Mit dem A40, A50 und A60 greift Sharkoon jetzt auch den Luftkühler-Markt an und verspricht dabei viel Leistung zum kleinen Preis. Doch kann Sharkoon diese Versprechen wirklich halten und den altbekannten Herstellern Paroli bieten? Wir haben den Test gemacht!
Nachdem Sharkoon bereits 2023 die erste eigene Wasserkühlung auf den Markt gebracht hatte, folgen nun drei Luftkühler. Die Sharkoon A40, A50 und A60 werden als Black- und RGB-Version angeboten, wobei ebenfalls weiße Farbvarianten verfügbar sind. Folgende Preise ruft der Hersteller für die einzelnen Modelle auf:
- Sharkoon A40: 24,90 Euro (Black) / 29,90 (RGB)
- Sharkoon A50: 34,90 Euro (Black) / 39,90 Euro (RGB)
- Sharkoon A60: 49,90 Euro (Black) / 59,90 Euro (RGB)
Wir wollen uns in diesem Test den Sharkoon A40 Black, A50 RGB und A60 RGB White genauer anschauen und herausfinden, ob Sharkoon das Luftkühler-Debüt geglückt ist.

Design: Kompakt, oder doch massiv?
Sharkoon setzt beim A40 und A50 RGB auf ein kompaktes Single-Tower-Design: Mit 120 × 72 × 153 Millimetern nehmen die beiden Luftkühler nicht allzu viel Platz auf dem Mainboard ein und kollidieren auch nicht mit großen RAM-Riegeln. Während der Kühlkörper beim A40 von vier 6-Millimeter-Heatpipes durchzogen wird, verbaut Sharkoon beim A50 RGB fünf Heatpipes.
Unterschiede gibt es außerdem beim Design des Kühler-Deckels: Die Oberseite des A40 ist komplett in Schwarz gehalten, die Optik wird lediglich durch ein dezentes Herstellerlogo ergänzt. Beim A50 gibt es wiederum einen stylishen Infinity-Mirror mit Sharkoon-Logo und RGB-Beleuchtung.
Sharkoon spendiert dem A60 RGB ein Dual-Tower-Design mit insgesamt sechs 6-Millimeter-Heatpipes. Damit fällt der Kühler im Vergleich zum A40 und A50 deutlich massiver aus und reiht sich zumindest größentechnisch (120 × 125 Millimeter) zwischen einem Arctic Freezer 36 ARGB und einem be quiet! Dark Rock 5 Pro ein. Nur die Höhe fällt mit 156 Millimetern noch etwas geringer aus, was der Gehäuse-Kompatibilität zugutekommt.
Alle drei Sharkoon-Luftkühler nutzen eine Direct-Touch-Technik, die Heatpipes liegen also direkt auf dem CPU-Heatspreader auf. Der Einsatz von Flüssigmetall-Wärmeleitpaste ist somit nicht möglich.

Lüfter: Mit bis zu 1.800 RPM
Die Lüfter-Ausstattung ist bei allen Modellen ähnlich: Sowohl der Sharkoon A40, als auch der A50 kommen jeweils mit einem einzelnen 120-Millimeter-Lüfter daher, während der Sharkoon A60 mit zwei Lüftern ausgestattet ist. Der Hersteller bietet die Kühler dabei mit beleuchteten und unbeleuchteten Lüftern an, die sich technisch nicht weiter voneinander unterscheiden.
In unserem Testlauf erreichten die Lüfter eine Geschwindigkeit von maximal 1.800 RPM, wobei die Geschwindigkeit per PWM-Steuerung auf 500 RPM heruntergeregelt werden kann. Bei maximaler Drehzahl erreichen die Sharkoon-Lüfter laut Herstellerangaben einen Luftstrom von 121,6 m³/h und einen Luftdruck von 2,9 mmH₂O.

Montage: Kompatibel mit allen Sockeln
Alle drei Sharkoon-Kühler sind mit allen Sockeln kompatibel, die in den letzten Jahren erschienen sind. Explizit werden die AMD-Plattformen FM2(+), FM1, AM3(+), AM4 und AM5 sowie die Intel-Sockel LGA 2066, 2011(-3), 1366, 1700, 1851, 1200 und 115x unterstützt.
Die Montage läuft relativ einfach ab, wenngleich das Anbringen der Montagebrücken etwas tricky sein kann. Da die Backplate nicht von den verwendeten Abstandshaltern am Platz gehalten wird, rutscht diese immer wieder nach hinten weg. Sobald die erste Montagebrücke auf den Plastikhülsen sitzt und verschraubt ist, läuft der Rest aber ziemlich einfach ab. Wenn beide Montagebrücken befestigt sind, wird der Kühler draufgesetzt und verschraubt. Dem A60 liegt dafür ein besonders langer Schraubendreher dem Lieferumfang bei, da eine Schraube nur über eine kleine Aussparung im Kühler erreicht werden kann. Der Anschluss erfolgt dann per 4-Pin-PWM und 3-Pin-ARGB-Anschluss.
Testsystem
Um eine möglichst große Vergleichbarkeit zu ermöglichen, wird die Raumtemperatur während des Tests über eine Klimaanlage bei 21 °C gehalten. Nach einer rund 20-minütigen Aufwärmphase startet die eigentliche Belastungsprobe. Hierfür wird die CPU mittels Prime 95 (Small FTT-Test) unter Last gesetzt.
Anschließend werden die Temperaturen in einem Zeitraum von 30 Minuten bei fixierten 1.000 RPM Lüfterdrehzahl und maximaler Lüfterdrehzahl gemessen. Letztlich wird dann der Median aus den Werten gebildet. Zum Auslesen der Temperaturwerte verwendeten wir HWInfo.
| CPU | Intel Core i7-13700K (P-Kerne: 4,4 GHz; E-Kerne: 3,5 GHz) |
| Mainboard | Asus TUF Gaming Z690 Gaming Plus D4 |
| Arbeitsspeicher | 16 GB Thermaltake Toughram DDR4-3600 |
| Grafikkarte | KFA2 GeForce RTX 3080 Ti SG |
| Netzteil | Thermaltake Toughpower GF3 1.600W |
| Gehäuse | Thermaltake Core P3 |
| Weitere Lüfter | 3 x Thermaltake Ring Quad 14 |
| Wärmeleitpaste | Arctic MX6 |
| Betriebssystem | Windows 11 Home |
Praxis: Solide, aber nicht überragend
Die Sharkoon A40, A50 und A60 Luftkühler decken verschiedene Bereiche ab: Während die beiden kleineren Kühler eher für sparsame CPUs gedacht sind, richtet sich der A60 an leistungsfähigere Chips. Laut Sharkoon sind die Kühler für 220 Watt (A40), 230 Watt (A50) und 260 Watt (A60) ausgelegt – solche TDP-Angaben müssen jedoch mit Vorsicht betrachtet werden.
Genau das zeigt sich auch in der Praxis, denn die Sharkoon A40 und A50 stoßen bei 1.000 RPM definitiv an ihre Grenzen. Während sich die CPU in Kombination mit dem A40 auf 99 °C aufheizt, konnten wir mit dem Sharkoon A50 etwa 95 °C messen. Bei maximaler Drehzahl wurde der Intel Core i7-13700K auf 87 °C (A40) respektive 86 °C (A50) heruntergekühlt.

Wenig überraschend leistet der Sharkoon A60 dank Dual-Tower-Design deutlich mehr: Hier konnten wir bei 1.000 RPM 84 °C und bei 1.800 RPM 75 °C messen. Damit schneidet er nur leicht schlechter ab als der be quiet! Dark Rock Pro 5. Ein Arctic Freezer 36 ARGB spielt jedoch in einer andere Liga.
Unter Last arbeiten alle drei Kühler bei 1.000 RPM angenehm ruhig, bei maximaler Drehzahl werden die Lüfter wiederum hörbar, aber nicht störend.
Fazit
Sharkoon liefert mit dem Sharkoon A40, A50 und A60 drei solide Luftkühler ab, die in der jeweiligen Preisklasse durchaus überzeugen können. Die Kühlleistung ist in Ordnung, wobei der Sharkoon A60 aus meiner Sicht das beste Gesamtpaket aus Preis und Leistung bietet. Preislich ist zwar der A40 am interessantesten, dieser eignet sich allerdings nur für eher sparsame CPUs. In Kombination mit einem stromfressenden oder übertakteten Prozessor gerät der Kühler schnell an sein Limit.
Meiner Meinung nach hat Sharkoon die Kühler preislich etwas zu hoch positioniert. Vor allem Arctic macht in diesem Preisbereich mit dem Freezer 36 enorm Druck, da dieser eine sehr hohe Kühlleistung zu einem kleinen Preis bietet. Anders sieht der Vergleich zu einem hochpreisigen Hersteller wie be quiet! aus. In diesem Fall sind die Sharkoon-Kühler mit RGB-Zusatz durchaus eine günstige Alternative. Wirklich interessant werden sie jedoch erst, wenn der Preis weiter fällt.
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