Letztes Jahr feierte MSI noch das Debüt in der Welt der All-in-One-Wasserkühlungen, nun kommt schon das nächste Modell auf den Markt. Die CoreLiquid K-Serie soll dabei nochmal deutlich performanter sein und ein paar spezielle Features mit an Bord haben. Wir haben uns die MSI MPG CoreLiquid K360 näher für euch angesehen und verraten euch, ob sich die AiO-Wakü gegenüber der Konkurrenz behaupten kann.

MSI hat die CoreLiquid K-Serie bereits Anfang des Jahres präsentiert, in Taiwan konnten wir uns bereits einen ersten Eindruck verschaffen (englisches Video). Nun ist mit der MPG CoreLiquid K360 direkt das Topmodell mit 360 mm Radiator bei uns in der Redaktion angekommen. Preislich startet die Serie mit einer 240er-Variante bei 219 Euro UVP, das 360er-Modell liegt bei 279 Euro UVP – beide Modelle sind mittlerweile schon günstiger zu bekommen.

Im Lieferumfang befindet sich neben der AiO-Kühlung noch entsprechendes Montagezubehör (AMD & Intel), drei ARGB-Lüfter sowie eine Bedienungsanleitung. Für die Beleuchtung legt MSI noch ein 3-zu-1 Y-Adapter für die ARGB-Anschlüsse bei, um die drei Lüfter an die Pumpe anzubinden. Weitere Details zur MPG CoreLiquid K-Serie gibt es hier.

Design & Eigenschaften

Während sich MSI bei der MAG CoreLiquid 360R (Test) mit einer Pumpe im Radiator noch etwas gegenüber der Konkurrenz abheben wollte, so kommt zur MPG CoreLiquid K360 wieder ein klassisches Design zum Einsatz. MSI nutzt dafür etablierte Pumpentechnik von Asetek in der 7. Generation, die mit bis zu 2.800 rpm (min. 1.700 rpm) arbeitet und über PWM gesteuert werden kann. Die Lebenserwartung wird in den Spezifikationen mit bis zu 50.000 Stunden angegeben.

Dafür kann sich die AiO-Wasserkühlung dieses Mal vor allem optisch durch den doch recht großen Kühlblock abheben. Das Design ist recht „chunky“, wirkt aber nicht zu überladen. Die Verarbeitung kann auf ganzer Linie überzeugen und ist insgesamt tadellos. Darüber hinaus gibt es eine Herstellergarantie von drei Jahren.

Der massive Kühlblock mit Lüfter und Display

MSI hat so einiges an Technik im Kühlblock untergebracht, ganz unten in diesem Sandwich befindet sich die Pumpeneinheit mit einer runden Kühlfläche aus Kupfer. Eine Vernickelung wäre für die Verwendung von Flüssigmetall wünschenswert gewesen, das ist und bleibt im Moment aber eher noch eine kleine Nische im Overclocking-Bereich. Neben den Mainstream-Sockeln von AMD (AM4, FM2(+), FM1, AM3(+), AM2(+)) und Intel (LGA115x, LGA1200, LGA1366) werden auch die größeren HEDT-Sockel AMD TR4, sTRX4, SP3 sowie Intel LGA2011 (-3) und LGA2066 unterstützt.

In der zweiten Etage hat MSI einen kleinen 60 mm Lüfter („Torx Fan 3.0“) integriert, der zur Kühlung der Spannungswandler dienen soll. Während Luftkühler in der Regel für genug Luftaustausch im Bereich der CPU-Stromversorgung sorgen, so fehlt genau dieser Luftstrom häufig bei Wasserkühlungen. Das Highlight ist jedoch ganz klar das 2,4 Zoll große LCD-Panel auf der Oberseite, welches unter anderem als Hardware-Monitor dient.

Neben CPU-Frequenz und -Temperatur lassen sich auch GPU-Daten oder die Pumpen- sowie Lüfterdrehzahl anzeigen. Alternativ kann das Display auch die aktuelle Uhrzeit oder vorinstallierte Animationen sowie eigene Fotos darstellen. Die CoreLiquid K360 ist über USB (intern) an das System angebunden und lässt sich daher in einer Software anpassen – auch dazu später noch mehr Details.

On Top, quasi als Kirsche auf der Torte, gibt es eine magnetische Abdeckung mit einem Glasfenster in der Mitte. Damit erreicht der Kühlblock Abmessungen von satten 94.66 x 83.36 x 94 mm. Platztechnisch sollte der Kühlblock dennoch auf so gut wie jedes Mainboard passen, da sich das Gehäuse nicht sonderlich über die vier Sockel-Montagepunkte hinaus erstreckt.

Besonders: die Lüfter lassen sich einzeln steuern und im Leerlauf ausschalten

Der Radiator ist über 400 mm lange und stoffummantelte Schläuche mit dem Kühlblock verbunden. Er besteht aus Aluminium und misst 394 x 120 x 27 mm, zusammen mit den Lüftern ist das Duo knapp 54 mm dick. MSI setzt hierbei übrigens auf die neuen Torx Fans 4.0, die mit 0 bis 2.500 Umdrehungen pro Minute arbeiten und per PWM gesteuert werden. Das Besondere: zwei Lüfterblätter sind jeweils miteinander verbunden – welchen Effekt das haben soll, gibt MSI jedoch nicht an.

Allerdings nutzen die Lüfter ein Doppelkugellager und besitzen eine Lebenserwartung laut Hersteller von bis zu 100.000 Stunden. Natürlich darf auch eine schicke Beleuchtung nicht fehlen, hierfür wird das Lüfter-Trio über ARGB (3-pin) mit der Pumpe verbunden – kann alternativ aber natürlich auch direkt am Mainboard angeschlossen werden.

Software – MSI Center oder CoreLiquid App

Die MSI MPG CoreLiquid K360 wird zwar auch über einen 3-pin Anschluss als „CPU Fan“ angeschlossen, wird aber primär über den internen USB-Anschluss betrieben. Hierüber lässt sich die AiO-Wasserkühlung in vielerlei Hinsicht einstellen und personalisieren. Solltet ihr ein (aktuelles) MSI-Mainboard besitzen, empfiehlt sich das neue MSI Center, in dem auch andere MSI-Komponenten integriert sind – quasi die zentrale Anlaufstelle. Falls nicht, und so wie auch in unserem Fall mit dem Kühler-Testsystem, müsst ihr auf die CoreLiquid App ausweichen. Sie bietet jedoch den identischen Funktionsumfang.

Eine Besonderheit sind die verschiedenen Kühlprofile, die MSI bereitstellt und Radiatorlüfter, VRM-Lüfter und Pumpe separat steuern. Ihr könnt dabei zudem jeden Lüfter einzeln ansteuern und die Geschwindigkeit regulieren. Neben einem ausgewogenen Balanced-Modus stehen ein Silent- und Game-Profil zur Verfügung, auch benutzerdefinierte Custom-Einstellungen lassen sich hinterlegen. Mit dem „G.I.“-Modus (= Gaming Intelligence) werden die Drehzahlen in drei Kategorien aufgeteilt und steigern sich stetig. Von „Low Loading“ (nur ein Radiatorlüfter (800 rpm) und der VRM-Lüfter (1.000 rpm) aktiv) über „Mid Loading“ (alle Lüfter aktiv) bis hin zu „Heavy Loading“.

Die drei Kategorien des GI-Mode. (Quelle: MSI)

Für das Display gibt es bereits vorausgewählte Animationen und Bilder, ihr könnt jedoch auch ein persönliches Foto hinterlegen. MSI gibt dabei eine maximale Größe von 320 x 240 Pixel vor, leider werden jedoch nur BMP-Dateien unterstützt – schade um all die witzigen GIFs. Zu guter Letzt lässt sich natürlich die RGB-Beleuchtung steuern, hier gibt es verschiedene Effekte.

Kühlleistung

Die Montage wird ausführlich und gut in der beiliegenden Anleitung erklärt. Die AiO-Wasserkühlung ist schon nach wenigen Handgriffen auf unserem Testsystem installiert. Für etwas Kopfschmerzen sorgt jedoch die Anzahl der Kabel, insgesamt sieben Stränge (3x Lüfter, 1x CPU Fan, 1x ARGB, 1x USB intern sowie 1x SATA Strom) gilt es anzuschließen oder miteinander zu verbinden. Solltet ihr Probleme haben, bietet MSI ein paar Tutorial-Videos an – eine feine Ergänzung.

Für unseren Praxistest haben wir die AiO-Wasserkühlung auf einem Intel Core i9-7900X installiert, der wiederum auf einem ASUS ROG Rampage VI Extreme Encore sitzt. Anschließend haben wir das System sowohl im Leerlauf als auch unter Volllast getestet, hierfür kommt der CPU-Z Stresstest zum Einsatz. Der Temperaturverlauf (Raumtemperatur: ca. 21 °C) wurde mit der Software HWMonitor sowie CoreTemp aufgezeichnet.

Testsystem:

  • Prozessor: Intel Core i9-7900X, 10 Kerne (20 Threads), 3,3 GHz (Standard), 4,3 GHz (Turbo), Turbo Boost & Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: ASUS ROG Rampage VI Extreme Encore
  • Arbeitsspeicher: 32 GB Kingston HyperX Predator RGB DDR4-2933
  • Systemlaufwerk: 512 GB ADATA XPG SX8000 PCIe 3.0 x4 M.2 SSD
  • Grafikkarte: KFA GeForce RTX 3070 SG
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64



Unser Praxistest zeigt: die CoreLiquid K360 hat ordentlich Leistung unter der Haube! Klar, es handelt sich hierbei auch um das Topmodell mit 360 mm-Radiator, doch im Game-Mode kann die AiO-Wasserkühlung unter Last mit einem Spitzenwert punkten. Mit maximal 42 dB ist auch die Lautstärke in diesem Modus wirklich angenehm.

Beim „GI“-Mode steigt die Drehzahlkurve etwas zögerlicher an und sorgt so beim CPU-Z Stresstest für eine etwas geringe Leistung, das Ergebnis ist dennoch ausgesprochen gut. Hier ist der Vorteil jedoch der mit 27 dB besonders geringere Geräuschpegel im Leerlauf, da nur ein Radiatorlüfter aktiv ist.

Top-Leistung bei angenehmer Lautstärke!

Der Silentmodus sorgt insgesamt, sowohl im Leerlauf als auch unter Last für eine sehr angenehme Lautstärke (max. 33 dB unter Last). Hier sind die Temperaturen durchschnittlich 4-6 °C höher, doch auch das ist immer noch ein mehr als akzeptables Ergebnis. Im Leerlauf sind die Temperaturen bei allen drei Modi auf einem guten Niveau, wenn auch einen Tick wärmer als vergleichbare AiO-Wasserkühlungen.

Da unsere Temperaturen jedoch weit von „TjMax“ entfernt sind, konnte die Wasserkühlung ihr volles Potenzial noch gar nicht entfalten. Bei voller Geschwindigkeit dreht die MSI MPG CoreLiquid K360 so richtig auf und erreicht einen Lautstärkepegel von max. 49 dB. Ob ihr dieses Level erreicht, hängt jedoch vom gewählten Modus, eurer Hardware und dem bereits vorhandenen Kühlpotenzial im Gehäuse ab.

Der kleine Lüfter für die Spannungswandler war übrigens trotz maximaler Drehzahl von 3.850 rpm nicht auffällig laut, da er erst sehr spät auf die volle Leistung geht (Balanced, Game und GI) und auf Wunsch diese Drehzahl erst gar nicht erreichen muss, wenn ihr das im Custom-Profil so einstellt.

Preisvergleich

Fazit

Wir sind von der MSI MPG CoreLiquid K360 wirklich beeindruckt ! Sie liefert nicht nur eine hervorragende Performance, auch das Gesamtpaket ist einfach stimmig gestaltet. Darunter beispielsweise der kleine Lüfter für die Spannungswandler, der eine sinnvolle Ergänzung ist. Dazu gibt es einen recht einzigartigen Look inklusive Personalisierung mit dem Display auf der Kühlblock-Oberseite. Vielleicht wäre hier, besonders bei den Animationen, ein OLED-Panel die bessere Wahl gewesen – doch das ist Kritik auf sehr hohem Niveau.

Die Kühlleistung ist vor allem im Game-Modus ausgesprochen stark, auch im Silent-Modus kann sich die AiO-Wasserkühlung noch behaupten. Die Lautstärke ist im Allgemeinen auf einem angenehmen Niveau, nur unter Volllast wird die CoreLiquid K360 zur Turbine. Ein großer Vorteil sind hier jedoch die verschiedenen Profile sowie die Einstellungsmöglichkeiten. Die Lüfter lassen sich unter anderem einzeln regeln, zudem müssen Lüfter und Pumpe für eine hohe Performance nicht unbedingt mit 100 % arbeiten.

Weitere Pluspunkte gibt es für die schnelle und unkomplizierte Montage, die hohe Sockel-Kompatibilität sowie die hochwertige Verarbeitung. Auch die RGB-Beleuchtung der Lüfter kann punkten. Etwas Kritik gibt es noch für die doch recht hohe Anzahl an Kabeln, der Kühlblock übernimmt aber nun mal die zentrale Steuerung. Mit etwas Geschickt lassen sich die Stränge gut legen und verstecken; immerhin sind die schwarz und nicht bunt gemixt. Preislich ist die MSI MPG CoreLiquid K360 mit aktuell 230-240 Euro recht hochpreisig unterwegs, bietet dafür jedoch eine sehr starke Leistung und ein paar spannende Features.

CPU-Kühler
Allround-PC.com
04/2021
MSI MPG CoreLiquid K360
Empfehlung

Pro

  • exzellente Kühlleistung bei angenehmem Geräuschpegel
  • auch im Silent-Mode sehr leistungsfähig
  • schnelle, unkomplizierte Montage
  • hohe Sockel-Kompatibilität
  • schicke ARGB-Beleuchtung
  • hochwertige Verarbeitung
  • gute Software zur Steuerung mit Profilen (Lüfter, Display, LEDs)

Contra

  • Geräuschkulisse bei maximaler Drehzahl
  • etwas viele Kabel

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