Es muss nicht immer eine Wasserkühlung sein, auch Luftkühler können eine hohe Leistung bei einem angenehmen Geräuschpegel erzielen. Bei Cooler Master gehen mit dem MasterAir MA612 Stealth ARGB und MA624 Stealth zwei neue CPU-Luftkühler an den Start, die genau diese Kombination mitbringen sollen. Während der MA612 noch recht kompakt ist, ist der MA624 deutlich massiver und sogar mit zwei Kühltürmen ausgestattet. Wir haben das MasterAir-Duo für euch getestet.

Natürlich gibt es CPU-Kühler in einem breiten Preisspektrum, dabei gibt es bereits für kleines Geld schon recht leistungsfähige Modelle. Das neue Duo von Cooler Master ordnet sich jedoch ganz klar in der oberen Liga ein und versucht noch das letzte „Grad Celsius“ herauskitzeln zu können. Der Cooler Master MasterAir MA612 Stealth ARGB liegt preislich bei einer UVP von 89,90 Euro, ohne Beleuchtung sind es hingegen 79,90 Euro. Das Topmodell in Form des Cooler Master MasterAir MA624 Stealth kostet hingegen 99,90 Euro UVP.

Beide Kühler werden mit einem umfangreichen Montage-Kit für AMD- und Intel-Sockel ausgeliefert. Dazu gibt es eine kleine Tube Wärmeleitpaste, ein Y-Adapter für die beiden Lüfter und eine Bedienungsanleitung. Während der MA612 noch einen ARGB-Controller zur Beleuchtungssteuerung erhält, so ist beim MA624 ein zusätzlicher 120-mm-Lüfter dabei. Weitere Details zu den Kühlern erhaltet ihr Cooler Master Webseite.

MasterAir MA612 Stealth ARGB

Starten wir mit dem MA612 Stealth in der ARGB-Variante, der mit einer Größe von 129 x 112,2 x 158 mm noch durchaus kompakt daherkommt. Der Single-Tower besitzt eine vernickelte Kühlfläche aus Kupfer, sechs asymmetrische Kupfer-Heatpipes und Kühlfinnen aus Aluminium. Auf der Oberseite der CPU-Kühlplatte gibt es noch zusätzliche Kühlrippen, welche die Kühloberfläche weiter vergrößern.

Wie der Beiname „Stealth“ schon verrät, versucht Cooler Master dem Luftkühler durch das komplett schwarze Design einen eher unauffälligen Look zu verpassen. Uns gefällt das Design ausgesprochen gut, besonders das Top-Cover aus gebürstetem Aluminium inklusive eingelassenem Herstellerlogo gibt dem Kühler ein hochwertiges Finish. Insgesamt kann die Verarbeitungsqualität wirklich überzeugen.

Cooler Master stattet den Kühler mit zwei SickleFlow 120 ARGB Lüftern aus, die mit 650 – 1.800 rpm arbeiten und per PWM gesteuert werden können. Während viele Hersteller noch auf die typischen Lüfterklammern aus Metall setzen, hat sich Cooler Master beim MA612 für eine etwas angenehmere Variante entschieden: zwei bereits vormontierte Kunststoff-Klammern. Natürlich können die Lüfter jederzeit getauscht werden, darüber hinaus gibt es bei jedem Lüfter vier Gummipads zur Vibrationsdämpfung. Durch das asymmetrische Design gibt Cooler Master eine „RAM Clearance“ von 100 % an, es soll also zu keinen Kollisionen mit Arbeitsspeicher-Riegeln kommen.

Das Lüfter-Duo verfügt über ARGB-LEDs in der Narbe und sorgen so für eine doch sehr ansehnliche Beleuchtung. Zur Steuerung steht ein 3-pin 5V-ARGB-Anschluss zur Verfügung, mit dem sich der Kühler auch in einer Mainboard-Software integrieren lässt (z.B. ASUS Aura Sync oder MSI Mystic Light Sync). Falls euer Mainboard keinen entsprechenden Port aufweist, könnt ihr auch den mitgelieferten Mini-ARGB-Controller nutzen.

MasterAir MA624 Stealth

Der MA624 Stealth ist mit rund 144,9 x 153,2 x 160 mm um einiges größer dimensioniert, bietet jedoch auch zwei Kühltürme und somit mehr Kühloberfläche. Mit an Bord sind auch hier eine vernickelte Kühlfläche aus Kupfer, sechs Kupfer-Heatpipes und Kühlfinnen aus Aluminium. Die Heatpipes teilen sich daher auf die beiden Kühltürme auf. Zusätzliche Kühlrippen über der Kühlfläche gibt es beim MA624 Stealth dafür jedoch nicht.

Das Design ist, wie auch schon beim Cooler Master MasterAir MA612, sehr schlicht und erneut komplett in Schwarz gehalten. Besonders Nutzer, die sich ein eher unauffälliges, „cleanes“ System wünschen, dürften sich über den Stealth-Look freuen. Das Top-Cover aus gebürstetem Aluminium mit eingelassenem Cooler Master Logo ist beim MA624 übrigens nochmal deutlich angewachsen. Für die Montage sind hier jedoch noch zwei Schrauben eingelassen, die den Kühler auf den Prozessor schnallen – ähnlich wie lange Zylinderkopfschrauben in einem Verbrennungsmotor. Die Verarbeitungsqualität kann auch beim MA624 Stealth durchwegs überzeugen. Über eine Beleuchtung verfügt der MA624 Stealth nicht, die Vibrationsdämpfer sind allerdings mit dabei.

Zur Kühlung gibt es zwei SickleFlow 140-mm-Lüfter, die jeweils mit 650 – 1.400 rpm laufen und über PWM gesteuert werden können. Ein Lüfter sitzt dabei zwischen den Kühltürmen, der zweite Lüfter wird ganz klassisch auf die Vorderseite gesetzt. Sollte es dabei jedoch zur Kollision mit dem Arbeitsspeicher kommen, lässt sich der Frontlüfter etwas nach oben schieben – dann gibt es bis zu 40 mm Spielraum für höhere RAM-Riegel. Dabei ragt die Oberseite des Lüfters jedoch weit über das Top-Cover hinaus, weswegen es eine pfiffigere Lösung gibt.

Cooler Master hat einfach noch einen dritten Lüfter dazu gepackt. Der zusätzliche SickleFlow 120 mm arbeitet bei 650 – 1.800 rpm kann bei Bedarf als Alternative zum 140 mm Lüfter auf den Kühler gesetzt werden. Hierfür müssen lediglich die Kunststoffklammern umgesetzt werden, nach der Installation ist dann ebenfalls 40 mm Platz für RAM-Riegel vorhanden – ohne, dass der Lüfter dabei oben übersteht. Der dritte Lüfter, der dann übrigbleibt, egal ob 120er oder 140er, kann dann zusätzlich zum CPU-Kühler auch einfach als weiterer Gehäuselüfter zum Einsatz kommen. Schrauben zur Montage sind ebenfalls im Lieferumfang dabei.

Montage

Beide Kühler werden mit dem identischen Montage-Kit ausgeliefert, das Duo unterstützt die aktuellen Sockel von AMD (AM4, AM3(+), AM2(+), FM2(+), FM1) sowie Intel (LGA1200, LGA1366, LGA115x, LGA2011(-v3), 2066). Die größeren HEDT-Sockel AMD TR4, sTRX4 sowie SP3 werden laut Herstellerangabe jedoch nicht supportet. Die beiliegende Anleitung erklärt die Installation anhand von vielen Zeichnungen sehr verständlich. Tatsächlich ist die Montage innerhalb weniger Handgriffe erledigt.

Kühlleistung

Zum Testen der Kühlleistung haben wir die beiden MasterAir-Luftkühler auf unser Testsystem gesetzt. Anschließend haben wir das Duo sowohl im Leerlauf (Idle) als auch unter Volllast mit Standard-Drehzahlkurve getestet. Hierfür haben wir den Intel Core i9-7900X mit dem CPU-Z Stresstest ausgelastet. Der Temperaturverlauf (Raumtemperatur: ca. 23 °C) wurde mit der Software HWMonitor als auch CoreTemp ausgewertet.

Das Testsystem:

  • Prozessor: Intel Core i9-7900X, 10 Kerne (20 Threads), 3,3 GHz (Standard), 4,3 GHz (Turbo), Turbo Boost & Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: ASUS ROG Rampage VI Extreme Encore
  • Arbeitsspeicher: 32 GB Kingston HyperX Predator RGB DDR4-2933
  • Systemlaufwerk: 512 GB ADATA XPG SX8000 PCIe 3.0 x4 M.2 SSD
  • Grafikkarte: ASUS ROG Strix RTX 2070 OC
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64



Tatsächlich kann uns besonders der Cooler Master MasterAir MA612 Stealth ARGB mit neuen Bestwerten beeindrucken. Der Kühler liegt im Leerlauf bei maximal 31 °C und war dabei so gut wie nicht wahrnehmbar (Drehzahl ca. 750 rpm). Unter Last erreichte der Kühler bei 1.500 rpm mit maximal 59 °C einen neuen Top-Wert und fiel dabei mit durchschnittlich 34 dB nur geringfügig auf. Mit einer Reduzierung auf 1.000 rpm reduzierte sich der Geräuschpegel auf durchschnittlich 30 dB, die Temperatur stieg dabei auf bis zu 65 °C an – immer noch ein wirklich gutes Ergebnis. Mit voller Geschwindigkeit (1.800 rpm) „pegelt“ sich der Kühler auf bis zu 39 dB hoch.

Der MA624 kann ebenfalls mit sehr guten Werten punkten und erreicht im Leerlauf maximal 30 °C bei sehr ruhigen 650 rpm. Im Stresstest erreicht der Kühler eine maximale Temperatur von 61 °C bei 900 rpm und durchschnittlich 30 dB. Selbst unter Last ist also ein vergleichsweise ruhiger Betrieb möglich, bei voller Drehzahl (1.400 rpm) konnten wir durchschnittlich 36 dB messen. Wird der 120-mm-Lüfter als Alternativ installiert, wird es jedoch einen Tick lauter. Hier erreichten wir bei voller Drehzahl (1.800 rpm) durchschnittlich rund 39 dB.

Preisvergleich

Fazit – MA612 Stealth ARGB

Der MA612 Stealth ARGB hat uns im Test wirklich positiv überrascht. Der CPU-Kühler kann nicht nur mit Top-Werten bei der Temperaturmessung punkten, auch die Lautstärke ist unter Last auf einem wirklich angenehmen Niveau. Zwar machen sich die Lüfter dann etwas stärker bemerkbar, der Geräuschpegel ist jedoch keinesfalls störend. Die Montage ist gut beschrieben und nach wenigen Handgriffen erledigt. Selbst höhere RAM-Module kommen dem Kühler durch das asymmetrische Design dabei nicht in die Quere. Dazu gibt es eine hochwertige Verarbeitung, ein cleanes Design in Schwarz und eine schicke ARGB-Beleuchtung.

Mit knapp 90 Euro UVP ist der MasterAir MA612 Stealth ARGB jedoch definitiv kein günstiges Modell. Unserer Meinung nach ist der Preis ein Stückchen zu hoch angesetzt. Wer das Geld jedoch ausgeben möchte, bekommt hier einen exzellenten Luftkühler. Wer auf RGB-LEDs verzichten möchte, kann zum „normalen“ MA612 Stealth für ca. 10 Euro weniger greifen.

CPU-Kühler
Allround-PC.com
04/2021
Cooler Master MasterAir MA612 Stealth ARGB
Empfehlung

Pro

  • exzellente Kühlleistung bei angenehmer Geräuschkulisse
  • einfache und schnelle Montage
  • cleanes Design in Schwarz mit hochwertiger Verarbeitung
  • asymmetrisches Format für hohe RAM-Module
  • schicke ARGB-Beleuchtung
  • 5 Jahre Garantie

Contra

  • (auf AMD-Sockeln nur in einer Richtung installierbar)

Fazit – MA624 Stealth

Der MA624 Stealth legt den Fokus eher auf das sehr dezente Design in Schwarz und eine gute Kühlleistung bei geringem Geräuschpegel. Als „Silent“ würden wir den Kühler nicht unbedingt beschreiben, die Leistung ist jedoch schon bei gedrosselter Drehzahl sehr gut. Mit zwei Kühltürmen und zwei 140-mm-Lüftern ist der MA624 Stealth recht massiv, sollte mit einer Höhe von 160 mm jedoch in den Großteil der Gehäuse passen. Es könnte aufgrund der Abmessungen jedoch zur Kollision mit hohen RAM-Modulen kommen, weswegen Cooler Master einen dritten Zusatzlüfter im 120-mm-Format in den Karton gepackt hat. Dieser lässt sich entweder anstatt des 140er-Modells auf der Front montieren oder auch einfach als weiterer Gehäuselüfter einsetzen. Für etwas sparsamere Prozessoren sollte theoretisch auch nur der mittlere Lüfter zur Kühlung ausreichen.

Eine Beleuchtung gibt es beim MA624 Stealth zwar nicht, ihr könnt auf Wunsch aber jederzeit eigene Lüfter installieren – beispielsweise dann mit ARGB-Beleuchtung. Darüber hinaus können auch bei diesem Kühler die gute Verarbeitung als auch die schnelle, unkomplizierte Montage punkten. Mit knapp 99,90 Euro ist jedoch auch der MA624 Stealth kein Schnäppchen, kann dafür allerdings mit einer insgesamt sehr guten Leistung überzeugen. Wer also nach einem dezenten, leistungsfähigen Luftkühler für ein cleanes System sucht, ist hier genau richtig.

CPU-Kühler
Allround-PC.com
04/2021
Cooler Master MasterAir MA624 Stealth
Empfehlung

Pro

  • exzellente Kühlleistung bei angenehmer Geräuschkulisse
  • einfache und schnelle Montage
  • dezentes Design in Schwarz mit hochwertiger Verarbeitung
  • dritter 120 mm Lüfter inkludiert
  • 5 Jahre Garantie

Contra

  • 120 mm Lüfter einen Tick lauter als das 140 mm Pendant

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