Test: Honor 7X

Der König der Mittelklasse?
Mobile honor 28.12.2017 / Leonardo Ziaja

Honor hat Anfang Dezember in London das neue Honor 7X vorgestellt. Es handelt sich bei dem Smartphone um ein Mittelklassegerät, das wie auch sein Vorgänger, das Honor 6X, mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis punkten soll. Wir haben das Smartphone für euch getestet.

Übersicht

Honor bietet das 7X zum Preis von 299 Euro (UVP) an und hat drei Farben im Angebot: Schwarz, Blau und Gold. Wir sind gespannt, wie sich das Gerät schlägt und machen auch den Vergleich zum technisch ähnlichen Huawei Mate 10 Lite.

Technische Daten

ModellHonor 7X
ProzessorHiSilicon Kirin 659 SoC, 16nm,
Octa-Core mit 4x Cortex-A53 2,36 GHz & 4x Cortex-A53 1,7 GHz
GPUMALI-T830-MP2
Arbeitsspeicher4 GB
Interner Speicher, erweiterbar?
64 GB, erweiterbar mit max. 256 GB microSD
Display
5,93 Zoll im 18:9-Format
AuflösungFull-HD+, 2.160 x 1.080 Pixel
KonnektivitätWi-Fi 802.11b/g/n, Bluetooth 4.1
Karten-SlotsNano-Sim & microSD)
Kameras

Dual Kamera Setup
Hauptkamera: 16 MP + 2 MP
Frontkameras: 8 MP

Akku (austauschbar?)
3.340 mAh, fest verbaut
Betriebssystem
Android 7.0 + EMUI 5.1
Abmessungen156,5 x 75,3 x 765 mm
Gewicht165 g
BesonderheitenFullView Display im 18:9-Format
Fringerprintsensorja, hinten
Quick-/Wireless-Charging
nein / nein
Anschlüssemicro-USB 2.0, 3,5mm-Klinke
Farbenschwarz, blau, gold
Preis
299 Euro (UVP)

Lieferumfang

  • Honor 7X
  • Kopfhörer
  • Micro-USB-Kabel
  • Netzadapter
  • SIM-Auswurf
  • Bedienungsanleitung

Design & Verarbeitung

Optisch zählt das Honor 7X sicherlich zu den schickeren Smartphones der Mittelklasse und bietet eine tolle Kombination aus schwarzer Front und blauer Aluminiumrückseite. Durch das abgerundete 2.5D-Glas auf der Vorderseite wirkt das Gerät wie aus einem Guss. Durch den Verzicht auf einen Home-Button hat Honor das Display auf 5,93 Zoll gestreckt und auf ein 18:9-Format gesetzt. Dazu passend sind nur noch recht schmale Displayränder vorhanden, die das Gehäuse insgesamt sehr kompakt wirken lassen. Dieses Feature war bisher eher ungewöhnlich für diese Preisklasse – das neue Trend-Format für Smartphone-Displays hält nun also auch in günstigeren Preisregionen Einzug. Daumen hoch dafür!

Mit dem Honor 7X halten Bildschirme im 18:9-Format Einzug in die Mittelklasse.

Neben dem, wie wir finden, unglaublich schicken Blau bietet Honor auch noch eine schwarze und goldene Version an. Das Hauptaugenmerk liegt vor allem auf dem Dual-Kamera-Setup auf der Rückseite. Hier setzt Honor auf 16+2 Megapixel für eine bessere Bildqualität und besondere Bokeh- bzw. Portrait-Effekte. Für Selfies steht auf der Vorderseite eine Kamera mit 8 Megapixeln zur Verfügung. Wie mittlerweile üblich, gibt es auf der Rückseite einen Fingerabdrucksensor. Damit kann das Smartphone im Handumdrehen entsperrt werden. Geladen wird das Gerät über den Micro-USB Port auf der Unterseite. Ein USB Typ-C Port, der ein leichteres Anstecken des Kabels ermöglicht hätte, wäre an dieser Stelle wünschenswert gewesen. Dafür gibt es allerdings einen 3,5-mm-Klinkenanschluss, den andere Hersteller mittlerweile schon über Bord geworfen haben.

Das Gehäuse hinterlässt einen sehr hochwertigen Eindruck.

Sehr auffallend ist besonders die nahe Verwandtschaft zum Huawei Mate 10 Lite. Beide Geräte sind nahezu identisch: Sowohl vom Aufbau, dem Gehäuse als auch der Hardware. Nur kleinere Merkmale, wie die zweite Frontkamera, das Kamera-Design auf der Rückseite, WLAN 802.11ac oder Bluetooth 4.2 unterscheiden das Huawei-Modell vom Honor 7X. Die Frage, zu welchem Gerät man greifen sollte, ist also in erster Linie eine des Designs. Die nötige Power kommt von einem HiSilicon Kirin 659 Octa-Core-Prozessor mit vier sparsamen und vier leistungsstarken Kernen. Mit 4 GB Arbeitsspeicher und einer Mali T830-MP2 Grafikeinheit entsteht eine durchaus leistungsfähige Kombination, die neben flüssigem Multitasking auch Mobile Gaming ermöglicht. Der interne Speicherplatz ist 64 GB groß und kann mit einer microSD-Karte um bis zu 256 GB erweitert werden. Beim Betriebssystem setzt Huawei auf Android 7.0 Nougat zusammen mit der hauseigenen EMUI 5.1 Oberfläche. Ob ein Update auf Android 8.0 Oreo folgen wird, ist noch nicht bekannt.

Kamera

Das Dual-Setup auf der Rückseite besteht aus einem hochauflösenden Hauptsensor mit 16 Megapixeln und einem kleineren Zwei-Megapixel-Sensor für Tiefeninformationen. Das Smartphone errechnet aus beiden Sensoren das optimale Bild und ermöglicht so beispielsweise den Porträt-Modus und schicke Bokeh-Effekte. Auch mit der Frontkamera ist so ein Effekt möglich, auch wenn eine zweite Kamera fehlt.

Die Dual-Kamera erlaubt unter anderem Porträtfotos mit Bokeh-Effekt.

Allerdings ist die Qualität der Abgrenzung beim Bokeh-Effekt zwischen scharf und unscharf etwas ungenau, wodurch es eher beim Effekt bleibt, als dass es an das professionelle Bokeh einer Spiegelreflexkamera herankommt. Die rückseitigen Kameras hingegen erreichen, besonders bei guten Lichtverhältnissen, tolle und natürliche Ergebnisse. Die Farben sind nicht zu schwach, aber auch nicht zu übersättigt. Auch der „Große Blende“-Modus kann hier teilweise für tolle Ergebnisse sorgen!

Bei schlechteren Lichtverhältnissen und in der Dunkelheit weisen Fotos sehr häufig ein Bildrauschen auf und auch der Autofokus ist deutlich langsamer. Ein Bildstabilisator würde für eine große Verbesserung sorgen und das Bild vor dem Auslösen ruhig halten und für ein scharfes Ergebnis sorgen. Für erfahrene Nutzer steht ein Pro-Modus zur Verfügung, hier können die Blende, der ISO-Wert und viele weitere Einstellungen angepasst werden. Neben diesem Modus und dem Automatik-Modus gibt es noch weitere Modi wie Panorama, HDR, Lichtmalerei oder Zeitraffer. Auch die Frontkamera hat diverse Modi zu bieten. 

Im Profi-Modus (li) stehen zahlreiche Einstellungen zur Auswahl, mit denen vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen bessere Ergebnisse glücken.

Für Videoaufnahmen bietet die Kamera eine Auflösung von bis zu 1.080p im 16:9 Format an. Das Bild wird leicht stabilisiert, mit einem optischen Bildstabilisator, wie es die Highend-Geräte haben, kann die Kamera des Honor 7X allerdings nicht mithalten. Alles in Allem geht die Leistung der Kamera für diese Preisklasse jedoch mehr als in Ordnung.

Akku

Der Akku des Honor 7X verfügt über eine Kapazität von 3.340 mAh und ist fest verbaut. Mit alltäglichen Anforderungen kommt das Smartphone auf eine Laufzeit von etwas weniger als zwei Tagen. Nutzt man die komplette Leistung und gehört zu den „Power Usern“, ist dennoch mindestens ein Tag Nutzung drin. Leider verfügt das Honor 7X über keine Schnellladefunktion, weshalb ein vollständiger Ladevorgang circa zwei Stunden dauert.

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Fazit

Es ist auf dem ersten Blick nicht zu erkennen, dass wir mit dem Honor 7X ein Gerät der Mittelklasse vor uns liegen haben. Dieses Gefühl hatten wir schon bei unserem Vergleich zwischen dem Huawei Mate 10 Lite und Mate 10 Pro. Das Äußere kann sich mit dem blauen Aluminium-Body und dem schwarzen 2.5D-Glas auf der Front wirklich sehen lassen. Die Verarbeitung ist sehr gut gelungen, wir konnten keine abweichenden Spaltmaße oder scharfen Kanten ausfindig machen. Besonders modern wirken das 18:9-Display und die vergleichsweise schmalen Ränder. Mit 5,93 Zoll ist der Bildschirm angenehm groß und überzeugt mit tollen Farben und einer guten Ausleuchtung. Auch die Dual-Kamera auf der Rückseite versprüht Highend-Feeling, bietet allerdings nur unter guten Lichtverhältnissen tolle Ergebnisse. Bei schlechten Lichtverhältnissen lässt sich ein Bildrauschen kaum vermeiden.

Die Systemleistung wird durch einen leistungsfähigen Achtkern-Prozessor realisiert, eine flüssige Bedienung ist somit kein Problem. Mit 3.340 mAh ist auch der Akku gut bestückt und bringt den normalen Nutzer mit einer Ladung mindestens über einen Tag, teilweise sind auch zwei Tage drin. Weitere tolle Funktionen sind der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite und der microSD-Slot. Ein USB Typ C-Anschluss und eine Schnelladefunktion hätten das Paket perfekt abgerundet. Dennoch: Das Honor 7X ist ein tolles Smartphone für Einsteiger und preisbewusste Käufer, die sich die Funktionen der Highend-Geräte wünschen, aber auch mit kleineren Abstrichen leben können. Zu einem Preis von 299 Euro bekommt der Käufer ein hochwertiges und modernes Smartphone!

 

ProContra
  • hochwertiges Design aus Aluminium
  • nur Micro-USB-Anschluss
  • großes Display im 18:9-Format
  • Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen
  • Dual-Kamera auf der Rückseite
  • keine Schnellladefunktion
  • 3,5-mm-Klinkenanschluss + Speichererweiterung
 
  • Akku-Laufzeit
 
  • Preis
 

 

 

Sharing:
Leonardo Ziaja Leonardo Ziaja .. studiert Wirtschaftsinformatik an der Universität zu Köln und ist bei Allround-PC.com neu im Team. Er ist für die Bereiche Smartphones und Gehäuse zuständig, testet aber auch andere Hardware-Neuheiten, wie z.B.: Tastaturen, Mainboards oder Notebooks.

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