks ist eine Kontaktfläche aus Kupfer, welche die Wärme möglichst effektiv an die Kühlflüssigkeit abgeben soll. Die Pumpeneinheit geht zwar etwas mehr in die Breite, besitzt dafür jedoch eine angenehme Höhe.

Das Design sticht besonders durch den sportlichen Look der Pumpe und die silbernen Schlauchtüllen hervor. Auf eine Beleuchtung, sowohl bei Lüfter als auch Pumpeneinheit, verzichtet Arctic. Dafür ist die AiO-Wasserkühlung größtenteils in Schwarz gehalten und hinterlässt so einen eher unauffälligen Eindruck. Die Verarbeitung ist auf einem sehr hohen Niveau, wir konnten keine Unregelmäßigkeiten feststellen.

Kühlleistung

Die Montage der Liquid Freezer II 420 wird über eine Online-Bedienungsanleitung erklärt, hierfür ist ein QR-Code im Lieferumfang enthalten. Das beiliegende Montage-Kit ermöglicht die Installation auf aktuellen Sockeln von AMD (AM4, AM3(+)) sowie Intel (LGA 1200, 115X, 2011-3, 2066). Für unseren Praxistest haben wir die AiO-Wasserkühlung auf einen Intel Core i9-7900X installiert, der wiederum auf einem ASUS ROG Rampage VI Extreme Encore sitzt. Anschließend haben wir das System sowohl im Leerlauf (Idle) als auch unter Volllast getestet, hierfür kommt der CPU-Z Stresstest zum Einsatz. Der Temperaturverlauf (Raumtemperatur: ca. 21 °C) wurde mit der Software HWMonitor sowie CoreTemp aufgezeichnet.

Testsystem:

  • Prozessor: Intel Core i9-7900X, 10 Kerne (20 Threads), 3,3 GHz (Standard), 4,3 GHz (Turbo), Turbo Boost & Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: ASUS ROG Rampage VI Extreme Encore
  • Arbeitsspeicher: 32 GB Kingston HyperX Predator RGB DDR4-2933
  • Systemlaufwerk: 512 GB ADATA XPG SX8000 PCIe 3.0 x4 M.2 SSD
  • Grafikkarte: ASUS ROG Strix RTX 2070 OC
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64



Wie ihr im Diagramm erkennen könnt, setzt sich die Arctic Liquid Freezer II 420 unter Volllast an die Spitze. Die AiO-Wasserkühlung erreicht dabei mit 47 °C einen neuen Topwert und stößt somit den bisher Erstplatzierten, die Corsair iCUE H100i Elite Capellix (Test), vom Thron. Allerdings solltet ihr dabei auch im Hinterkopf behalten, dass die Arctic-AiO mit einem 420er-Radiator deutlich mehr „Luft nach oben“ hat und die Wärme effektiver abführen kann.

Sowohl Lüfter als auch Pumpe werden synchron über PWM gesteuert. Die Geräuschkulisse ist selbst bei maximaler Drehzahl sehr angenehm, im Leerlauf und bei ca. 40% Drehzahl ist die Wasserkühlung dann nur noch geringfügig wahrnehmbar. Selbst der kleine Mini-Lüfter neben der Pumpe wird dabei nicht zur Turbine.

Preisvergleich

Fazit

Arctic legt mit der Liquid Freezer II 420 nochmal eine Schippe drauf! Die All-in-One-Wasserkühlung nutzt einen massiven 420 mm Radiator mit einer Dicke von 38 mm und kann die Wärme in unserem Praxistest damit sehr effektiv abführen. Es gibt zwar keine vorgefertigten Leistungsmodi, dafür lassen sich Pumpe und Lüfter synchron über einen 4-pin Anschluss per PWM regeln. Eine separate Steuerung, falls gewünscht, lässt sich trotzdem realisieren.

Im Leerlauf ist die AiO-Wakü ausgesprochen leise und auch unter Volllast ist die Geräuschkulisse noch sehr angenehm. Auf eine Beleuchtung, wie sie mittlerweile sehr oft zum Einsatz kommt, verzichtet Arctic weiterhin – und spricht somit genau die Nutzer an, die es eher etwas schlichter im Rechner mögen. Bei Bedarf lassen sich die Lüfter natürlich gegen RGB-Modelle tauschen. Weitere Pluspunkte gibt es für den Mini-Lüfter, der die Spannungswandler mit Frischluft versorgt, sowie die hervorragende Verarbeitung und die einfache Montage.

Bevor ihr euch für die Liquid Freezer II 420 entscheidet, solltet ihr jedoch checken, ob euer Gehäuse genug Platz dafür bietet. Besonders die Gesamtdicke von Radiator und Lüftern sollte nicht unterschätzt werden. Preislich liegt die AiO-Wasserkühlung bei 119, 99 Euro UVP und ist für uns somit erneut ein Preis-Leistungs-Kracher. Die Konkurrenz ist zwar in puncto Kühlleistung sehr nah dran, liegt dann preislich jedoch auch schnell deutlich über der Liquid Freezer II 420.

CPU-Kühler
Allround-PC.com
01/2021
Arctic Liquid Freezer II 420
Empfehlung

Pro

  • exzellente Kühlleistung bei angenehmem Geräuschpegel
  • schnelle, einfache Montage
  • einfaches Kabelmanagement durch ein 4-pin Kabel
  • sinnvoller Mini-Lüfter für Spannungswandler
  • hochwertige Verarbeitung
  • sehr gute Preis-Leistung

Contra

  • hoher Platzbedarf

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