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Lexar NM990 SSD Test: PCIe-5-Speed für wenig Geld?

Neue Gen5-Mittelklasse
lexar nm990 2tb neben packung

Lexar mischt sein SSD-Portfolio mit der neuen NM990-Reihe auf. Das neue Laufwerk kommt mit PCIe-5.0-Anbindung, verspricht hohe Leistung und soll kein allzu großes Loch ins Portemonnaie reißen. Ob diese Kombination gelingt, klären wir im Test.

Als Hersteller von professionellen Speicherlösungen ist Lexar schon jahrzehntelang am Markt vertreten. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen sein Angebot an M.2-Laufwerken beachtlich ausgebaut. Im Gen5-Segment habt ihr derzeit die Wahl zwischen drei Serien: die Lexar Ares Pro und die Lexar NM1090 bilden die derzeitigen Spitzenmodelle. Neu hinzu kommt die NM990, welche sich preislich und leistungstechnisch etwas unter ihren beiden Gen5-Kollegen einordnet.

Kurz gesagt: Die NM990 ist das neue Mittelklasse-Laufwerk von Lexar für alle, die nicht auf Gen5-Anbindung verzichten wollen, jedoch trotzdem mit begrenztem Budget unterwegs sind.

lexar nm990 2tb mit sticker auf der oberseite
Optisch hält sich die NM990 bedeckt in schwarz.

Angeboten wird die Lexar NM990 in den üblichen drei Kapazitätsstufen von 1 TB, 2 TB und 4 TB. Alle Modelle werden dabei ohne Kühlkörper geliefert. Für unseren Test haben wir die Variante mit 2 TB verwendet, die derzeit für knapp 185 Euro erhältlich ist. Das 1-TB-Modell liegt bei ca. 100 Euro.

Lexar NM990 setzt auf Controller von Maxiotek

Das Hardware-Design der Lexar NM990 bringt frischen Wind in das Gen5-Segment, welches derzeit klar durch SSDs auf Basis von SMI- und Phison-Controllern dominiert wird.

Während die teurere Lexar NM1090 SSD auf den bekannt SM2508 Controller aus dem Hause SMI setzt, kommt in der neuen NM990 ein Chipsatz von Maxiotek zum Einsatz. Genau gesagt handelt es sich um den MAP1806A, welcher 8-NAND-Kanäle bietet und die NM990 zu einem DRAM-less-Laufwerk macht. Statt einem dedizierten DRAM-Cache nutzt die SSD somit einen kleinen Teil des Hauptspeichers des Hostgerätes als schnellen Cache (Host Memory Buffer).

Der NAND wird von Longsys geliefert. Longsys hatte bereits 2017 die Marke Lexar von Micron übernommen. Um welche NAND-Generation es sich genau handelt, verrät Lexar nicht. Wenig überraschend wird der Speicher im TLC-Modus betrieben und es gibt einen entsprechenden SLC-Schreib-Cache.

Die Lebenserwartung der NM990 gibt Lexar im Falle der 2-TB-Variante mit 1.500 TB (TBW) an. Die Garantie liegt ebenfalls bei üblichen 5 Jahren und wird durch das vorzeitige Erreichen der TBW-Grenze eingeschränkt.

Ansonsten präsentiert sich die Lexar NM990 SSD als normales M.2-Laufwerk im 2280-Formfaktor und verlangt für maximale Leistung nach einer PCIe-5.0-Schnittstelle mit vier Lanes.

Auf einen Blick: Lexar NM990 SSD

Hier noch einmal die wichtigsten Fakten zu Lexars neuer Gen5-SSDs im Überblick.

Die Lexar NM990…

Leistungstest der Lexar NM990 SSD

Im Fokus dieses Artikels steht natürlich die Leistung, die ein Laufwerk unter verschiedenen Bedingungen an den Tag legt. Daher haben wir die Lexar NM990 SSD mit 2 TB verschiedenen Tests unterzogen. Theoretische Benchmarks kitzeln das Maximum aus dem Laufwerk heraus, während praktische Testdurchläufe eine Einschätzung der Laufwerksleistung unter alltäglichen Bedingungen erlauben.

Folgende Laufwerke wurden für den Vergleich herangezogen:

Testsystem:

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

Synthetische Benchmarks

Synthetische Benchmarks bringen die Laufwerke an ihre Leistungsgrenzen, aber die dargestellten Situationen entsprechen oft nicht den Alltagsbedingungen, denen eine SSD ausgesetzt ist. Der Vorteil von synthetischen Benchmarks ist ihre genaue Reproduzierbarkeit. Die Ergebnisse lassen sich somit besonders gut zwischen verschiedenen Laufwerken vergleichen.

A.S. SSD Benchmark

Der A.S. SSD Benchmark misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten einer SSD. Darüber hinaus werden Zugriffszeit und Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien gemessen. Ein integrierter Kopier-Benchmark simuliert das Kopieren von ISO-Dateien, Programmen und Computerspielen und misst dabei die Transferraten. Unseren Erfahrungen nach sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.

ATTO Disk Benchmark

Wenn es darum geht, die maximale Schreib- und Lesegeschwindigkeit einer SSD zu ermitteln, ist der ATTO Disk Benchmark ein zuverlässiges Tool. Die Leistung wird anhand verschiedener Blockgrößen gemessen, die wir in Blöcken von 4 Kilobyte bis 2 Megabyte dargestellt haben. In der Praxis sind die ermittelten Werte allerdings nur selten zu erreichen und werden von den Herstellern gerne als Werbemittel eingesetzt.

Crystal Disk Mark

Der Crystal Disk Mark (CDM) ist ein weiteres Benchmark-Tool, das die Performance von SSDs analysieren kann. Hier werden unterschiedliche Tests durchgeführt, deren Ergebnisse ähnlich wie beim A.S. SSD Benchmark aus jeweils fünf Testdurchläufen gemittelt werden. CDM hat sich in den letzten Jahren zu einem Standardtest entwickelt und wird von SSD-Herstellern oft selbst zur Bestimmung der beworbenen Leistungswerte eingesetzt.

Praxisbezogene Tests

Wesentlich interessanter für die spätere Verwendung einer Solid State Disk sind die Real-Tests. Wie der Name schon sagt, überprüft diese Art von Tests die Leistung der SSDs unter alltäglichen Bedingungen.

Kopieren unter Windows

Hierzu werden verschiedene Dateien kopiert und die Transferraten ermittelt. Dazu gehört ein 20 GB großes ISO-Image sowie der Installationsordner von CyberPunk 2077 mit einer Größe von 66 GB. Um eine Limitierung der Leistung der zu testenden SSD durch ein zu langsames Quelle-/Ziellaufwerk zu verhindern, werden alle Tests mit einer RAM-Disk durchgeführt.

In einem ersten Test wird eine 20 GB große Image-Datei zunächst von der RAM-Disk auf die SSD geschrieben. Anschließend wird die Datei von der SSD gelesen und auf die RAM-Disk zurückkopiert. In beiden Fällen werden die Zeiten von drei Durchläufen gemessen und ein Durchschnitt gebildet. Anschließend wird die Prozedur mit einem 60 GB großen Installationsordner, der mehrere Dateien unterschiedlicher Größen beinhaltet, wiederholt. Am Schluss wird derselbe Ordner zwischen zwei Pfaden auf derselben SSD kopiert. In diesem Fall muss die SSD Dateien gleichzeitig lesen und schreiben. Aus Dauer und Dateigröße wird abschließend die Transferraten in MB/s berechnet.

Avocado Benchmark

Das „Avocado-Benchmark“ ist eigentlich der DirectStorage-Test, welcher von Microsoft zur Demonstration der DirectStorage-API entwickelt worden ist. Das Tool misst die Bandbreite zwischen GPU und SSD, wenn DirectStorage zum Einsatz kommt. Die Technologie erlaubt das Laden von Spieldateien (meist Texturen) direkt von einer SSD in den VRAM der Grafikkarte. Auch das Entpacken der Dateien wird von der GPU übernommen. Die CPU bleibt dabei außen vor, was das Verfahren deutlich schneller macht.

Dieser Benchmark hängt stark von der Leistung der GPU und der SSD ab. Ein direkter Vergleich der Bandbreite macht also nur bei gleichen Testbedingungen Sinn. Die Werte sollten daher relativ zueinander betrachtet und nicht als absolute Größe gedeutet werden.

PCMark 10 Storage Tests

Außerdem haben wir das PCMark 10 mit seiner ausführlichen Praxissimulation verschiedenster Auslastungsszenarien in unseren Benchmark-Katalog aufgenommen.

3DMark SSD Storage Test

Zur Simulation der SSD-Leistung in Hinblick auf Gaming-Situationen kommt der 3DMark Storage Test zum Einsatz.

Caching-Verhalten

Um die Strategie des integrierten SLC-Caches zu analysieren, beschreiben wir das Laufwerk vollständig mit Daten und dokumentieren dabei die Schreibgeschwindigkeit.

Daraus ergeben sich zwei Werte: Die Größe des (häufig dynamisch zugewiesenen) SLC-Caches und die Geschwindigkeit im SLC-Modus. Zudem dokumentieren wir so die Schreibgeschwindigkeit, die im Mittel nach dem kompletten Füllen des Caches zu erwarten ist. Um den Einfluss eines möglichen Throttlings durch zu hohe Temperaturen zu kompensieren, werden für diesen Test alle Laufwerke mit ihrem Standardkühler (K) oder dem integrierten M.2-Kühler der Hauptplatine (MK) betrieben.

Alle Werte weisen einen gewissen Messefehler auf und sind mit einer entsprechenden Toleranz zu betrachten.

Durchschnittliche Schreibleistung

Ab sofort stellen wir auch die durchschnittliche Schreibgeschwindigkeit für euch als Diagramm dar. Dabei handelt es sich um die mittlere Transferrate, die die SSD beim vollständigen Beschreiben des NAND-Speichers benötigt.

Dieser Geschwindigkeitswert wird dabei unter anderem durch den SLC-Cache (langsameres Schreiben im TLC-Modus) und die Reduzierung der Laufwerksleistung aufgrund zu hoher Temperaturen (Throttling) beeinflusst. Um die letztere Komponente zu kompensieren, testen wir die Laufwerke ab sofort einmal mit und einmal ohne Kühler. Als Kühler kommt der integrierte Kühler des MSI MAG X870E Carbon WiFi Mainboards zum Einsatz.

Laufwerke, die ohne Kühler geliefert werden, werden auch so getestet (kein Kürzel). Diese SSDs testen wir zusätzlich mit dem Mainboard-Kühler (Kürzel MK). Laufwerke, die mit montiertem Kühler ausgeliefert werden, werden auch so getestet und tragen das Kürzel (K).

Messergebnisse der Lexar NM990 SSD im Überblick

Eine DRAM-less-SSD mit Leseraten über 14 GB/s? Genau dafür tritt die Lexar NM990 an. Der Leistungstest verspricht also interessante Ergebnisse.

Flott, auch ohne DRAM-Cache

Bei den sequenziellen Transferraten gibt Lexar für das von uns verwendete 2-TB-Modell der NM990 bis zu 14 GB/s beim Lesen und bis zu 10 GB/s beim Schreiben an. Tatsächlich haben wir mit 14.900 MB/s und knapp 10.100 MB/s sogar noch höhere Datenraten gemessen.

lexar nm990 2tb auf mainboard liegend
Zuhause ist die NM990 in einer M.2-Schnittstelle mit PCIe 5 x4.

Bei den zufälligen Zugriffen auf unterschiedlich große Blöcke liefert die NM990 lesend ebenfalls hohe Leistung auf dem Niveau aktueller Gen5-SSDs mit SMI-Controller und DRAM-Cache ab. Schreibend muss sich das Lexar-Laufwerk mit knapp 9.400 MB/s jedoch hinter den Spitzenreitern, wie der WD_Black SN8100, der Samsung SSD 9100 PRO oder der Crucial T710 einordnen.

Gute Leistung in der Praxis

Auch in den Praxistests liefert die Kombination aus dem Maxiotek-Chip und Longsys-NAND eine gute Performance ab. Hier zeigt sich jedoch im 3DMark-Storage-Test wie auch in den PCMark10 SSD-Tests, dass die NM990 sich eher zur oberen Mittelklasse zählt und andere Modelle absolut eine noch höhere Leistung bieten.

Unterstützt wird dieser Eindruck durch die Kopiertests unter Windows 11, welche die Lexar NM990 mit guten Werten absolviert. Gerade bei den Schreiboperationen gelingt es dem Lexar-Laufwerk sogar, an dem einen oder anderen Konkurrenten vorbeizuziehen – auch wenn die Differenzen nicht groß sind.

Durchschnittliche Schreibleistung: Solide, aber keine Spitze

Bei unserem Dauerschreibtest zeigt sich, wie eine SSD eine anhaltende Schreibbelastung in Bezug auf die Schreibleistung wegsteckt. Bei der Lexar NM990 haben wir einen Wert von 3.837 MB/s ermittelt. Das ist ein gutes Ergebnis, welches auf Augenhöhe mit der Crucial P510 liegt. Die Highend-Modelle der Konkurrenz setzen sich in dieser Disziplin mit Werten jenseits der 5.000 MB/s jedoch deutlich ab.

Wer von euch also ein Anwendungsprofil aufweist, bei dem ständig große Datenmengen (mehrere 100 GB) in möglichst kurzer Zeit geschrieben werden müssen, bekommt von der NM990 zwar solide Performance, ist anderweitig aber unter Umständen besser beraten. Für alle anderen Anforderungen, wie Gaming, Videoschnitt oder einfache Office-Workloads, macht die NM990 eine gute Figur.

Wärmeentwicklung: Alles cool

Auch wenn Lexar die NM990-Serie nicht direkt mit Kühlkörper anbietet, so will auch dieses PCIe-5.0-Laufwerk ordentlich gekühlt werden. Die meisten Mainboards bieten bereits eine entsprechende, integrierte Kühllösung an. Alternativ gibt es M.2-Kühler im Zubehör, die die Temperaturen der SSD unter Last im grünen Bereich halten.

lexar nm990 2 tb wärmeentwicklung unter last
Die NM990 bleibt erstaunlich kühl.

Unter Dauerlast haben wir bei der NM990 maximal 77 °C am Controller ermittelt, was ein vergleichsweise niedriger Wert ist. Trotzdem geht es nicht ohne Kühler: ohne Wärmeabfuhr reduziert auch der Lexar-Speicherriegel schnell seine Leistung. Mit passendem Kühler ist Throttling bei der NM990 SSD aber kein wirkliches Thema.

Fazit: Gelingt Lexar der Spagat?

Der Kampf um die Krone in der Mittelklasse der Gen5-SSDs ist eröffnet. Nachdem zunächst alle bekannten SSD-Hersteller die absolute Leistungsspitze mit ihren Laufwerken ins Visier genommen haben, folgen jetzt Modelle, die Gen5-Speed mit attraktiveren Preisen kombinieren sollen. Die Lexar NM990 fällt genau in diese Kategorie.

Unser Leistungstest zeigt, dass die NM990 in den meisten Disziplinen fast auf Augenhöhe mit anderen DRAM-Gen5-SSDs mitschwimmen kann, wenn es um theoretische Leistungswerte geht. In der Praxis liegt die Leistung etwas darunter, übersteigt die Performance von Gen4-SSDs jedoch häufig sehr deutlich.

Interessant wird dieser Kompromiss also vor allem dann, wenn der Preis stimmt. Hier müsst ihr für die Lexar NM990 SSD mit 2 TB derzeit etwa 185 Euro ausgeben. Zum Vergleich: die WD_BLACK SN8100 2 TB kostet 243 Euro, die Samsung SSD 9100 Pro 2 TB gibt es für 226 Euro. Die Crucial P510 2 TB (ebenfalls DRAMless) ist mit knapp 170 Euro ebenfalls leicht teurer. Die Idee hinter der Lexar NM990 geht damit in unseren Augen auf.

SSDs
Allround-PC.com Award
08/2025
Lexar NM990 SSD 2 TB
Preis-Leistung
lexar nm990 2tb neben packung

Lexar NM990 SSD

Vorteile

  • hohe Transferleistung
  • potente Controller-/NAND-Kombination mit HMB-Design
  • fairer Preis

Nachteile

  • kein DRAM-Cache

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Nils Waldmann Redakteur

Seit über 17 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle und ist mit der Drohne unterwegs.

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