Es hat etwas gedauert, doch jetzt ist mit der Silent Loop 2 endlich die zweite Generation der AiO-Wasserkühlung von be quiet am Start. Im Fokus steht dabei ganz klar die Kombination aus leisem Betrieb und hoher Kühlleistung, darüber hinaus gibt es erstmalig eine dezente ARGB-Beleuchtung auf dem Kühlblock. Welche Besonderheiten die Wasserkühlung noch zu bieten hat und wie sie sich in der Praxis schlägt, erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Nach knapp fünf Jahren bringt das deutsche Unternehmen den Nachfolger der „originalen“ be quiet Silent Loop (Test) auf den Markt. Die neue All-in-One-Wasserkühlung ist ab sofort erhältlich und startet preislich bei 99 Euro UVP mit 120 mm Radiator. Darüber hinaus gibt es noch drei weitere Modelle: 240 mm für 129 Euro UVP, 280 mm für 139 Euro UVP sowie 360 mm für 159 Euro UVP. Be quiet hat uns für den Test die Silent Loop 2 in der 240-mm- und 280-mm-Variante zukommen lassen.

Im Lieferumfang der Wasserkühlung sind zwei Silent Wings 3 Lüfter (PWM), Montagezubehör (AMD & Intel) sowie eine Bedienungsanleitung enthalten. Darüber hinaus ist auch eine kleine Tube Wärmeleitpaste, ein Y-Adapter für die Lüfter sowie eine dedizierte ARGB-Steuerung mit dabei. Mit ihr lässt sich die Beleuchtung auch abseits des Mainboards kontrollieren, beispielsweise wenn kein ARGB-Stecker vorhanden ist. Weitere Details zur Silent Loop 2 Serie gibt es hier.

Design & Eigenschaften

Be quiet hat sich auch bei der Silent Loop 2 für einen eher schlichten Look in Schwarz entschieden, das Design orientiert sich stark an der be quiet Pure Loop (Test). Allerdings wandert die Pumpe wieder in den Kühlblock, zudem wird die Oberseite aus gebürstetem Aluminium nun von einer ARGB-Beleuchtung umrandet. Das deutsche Unternehmen scheint so langsam in den Genuss der bunten Beleuchtung zu kommen, bleibt aber nach wie vor bei einer eher dezenten Umsetzung. Die Verarbeitung ist insgesamt tadellos und auf einem hohen Niveau, darüber hinaus gibt es Herstellergarantie von drei Jahren.

Der Kühlblock mit Oberseite aus Aluminium und ARGB-Beleuchtung.
Die separierte ARGB-Steuerung ist im Lieferumfang.
Die beiden Anschlüsse der Kühleinheit.
Die Pumpe ist direkt im Kühlblock integriert und mehrfach gedämmt.

Für einen möglichst geringen Geräuschpegel hat be quiet die Pumpe besonders stark gedämmt. Ein besonderes 3-Kammern-Design soll zudem dafür sorgen, dass Verwirbelungen der Flüssigkeit vermieden werden. Angetrieben wird der Kreislauf von einem 6-Pol-Motor, der laut be quiet besonders laufruhig agieren soll. Er lässt sich zwischen 9-12 Volt betreiben und somit manuell steuern (max. 2800 rpm). Die Kühlfläche auf der Unterseite des Blocks ist aus Kupfer gefertigt und vernickelt – lässt sich daher also auch mit Flüssigmetall nutzen.

Die Unterseite des Kühleinheit besteht aus vernickeltem Kupfer.

Besondere Dämmung für die Pumpe und stattliche Kühlfläche für große CPUs

Im Inneren sitzen laut Hersteller rund 120 Mikrofinnen, welche die Wärme möglichst effektiv an die Kühlflüssigkeit weitergeben sollen. Durch den recht großflächigen Kühlbereich ist die be quiet Silent Loop 2 auch für große Prozessoren und Sockel geeignet. Neben dem „Mainstream“ wie AMD AM3(+)/AM4 und Intel LGA 1200/115x/2011(-3)/2066 lässt sich die AiO-Wasserkühlung auch mit AMD sTRX4/TR4 nutzen. Ein entsprechendes Mounting-Kit möchte be quiet ab Juni separat anbieten.

Auf dem Radiator werden die Silent Wings 3 PWM-Lüfter installiert.
Die Lüfter sind jeweils gedämpft, um weniger Vibrationen zu übertragen.
Die Schläuche sind 400 mm lang und mit Stoff ummantelt.
Der Radiator selbst ist ca. 27 mm dick.

Der Radiator ist aus Aluminium gefertigt und besitzt eine Dicke von 27 mm, mit installierten Lüftern sind ca. 52 mm. Die Kühlflüssigkeit gelangt über zwei stoffummantelte Schläuche mit einer Länge von jeweils 400 mm zum Wärmetauscher. Das Besondere: im Lieferumfang ist eine Flasche mit zusätzlicher Kühlflüssigkeit enthalten, die sich über den „Refill-Port“ am Radiator einfüllen lässt. Be quiet empfiehlt alle 2 Jahre ca. 15 ml nachzufüllen, um eine konstante Kühlleistung  zu gewährleisten. Die beiliegende 100 ml Flasche sollte also einige Zeit ausreichen. Auf dem Radiator werden in diesem Fall zwei Silent Wings 3 PWM-Lüfter installiert. Das Duo setzt ebenfalls auf den 6-Pol-Motor und dreht mit max. 2200 rpm (240 mm) bzw. 1600 rpm (280 mm).

Auf der Rückseite des Wärmetauschers ist ein Nachfüllpunkt.
Eine Flasche mit Kühlflüssigkeit ist im Lieferumfang enthalten.

Kühlleistung

Die Montage der Silent Loop 2 wird ausführlich in der beliegenden Anleitung erklärt. Be quiet setzt auf ein recht simples Kit, welches ohne große Schwierigkeiten und schon nach wenigen Handgriffe installiert ist. Für unseren Praxistest haben wir die AiO-Wasserkühlung auf einen Intel Core i9-7900X installiert, der wiederum auf einem ASUS ROG Rampage VI Extreme Encore sitzt. Anschließend haben wir das System sowohl im Leerlauf (Idle) als auch unter Volllast getestet, hierfür kommt der CPU-Z Stresstest zum Einsatz. Der Temperaturverlauf (Raumtemperatur: ca. 21 °C) wurde mit der Software HWMonitor sowie CoreTemp aufgezeichnet.

Testsystem:

  • Prozessor: Intel Core i9-7900X, 10 Kerne (20 Threads), 3,3 GHz (Standard), 4,3 GHz (Turbo), Turbo Boost & Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: ASUS ROG Rampage VI Extreme Encore
  • Arbeitsspeicher: 32 GB Kingston HyperX Predator RGB DDR4-2933
  • Systemlaufwerk: 512 GB ADATA XPG SX8000 PCIe 3.0 x4 M.2 SSD
  • Grafikkarte: KFA GeForce RTX 3070 SG
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64



Die be quiet Silent Loop 2 kann sowohl im 240er als auch 280er Format mit guten Ergebnissen überzeugen. Das Schöne: die AiO-Wasserkühlung arbeitet dabei angenehm leise und lässt sich dazu noch gut regulieren. Mit etwas Feintuning an der Drehzahlkurve lässt sich so für jeden die perfekte Balance aus Leistung und Lautstärke finden. Der Geräuschpegel lag bei uns im Leerlauf bei max. 33 dB, unter Last konnten wir max. 45 dB (bei voller Drehzahl) messen. Allerdings war die Wasserkühlung dabei auf einem Bench-Table installiert, in einem Gehäuse wird sich die Lautstärke nochmal weniger entfalten können – besonders in einem gedämmten.

Preisvergleich

Fazit

Die be quiet Silent Loop 2 kann insgesamt wirklich sehr überzeugen. Neben einer schnellen und einfachen Montage gibt es auch eine gute Kühlleistung, die selbst bei einem noch angenehmen Geräuschpegel möglich ist. Durch die große Kühlfläche ist die Wasserkühlung selbst für etwas leistungsstärkere Prozessoren geeignet. Das Design ist schlicht gehalten, macht aber durch die Aluminiumfläche und ARGB-Umrandung einen schicken Eindruck. Wer keinen ARGB-Anschluss am Mainboard hat, kann die Beleuchtung auch über den mitgelieferten Controller anpassen – gut mitgedacht, ein Pluspunkt! Darüber hinaus lässt sich die Kühlflüssigkeit über einen Refill Port mit der beiliegenden 100 ml Flasche nachfüllen. Ebenfalls ein Feature, das nicht jede AiO-Wakü besitzt. Die unverbindliche Preisempfehlung von 129 Euro (240 mm) bzw. 139 Euro (280 mm) ist unserer Meinung nach angemessen.

CPU-Kühler
Allround-PC.com
04/2021
be quiet! Silent Loop 2
Empfehlung

Pro

  • gute Kühlleistung bei sehr angenehmem Geräuschpegel
  • schnelle, unkomplizierte Montage
  • hohe Sockel-Kompatibilität
  • schicke, dezente ARGB-Beleuchtung (inkl. Controller)
  • hochwertige Verarbeitung
  • Kühlflüssigkeit nachfüllbar (inkl. 100 ml Flasche)

Contra


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