Die neue Thermaltake Toughliquid 360 trägt zwar den bunten Namenszusatz ARGB, ist jedoch nur mit einer Beleuchtung auf der Pumpeneinheit ausgestattet. Bei den Lüftern verzichtet das Unternehmen hingegen auf LEDs und setzt den Fokus auf eine hohe Kühlleistung. Kann uns diese Kombination überzeugen? Und welche Besonderheiten bringt die AiO-Wasserkühlung mit sich? Wir haben den Test für euch gemacht.

Zur CES 2021 hat Thermaltake bereits Anfang des Jahres neue Kühlprodukte vorgestellt, darunter auch die Toughliquid-Serie. Das 360er-Modell für 184,90 Euro UVP ist nun bei uns in der Redaktion angekommen und hat direkt den Platz auf unserem Bench-Table eingenommen. Alternativ bietet Thermaltake die Toughliquid auch noch als 280er- und 240er-Variante an, dementsprechend dann etwas günstiger.

Im Lieferumfang der Wasserkühlung sind zwei Lüfter (Toughfan 12), Montagezubehör und eine übersichtliche Bedienungsanleitung enthalten. Dazu gibt es einen Y-Adapter für das Lüfter-Trio, eine kleine Tube Wärmeleitpaste sowie ein ARGB- und SATA-Strom-Kabel – welches ihr wann genau benötigt, klären wir später.

Design & Eigenschaften

Während viele Hersteller komplett auf den RGB-Zug aufspringen, hat sich Thermaltake bei der Toughliquid 360* doch für einen eher dezenten Look entschieden. Klar, die Beleuchtung auf der Oberseite des Pumpenblocks ist schon sehr auffällig, durch die nicht beleuchteten Toughfan 12 Lüfter hält sich das Lichtspektakel jedoch in Grenzen. Wer also etwas Extravaganz im System möchte, auf das große Bling-Bling jedoch verzichten kann, ist hier also goldrichtig.

Die Beleuchtung lässt sich über zwei Wege einstellen und anpassen. Entweder ihr nutzt das mitgelieferte ARGB-Kabel und steuert die LEDs über eine Mainboard-Software (z.B. ASUS Aura Sync, MSI Mystic Light, etc.) oder ihr nutzt die integrierte LED-Steuerung. Hierfür muss der Controller lediglich über ein SATA-Kabel mit Strom versorgt werden, im Anschluss könnt ihr die Beleuchtung über drei Knöpfe auf der linken Seite, gegenüberliegend zu den Schläuchen, anpassen. Neben dem Modus lassen sich dabei auch die Farbe und Geschwindigkeit ändern.

Drehbarer Deckel mit bunter ARGB-Beleuchtung

Ein sehr praktisches Details: der runde Deckel mit TT-Logo und LED-Ring lässt sich um 360 Grad drehen. Es ist also ganz egal, wie ihr den Pumpenblock auf der CPU montiert, die beleuchtete Abdeckung muss nicht auf dem Kopf stehen. Besonders Nutzer mit einem Inverted-ATX-Gehäuse, wie beispielsweise dem Seasonic Syncro Q704 (Test), wird dieses Feature freuen.

Auf der Unterseite der Kühleinheit sitzt eine Kupferplatte, Thermaltake verzichtet jedoch auf eine Nickel-Beschichtung – die Verwendung von Flüssigmetall statt Wärmeleitpaste ist daher nicht empfehlenswert. Die integrierte Pumpe mit bis zu 3.300 rpm transportiert das Wasser dann über die stoffummantelten Schläuche in den großen 360 mm Radiator. Dieser besteht aus Aluminium und ist 27 Millimeter dick. Die Wärme wird schlussendlich durch das Lüfter-Trio an die Luft abgegeben. Thermaltake setzt hierbei auf drei Toughfan 12 mit 120 mm und 500 – 2.000 Umdrehungen pro Minute. Damit sich die Lüfter direkt an einem Port anschließen lassen, ist ein Y-Adapter mit 4-Pin-Stecker im Lieferumfang dabei.

Installieren könnt ihr die Thermaltake Toughliquid auf allen aktuellen Mainstream-Sockeln von AMD (AM4, AM3(+), AM2(+), FM2, FM1) sowie Intel (LGA 115x, 1200, 1366, 2011(-v3), 2066). Die größeren AMD-Sockel TR4, sTRX4 und SP3 werden leider nicht unterstützt. Die Verarbeitung ist insgesamt sehr gut, wir konnten keine Mängel oder Unregelmäßigkeiten feststellen. Die herstellerseitige Garantie beträgt zwei Jahre.

Kühlleistung

Die Montage wird gut in der Bedienungsanleitung beschrieben und ist nach wenigen Handgriffen erledigt. Überlegt euch aber am besten vorher, ob ihr die Beleuchtung über den integrierten Controller oder den ARGB-Stecker am Mainboard synchronisieren wollt, dann lässt sich das jeweilige Kabel bereits vorher am Kühlblock anschließen.

Für unseren Praxistest haben wir die Thermaltake Toughliquid 360 ARGB auf einem Intel Core i9-7900X installiert, der wiederum auf einem ASUS ROG Rampage VI Extreme Encore sitzt. Anschließend haben wir das Testsystem sowohl im Leerlauf als auch unter Volllast getestet, hierfür kommt der CPU-Z Stresstest zum Einsatz. Der Temperaturverlauf (Raumtemperatur: ca. 22 °C) wurde mit der Software HWMonitor sowie CoreTemp aufgezeichnet.

Testsystem:

  • Prozessor: Intel Core i9-7900X, 10 Kerne (20 Threads), 3,3 GHz (Standard), 4,3 GHz (Turbo), Turbo Boost & Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: ASUS ROG Rampage VI Extreme Encore
  • Arbeitsspeicher: 32 GB Kingston HyperX Predator RGB DDR4-2933
  • Systemlaufwerk: 512 GB ADATA XPG SX8000 PCIe 3.0 x4 M.2 SSD
  • Grafikkarte: KFA GeForce RTX 3070 SG
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64



Einschätzung der Testergebnisse

In unserem Praxistest erreicht die Thermaltake Toughliquid 360 mit 49 °C unter Last ein gutes Ergebnis, die Wasserkühlung ordnet sich im oberen Drittel ein. Trotz guter Performance hält sich der Geräuschpegel in Grenzen, selbst mit hoher Drehzahl (> 80 %) sind Lüfter und Pumpe mit durchschnittlich 37 dB noch angenehm ruhig.

Darüber hinaus kann die AiO-Wakü auch im Leerlauf mit guten Werten bei geringer Lautstärke punkten, hier erreichte sie im Durchschnitt etwa 29 dB. Überrascht waren wir vor allem von der Pumpe, die selbst mit ihrer maximalen Leistung von 3.300 rpm nicht übermäßig „losschießt“ geschweige denn in irgendeiner Weise rattert oder surrt.

Preisvergleich

Fazit

Im Vergleich zu anderen AiO-Wasserkühlungen ist die Thermaltake Toughliquid 360 ARGB rein optisch betrachtet etwas unauffälliger. Statt großem Bling-Bling hat sich Thermaltake für eine schicke Beleuchtung auf dem Pumpenblock entschieden, das Lüfter-Trio kommt hingegen ohne bunte LEDs aus. Doch neben Design und guter Verarbeitung kann die Wasserkühlung auch hinsichtlich Leistung und Lautstärke überzeugen. Mit unserem Testsystem konnten wir unter Last wirklich gute Ergebnisse erzielen, der Geräuschpegel war dabei dennoch auf einem angenehmen Niveau.

Weitere Pluspunkte gibt es für die einfache Montage, den drehbaren Deckel. damit das Logo immer richtig herum zu sehen ist, sowie die Wahl zwischen ARGB-Synchronisation mit dem Mainboard oder integriertem LED-Controller. Mit einem Preis von aktuell knapp 175 Euro ist die Thermaltake Toughliquid 360 ARGB nicht übermäßig teuer, jedoch auch kein Schnapper. Es gibt durchaus günstigere Modelle mit 360er-Radiator, einige Konkurrenzmodelle sind jedoch noch deutlich teurer. Insgesamt kann die Toughliquid 360 ARGB Sync mit einem soliden Gesamtpaket überzeugen.

CPU-Kühler
Allround-PC.com
06/2021
Thermaltake Toughliquid 360 ARGB
Empfehlung

Pro

  • gute Kühlleistung
  • angenehmer Geräuschpegel
  • schnelle, unkomplizierte Montage
  • hochwertige Verarbeitung
  • beleuchtete Pumpe mit drehbarem Deckel
  • ARGB-LEDs über Mainboard oder integrierten Controller steuerbar

Contra


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