Mainboards für die neue Alder-Lake-Plattform von Intel gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Von ASUS gibt es gleich 19 neue Platinen mit Z690-Chipsatz, der Großteil davon richtet sich primär natürlich an Gamer und Overclocker. Mit dem ASUS ROG Maximus Z690 Hero haben wir nun eine recht üppig ausgestattete Gaming-Platine für euch im Test, die mit einem neuen Look und ein paar spannenden Neuerungen daher kommt.

Mit Alder Lake-S bringt Intel endlich die 12. Generation der Core-Prozessoren für Desktop-PCs und mit dem Z690 einen neuen Chipsatz an den Start. Intel setzt dabei auf eine Hybrid-Architektur, wodurch die Prozessoren sich in Performance- und Effizienz-Kerne aufteilen. Die Liste der weiteren Neuerungen ist recht lang, unter anderem gibt es mit dem LGA1700 nun einen neuen Sockel, auch mit dabei sind jetzt PCI-Express 5.0, DDR5-Arbeitsspeicher und nativer USB 3.2 Gen2x2-Support.

Das ASUS Line-up startet bei knapp 220 Euro UVP mit der Prime-Serie, im mittleren Preissegment stehen die ROG Strix Varianten ab 350 Euro UVP zur Auswahl. Für Gamer und Overclocking-Enthusiasten bietet der taiwanische Hersteller die Maximus-Reihe an, die mit dem Z690 Hero bei knapp 610 Euro UVP beginnt. Aber lohnt sich das Board überhaupt? Wir machen nun den Test für euch!

Das ROG Maximus Line-up:

ModellPreis (UVP)
ROG MAXIMUS Z690 HERO608,00 €
ROG MAXIMUS Z690 APEX669,00 €
ROG MAXIMUS Z690 FORMULA730,00 €
ROG MAXIMUS Z690 EXTREME1.095,00 €
ROG MAXIMUS Z690 EXTREME GLACIAL1.947,00 €

Übrigens: Solltet ihr ein Upgrade auf Alder Lake planen, so bietet sich die Cashback-Aktion von ASUS an. Hier bekommt ihr bis zu 250 Euro zurück, wenn ihr ein Bundle bestehend aus ASUS Mainboard und Intel CPU bis zum 30. November kauft. Teilnehmende Händler sind u.a. Caseking* sowie MediaMarkt* und Saturn*. Eine detaillierte Übersicht der Kombinationen und die ASUS Z690-Boards im Überblick gibt es hier.

Im Lieferumfang des ASUS ROG Maximus Z690 Hero erhaltet ihr nette Goodies wie eine GPU-Halterung, einen Schlüsselanhänger und diverse ROG-Sticker. Dazu gibt es einige Kabel (ARGB & SATA), WLAN-Antennen sowie weiteres Zubehör: M.2 Q-Latch Drehverriegelung, M.2 Rubber Abstandshalter für Single-Sided-SSDs, Q-Connector für das Frontpanel. On top kommt noch die Hyper M.2 Erweiterungskarte. Des Weiteren sind natürlich ein Handbuch sowie ein USB-Stick für wichtige Treiber mit im Karton.

Vorab die wichtigsten Highlights des Boards #tl;dr

  • frischer Look mit Polymo-Beleuchtung im Pixel-Design
  • Im Fokus: Einfache Benutzbarkeit mit Q-Latch für M.2 SSDs und Q-Release für den obersten PCIe-Slot
  • Hyper M.2 Add-On-Card für zukünftige PCIe Gen5 SSDs
  • AEMP (ASUS Enhanced Memory Profiles) für automatische DDR5 OC-Profile
  • 2x Thunderbolt 4 mit bis zu 40 Gbit/s + 7x USB 3.2 Gen2x2 mit bis zu 20 Gbit/s
  • Front-USB-C mit Quick Charge 4+ und bis zu 60W

Video: ASUS ROG Maximus Z690 Hero – Unboxing & Hands-On


Design & Eigenschaften

Schon irgendwie verrückt, wie sich Mainboards innerhalb der letzten Jahre verändert haben – nicht nur vom Funktionsumfang her, sondern auch hinsichtlich des Designs. Von der eigentlichen „Platine“ sieht man nur noch wenig, da das Mainboard vor allem mit immer mehr Kühlkörpern und Abdeckungen versehen ist. Auch beim neuen ASUS ROG Maximus Z690 Hero ist dies der Fall, da besonders die CPU-Spannungsversorgung mit 20+1 Phasen und 90A sowie M.2-SSDs mit über 7.000 MB/s, angebunden per PCI-Express 4.0, gut gekühlt werden wollen – und auch sollten.

ASUS setzt daher auf recht massive Kühlkörper inklusive Heatpipe für die Spannungsregelung im oberen, linken Bereich. Die insgesamt drei M.2-Slots erhalten einen eigenen Kühler inklusive Wärmeleitpads, zwei Plätze sind dabei sogar doppelseitig bestückt. Auf eine Backplate aus Aluminium verzichtet ASUS beim Z690 Hero allerdings. Sie hätte der Platine mehr Stabilität verleihen und gewisse Bereiche der Platine noch rückseitig kühlen können – schade.

Ein Highlight: Die neuartige Polymo-Beleuchtung

Über den rückseitigen Anschlüssen gibt es eine breite Abdeckung, die noch etwas auf den linken Kühlkörper der Spannungsversorgung hinausragt und eine interessante Beleuchtung zur Schau stellt. „Polymo“ nennt ASUS das bunte Spektakel im Pixel-Design. Statt einer einfachen Beleuchtung sorgen zwei unterschiedliche Muster mit einer mikrostrukturellen Anordnung für einen doch recht einzigartigen Effekt. Doch das war es dann auch schon mit der LED-Kirmes, denn der Chipsatzkühler erhält lediglich ein gepixeltes ROG-Logo im Chrom-Look, komplett ohne Beleuchtung.

Zur Platine selbst gibt ASUS leider keine Details preis, andere Hersteller nennen hier zum Beispiel die Anzahl der Layer oder spezielle Werte des integrierten Kupfers. Was allerdings recht offensichtlich ist und eine wichtige Neuerung: die SMT-Bauweise („Surface-mounted Device“) für die DDR5- und PCIe-Steckplätze. Dadurch verschwinden nicht nur die spitzen Lötkontakte auf der Platinenunterseite, auch die Signalqualität soll sich gegenüber der bisherigen THT-Bauweise („through hole technology“, also Durchsteckmontage) verbessern.

Einfach mal mitgedacht: Q-Release für den obersten PCIe-Slot

Darüber hinaus verpasst ASUS den zwei obersten PCIe-Slots eine Metallverstärkung, damit die Steckplätze auch bei einer eher schweren GPU – und wie ihr wisst, werden sie tendenziell immer massiver – nicht wegbrechen. Den obersten Platz stattet ASUS zudem mit dem Q-Release aus, einer wirklich praktischen Neuheit. Statt mühselig zwischen GPU und Luftkühler die PCIe-Haltesicherung herunterdrücken zu müssen, wird diese einfach per Knopfdruck durch eine Art Seilzug entriegelt. Der entsprechende Button befindet sich mittig rechts, direkt über dem PCH-Kühler bzw. rechts im unteren Bereich der RAM-Bänke.

Zu guter Letzt wollen wir euch den ROG SupremeFX ALC4082 Audio-Chip mit ESS ES9018Q2C DAC nicht vorenthalten. Dieser ermöglicht nicht nur eine Strereowiedergabe mit 120 dB SNR, sondern auch eine Aufnahme mit 113 dB SNR. Dazu können Audioinhalte mit bis zu 32-Bit/384 kHz wiedergegeben werden. Für eine möglichst hohe Qualität ist auch hier der Platinenbereich mit den Audiokomponenten abgeschirmt.

Weitere spannende Eigenschaften:

  • ProCool II Stromanschlüsse für CPU
  • Powerbutton und FlexKey-Button onboard
  • Thermal-Sensor Header
  • GPU-Halterung inkludiert

CPU & Arbeitsspeicher

So wirklich alt wurde der LGA1200-Sockel nicht, denn mit Alder Lake ist nun der frische LGA1700-Sockel da. Wie der Name schon verrät, gibt es hier rund 1.700 Pins und gegenüber LGA1200 somit knapp 500 Pins mehr. Zwar ist der Sockel nicht wirklich breiter geworden, dafür aber in der Länge um ca. 7,5 Millimeter gewachsen. Der Prozessor selbst ist allerdings um 20 % gewachsen, weswegen Intel die goldenen Kontakte auf der Unterseite verkleinern und enger zusammenrücken musste.

Da aber auch der LGA1700 über das ILM-Format (Independent Loading Mechanism) verfügt, ist die Installation der Prozessoren identisch zu den vorherigen Sockel-Generationen. Wie schon bei LGA115x und LGA1200 wird die CPU in den Sockel gelegt und über die Klappe und den Hebel fixiert.

XMP 3.0 und AEMP: Einfaches RAM-Overclocking

Für Arbeitsspeicher habt ihr bei Alder Lake die Wahl: Bei DDR4 bleiben oder auf DDR5 upgraden. ASUS bietet dafür gewisse Boards mit dem „D4“-Zusatz an, die dann trotz neuer CPU-Generation auch weiterhin den DDR4-Standard unterstützen. Beim ROG Maximus Z690 Hero kommt jedoch bereits die neue RAM-Generation zum Einsatz, euch stehen dafür weiterhin vier Bänke zur Verfügung. Der JEDEC-Standard liegt zwar bei 4.800 MHz, das Board unterstützt jedoch bis zu 6.400+ MHz im OC-Mode. Für unseren Test haben wir DDR5-5200 mit einem 32GB-Kit von Kingston FURY genutzt.

Zum einfachen Übertakten des Arbeitsspeichers hat Intel übrigens XMP 3.0 an den Start gebracht. Die neue Version erlaubt insgesamt fünf Profile, von denen drei vom Hersteller festgelegt sind und zwei persönlich von euch hinterlegt werden können. ASUS bringt zudem mit AEMP (ASUS Enhanced Memory Profiles) ein Zusatzfeature auf das Board. Hier werden automatisch zwei Profile für die RAM-Riegel kreiert: Entweder mit mehr Frequenz oder mit niedrigerer Latenz – je nach Einsatzzweck.

Auf den ersten Blick scheinen sich DDR4- und DDR5-Riegel sehr ähnlich zu sein, der Unterschied zeigt sich jedoch erst beim genauen Hinsehen. Die Anzahl der goldenen Kontakte ist an sich gleich, allerdings wurde die Kerbe in der Mitte um wenige Millimeter verschoben. Wie groß, und wenn überhaupt, der Unterschied zwischen DDR4 sowie DDR5 ist, werden wir nochmal in einem separaten Artikel für euch checken.

Anschlüsse

Auf dem I/O-Panel, also den rückseitigen Anschlüssen, steht besonders Thunderbolt 4 im Fokus – welches gleich 2x Mal beim ROG Maximus Z690 Hero vorhanden ist. Euch stehen bei diesem Duo jeweils bis zu 40 Gigabit pro Sekunde zur Verfügung. Dazu gesellen sich satte 7x USB 3.2 Gen2 Anschlüsse mit bis zu 10 Gbit/s, darunter 6x Typ-A und 1x Typ-C. Vervollständigt wird das USB-Portfolio von 2x USB 2.0, von denen ein Anschluss zum BIOS-Flashback gedacht ist.

Apropos, im oberen Bereich des I/O gibt es, wie mittlerweile üblich, einen BIOS Flashback Button zum BIOS updaten ohne CPU sowie ein Clear CMOS Button zum Zurücksetzen der BIOS-Einstellungen. Darüber hinaus stehen euch 2.5 Gbit LAN, Wi-FI 6E und Bluetooth 5.2 zur Verfügung. In Kombination mit einem K-Prozessor inklusive integrierter Grafikeinheit lässt sich auch der HDMI 2.1 Anschluss nutzen. Für Audio-Geräte gibt es 5x vergoldete Klinkenanschlüsse sowie 1x S/PDIF Out Anschluss.

Eine weitere Besonderheit ist der USB 3.2 Gen 2×2 Anschluss für das Gehäuse-Frontpanel. Dieser erlaubt nicht nur recht ordentliche Geschwindigkeiten mit bis zu 20 Gbit/s, sondern auch bis zu 60 Watt Ladeleistung über Quick Charge 4+. Möglich wird dies über den direkt angrenzenden 6-pin PCIe-Stromstecker, da ansonsten nur maximal 27 Watt möglich wären.

Wenn wir uns dann nochmal auf die Platine selbst konzentrieren, schauen wir uns fix noch die hier platzierten Anschlussmöglichkeiten an. So stehen euch für M.2-SSDs auf der Platine selbst rund 3x Slots zur Verfügung, davon sind zwei über PCIe Gen4 angebunden (1x CPU, 1x PCH). Zur einfache Installation der kompakten Laufwerke setzt ASUS erneut auf die Q-Latch – eine Drehverriegelung aus Kunststoff, die Zeit und Nerven spart. Mit der inkludierten Hyper M.2 Erweiterungskarte lassen sich bis zu zwei weitere M.2-SSDs installieren, allerdings nur im untersten PCIe-Steckplatz. Wir haben das mal für euch aufgeschlüsselt:

Hyper M.2 – Setup:

  • In obersten PCIe-Slot: Max. 1x PCIe Gen4 SSD
  • Im mittleren PCIe-Slot: Max. 1x PCIe Gen5 ODER Gen4 SSD
  • Im untersten PCIe-Slot: 2x PCIe Gen4 SSDs (über x4/x4-Anbindung)

Wie ihr euch nun denken könnt, gibt es insgesamt drei PCIe-Steckplätze. Die obersten beiden unterstützen PCI-Express 5.0, doch nur der obere bietet auch die vollen x16-Lanes. Alternativ lassen sich beide Slots in x8/x8 „teilen“, wodurch beide effektiv die Geschwindigkeit von vollwertigem PCIe 4.0 x16 besitzen. Ganz unten sitzt schließlich noch ein PCIe 4.0 mit x4 (oder x4/x4 über Hyper M.2 Card). Darüber hinaus gibt es 6x Ports für SATA-Laufwerke.

Lüfter, Wasserkühlung und (A)RGB:

  • Anschlüsse für Lüfter: CPU + CPU opt. + AIO-Pumpe + 4x Chassis (inkl. 3x Hydranode) – allesamt 12 Watt Leistung
  • „Watercooling-Zone“ mit W_Pump+ (36W), W_Flow Tachometer und W_In/Out T-Sensor Anschlüssen
  • Beleuchtung: 3x ARGB + 1x AURA RGB Anschlüsse

Leistungscheck

Zum Leistungscheck haben wir direkt das neue Intel-Flaggschiff auf den LGA1700-Sockel geschnallt: Den Core i9-12900K mit 16 Kernen, 24 Threads und bis zu 5,2 GHz im Turbo. Im Anschluss haben wir den Prozessor mit einigen Benchmarks und Spielen auf Herz und Nieren gecheckt und gegen den Vorgänger sowie einen AMD-Konkurrenten antreten lassen. Im Folgenden bekommt ihr einen kompakten Überblick zu unseren Testsystemen, die allesamt mit einer KFA GeForce RTX 3070 Ti (Test) mit Treiber-Version 496.49 und einem be quiet Dark Power Pro 12 mit 1.200 Watt (Test) genutzt wurden. Als Betriebssystem kam Windows 11 (Version 21H2 Build 22000.282) zum Einsatz.

  • Leistungsaufnahme des Systems gemessen mit Voltcraft Energy Monitor 3000
  • Leistungsaufnahme der CPU (Core Package Power) und Temperaturen gemessen mit HWiNFO
  • Overclocking-Funktionen bei Mainboards deaktiviert, Intel-CPUs mit Standard-Limits

Die Testsysteme:

KomponenteIntel Core i9-12900K (ASUS)Intel Core i9-12900K (MSI)Intel Core i9-11900KAMD Ryzen 7 5800X
MainboardASUS ROG Maximus Z690 HeroMSI MEG Z690 UnifyASUS ROG Maximus XIII HeroMSI X570 Unify
RAMKingston FURY Beast DDR5 32GB 5.200 MHzKingston FURY Beast DDR5 32GB 5.200 MHzKingston FURY Renegade DDR4 32GB 4.000 MHzKingston FURY Renegade DDR4 32GB 4.000 MHz
SSDKingston Fury Renegade PCIe Gen4Patriot Viper VP4300 PCIe Gen4WD Black SN850 PCIe Gen4Seagate FireCuda 530 PCIe Gen4

Verwendete Benchmarks und Einstellungen

  • 3D Mark TimeSpy Extreme
  • Cinebench 23 (Advanced-Test)
  • Prime95 und Furmark für Stresstests

Verwendete Spiele und Einstellungen

  • Shadow of the Tomb Raider (DX12-Benchmark @1.080p/720p, Hoch, TAA)
  • ANNO 1800 (DX12-Benchmark @1.080p/720p, Hoch)
  • Total War: Three Kingdoms (Battle-Benchmark @1.080p/720p, Hoch)
  • F1 2021 (DX12-Benchmark @1.080p/720p, Monaco, nasse Bedingungen, Verfolgung weit, 1x Runde, TAA, max. Details + max. Raytracing, hohe Audio-Qualität)

Benchmark-Ergebnisse

Besonders im 3D Markt TimeSpy Extreme kann das ASUS ROG Maximus Z690 Hero mit einer erstklassigen Leistung punkten. Gegenüber dem Vorgänger in Kombination mit einem Core i9-11900K ist der Leistungssprung beim CPU-Wert schon sehr deutlich. Darüber hinaus kann der Core i9-12900K auch im Cinebench R23 auf dem Z690 Hero mit einer Top-Performance glänzen, ganz besonders im Multi-Core-Test. Hier können die 16 Kerne also ohne große Limits mit einer guten Stromversorgung operieren.

Spiele-Ergebnisse

Hinsichtlich der Spiele-Performance kann das ROG Maximus Z690 Hero ebenfalls mit einer guten Leistung überzeugen. Besonders in Total War Three Kingdoms (720p) sowie Anno 1800 (1080p) erzielt das Mainboard starke Werte. In etwas grafikintensiveren Games, bei denen der Bottleneck eher auf Seiten der Grafikkarte liegt, zeigt sich dagegen kein großer Leistungssprung gegenüber den anderen Kontrahenten.

Alle weiteren Testergebnisse in Zusammenhang mit dem Core i9-12900K könnt ihr in unserem ausführlichen Test zum neusten Intel-Prozessor nachlesen. Dort gibt es noch weitere Benchmarks und mehr Details zur Spieleleistung.

Stromverbrauch und Temperaturen

Das Z690 Hero machte während unseren Tests mit dem neuen Alder-Lake-Flaggschiff stets eine gute Figur, auch in puncto Systemstabilität. Die Stromversorgung gewährte dem i9-12900K stets eine stabile Stromzufuhr, um eine möglichst hohe Leistung erzielen zu können. Auch beim Overclocking durch das ASUS MultiCore Enhancement sorgten die 20-1 Phasen mit 90A stets für eine solide Spannungsversorgung.

Da der 16-Kerner gegenüber dem Vorgänger einen höheren Stromverbrauch verzeichnete, stieg dementsprechend auch der Systemverbrauch an. Im Leerlauf genehmigte sich die CPU etwa 9-11 Watt (System ca. 79-81 Watt), unter Last konnten wir durchschnittlich knapp 77 Watt verzeichnen. Maximal gönnte sich die CPU rund 238 Watt (System ca. 664 Watt), mit einem leichten Overclocking auf bis zu 5,4 GHz für die P-Kerne und 4,1 GHz für die E-Kerne zog die CPU sogar bis zu 284 Watt (System ca. 690 Watt).

Trotzdem hielten sich die Temperaturen der CPU-Spannungsversorgung stets im Rahmen. Nach circa 15 Minuten Stresstest für CPU + GPU konnten wir mit einer Wärmebildkamera maximal 54 °C messen. Wie warm die CPU wird, hängt natürlich vom jeweils gewählten Kühler ab. Wie sich der Core i9-12900K hierbei geschlagen hat, könnt ihr im Test nachlesen.

Software: Armoury Crate und AI Suite III

Zur Feinabstimmung und etwas System-Tuning stellt euch ASUS direkt zwei Tools zur Seite. Einerseits könnt ihr in der Armoury Crate vor allem Peripheriegeräte wie Maus, Tastatur, Headsets & Co. einstellen, aber auch die Aura Sync Beleuchtung anpassen und bei Bedarf synchronisieren. So können dann alle Komponenten mit RGB-LEDs den gleichen Effekt schön synchron zur Schau stellen. Über Armoury Crate lassen sich jedoch auch wichtige Treiber-Updates, weitere Software-Tools oder das Handbuch herunterladen. In Kombination mit dem Maximus Z690 Hero gibt es beispielsweise AIDA64 Extreme mit einer 1-Jahres-Lizenz.

Etwas mehr „Deep Dive“ in das System gibt es mit der AI Suite III, die mittlerweile jedoch – besonders optisch – etwas in die Jahre gekommen ist. Der Funktionsumfang kann sich jedoch weiterhin sehen lassen, im Vordergrund steht hier vor allem die sogenannte 5-Wege-Optimierung. Dazu zählen die TPU (Turbo Processing Unit) zur CPU-Feinabstimmung, EPU (Energy Processing Unit) zur autom. Optimierung vom CPU-Stromverbrauch, FanXpert 4 zur Kühlungssteuerung inkl. Profilen sowie die digitale Leistungssteuerung Digi+ für die CPU-Spannungsregelung als auch die Turbo Core App zur Leistungsanpassung für dedizierte Programme.

Während FanXpert 4 mittlerweile auch in der Armoury Crate vorhanden ist, würden wir uns für die Zukunft wünschen, dass weitere Features der AI Suite in das doch deutlich modernere ASUS-Tool wandern. So ließe sich besonders das Splitting in zwei Apps für verschiedene Features vermeiden.

BIOS

Kommen wir abschließend noch kurz zum BIOS, denn hier hat ASUS ein paar praktische Funktionen integriert. Wie immer, könnt ihr euch zunächst entweder für den übersichtlichen EZ Modus mit intuitiver Oberfläche und den wichtigsten Einstellungen (z.B. Systeminformationen, XMP-Einstellungen, Lüfterkuve, AI-Overclocking Profil, Boot-Priorität) oder den deutlich „offeneren“ Erweiterten Modus mit umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten entscheiden.

Zu den grundlegenden Einstellungen verpasst ASUS dem ROG UEFI BIOS noch diverse Features wie beispielsweise den MemTest86, der fehlerhafte RAM- und Speicherprobleme diagnostiziert, die für Abstürze oder beschädigte Daten sorgen könnten. Dazu kommt die Q-Lüftersteuerung zum feinen Anpassen der Lüfterdrehzahlkurven, alternativ könnt ihr diese auch über FanXpert4 regeln.

Für die Overclocker unter euch bietet das BIOS wirklich vielfältige Möglichkeiten, vom einfachen Auswählen des ASUS MultiCore Enhancement für ein fixes OC bis hin zu einzelnen Spannungsregelungen. Ihr habt hier wirklich, so wie ASUS es auch nennt, das „Tweaker’s Paradise“ vor euch.

Fazit

Das ASUS ROG Maximus Z690 Hero bringt so ziemlich alle Features mit, die man sich als Gamer oder OC-Enthusiasten so wünschen könnte. Neben einer üppigen Spannungsversorgung für eine hohe Performance und genug Overclocking-Spielraum erwarten euch auch vielfältige Anschlussmöglichkeiten, wie beispielsweise doppeltes Thunderbolt 4 mit jeweils bis zu 40 Gbit/s. Dazu gesellen sich schnelles 2.5G LAN, Wi-Fi 6E als auch ein USB-C Anschluss mit bis zu 60 Watt Ladeleistung für euer Gehäuse-Frontpanel.

Auf der Platine könnt ihr darüber hinaus bis zu drei M.2-SSDs installieren, durch die mitgelieferte Hyper M.2 Card kommen bei Bedarf noch zwei weitere Slots hinzu. Das Spannende: Durch PCI-Express 5.0 ist die Erweiterungskarte auch für eine PCIe Gen5 SSD ausgelegt, die vermutlich nächstes Jahr erscheinen werden und um die 15 GB/s erreichen könnten. Zudem ist das Z690 für DDR5-Arbeitsspeicher ausgelegt und daher zukunftssicher ausgerüstet. On top gibt es innovative Features wie die Q-Release genannte PCIe-Entriegelung.

Allerdings ist das Mainboard mit über 600 Euro auch recht teuer und lässt sich die umfassende Ausstattung sowie die teils exklusiven Features recht fürstlich bezahlen. Das ROG Maximus Z690 Hero ist vor allem ein Board für Gaming-Enthusiasten und alle, die sich gern in Overclocking üben wollen. Für Viele ist die Platine aber wohl eher ein „Overkill“ – da gibt es sowohl bei ASUS als auch im Allgemeinen günstigere Boards für Intel Alder Lake mit nur wenigen Abstrichen. Wer jedoch ganz gezielt auf der Suche nach diesem Feature-Set ist, kann hier problemlos zugreifen.

Mainboards
Allround-PC.com
11/2021
ASUS ROG Maximus Z690 Hero
Empfehlung

Pro

  • sehr gute Performance und Stabilität
  • schickes Design mit auffälliger Polymo-Beleuchtung
  • gute Ausstattung mit schnellen Anschlüssen
  • Thunderbolt 4 gleich 2x dabei
  • üppige Spannungsversorgung mit 20+1 Phasen
  • PCI-Express 5.0 mit an Bord + für PCIe 5.0 SSDs bereit
  • innovative Q-Release PCIe-Entriegelung
  • Wi-Fi 6E und schnelles 2.5G LAN

Contra

  • hoher Preis
  • keine Backplate


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