Drei Jahre nach der Pure Loop 2 FX bringt be quiet! die Pure Loop 3 LX auf den Markt: Mit einem frischen Design, noch mehr RGB-Beleuchtung und einer hohen Kühlleistung soll die Kompakt-Wasserkühlung überzeugen. Doch kann das neue Budget-Modell überzeugen?
be quiet! bietet die Pure Loop 3 LX als 240- und 360-Millimeter-Variante an. Während für das kleinere Modell knapp 100 Euro aufgerufen werden, wechselt die 360er für 120 Euro den Besitzer. Daneben werden noch drei unbeleuchtete Versionen für 85 Euro (240 Millimeter), 100 Euro (280 Millimeter) und 105 Euro (360 Millimeter) angeboten.
Wir beschäftigen uns im Folgenden mit der be quiet! Pure Loop 3 LX 360. Der Lieferumfang umfasst hier die eigentliche Kühlung samt Lüfter, passendes Montagematerial für alle aktuellen Sockel, eine kleine Tube Wärmeleitpaste und eine gedruckte Anleitung. Dazu gibt es noch 10x Muster-Einsätze für den Kühlblock – doch dazu gleich mehr.
Design & Technik
Beim Design geht die Pure Loop 3 LX im Vergleich zur Pure Loop 2 und Pure Loop 2 FX gänzlich neue Wege. Die neue AiO-Wasserkühlung orientiert sich optisch stärker an der be quiet! Light Loop und bringt ein ordentliches RGB-Upgrade mit sich. Statt eines schnöden RGB-Rings gibt es jetzt eine vollbeleuchtete Fläche auf dem CPU-Block, die durch verschiedene Schablonen personalisiert werden kann.
Insgesamt liegen dem Lieferumfang zehn verschiedene Folien bei. Sie werden einfach auf den Block gelegt und dann durch eine transparente Kunststoffabdeckung fixiert. Natürlich kann die Folie auch komplett weggelassen werden – mir gefällt der Look ohne tatsächlich besser. Der nächste logische Schritt wäre eigentlich eine Wasserkühlung mit Display – vielleicht dann mit der Pure Loop 4?

Die Pumpe wandert außerdem von den Schläuchen direkt in den CPU-Block. Die neue PWM-Pumpe basiert auf einem 6-Pol-Motor mit 3 Phasen und soll eine hohe Durchflussrate bei geringer Betriebslautstärke ermöglichen. Maximal arbeitet die Pumpe mit 5.500 RPM, was dem Niveau des Vorgängers entspricht.
Über zwei ummantelte Schläuche ist die Pumpe mit dem Radiator verbunden. Die be quiet! Pure Loop 3 LX verfügt entweder über einen 240- oder 360-Millimeter großen Aluminium-Radiator mit 27 Millimeter Dicke. Natürlich besitzt die Pure Loop wieder einen kleinen Nachfüllstutzen, über den Kühlflüssigkeit nachgefüllt werden kann. Eine Flasche mit Nachfüllflüssigkeit liefert der Hersteller jedoch nicht mit.
Lüfter
Auf dem 360-Millimeter-Radiator der Pure Loop 3 LX sitzen drei Light Wings LX PWM High-Speed-Lüfter, deren Lüfterblätter von 16 ARGB-LEDs beleuchtet werden. Die Lüfter drehen laut be quiet! mit bis zu 2.100 RPM, womit sie etwas schneller arbeiten als die im Handel erhältliche High-Speed-Version. In unserem Fall konnten wir eine maximale Drehzahl von 2.000 RPM ermitteln.
Montage
Die Silent Loop 3 ist mit allen gängigen aktuellen Sockeln kompatibel. Unterstützt werden die Intel-Plattformen LGA 1851, 1700, 1200 und 115x sowie die AMD-Sockel AM4 und AM5. Für Intel-Systeme kommt das bekannte, unkomplizierte Montagesystem zum Einsatz, das wir bereits von der Light Loop und Silent Loop 3 kennen. Die Installation ist also in wenigen Minuten erledigt.

Leider verzichtet be quiet! auch bei der Pure Loop 3 LX auf klassische Quality-of-Life-Maßnahmen, wie vorinstallierte und zusammengeschlossene Lüfter. Immerhin lassen sich die Light Wings LX Lüfter nun per Daisy-Chain-Technik zusammenschalten, wodurch alle drei Lüfter mit einem PWM- und ARGB-Header angeschlossen werden können.
Allerdings setzt be quiet! hier auf einen proprietären Anschluss, mit dem beide Signale kombiniert werden. Einen klassischen PWM- und ARGB-Anschluss sucht man hier also vergeblich. Falls es also zu einem Defekt kommen sollte, könnt ihr keinen regulären Light Wings LX Lüfter in das Daisy-Chain-System einbinden. Stattdessen muss der neue Lüfter separat ans Mainboard angebunden werden. Zumindest lässt sich ein passender Lüfter für die Pure Loop 3 LX über das be quiet! Ersatzteile-Formular anfragen.
Persönlich hätte ich mir gewünscht, dass be quiet! noch einen Schritt weiter gegangen wäre. Der Kombi-Stecker sorgt zwar für etwas weniger Kabelsalat, Pogo-Pins an den Lüfter würden aber für noch mehr Ordnung sorgen. Hersteller wie Seasonic oder Lian Li haben bereits solche Systeme im Einsatz.
Praxis
Um eine möglichst große Vergleichbarkeit zu ermöglichen, wird die Raumtemperatur während des Tests über eine Klimaanlage bei 21 °C gehalten. Nach einer rund 20-minütigen Aufwärmphase startet die eigentliche Belastungsprobe. Hierfür wird die CPU mittels Prime95 (Small FFT-Test) unter Last gesetzt.
Anschließend werden die Temperaturen in einem Zeitraum von 30 Minuten bei fixierten 1.000 RPM Lüfterdrehzahl und maximaler Lüfterdrehzahl gemessen. Letztlich wird dann der Median aus den Werten gebildet. Abschließend wird der jeweilige Maximalwert ausgewertet. Zum Auslesen der Temperaturwerte verwendeten wir HWInfo.
Bei 1.000 RPM teilt sich die Pure Loop 3 LX einen Platz mit der Arctic Freezer III 360, der Light Loop und der Pure Loop 2. Der Intel Core i7-13700K heizte sich in diesem Szenario auf 68 °C auf, womit auch bei niedriger Drehzahl genügend Temperaturspielraum für Übertaktungen vorhanden ist. Sobald die Wasserkühlung voll aufdrehen darf, sinkt die Temperatur auf 61 °C.
Dabei ist der Kühler nicht nur leistungsstark, sondern bei reduzierter Drehzahl auch kaum hörbar. Erst bei voller Drehzahl machen sich die Lüfter bemerkbar, wobei die Lautstärke selbst dann nicht stört. In einem geschlossenen Gehäuse dürfte die Kühlung nicht großartig auffallen.
Fazit
Die be quiet! Pure Loop 3 LX ist zwar keine Revolution, aber dafür ein gelungener Nachfolger. Sie behält die starke Kühlleistung des Vorgängers bei und überzeugt zeitgleich mit einem leisen Betrieb. Aus meiner Sicht überzeugt auch die neue RGB-Optik, auch wenn ich kein großer Fan der Folien bin. Zumindest hat man hierdurch die Möglichkeit, die Wasserkühlung stärker zu personalisieren und eigene Folien einzusetzen.
Mit einem Preis von 119,90 Euro UVP ist die Pure Loop 3 LX für be quiet!-Verhältnisse sogar relativ günstig. Besonders interessant wird die Wasserkühlung jedoch erst, wenn der Preis unter 100 Euro fällt. Aktuell kämpft sie im gleichen Preisbereich mit der Light Loop 360, während es die etwas stärkere Arctic Liquid Freezer III Pro 360 bereits für 83 Euro erhältlich ist. In beiden Fällen muss man jedoch auf die Personalisierung verzichten und bekommt stattdessen reines RGB-Feuerwerk.
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