Arctic ruht sich nicht auf dem Erfolg der Liquid Freezer III aus, sondern bringt mit der Liquid Freezer III Pro eine verbesserte Version der AiO-Wasserkühlung auf den Markt. Das neue Modell wurde dabei besonders für die neuen Arrow Lake CPUs optimiert und soll dank stärkeren Lüftern eine noch bessere Kühlleistung bieten. Doch lohnt sich der Aufpreis zum Standard-Modell wirklich? Wir haben den Test gemacht!
Die Arctic Liquid Freezer Pro III geht ausschließlich als 360-Millimeter-Wasserkühlung an den Start, wobei zumindest die Auswahl zwischen drei Versionen besteht. So bietet das Unternehmen die Kühlung als Black (ohne Beleuchtung), ARGB und ARGB White an.
Folgende Preise ruft Arctic für die einzelnen Modelle auf:
- Liquid Freezer III Pro Black: 94,49 Euro (129,99 Euro UVP)
- Liquid Freezer III Pro ARGB: 111,49 Euro (146,99 Euro UVP)
- Liquid Freezer III Pro ARGB White: 113,99 (152,99 Euro UVP)
Wir beschäftigen uns in diesem Test mit der Arctic Liquid Freezer III Pro ARGB White. Der Lieferumfang umfasst hier die eigentliche Kühlung samt Lüfter, passendes Montagematerial für alle aktuellen Sockel (AM4, AM5, LGA 1851, LGA 1700, LGA 115x) und eine kleine Tube Wärmeleitpaste. Eine gedruckte Anleitung gibt es nicht, stattdessen lässt sich das Handbuch über einen QR-Code aufrufen.
Design & Technik: Der Unterschied liegt im Detail
Beim Design geht Arctic keine neuen Wege und übernimmt 1:1 die Optik der Liquid Freezer III (hier im Test). Optisch ist die AiO-Wasserkühlung auf jeden Fall ein Highlight, wobei vor allem der kreisrunde Kühlblock mit angedeuteter Turbinenoptik und ARGB-Beleuchtung für Aufsehen sorgt.
Technisch baut die Arctic Liquid Freezer III Pro auf dem starken Grundgerüst der Non-Pro-Variante auf. Der Hersteller setzt erneut auf die gleiche Pumpeneinheit, die dank optimierter Coldplate und größerer Lamellenoberfläche eine verbesserte Wärmeableitung bieten soll. Die Pumpe selbst kann per PWM-Steuerung in einem Bereich zwischen 800 und 2.800 RPM geregelt werden. Dazu gibt es noch einen kleinen 60-Millimeter-VRM-Lüfter, der mit bis zu 2.500 RPM arbeiten darf und den Sockelbereich samt Spannungswandler kühlt.
Über zwei 450 Millimeter lange Schläuche ist die Pumpe mit einem 360-Millimeter-Radiator verbunden. Arctic setzt hier auf einen besonders dicken Wärmetauscher mit 38 Millimetern – üblich sind 27 Millimeter. Entsprechend müsst ihr unbedingt checken, ob euer Gehäuse überhaupt genug Platz für einen solchen Radiator mitbringt.
Lüfter: Arctic P12 Pro mit bis zu 3.000 RPM
Auf dem Radiator sitzen dann drei Arctic P12 Pro Lüfter im 120-Millimeter-Format, die ordentlich was auf dem Kasten haben. Denn hierbei handelt es sich um das eigentliche Highlight des Pro-Modells: Die Lüfter dürfen mit bis zu 3.000 rpm (!) drehen und erzeugen damit einen gewaltigen statischen Druck von 6,9 mmH2O sowie einen Luftstrom von 77 CFM.
Zum Vergleich: Die normalen P12 der Liquid Freezer III kommen „nur“ auf 2,2 mmH2O und 56,3 CFM. Einen großen Nachteil haben die P12 Pro jedoch, denn sie können nur bis 600 RPM heruntergeregelt werden (ob sie dann noch leise genug werden?).
Montage: Contact Frame macht’s schwieriger
Der Einbau läuft eher ungewöhnlich ab – zumindest, wenn ihr ein Intel-System nutzt. Denn Arctic liefert der Liquid Freezer III Pro einen Contact-Frame mit, der den Intel Montagemechanismus (ILM) ersetzt. Hier lässt sich auch das zweite „Pro-Feature“ der Wasserkühlung finden: Der genutzte Contact-Frame nutzt einen Offset, um die Kühlperformance auf LGA 1700 oder LGA 1851 CPUs mit versetztem Hitze-Hotspot zu verbessern.

Bevor das ILM entfernt wird, soll erst die Backplate hinter dem Sockel mit Kreppband befestigt werden. Im nächsten Schritt legt ihr das Mainboard auf einen Tisch, um dann mit dem mitgelieferten T20-Schraubendreher die Schrauben des ILM zu entfernen. Im letzten Schritt nehmt ihr das alte Montagesystem ab und schraubt den Offset-Contact-Frame mit den passenden Schrauben fest. Die Contact-Frame-Installation ist zwar nicht sonderlich schwierig, etwas Ruhe und Konzentration sind aber nötig.
Die restliche Installation ist wiederum kinderleicht, denn die Liquid Freezer III Pro bietet einige Quality-of-Life-Funktionen. So sind die Lüfter bereits auf dem Radiator vorinstalliert und zusammengeschlossen – das Anschlusskabel verläuft elegant unter der Schlauchummantelung.

Auch das Anschließen von Pumpe, Lüfter und ARGB Beleuchtung gestaltet Arctic so leicht wie möglich. Die komplette Beleuchtung wird über ein einzelnes ARGB-Kabel angesteuert, während ihr bei der PWM-Steuerung zwei Optionen habt. Wer möglichst wenig Kabel im Sockelbereich haben möchte, kann auf das beiliegende All-in-One-Kabel für alle PWM-Komponenten (Pumpe, Lüfter, VRM-Lüfter) zurückgreifen.
Alternativ lässt sich ein PWM-Kabel mit drei separaten 4-Pin-Anschlüssen in der Verpackung finden, mit dem sich die PWM-Signale einzeln steuern lassen. In beiden Fällen muss das Kabel mit einem proprietären Anschluss am CPU-Block verbunden werden.
Testsystem
Um eine möglichst große Vergleichbarkeit zu ermöglichen, wird die Raumtemperatur während des Tests über eine Klimaanlage bei 21 °C gehalten. Nach einer rund 20-minütigen Aufwärmphase startet die eigentliche Belastungsprobe. Hierfür wird die CPU mittels Prime 95 (Small FTT-Test) unter Last gesetzt.
Anschließend werden die Temperaturen in einem Zeitraum von 30 Minuten bei fixierten 1.000 RPM Lüfterdrehzahl und maximaler Lüfterdrehzahl gemessen. Letztlich wird dann der Median aus den Werten gebildet. Zum Auslesen der Temperaturwerte verwendeten wir HWInfo.
Praxis: Super stark, aber laut
Die Liquid Freezer III konnte vor rund einem Jahr mit einer extrem guten Performance überzeugen – die Erwartungen an die Pro sind also entsprechend hoch. Zumindest bei 1.000 RPM fallen die Unterschiede zum bisherigen Modell eher gering aus, was aufgrund der technischen Gemeinsamkeiten nicht verwundert. So heizt sich der i7-13700K (Test) auf 67 °C auf – bei einer Arrow-Lake-CPU (Core Ultra 200) dürfte der Unterschied etwas größer sein.
Erst bei maximaler Drehzahl kann die Wasserkühlung ihre Muskeln richtig spielen lassen. Dank der stärkeren Lüfter kühlt die CPU auf angenehme 59 °C herunter, womit fast das Niveau der größeren be quiet! Silent Loop 3 420 (Test) erreicht wird. Allerdings erkauft sich Arctic diese Leistung mit einem hohen Preis, denn bei 3.000 RPM werden die Lüfter ziemlich laut. Persönlich würde ich die Kühlung zwischen 1.000 und 1.500 RPM arbeiten lassen, um einen guten Kompromiss aus Leistung und Lautstärke zu haben.
Fazit: Lohnt sich der Aufpreis?
Der Preis-Leistungs-Hit wird noch besser: Arctic baut mit der Liquid Freezer III Pro auf dem starken Grundgerüst der Liquid Freezer III auf und verbessert das Design an zwei Stellschrauben. Allen voran sind die stärkeren Lüfter spannend, mit denen die Kühlleistung auf allen Plattformen verbessert wird. Damit eignet sich die Kühlung wunderbar zum Übertakten leistungsstarker CPUs – auf Kosten der Lautstärke versteht sich.
Das Offset-Kit bringt zudem weitere Optimierung für LGA 1700/1851, und da insbesondere Arrow Lake, mit, was allerdings nur für eine kleine Zielgruppe interessant sein dürfte. Auf älteren Intel-Sockeln oder auf AMD-Plattformen macht das Kit schließlich keinen Unterschied.
Offiziell liegt die UVP der Arctic Liquid Freezer III Pro 360 ARGB White bei 146,99 Euro, wobei der Start Arctic-typisch durch eine Rabattaktion begleitet wird. So gibt es die Kühlung schon für 113 Euro (hier kaufen), womit sie ebenfalls mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis auftrumpfen kann. Wer sein Arrow-Lake-System übertakten möchte, kann hier getrost zugreifen.
Wer wiederum ein AMD- oder älteres Intel-System nutzt und nicht übertakten möchte, sollte lieber zum regulären Modell greifen. Die Liquid Freezer III 360 ARGB gibt es bei verschiedenen Händlern bereits ab 81 Euro, während das große 420er-Modell bei Arctic direkt für 97 Euro vertrieben wird.
Pro
- sehr hohe Kühlleistung
- vorinstallierte Lüfter
- mitgelieferter Offkit-Contact-Frame
- verschiedenen PWM-Anschlussmöglichkeiten
- schickes Design
Contra
- Contact-Frame macht Montage komplizierter
- sehr laut bei 3.000 RPM
- geringe Mindestdrehzahl (600 RPM)
- (nur für moderne Intel-CPUs wirklich ein „Upgrade“)
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