Smartphones der Galaxy Note-Reihe waren schon immer für „Power-User“ und „Business-Nutzer“ prädistiniert, auch wegen dem breiten Featurepaket und dem einzigartigen S Pen. Die Reihe konnte sich von Jahr zu Jahr steigern und zeigt nun mit dem Samsung Galaxy Note 10+, was technisch heute alles möglich ist. Besonders das Display kann mit ungeheuer dünnen Seitenrändern beeindrucken. Wir klären, was sich sonst noch so verändert hat und ob sich die neue Generation des Galaxy Note lohnt!

Übersicht

Die letzten Jahre gab es immer nur ein neues Note-Smartphone, zur 10. Generation bringt Samsung allerdings zwei Note 10 Modelle auf den Markt. Wie schon beim Galaxy S10 und Galaxy S10+ wird es dieses Jahr auch ein Galaxy Note 10 und Galaxy Note 10+ geben. Preislich startet die Serie bei 949 Euro (UVP) und steigert sich auf bis zu 1.199 Euro (UVP). Auch eine 5G-Variante für den neuen Mobilfunkstandard gibt es, allerdings nur beim Plus-Modell.

Lieferumfang

  • Samsung Galaxy Note 10+ Smartphone
  • USB TypC-Kabel
  • Ladeadapter
  • Steckplatz-Werkzeug
  • USB OTG-Adapter
  • Austausch-Spitzen für den S-Pen
  • AKG In-Ear USB-C Kopfhörer
  • Bedienungsanleitung

Design & Verarbeitung

Samsung hat das Design des Galaxy Note 9 in einigen Punkten überarbeitet und deutlich kantiger gestaltet. Das Gehäuse ist weiterhin aus hochwertigem Aluminium gefertigt und wird sowohl vorne als auch hinten von Corning Gorilla Glass 6 vervollständigt. Um den kantigen Look hervorzuheben, wurde die Ober- und Unterseite deutlich abgeflacht – ähnlich wie beim Huawei P30 Pro (Test). Selbständig stehen kann das Galaxy Note 10+ dadurch allerdings nicht.

Das Samsung Galaxy Note 10+ kommt mit einem deutlich kantigeren Look daher, hinterlässt dadurch aber einen sehr erwachsenen Eindruck.

Kantig und erwachsen, aber dennoch ein richtiger Handschmeichler!

Sowohl die Front als auch die Rückseite sind an den Seiten gebogen und gehen förmlich ineinander über. Dadurch wird das Galaxy Note 10+ zum Handschmeichler, es liegt einfach unfassbar angenehm in der Hand. Allerdings ist der Rahmen nur noch sehr dünn, wodurch Grip verloren geht und das Smartphone – vor allem bei dieser Größe – schnell aus der Hand rutschen kann. Die größte Veränderung zeigt sich auf der Rückseite, dort ist die Kamera nun von der Mitte in die linke obere Ecke gewandert. Zudem sind die drei Linsen nun vertikal angeordnet. Mehr Details zur Kamera folgen später.

Auf der Front zeigt sich das riesige AMOLED-Display mit dünnen Seitenrändern.
Die Farbe Aura Black ist eigentlich schwarz, entpuppt sich je nach Lichteinfall aber gerne als Spiegel und wahrer Magnet für Fingerabdrücke.

Farblich hat sich Samsung beim Galaxy Note 10+ für ganz klassische Farben entschieden, es stehen Aura Black, Aura White und Aura Blue zur Verfügung. Mit Aura Glow (Bilder in der News) sticht das Smartphone jedoch deutlich heraus, ein fast unbeschreiblicher Farbton. Die Rückseite glänzt und scheint je nach Lichteinfall in den verschiedensten Farben und Formen. Das klassisch schwarze Model in Aura Black ist ebenfalls sehr spiegelnd, sammelt somit auch gerne Fingerabdrücke – insgesamt wirkt das Smartphone dadurch aber sehr hochwertig.

Ein Highlight: das AMOLED-Display mit mittigem Punch Hole

Die Front ist komplett in schwarz gehalten und wird zu einem Großteil vom AMOLED-Display eingenommen. Hier sticht besonders das mittig sitzende Punch Hole ins Auge. Gegenüber der S10-Reihe, dessen Frontkamera oben rechts saß, ist der Display-Einschnitt nun in die Mitte gewandert. Die Displayränder sind auf ein Minimum geschrumpft und ermöglichen ein beeindruckendes Display-Erlebnis.

Mittig an der oberen Displaykante sitzt das "Punch Hole", in dem die Frontkamera sitzt.

Sehr interessant ist die Platzierung des Powerbuttons, der nun links unter der Lautstärkewippe sitzt. Die rechte Seite des Galaxy Note 10+ ist somit komplett „clean“ gehalten. Ein Kritikpunkt des Samsung Galaxy S10+ war der zu hoch sitzende Powerbutton, beim Galaxy Note 10+ sitzt er nun etwas tiefer. Dabei ist egal, ob das Smartphone in der linken oder rechten Hand liegt – die Bedienelemente sind somit stets angenehm zu erreichen.

Übrigens: der Bixby-Button ist verschwunden und quasi in den Powerbutton gewandert! Eine kurze Betätigung bringt bzw. holt das Smartphone aus dem Standby, ein längeres Drücken aktiviert Samsung Bixby. Zum Ausschalten des Smartphones muss eine Kombo aus Powerbutton + Lautstärke leiser gedrückt werden. Alternativ gibt es dafür auch eine Verknüpfung in der Statusleiste.

Auf der Oberseite des Samsung Galaxy Note 10+ ist der SIM-Kartenslot und ein kleiner Lautsprecher für den Stereo-Sound.
Auf der Unterseite platziert Samsung den USB Typ-C Anschluss, den S-Pen sowie den zweiten Lautsprecher.

Der SIM-Karten-Einschub sitzt auf der Oberseite und kann entweder zwei Nano-SIM-Karten oder eine Nano-SIM +  microSD-Karte aufnehmen. Auf der Unterseite ist ein USB Typ-C Anschluss platziert, ein 3,5 mm Klinkenanschluss ist leider nicht mehr mit an Bord.

Technik & Features

Das Herzstück des Samsung Galaxy Note 10+ ist der neue Exynos 9825 Prozessor mit acht Kernen (inkl. Mali-G76 MP12 Grafikeinheit) und einem Takt von bis zu 2,7 GHz. Abgerundet wird das Paket mit satten 12 Gigabyte Arbeitsspeicher. Der interne Speicher beläuft sich auf 256 Gigabyte (512 GB sind ebenfalls erhältlich) und basiert auf dem neuen UFS 3.0-Standard, so wie er bereits im OnePlus 7 Pro (Test) zum Einsatz kommt. Durch ein neues Dateisystem ist der Speicher allerdings nochmal ein Stück schneller als im OnePlus-Modell. Per MicroSD-Karte kann der interne Speicher um bis zu 1 Terabyte erweitert werden (allerdings nur beim Plus-Modell).

Exynos-Prozessor mit neuartigem Fertigungsprozess

Der neue SoC ist ein leichtes Upgrade gegenüber dem Samsung Exynos 9820 Prozessor im Galaxy S10 und S10+ (Test), besonders in Hinsicht auf den Fertigungsprozess. Hier hat Samsung zum ersten Mal auf das EUV-Verfahren gesetzt, das einige Layer mit ultravioletter Strahlung belichtet. Damit werden feinere Schaltkreise möglich, die zu einem schnelleren und gleichzeitig energieeffizienteren Prozessor führen sollen. Bisher wurden die Prozessoren noch mit Immersionslithografie (DUV) hergestellt. Übrigens: der Exynos 9825 kommt nur in EMEA- und LATAM-Regionen zum Einsatz, in den USA und China setzt das Smartphone auf den Qualcomm Snapdragon 855 SoC – beide Prozessoren liegen dabei auf einem ähnlichen Leistungsniveau.

Gegenüber den Vorgängermodellen hat sich Samsung beim Galaxy Note 10+ für ein neues Design auf der Rückseite entschieden, die Kameras sitzen nun in der linken oberen Ecke statt mittig.

Beim Display war Samsung mit seinen AMOLED-Panels immer schon ganz vorne mit dabei. Schon beim Galaxy S10+ konnten wir ein beeindruckendes Display erleben, der Eindruck ist beim Galaxy Note 10+ nicht anders. Ein paar Fakten: das 6,8 Zoll großes Dynamic AMOLED bietet eine Auflösung von 3.040 x 1.440 Pixel bei einer Pixeldichte von 498 ppi. Es kommt im 19:9-Format daher und unterstützt dynamisches HDR10+ für eine verbesserte Farbwiedergabe bei Videos. Zudem deckt es den DCI-P3 Farbraum zu 100 Prozent ab. Leider bietet es nur eine Bildwiederholfrequenz von 60 Hz, da sind andere Smartphones wie das OnePlus 7 Pro mit 90 Hz schon weiter (übrigens: ein Samsung-Display!).

Die Front wird fast vollständig vom Display eingenommen!

Es ist schon sehr beeindruckend, wie weit die Technologie heutzutage ist, um ein Display mit solch schmalen Rändern implementieren zu können. Klar, wenige Millimeter sind noch vorhanden, vor allem am unteren Rand, allerdings wird es von Jahr zu Jahr weniger. Der Unterschied wird aber besonders im Vergleich zum Vorgängermodell Samsung Galaxy Note 9 sehr eindrucksvoll. Doch nicht nur in der Hinsicht kann das AMOLED-Panel punkten, auch die natürliche Farbdarstellung und hohe Helligkeit können überzeugen.

Mit einem X-rite i1 Pro Display-Profiler messen wir eine maximale Helligkeit von knapp 940 cd/m² mit 20 Prozent APL (Average Picture Level) und adaptiver Helligkeit im Bildschirmmodus „Natürlich“. Bei 100 Prozent APL sind bis zu 700 cd/m² möglich. Unter „normalen Lichtbedingungen“ konnten wir einen maximalen Wert von circa. 380 cd/m² bei 100 Prozent APL erreichen. Die minimale Helligkeit beträgt übrigens 1 nit (nachgemessen!), sehr angenehm für dunkle Umgebungen.

Der S Pen hat ein paar neue Funktionen spendiert bekommen und hält nun länger durch als beim Galaxy Note 9.
Durch das abgerundete Design an den Kanten ist das Galaxy Note 10+ ein richtiger Handschmeichler.

Endlich wieder am Limit: mehr Akku für das Galaxy Note 10+

Schon bei der Galaxy S10-Reihe konnte Samsung die Akkukapazität deutlich steigern, auch beim Galaxy Note 10+ gibt es endlich mehr „Saft“. Der fest verbaute Akku leistet bis zu 4.300 mAh und bietet so 300 mAh mehr als das Vorgängermodell. Das zeigt sich in einer sehr soliden Akkulaufzeit, die je nach Nutzung mindestens einen Tag durchhält und gerne auch einen zweiten Tag ermöglicht. Auch in punkto Ladetechnik gibt es eine Steigerung: Fast Charging ist nun mit bis zu 45 Watt möglich. Leider ist im Lieferumfang jedoch „nur“ ein Netzteil mit bis zu 25 Watt dabei, der stärkere Adapter muss separat erworben werden. Allerdings sind selbst 25 Watt schon ein gutes Stück mehr als bei der Galaxy S10-Reihe mit 15W. Eine volle Ladung dauert damit ungefähr 70 Minuten.

Kabelloses Laden ist ebenfalls mit an Bord und funktioniert mit bis zu 15 Watt. Mit Wireless Powershare kann das Samsung Galaxy Note 10+ auch andere Geräte kabellos auf der Rückseite laden, unter anderem Smartphones und Wearables wie Smartwatches, Wireless-In-Ears etc. Die maximale Leistung beträgt hier 9W.

Weitere Features: Ultrasonic-Fingerprint, Wi-Fi 6 und Samsung DeX

Unter dem Display sitzt nun endlich auch der Ultraschall-Fingerabdrucksensor, der ein schnelles und sicheres Entsperren ermöglicht. Der Sensor ist gut positioniert und erkennt den Finger größtenteils präzise. Alternativ gibt es noch eine Gesichtserkennung per Frontkamera, auf einen Iris-Scanner oder Infrarot-Sensoren verzichtet das Galaxy Note 10+. Das Huawei Mate 20 Pro (Test) hat diese Technik noch verbaut.

Natürlich ist das Galaxy Note 10+ auch wieder wasser- und staubdicht, ganz offiziell nach IP68 Zertifizierung.

Der Lautsprecher auf der Unterseite arbeitet mit einem kleinen Speaker auf der Oberseite, dadurch entsteht ein wirklich gelungener Stereoklang. Passend dazu gibt es „Sound-Tuning“ mit Dolby Atmos. Ein weiteres Feature ist Wi-Fi 6 (alias 802.11ax), das den alten Wi-Fi 5 (802.11ac) Standard ablöst und deutlich mehr Leistung mit sich bringt. Theoretisch sind bis zu 11 Gigabit pro Sekunde möglich, also in etwa eine vierfache Steigerung gegenüber dem Vorgänger.

Des Weiteren mit dabei: LTE Cat. 20, NFC, Bluetooth 5.0 (LE) und die Navigationssysteme A-GPS, GLONASS, BDS sowie Galileo. Darüber hinaus ist das Samsung Galaxy Note 10+ nach IP68 zertifiziert und somit gegen das Eindringen von Wasser und Staub geschützt. Per Samsung DeX kann es zudem an einen Monitor angeschlossen werden, um es als PC-Alternative nutzen zu können. An einem Notebook kann die DeX-Oberfläche sogar in einem separaten Fenster genutzt werden, sogar „Drag & Drop“-Dateiübertragung ist damit möglich.

Kamera

Hinsichtlich der Kamera setzt Samsung beim Galaxy Note 10+ auf eine Quad-Kamera mit vier Sensoren. Die Hauptkamera besteht dabei aus einem 12 Megapixel Sensor mit variabler Blende (f/1.5-f/2.4) und dem Dual Pixel PDAF. Der Sensor kam bereits im Samsung Galaxy S10/S10+ zum Einsatz, auch das Galaxy Note 9 hatte ihn schon verbaut.

Dazu gesellen sich ein 12 Megapixel Sensor mit f/2.1 Blende und 2-fach optischer Telezoom-Linse sowie ein 16 Megapixel Sensor mit f/2.2 Blende und Ultraweitwinkellinse. Die vierte Kamera ist ein 3D-ToF-Sensor („Time of Flight“), mit ihm kann die Kamera Objekte und dessen Entfernung bestimmten. Das Bokeh, also die Tiefenunschärfe, in Bildern soll dadurch genauer, besser abgegrenzt und optisch hochwertiger werden. Auf der Front sitzt ein Sensor mit 10 Megapixel, einer f/2.2 Blende und Dual Pixel PDAF.

Die Quad-Kamera bietet vier Sensoren, die im Zusammenspiel für gelungene Ergebnisse sorgen können.
Als Hauptkamera kommt weiterhin der 12MP Sensor zum Einsatz, den es schon seit einigen Generationen gibt.

Die Kamera-App ist übersichtlich gestaltet und zeigt alle verfügbaren Modi in einer wischbaren Leiste über dem Auslöser an. Der Nutzer hat jederzeit die Möglichkeit die Anordnung zu bearbeiten oder gewisse Modi zu deaktivieren. Im Mittelpunkt steht natürlich der Automatikmodus (namentlich „Foto“), darüber hinaus stehen Pro, Nacht sowie Live-Fokus und Panorama zur Verfügung. Auch ein dedizierter Instagram-Modus ist dabei, der ein aufgenommenes Bild direkt zum Posten in der Instagram-Story bereitstellt. Auch ein Pro-Modus ist mit an Bord, hier kann der Nutzer im RAW-Format knipsen und Werte wie ISO, Belichtungszeit oder die Blende manuell einstellen. Dazu gesellen sich noch das AR-Emoji und Bixby Vision. Auch eine Szenenoptimierung (aka AI-Erkennung) ist verfügbar, diese kann jederzeit vom Nutzer aktiviert bzw. deaktiviert werden.

Beispiel-Bilder mit dem Samsung Galaxy Note 10+

Das Samsung Galaxy Note 10+ kann mit einer gelungenen Kamera-Performance punkten. Die Bilder sind stets scharf fokussiert, besitzen einen guten Detailgrad und auch der Dynamikumfang stimmt. Die Software neigt gerne mal zu mehr HDR als nötig, allerdings kommen so deutlich mehr Details zum Vorschein. Farben werden knackig dargestellt, neigen aber gerne mal zur Übersättigung – besonders in Verbindung zur „Szenenoptimierung“. Besonders beim Ultraweitwinkel-Sensor wirkte beispielsweise das Zusammenspiel aus bewölktem Himmel und einer Wasseroberfläche etwas zu „kalt“ (bläulich).

Sehr gelungen: der Live-Fokus und Ultraweitwinkel-Aufnahmen

Punkte gibt es dagegen wiederum für den schicken Live-Fokus-Effekt, der ein sanftes, oftmals präzise abgegrenztes Bokeh (Tiefenunschärfe) erzeugen kann. Die Bilder besitzen zwar von Haus aus eine gewisse Unschärfe im Hintergrund, der Live-Fokus-Effekt verstärkt den Unterschied allerdings nochmal ein Stück (Tipp: die Effektstärke kann im Nachhinein noch angepasst werden!). Die Qualität ist dabei sowohl mit der Rück- als auch Frontkamera auf einem hohen Niveau, nur bei feinen Details zum Beipsiel Haaren gibt es noch Verbesserungsbedarf.

Sehr gelungen ist auch die neue Ultraweitwinkel-Kamera, die wir bereits aus dem Samsung Galaxy S10+ (Test) kennen. Sie fängt deutlich mehr Bild ein, als der Hauptsensor es kann. Am Rand kommt es gerne zu Verzerrungen, die können jedoch mit einem leichten Zuschnitt behoben werden. Samsung bietet dahingehend auch eine automatische Verzerrungskorrektur in den Einstellungen an.

Die Telezoom-Linse ist für eine „kleine“ Vergrößerung gut geeignet, neigt bei einem weiteren Zoom ab 2,0 und größer jedoch zu Rauschen und Unschärfe. Grund hierfür ist schlicht und einfach die zu kleine Auflösung des Sensors – 12 Megapixel sind mittlerweile einfach zu wenig. Das Huawei P30 Pro (Test) löst das mit bis zu 40 Megapixeln und einem 5,0-fach optischen Zoom besser, auch wenn der dortige 5x-Zoom teilweise zu nah heran geht.

5x Zoom
2x Zoom

Aufnahmen gelingen nicht nur bei guten Lichtbedingungen, auch bei Dämmerung und Nacht kann Samsung endlich wieder mitspielen. Der dedizierte Nachtmodus sorgt für ein deutlich helleres Bild. Ein leichtes Rauschen ist noch bemerkbar, allerdings sind die Bilder stets scharf fokussiert. Gegenüber der Konkurrenz hat der koreanische Hersteller also endlich aufgeholt, Potential ist jedoch noch weiterhin vorhanden.

Videoaufnahmen mit bis zu 4K 60 FPS und HDR10+

Das Samsung Galaxy Note 10+ kann Videos mit bis zu Ultra HD (2.160p) mit 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Dazu gibt es eine sehr gelungene Videostabilisierung, die auf einen Gyro-EIS und einen OIS setzt. Sie hält das Bild ausgesprochen ruhig, wird aber erst ab Ultra HD mit 30 fps und darunter aktiviert. Für besonders „actionreiche“ Aufnahmen gibt es eine besondere Stabilisierung, die das Bild leicht zuschneidet und zugleich stärker stabilisiert.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Aufnahme mit HDR10+, passend zum verbauten Dynamic AMOLED-Display. Möglich ist dies jedoch nur mit Full HD bei 30fps, höhere Auflösungen werden noch nicht unterstützt. Dazu gibt es dann noch einen Verfolgungs-Autofokus sowie das Zoom-Mikrofon. Das Galaxy Note 10+ fokussiert die Audioaufnahme dabei auf den gezoomten Bereich, wenn die Videoaufnahme mit der 2-fach optischen Linse erfolgt.

Software

Das Samsung Galaxy Note 10+ setzt auf Android 9 Pie, wird aber vermutlich auch relativ bald das Update auf Android 10 bekommen. Darüber hinaus ist die Samsung-eigene Oberfläche „OneUI“ installiert, die neben einem anderen Design auch weitere Funktionen hinzufügt. Vor allem der S-Pen bekommt dadurch seinen Funktionsumfang spendiert, weitere Details gibt es in einem separaten Abschnitt.

Samsung Galaxy Note 10+ - Samsung OneUI Oberfläche

Der Fokus bei OneUI liegt vor allem auf dem simplen und übersichtlichen Design. Die Oberfläche ist zwar nicht so „clean“ wie das Google Material Design, wirkt jedoch deutlich aufgeräumter als die Samsung-UIs der letzten Jahre. Sehr praktisch ist die Unterteilung in die Viewing- und Interaction-Bereiche, die eine bessere Bedienung mit einer Hand ermöglichen soll. Besonders beim großen Display des Galaxy Note 10+ macht so ein Feature natürlich sehr viel Sinn! Bloatware-Apps finden sich überraschenderweise keine, es gibt lediglich einige vorinstallierte Samsung-Anwendungen. Dazu zählen zum Beispiel der Game Launcher, Galaxy Themes oder Smart Switch.

S-Pen – Technologie & Funktionen

Es gibt ein Feature, dass die Galaxy Note-Serie schon seit der ersten Generation auszeichnet: der S-Pen! Der smarte Stift steckt direkt im Smartphone und ist somit immer mit dabei. Zu Anfang war der Funktionsumfang eher noch auf das reine Notizen-Schreiben beschränkt, mittlerweile ist der S-Pen deutlich umfangreicher ausgestattet.

Seit dem Galaxy Note 9 ist der S-Pen mit Bluetooth ausgestattet und kann somit als Fernbedienung genutzt werden. Der Nutzer kann dadurch beispielsweise Fotos auslösen, bevorzugt Selfies natürlich, oder eine Präsentation steuern. Mit dem Galaxy Note 10+ ist nun auch ein Beschleunigungs- und Gyroskop-Sensor verbaut, der den S-Pen quasi zum „Zauberstab“ werden lässt. Über die S-Pen Actions können Gesten genutzt werden, um zum Beispiel die Kamera zu wechseln oder die Lautstärke zu steuern. In der Galerie kann der Nutzer beispielsweise durch Fotos und Videos blättern, in dem der S-Pen nach links oder rechts bewegt wird.

Der S-Pen ist immer mit dabei und kann ganz einfach im Samsung Galaxy Note 10+ versteckt werden, dort lädt er übrigens auch seinen Akku wieder auf.

Unsere Meinung dazu: die Gesten sind simpel umzusetzen, werden allerdings nicht immer erkannt. An sich können sie jedoch in der ein oder anderen Situation hilfreich sein, beispielsweise bei Selfies. Die nötige Energie für alle diese Features bekommt der Stift aus einem Superkondensator, der für 10 Stunden Standby-Zeit sorgt und in wenigen Minuten wieder voll aufgeladen ist. Hierfür wird der S-Pen übrigens einfach nur wieder in das Smartphone gesteckt, er lädt dann automatisch wieder auf.

Handschrifterkennung wandelt Notizen in Text um!

Die grundlegenden Funktionen sind gegenüber dem Galaxy Note 9 gleichgeblieben, hierfür könnt ihr gerne mal in unseren Tipps und Tricks Artikel schauen! Es gibt allerdings kleinere Neuerungen mit der neuen Generation. Dazu zählen eine bessere Handschrifterkennung, die eure handschriftlichen Notizen in normalen Text umwandeln kann. Darüber hinaus gibt es nun mehrere Farben für das Screen-Off-Memo und einen Screen-Recorder mit „Live-Notizen“ während der Aufnahme. Sehr praktisch ist der S-Pen zudem, wenn ihr ein Video oder Bild bearbeitet. Der Video-Editor hat beim Galaxy Note 10 ein kräftiges Update bekommen, mit dem S-Pen lassen sich die Clips dann deutlich präziser schneiden.

Fazit

Endlich ist das Samsung Galaxy Note 10+ wieder ein Smartphone, das ans Limit geht und beeindruckend möchte – denn damit zeichnete sich die Note-Serie bisher immer aus. Das Smartphone ist hochwertig verarbeitet, hinterlässt einen schicken Eindruck und kann besonders mit seinem Dynamic AMOLED-Display punkten. Hierbei beeindruckt das Panel mit seiner hohen Helligkeit, knackigen Farben und den dünnen Seitenrändern. Die erhöhte Bildwiederholfrequenz von 90 Hz fehlt leider, ein letztes Mal lassen wir das noch durchgehen! Das Punch Hole bleibt weiterhin gewöhnungsbedürftig, sorgt aber für einen modernen Look.

Die Kamera kommt mit vier Sensoren daher und kann mit insgesamt guten Ergebnissen punkten. Allerdings sollte sich Samsung nächstes Jahr für einen Sensor mit deutlich mehr Auflösung entscheiden. Für genügend Leistung sorgt der neue Exynos 9825 Prozessor mit satten 12 GB Arbeitsspeicher, dazu gibt es 256/512 GB internen Speicher. Eine Erweiterung per microSD-Karte ist möglich! Weitere Pluspunkte gibt es für den überzeugenden Stereo-Sound, neue Funktionen für Samsung DeX und den verbesserten S Pen. Die Gestensteuerung der „S Pen Actions“ ist durchaus hilfreich und erweitert den Funktionsumfang des smarten Stifts. Ein 3,5-mm-Klinkenanschluss ist leider nicht mehr mit an Bord.

Besonders Power-User wird der größere Akku mit bis zu 4.300 mAh freuen, zudem gibt es endlich stärkeres Fast Charging mit bis zu 45 Watt. Das im Lieferumfang enthaltene Netzteil schafft allerdings nur 25W. Warum der Nutzer bei solch einem Preissegment noch Zubehör einkaufen muss, ist fragwürdig. Alternativ ist Wireless Charging mit bis zu 15W möglich, auch Wireless Powershare ist verfügbar.

Preislich startet das Samsung Galaxy Note 10+ bei 1099 Euro* (UVP) und positioniert sich somit ganz klar als aktuelles Samsung-Flaggschiff. Es wird sehr spannend, wie es sich gegen die neuen Apple iPhones und das kommende Huawei Mate 30 Pro schlagen wird – der Herbst wird also spannend! Das Smartphone ist übrigens auch bei Amazon.de* erhältlich!

Smartphones
Allround-PC.com
09/2019
Samsung Galaxy Note 10+
Empfehlung

Pro

  • sehr helles AMOLED-Display mit dünnen Seitenrändern
  • hochwertige Verarbeitung mit IP68 Zertifizierung
  • schnelle Performance mit viel Arbeitsspeicher
  • Speichererweiterung per MicroSD-Karte
  • gelungene Akkulaufzeit mit schnellerem Fast Charging
  • Quad-Kamera mit überzeugenden Ergebnissen
  • intuitive Android-Oberfläche
  • beeindruckender Stereo-Sound
  • Bedienung per S-Pen mit vielen Funktionen

Contra

  • Netzteil für 45W Fast Charging muss erst erworben werden
  • Nachtaufnahmen weiterhin hinter der Konkurrenz
  • kein USB-C auf 3,5mm Klinke Adapter im Lieferumfang
  • Display besitzt keine 90 Hz

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