Wer maximale Leistung benötigt kommt derzeit kaum um Intels Skylake-X-Prozessoren herum. Wir haben mit dem MSI X299 Gaming M7 ACK ein passendes Mainboard für Intels aktuelle High-End-Prozessoren getestet.
Übersicht
In einem vorangegangenen Test haben wir bereits zwei High-End-Prozessoren von Intel begutachtet. Damals haben der Intel Core i7-7740X und Core i9-7900X auf dem Asus ROG Strix X299-E Gaming ihre Muskeln spielen lassen. In diesem Test fokussieren wir uns jedoch auf den Core i9-7900X und wollen schauen, ob dieser auf dem MSI X299 Gaming M7 ACK Mainboard ebenfalls zur Höchstform aufläuft.
Technische Eigenschaften
Name: | MSI X299 Gaming M7 ACK |
Sockel: | 2066 |
Chipsatz | Intel X299 |
Steckplätze |
4x PCIe 3.0 x16 |
Formfaktor | ATX |
Speicher |
maximal 128 GB |
Speicherfrequenz |
DDR4-2133 – DDR 4.266 MHz |
Anschlüsse (extern) |
1x USB-C 3.1 Gen 2 |
Anschlüsse (intern) |
8x SATA 6 GB/s |
Netzwerk | Killer Wireless-AC 1535 & Killer E2500 Gigabit LAN |
Audiochip | Realtek ALC1220 |
Features | Mystic Light RGB-Beleuchtung |
Preis | ~350 Euro |
Lieferumfang
- 6x SATA 6Gb/s-Kabel
- I/O Shield
- 1x SLI Brücke
- M.2-Schrauben
- Verlängerungskabel für LED-Strips
- Bedienungsanleitung
- Treiber DVD
Design & Eigenschaften
Beim Design des MSI X299 Gaming M7 ACK hat sich MSI zurückgehalten und verzichtet auf knallige Farben oder sonstige Spielereien. Die Farben Schwarz und Silber dominieren die Optik des Mainboards. Spätestens im eingeschalteten Zustand wandelt sich jedoch das Blatt: Dann leuchten die PCIe-Slots sowie die verschiedenen Abdeckungen, wie beispielsweise der Chipsatzkühler, auf dem der MSI-Drache thront. Mit der Mystic Light Software kann die Beleuchtung angepasst und auf Wunsch komplett deaktiviert werden.
Im ausgeschalteten Zustand fällt das Design des MSI X299 Gaming M7 ACK sehr schlicht aus.
Das Mainboard bietet vier PCIe-Slots zur Installation von Grafikkarten. Diese wurden mit Metall und zusätzlichen Lötpunkten verstärkt, sodass auch schwere Grafikkarten geschultert werden können. Unterstützt werden 3-Wege-CrossFire sowie 3-Wege-SLI. Mit wie vielen Lanes die Grafikkarte angebunden wird hängt allerdings von der verwendeten CPU ab. Die beste Anbindung wird mit einer 44-Lane-CPU erreicht, da mit dieser zwei Grafikkarten per PCIe 3.0 x16 angebunden werden können.
CPU & Arbeitsspeicher
Bei einem X299-Mainboard finden wir zwangsläufig den Sockel LGA 2066 vor, der sowohl für die Kaby Lake-X- als auch Skylake-X-Prozessoren geeignet ist. Das MSI X299 Gaming M7 ACK kann acht DIMM-Plätze vorweisen, die maximal 128 GB DDR4-Arbeitsspeicher aufnehmen können.
Die vier DIMM-Steckplätze fassen maximal 128 GB an DDR4-Arbeitsspeicher.
Laut Hersteller werden RAM-Riegel mit Taktfrequenzen von bis zu 4.266 MHz unterstützt. Uns stand für den Test jedoch nur Arbeitsspeicher mit maximal 3.200 MHz zur Verfügung, der jedoch einwandfrei funktionierte.
Onboard-Buttons & Anschlüsse
Beim MSI X299 Gaming M7 ACK finden wir die klassischen Onboard-Buttons eines MSI-Mainboards vor. Folgende Onboard-Buttons hat MSI auf das PCB angebracht:
- Power-/Reset Button: Diese beiden Knöpfe dienen zum Hochfahren und Ausschalten, beziehungsweise zum Neustarten des Systems.
- Game-Boost-Button: Dieser Drehregler übertaktet automatisch den Prozessor. Je höher die ausgewählte Stufe, desto höher übertaktet das Mainboard den Prozessor.
- Slow Mode-Switch: Besonders für Overclocker interessant, die einen LN2-Pot nutzen und beim Hochfahren des PCs mehr Zeit benötigen, die Temperatur des Prozessors an die neuen Werte anzupassen.
- BIOS Reset-Button: Dieser Knopf befindet sich auf der Rückseite des Mainboards und ermöglicht ein einfaches und unkompliziertes Zurücksetzen des BIOS.
In Sachen Schnittstellen ist das Mainboard sehr gut aufgestellt. Es gibt zwei M.2-Anschlüsse, die beide per M.2 Shield Frozr gekühlt werden. Diese spezielle Abdeckung wird über der M.2-SSD installiert und steht über ein Wärmeleitpad im direkten Kontakt mit dieser. Dadurch soll die Abwärme des Laufwerks besser verteilt und schneller abgeführt werden.
An Anschlüssen mangelt es dem MSI X299 Gaming M7 ACK nicht.
Zudem hat MSI dem Mainboard einen U.2-Anschluss für entsprechende Laufwerke auf Flash-Basis spendiert. Für konventionelle SATA-Laufwerke stehen acht Anschlüsse zur Verfügung. Externe Laufwerke lassen sich über insgesamt 18 USB-Ports anschließen. Zu den Ports zählen ein USB 3.1-Fronpanel-Anschluss sowie ein USB Typ C-Anschluss auf der Rückseite.
Neben SATA-Anschlüssen bietet das Mainboard auch einen U.2-Anschluss.
Ein Gigabit-Anschluss wird ebenso geboten wie ein drahtloser Internetzugang per WLAN-Verbindung. MSI setzt hierzu auf Module der Firma Killer, die ein Lag-freies Gaming-Vergnügen garantieren sollen. Auf der Rückseite finden wir zudem fünf Klinkenanschlüsse und einen optischen Anschluss vor.
Leistung
Wir haben das MSI X299 Gaming M7 ACK mit dem Zehnkernprozessor Core i9-7900X gebencht. Um zu sehen, wie gut es die Leistung des Prozessors nutzt, vergleichen wir es mit dem MSI X299 Gaming Pro Carbon sowie dem Asus ROG Strix X299-E Gaming. Um die Leistung im Alltag zu messen, wurde eine 1 GB große Full HD mov-Datei in eine mp4-Datei mit 320 x 240 Bildpunkten konvertiert. Zudem wurde geprüft, wie lange das Archivieren einer 313 Megabyte großen Datei mit WinRar dauert. Folgende Programme kamen zum Einsatz:
- 3DMark Fire Strike Extreme
- PCMark 8 Creative Benchmark
- SiSoftware Sandra Lite 2016
- WinRar x64: 313 MB Datei packen
- TrueCrypt (7.2): 100 MB Size, AES Encryption
- CineBench x64 R15: CPU und OpenGL Test
- CyberLink MediaEspresso: 1 GB Videokonvertierung
- Crystal DiskMark
Natürlich interessiert uns bei einem Gaming-Mainboard auch die Leistung in Spielen. Damit die Grafikkarte nicht die Leistung limitiert und zum Flaschenhals wird, haben wir die Benchmarks lediglich in der gängigen Full HD-Auflösung ohne Bildverbesserungen wie Kantenglättung durchgeführt. Folgende zwei Spiele haben wir zur Leistungsbewertung hinzugezogen:
- Battlefield 1 Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, MSAA deaktiviert
- GTA V Maximale Details, 1.920 x 1.080 Pixel, MSAA deaktiviert
Bei den Benchmarks zeigt sich, dass sich das MSI X299 Gaming M7 ACK in etwa auf einem Niveau mit dem MSI X299 Gaming Pro Carbon AC und dem Asus ROG Strix X299-E Gaming befindet. Es scheint somit gut die vorhandene Leistung der Zehnkern-CPU zu nutzen und kann sich hinsichtlich der Leistung durch und durch profilieren.
In Battlefield 1 befindet sich das X299 Gaming M7 ACK auf dem Niveau des Asus-Kontrahenten. Bei GTA 5 positioniert es sich hingegen zwischen dem Mainboard aus dem Hause Asus und dem X299 Gaming Pro Carbon. 110 Bilder pro Sekunde ist ein Wert, der sich sehen lassen kann. Die Leistungsaufnahme hält sich im Idle mit 68 Watt in Grenzen. Unter Volllast verbraucht das Mainboard mit 297 Watt jedoch von allen X299-Mainboards am meisten Strom. Der Unterschied zum Gaming Pro Carbon fällt mit lediglich einem Watt allerdings sehr gering aus.
BIOS & Overclocking
Das BIOS unterteilt sich in den EZ-Modus, also dem einfachen Modus, und dem erweiterten Modus, der deutlich mehr Einstellungen zulässt. Neben den obligatorischen Einstellungen, können im Hardware Monitor die Temperatur- und Spannungswerte ausgelesen und die Lüfterkurve der einzelnen Lüfter angepasst werden.
Im BIOS lässt sich die Lüfterkurve der einzelnen Lüfter mit nur wenigen Mausklicks manuell anpassen.
Der bereits erwähnte Game Boost-Drehregler kann nicht nur über den Drehregler selbst, sondern auch per Software gesteuert werden. Auf der ersten Stufe wird die Taktfrequenz des Core i9-7900X von 3,3 auf 3,5 GHz erhöht. Auf der Höchststufe liegen auf einem Kern 5,0 GHz an. Allerdings hebt der Regler die Spannung auf 1,475 Volt an. Zwar startet das System problemlos mit diesen Einstellungen und übersteht auch den Stresstest, für unseren Geschmack ist die Spannung allerdings deutlich zu hoch gewählt. Deutlich effizienter ist es, den Prozessor manuell zu übertakten. Mit unserem Modell waren bei einer Spannung von 1,3 Volt 4,5 GHz auf allen Kernen möglich.
Audiochip
Das MSI X299 Gaming M7 ACK nutzt den Realtek ALC1220 Codec. Dieser verrichtet für einen Onboard-Chip sehr gute Arbeit und dürfte für die meisten Anwender eine dedizierte Soundkarte obsolet machen.
Der Audiochip befindet sich unter der beleuchteten Kunststoffabdeckung.
Wie es heutzutage bei den meisten Mainboard üblich ist, hat MSI das PCB des Audiochips separiert, damit es zu keinen Interferenzen mit anderen Komponenten kommen kann. Zusammen mit der Nahimic-Software lässt sich zudem virtueller 7.1-Surround-Sound aktivieren, um selbst mit Stereo-Headsets in den Genuss von Raumklang zu gelangen.
Fazit
Das MSI X299 Gaming M7 ACK ist ein rundes Gesamtpaket, bestehend aus hoher Leistung, zahlreichen Anschlüssen und guten Overclocking-Funktionen. Funktionen wie die M.2-Kühlkörper, die Unterstützung von 3D-Druck-Komponenten und der gute Audiochip können ebenfalls positiv hervorgehoben werden. Gut gefällt uns zudem, dass MSI dem Mainboard nicht nur einen Gigabit-Anschluss zur Seite stellt, sondern es auch mit einem WLAN ac-Modul ausstattet. Wenn es unserer Meinung nach etwas zu bemängeln gibt, dann die etwas zu hoch gegriffenen Spannungswerte bei der automatischen Übertaktung per Game Boost-Drehregler. Hier empfehlen wir jedem, sich lieber kurz in die Materie einzulesen und den Prozessor manuell zu übertakten. Das MSI X299 Gaming M7 ACK ist zum Testzeitpunkt für rund 350 Euro im Handel erhältlich, was angesichts des Funktionsumfangs ein fairer Preis ist.
Pro | Contra |
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