Das Lenovo Yoga Tab möchte mit einem 144-Hz-Display, einem starken Snapdragon Chip, vielen KI-Funktionen und dem überraschend guten Tab Pen Pro überzeugen – alles zum Mittelklasse-Preis. Aber wo macht das Tablet gegebenenfalls Abstriche und wie steht es im Vergleich zur Konkurrenz da? Genau das wollen wir im Test herausfinden!
Das Lenovo Yoga Tab ist in drei verschiedenen Varianten erhältlich, wobei eigentlich nur ein Modell wirklich relevant ist. Lenovo bietet das Tablet mit 8 GB oder 12 GB Arbeitsspeicher an, daneben lässt sich im Lenovo-Shop noch eine FIFA World Cup 26 Edition mit ebenfalls 8 GB RAM finden.
Da die beiden Speichervarianten allerdings preislich extrem nah aneinander liegen, ist der Griff zum 12-GB-Modell deutlich sinnvoller. Das gibt es bereits ab 417 Euro (hier kaufen), während die 8-GB-Version mit 398 Euro nur marginal günstiger ist. Das passende Tastatur-Cover ist ab 99 Euro (hier kaufen) verfügbar.
Unser Testfazit:
Design: Dünnes Alu-Gehäuse mit Dual-Tone-Optik
Das Design des Yoga Tab ist typisch Lenovo: Rückseite im Dual-Tone-Design, eine längliche Kamerainseln und ein dünnes Alu-Gehäuse. Mit 458 Gramm liegt das Tablet angenehm leicht in der Hand, wobei es mit 6,2 Millimeter ebenfalls schön schlank ist.

Neben einem USB-C-Port (USB 3.1) sind ebenfalls vier Lautsprecher mit Dolby-Atmos-Optimierung in das Gehäuse eingelassen, die mit einem durchaus guten Klang überzeugen. An der Unterseite des Tablets lassen sich wiederum Pogo-Pins finden, über die eine separat erhältliche Tastatur angeschlossen werden kann. Die Oberseite hält eine magnetische Halterung für den mitgelieferten Lenovo Tab Pen Pro parat.
Yoga Tab verzichtet auf Fingerabdrucksensor
Nur eine Sache fehlt: ein Fingerabdrucksensor! Lenovo setzt hier ausschließlich auf eine 2D-Gesichtserkennung über die Frontkamera, eine sichere biometrische Entsperrmethode wäre deutlich besser gewesen.

Display: 11 Zoll, 144 Hz und mit Stift-Unterstützung
Lenovo spendiert dem Yoga Tab ein 11,1 Zoll großes Display, das mit 3.200 x 2.000 Pixeln auflöst und somit eine Pixeldichte von 340 PPI erreicht. Damit werden Inhalte gestochen scharf dargestellt – deutlich schärfer als auf dem aktuellen iPad Air mit 264 PPI. Dazu kommt eine Bildwiederholrate bis 144 Hz, womit das Tablet ähnlich gut aufgestellt ist wie das Xiaomi Pad 8 Pro. Außerdem wird der DCI-P3 Farbraum zu 98 % abgedeckt.

Da Lenovo hier „nur” auf LCD-Technik setzt, kann das Yoga Tab logischerweise nicht in Sachen Kontrast oder Farbwiedergabe mit dem AMOLED-Display eines Samsung Galaxy Tab S11 (Test) mithalten. Dennoch ist das LCD qualitativ auf einem hohen Niveau.
Laut Hersteller erreicht das Panel eine maximale Helligkeit von 800 Nits, wobei die typische Helligkeit bei 600 Nits liegt. Bei Vollbildweiß konnten wir etwa 605 Nits messen. Für den Alltag ist das Yoga Tab hell genug, bei direkter Sonneneinstrahlung könnte das Panel jedoch etwas mehr Helligkeit vertragen.

Lenovo Tab Pen Pro: Ziemlich guter Stift liegt dem Tablet sogar bei
Lenovo integriert ebenfalls eine Digitizer-Schicht, damit sich das Tablet auch in Kombination mit einem Stylus nutzen lässt. Der mitgelieferte Lenovo Tab Pen Pro ist dabei ein überraschend guter Stift. Er bietet 8.192 Druckstufen, eine austauschbare Spitze und reagiert präzise auf Winkel- und Druckveränderungen. Der integrierte Akku hält bis zu zehn Stunden, wobei das Aufladen kabellos über die Tablet-Oberseite erfolgt.
Der Tab Pen Pro nutzt sogar haptisches Feedback, um ein realistischeres Schreib- und Zeichengefühl zu ermöglichen. Ehrlicherweise war ich anfangs etwas von der relativ starken Vibration irritiert, es ist aber ohne Zweifel ein cooles Feature. Insgesamt macht der Stift beim Zeichnen und Schreiben einen guten Eindruck.
Technik: Snapdragon 8 Gen 3 bringt Top-Leistung in die Mittelklasse
Unter der Haube werkelt ein Qualcomm Snapdragon 8 Gen 3 mit 20 TOPS NPU, ein Flaggschiff-SoC von Ende 2023. Der Chip kommt unter anderem auch im OnePlus Pad 2 zum Einsatz und ist ebenfalls aus dem Samsung Galaxy S24 Ultra (Test) bekannt. Unser Test-Sample ist mit 8 GB Arbeitsspeicher ausgestattet. Dazu gibt es 256 GB internen UFS 4.0 Speicher. Abgerundet wird die Ausstattung durch eine WiFi-7-Unterstützung – falls ihr einen entsprechenden Router zu Hause stehen habt.

Hohe Leistung wird ständig gehalten
Der Chip liefert auch 2026 noch eine starke Performance ab, vor allem angesichts des Mittelklasse-Preises. Lenovo landet zwar hinter dem Samsung Galaxy Tab S11 oder iPad Air M2, für den Preisbereich ist es aber ziemlich stark aufgestellt. Zudem kann das Tablet die Performance gut halten – im Wild Life Extreme Stress Test erreicht es eine Leistungsstabilität von rund 86 Prozent.
Für Spiele bietet der SoC ebenfalls genügend Leistung. So laufen beliebte Titel wie Fortnite (auf epischen Einstellungen!) oder PUBG Mobile butterweich, wobei die Wärmeentwicklung eher moderat ausfällt.

Akku und Laden
Versorgt wird die Hardware von einem 8.860 mAh Akku, der mit maximal 45 Watt geladen werden kann. Der Akku hält bei moderater Nutzung rund zwei Tage durch, wobei die Displayzeit effektiv bei fünf Stunden liegt. Vor allem bei hoher Helligkeit und 144 Hz leidet der Akku spürbar. Ein passendes Ladegerät müsst ihr separat kaufen – passend ist etwa der Anker Nano 45 Watt Charger, den es schon für 18 Euro (hier kaufen) gibt.

Software: ZUI, Android 16 und maues Update-Versprechen
Als Software kommt Lenovos hauseigene ZUI-Oberfläche zum Einsatz, die zum Start auf Android 15 basiert. Inzwischen steht das Update auf Android 16 zur Verfügung. Der Hersteller verspricht insgesamt drei große Versionsupdates und vier Jahre Sicherheitspatches – deutlich weniger als Samsung, Apple und Xiaomi. Potenziell wird Android 18 somit das letzte Android-Update sein, welches für das Yoga Tab erscheint.
Immerhin ist die Oberfläche aufgeräumt und modern, ohne Bloatware kommt Lenovo allerdings nicht aus. So wird das Tablet mit verschiedenen Zeichen-Programmen, Adobe-Apps, Temu und einer Tonne an Free-to-Play-Games ausgeliefert. Zwar übertreibt es Lenovo nicht so stark wie Xiaomi oder Honor, ärgerlich ist es jedoch allemal. Die Apps lassen sich zumindest problemlos deinstallieren.
ZUI hat einige praktische Funktionen zu bieten, unter anderem einen Desktop-Modus, der ähnlich wie Samsung DeX funktioniert. Dieser schaltet sich zum Beispiel mit angeschlossenem Tastatur-Cover ein, lässt sich aber auch an einem externen Monitor nutzen.

Lenovo setzt voll auf KI – lokal und per Cloud
Daneben lassen sich ebenso allerlei KI-Funktionen finden. Die Tablet-Version mit 8 GB RAM verfolgt dabei einen Hybrid-Ansatz, bei dem manche Funktionen nicht gänzlich lokal, sondern auch über die Cloud ausgeführt werden.
Die systemweite KI-Eingabehilfe greift direkt in Textfeldern und Apps ein und unterstützt beim Schreiben von Notizen, E-Mails oder Social-Media-Beiträgen. Texte lassen sich damit zusammenfassen, umformulieren, erweitern, kürzen oder in andere Sprachen übersetzen.
In der Notepad-App können Texte strukturiert, fortgeführt oder vollständig neu formuliert werden, was besonders bei längeren Texten praktisch ist. Wer den Tab Pen Pro nutzt, kann zudem handgezeichnete Skizzen per Sketch-to-Image in ausgearbeitete Illustrationen umwandeln lassen.
Für Fotos und Screenshots stehen smarte Bearbeitungswerkzeuge bereit, darunter das gezielte Entfernen von Objekten („Smart Erase”), eine automatische Qualitätsverbesserung per AI Super Resolution sowie kontextbasierte Bildanpassungen.
Die Live-Transkription rundet das KI-Portfolio ab: Gesprochene Inhalte aus Gesprächen, Meetings oder Videos werden in Echtzeit in Text umgewandelt, auf Wunsch übersetzt und lassen sich direkt in der Notepad-App speichern.
KI-Funktionen des Lenovo Yoga Tab
- Texte zusammenfassen, umformulieren, erweitern, kürzen und übersetzen
- KI-gestützte Notizbearbeitung und Textfortsetzung
- Sketch-to-Image (mit Tab Pen Pro)
- Smart Erase, AI Super Resolution und Bildanpassungen
- Live-Transkription und Echtzeit-Übersetzung
- Smart Connect: App-Streaming, gemeinsame Zwischenablage, Dateitransfer und Second-Screen-Modus
Mit Smart Connect lässt sich das Yoga Tab außerdem nahtlos mit dem Windows-PC verbinden. Mobile Apps können auf einem verbundenen PC gestreamt werden, Inhalte wandern per gemeinsamer Zwischenablage zwischen den Geräten, und Dateien lassen sich kabellos übertragen – ganz ohne Cloud-Umweg. Wer möchte, kann das Tablet zusätzlich als Second Screen für den PC nutzen.

Kamera: Unnötige Dual-Kamera
Zuletzt noch ein kurzes Wort zur Kamera: Auf der Vorderseite verbaut Lenovo eine 13-MP-Frontkamera, die solide Selfies macht und für Videoanrufe eine ausreichend gute Qualität bietet. Auf der Rückseite lässt sich wiederum ein Dual-Kamera-Setup aus 13-MP-Hauptkamera und vollkommen unnötiger 2-MP-Makrokamera finden. Die beiden 13-MP-Sensoren können Videos in bis zu 4K mit 30 FPS aufnehmen. Immerhin kann sich die Qualität der Hauptkamera sehen lassen, zum Scannen von Dokumenten ist sie wirklich praktisch. Aber: Bei einem Tablet steht die Kameraqualität jetzt nicht unbedingt im Fokus.

Fazit
Für mich ist das Lenovo Yoga Tab ein überzeugendes Mittelklasse-Tablet, das vor allem mit seinem scharfen 11,1-Zoll-Display, der starken Performance und dem direkt mitgelieferten Tab Pen Pro punktet. Gerade für Schüler, Studierende und alle, die ein produktives Allround-Gerät zum fairen Preis suchen, ist das Yoga Tab eine klare Empfehlung – zumal das Tastatur-Cover im Vergleich zur Konkurrenz von Xiaomi oder OnePlus deutlich fairer bepreist ist. Abgerundet wird das Paket von einem starken KI-Funktionsumfang, der in diesem Preisbereich eher selten ist.
Aber das Yoga Tab hat auch kleinere Schwächen: Das LCD-Panel könnte etwas heller sein und auch das Updateversprechen fällt mager aus. Nur drei große Android-Versionen sind angesichts der sieben Jahre, die Samsung und Apple bieten, schlicht zu wenig. Genauso ist der fehlende Fingerabdrucksensor ein Manko.
Wer mit diesen eher kleinen Einschränkungen leben kann, bekommt mit dem Lenovo Yoga Tab ein starkes Tablet zum fairen Preis geboten. Mit einem Preis von knapp 420 Euro ist es deutlich günstiger als ein Galaxy Tab S11 (ab 589 Euro), bietet aber im Kern eine konkurrenzfähige Ausstattung. Die Tastaturhülle kostet zusätzlich 99 Euro.
Beitrag erstmals veröffentlicht am 20.03.2026
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