Das Pixel 4a 5G und Pixel 5 sind die beiden aktuellsten Google-Smartphones, die sich auf den ersten Blick sehr stark ähneln. Trotzdem trennen die Modelle preislich über 100 Euro. Welche Unterschiede sich daraus ergeben, zeigen wir in diesem Vergleichstest auf.

Übersicht

Google hat 2020 drei Smartphones veröffentlicht, die sich technisch in der breiten Mittelklasse ansiedeln. Anfang Oktober startete mit dem Pixel 4a das günstigste Modell für 340,20 Euro, welches sich in mehreren Aspekten vom Pixel 4a 5G und Pixel 5 abgrenzt. Letzteres Smartphone folgte am 15. Oktober für 613,15 Euro und stellt das Top-Modell dar, jedoch konkurriert Googles Pixel 5 aufgrund des Preises und der Ausstattung nicht direkt mit anderen Flaggschiffen.

Seit dem 5. November ist nun auch das Pixel 4a 5G ab 486,40 Euro vorbestellbar. Vorbestellern des Pixel 5 und Pixel 4a 5G spendiert(e) Google die ANC-Kopfhörer Bose QC35 II, die einen Wert von circa 210 Euro haben. Das von uns getestete Pixel 4a 5G und Pixel 5 trennen preislich also exakt 126,75 Euro.

Design und Verarbeitung

Erste Unterschiede abseits der Preise machen sich beim Design und der Verarbeitung bemerkbar. Das Google Pixel 4a 5G misst 153,9 x 74 x 8,2 Millimeter, wiegt 168 Gramm und bietet ein komplett aus Kunststoff bestehendes Gehäuse. Es ist nur in mattem Schwarz verfügbar und weist keine IP-Zertifizierung auf. Im Gegensatz zum Pixel 5 kann das 4a 5G oben auf der Front einen Lautsprecherschlitz und einen Klinkenanschluss vorweisen.

Das Pixel 5 ist mit Abmessungen von 144,7 x 70,4 x 8 Millimeter ein gutes Stück kompakter und wiegt mit 151 Gramm zudem etwas weniger. Es ist aus recyceltem Aluminium gefertigt und von einer Kunststoffbeschichtung überzogen, da sich in der Mitte der Metallrückseite eine nicht sichtbare Aussparung für eine Induktionsladespule befindet. Der obere Lautsprecher befindet sich beim Pixel 5 unterhalb der Bildschirmoberfläche, daher ist der Sound beim Pixel 4a 5G ein Stückchen voller und lauter.

Trotz der Materialunterschiede fühlen sich die Smartphones in der Hand sehr ähnlich an, das Pixel 5 wirkt jedoch einen Hauch wertiger. Das teurere Pixel-Modell ist gemäß IP68 geschützt vor Wasser und Staub und ist abseits von Schwarz auch in einem blassen Grünton erhältlich. Jeweils gibt es hinten einen klassischen Fingerabdrucksensor und ein quadratisches Kameramodul, das beim Pixel 4a 5G vergleichsweise etwas mehr aus dem Gehäuse hervorragt.

Display

In puncto Display setzt Google jeweils auf OLED-Bildschirme mit einer Auflösung von 2.340 x 1.080 Pixel. Die Front ist bei beiden Modellen flach und oben links befindet sich ein Bildschirmloch für die Frontkamera. Das Display des Pixel 4a 5G ist durch Gorilla Glass 3 abgedeckt, misst 6,2 Zoll und kommt daher auf eine Pixeldichte von 413 ppi. Zudem hat es eine reguläre Bildwiederholrate von 60 Hertz, während das Pixel 5 bis zu 90 Hertz bietet. Gorilla Glass 6 schützt den 6-Zoll-Bildschirm des Pixel 5, dessen Pixeldichte 432 ppi beträgt.

Die maximalen Helligkeitswerte der beiden Displays liegen ungefähr gleichauf. Bei 100 Prozent APL erreichte das Pixel 4a 5G 651 Nits, das Pixel 5 schaffte 661 Nits. Bei 20 Prozent APL kam das Pixel 4a 5G auf 864 Nits und das Pixel 5 leuchtete mit 822 Nits. Für Smartphones der oberen Mittelklasse sind dies gute Ergebnisse. Die Seitenränder fallen beim Pixel 5 vergleichsweise schmaler und gleichmäßiger aus, denn vor allem der untere Rand ist beim Pixel 4a 5G merklich größer.

Leistung und Speicher

Der Hersteller verwendet in beiden Smartphones den gleichen Qualcomm-Prozessor der oberen Mittelklasse, den Snapdragon 765G. Er ist beispielsweise auch im OnePlus Nord, Vivo X51 und Oppo Reno 4 Pro (Test) aufzufinden. Der aktuelle Chip hinkt zwar in Benchmarks deutlich hinter dem Snapdragon 865 hinterher, bei der alltäglichen Nutzung und bei anspruchsvollen Spielen fällt dies jedoch nicht auf. Die Google-Smartphones reagierten im Testzeitraum stets flott und es kam einzig bei der Verarbeitung von Fotos zu merklichen Ladezeiten.

Das Pixel 5 liegt im Benchmark-Vergleich leicht vor dem Pixel 4a 5G, was dem größeren Arbeitsspeicher zu verdanken ist. Das Top-Modell kommt mit acht Gigabyte LPDDR4X-RAM daher und das günstigere Pixel 4a 5G kann auf insgesamt sechs Gigabyte Ram zurückgreifen. Einen spürbaren Unterschied dürfte dies allerdings höchstens langfristig ausmachen, da sechs Gigabyte schon mehr als ausreichend sind. Der UFS-2.1-Massenspeicher fällt mit jeweils 128 Gigabyte gleich groß aus und lässt sich leider nicht erweitern. Ab Werk sind rund 110 Gigabyte frei belegbar. Der vorhandene Speicher ist genügend, nur hätten wir zumindest beim Pixel 5 gerne eine 256-Gigabyte-Variante gesehen.

Ergebnisse in Geekbench und AnTuTu der beiden Google-Smartphones.

Googles Pixel-Duo unterstützt erstmals 5G-Mobilfunk, verzichtet aber auf Wi-Fi 6. Der WLAN-Standard ist zwar derzeit kaum verbreitet, aber dies gilt streng genommen auch für 5G. Stattdessen begnügen sich die zwei Smartphones mit Unterstützung für Wi-Fi 5 (WLAN-ac), Bluetooth 5.0, NFC und zahlreiche Ortungsstandards. Auf den Smartphones ist standardmäßig Android 11 installiert und Google garantiert Versionsupdates für drei Jahre. Durch sogenannte “Feature Drops” spendiert der Hersteller den Modellen nebenbei alle paar Monate neue Funktionen.

Akku

Obwohl das Pixel 4a 5G das größere Smartphone ist, fällt die Akkukapazität mit 3.885 Milliamperestunden etwas geringer aus. Im Pixel 5 gibt es hingegen einen 4.080-Milliamperestunden-Akku. Die Akkulaufzeit kann bei beiden Modellen überzeugen, jeweils sind in der Regel zwei Tage Nutzung ohne Aufladen möglich. Da das Display des Pixel 4a 5G dauerhaft nur mit 60 Hertz arbeitet, hält der Akku im Direktvergleich etwas länger. Die Ausdauer des Pixel 5 ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorgänger Pixel 4 und beachtlich im Vergleich zu anderen Smartphones mit 90-Hertz-Display. Wir erreichten beim Pixel 5 Displaynutzungszeiten zwischen fünf und sechs Stunden.

PCMark-Ergebnisse bei je 50 % Helligkeit, beim Pixel 5 mit automatischer Hertz-Rate.

Weniger beachtlich sind wiederum die Akkuladezeiten der Modelle. Google verharrt weiterhin bei einer maximalen Ladeleistung von 18 Watt, was selbst Budget-Smartphones mittlerweile überbieten.

Einen Großteil der Zeit laden die Pixel-Smartphones in etwa gleich schnell und sind nach einer halben Stunde zu knapp 50 Prozent geladen. Ab einer Akkukapazität von 80 Prozent lässt sich das Pixel 5 aber spürbar länger Zeit und benötigt für eine volle Ladung insgesamt 102 Minuten, während das Pixel 4a 5G bereits nach 80 Minuten zu 100 Prozent geladen ist. Die Konkurrenz benötigt überwiegend dafür weniger als eine Stunde. Eine halbe Akkuladung genügt bei den beiden Google-Geräten aber bereits für eine eintägige Laufzeit. Erwähnenswert ist zudem, dass das Pixel 5 noch Wireless Charging mit maximal zwölf Watt und Reverse Wireless Charging mit bis zu fünf Watt zu bieten hat.

Kameras

Die Kameraausstattung der Pixel-Modelle ist identisch und besteht vorne aus einer 8-Megapixel-Frontkamera mit Fixfokus, f/2.0-Blende und einem Sichtfeld von 83 Grad. Hinten gibt es jeweils eine Dual-Kamera. Die altbekannte 12,2-Megapixel-Hauptkamera, mit f/1.7-Blende, PDAF, OIS und einem Sichtfeld von 77 Grad kommt  auch bei den neuen Modellen wieder zum Einsatz. Der mittlerweile recht kleine Sensor verrichtete bereits im Pixel 2 (XL) seine Dienste. Erstmals integriert der Hersteller zusätzlich eine Ultraweitwinkelkamera, in diesem Fall mit 16 Megapixeln, einer Blende von f/2.2 und einem 107-Grad-Sichtfeld. Ein LED-Blitz sowie ein Spektral- und Flickersensor sind im Kamera-Quadrat auch vorhanden, beim Pixel 5 außerdem noch ein zusätzliches Mikrofon.

Abseits der Ultraweitwinkelkamera sind drei Dinge bei der Software neu. Die Portraitbeleuchtung ist davon wohl die beeindruckendste, denn damit lässt sich bei Portraitfotos nachträglich eine weitere Lichtquelle mit variabler Leuchtkraft hinzufügen. Damit kann etwa das bereits im Bild vorhandene Licht zusätzlich verstärkt oder ein schattiger Gesichtsbereich aufgehellt werden – Letzteres mit Beachtung von Konturen und Schattenwurf. Der Portraitmodus ist neuerdings auch mit dem Nachtmodus kombinierbar, um eindrucksvolle Bilder mit digitaler Tiefenunschärfe bei einbrechender Dunkelheit zu ermöglichen.

Des Weiteren hat Google an der Videostabilisierung gearbeitet und diesbezüglich drei neue Stabilisierungsmodi eingeführt. Neben der standardmäßigen Stabilisierung stehen nun “Gesperrt”, “Aktiv” und “Kinoeffekt” zur Auswahl. Erstere Option verwendet einen zweifachen oder fünffachen Digitalzoom und behält das Motiv in der Bildmitte möglichst stabil. Bei “Aktiv” vergrößert die Software den Bildausschnitt der Ultraweitwinkelkamera auf das Sichtfeld der Hauptkamera und soll somit schnelle Bewegungen, etwa Rennen, gut ausgleichen. Der “Kinoeffekt” filmt mit 60 Bildern pro Sekunde und verlangsamt die Aufnahme anschließend um 50 Prozent. Nutzer sollen dabei eine Schwenkbewegung ausführen, damit das Video letztendlich cineastischer wirkt.

Typisch für die Pixel-Serie können sich die Fotos und Videos sehen lassen. Besonders bei Portraitfotos, Nachtaufnahmen und Schnappschüssen am Tage spielt die Bildverarbeitung ihre Stärken aus. Die vom Pixel 4 (Test) bekannte Dual-Belichtung und der Astrofotografiemodus sind ebenfalls erwähnenswert. Bei schwindendem Sonnenlicht oder generell schlechteren Lichtbedingungen tritt leider schnell Bildrauschen auf, was dem kleinen Hauptsensor geschuldet ist. Der Nachtmodus kann diesem Effekt nicht immer entgegenwirken. Da keine Telekamera vorhanden ist und die Hauptkamera “nur” mit 12,2 Megapixeln auflöst, schwinden bereits ab dreifachem Zoom die Details. Googles Software-gestützter “Super Res Zoom” ersetzt aber immerhin eine zweifach optische Telekamera überzeugend.

Die Selfie-Kamera schneidet solide, aber aufgrund der eher mittelmäßigen Detailschärfe nicht herausragend ab. Im Alltag erweist sich die Ultraweitwinkelkamera als praktisch und es gibt kaum Farbabweichungen zur Hauptkamera. Konkurrenzgeräte bieten diesbezüglich aber ein breiteres Sichtfeld und Objekte wirken bei Google erst ab mittleren Distanzen scharf. Insgesamt ist die Fotoqualität in dieser Preisklasse trotzdem überdurchschnittlich gut und die Hauptkamera kann in einigen Szenarien sogar Flaggschiffen die Stirn bieten. Google hat sich aber auf dem einst so großen Vorsprung zur Konkurrenz zu lange ausgeruht und wurde mittlerweile von Huawei, Apple, Samsung und Co. überholt.

Zusammenfassung und Fazit

Pixel 4a 5G

Der Name des Pixel 4a 5G macht zwar deutlich, dass es sich zwischen dem Pixel 4a und Pixel 5 ansiedelt, suggeriert aber eine Nähe zu ersterem Modell. Im Alltag zeigt es allerdings mehr Ähnlichkeiten mit dem Pixel 5 auf, weshalb es sich eher wie ein sechs Monate zu früh erschienenes Pixel 5a XL anfühlt. Lässt man den Vergleich zum Pixel 5 erstmal außen vor, ist das Pixel 4a 5G ein durchaus gutes Smartphone, das sich auf das Wesentliche konzentriert und ein rundes Gesamtpaket bietet. Es punktet vor allem bei der (Kamera-)Software und hat zudem ausdauernde Akkulaufzeiten. Gespart wurde indes bei der Verarbeitung und es gibt keine erhöhte Bildwiederholfrequenz. Mit Konkurrenten, wie dem günstigeren OnePlus Nord hat es das rund 486 Euro teure Pixel 4a 5G aber auf dem Markt nicht leicht.

Im Vergleich zum Pixel 5 sind die größten Unterschiede die Preisdifferenz von rund 127 Euro, die Größe sowie Verarbeitung, die Bildwiederholfrequenz und die fehlende Induktionsladefunktion. Zudem ist der Arbeitsspeicher beim Pixel 4a 5G kleiner, es gibt keinen Wasserschutz, aber immerhin einen Klinkenanschluss und etwas besseren Stereo-Sound.

Pro

  • schlichtes Android 11 mit drei Jahren Updates
  • gute Kameraqualität
  • kräftige Stereo-Lautsprecher
  • lange Akkulaufzeit

Contra

  • Display nur mit 60 Hertz
  • Kunststoffgehäuse ohne IP-Zertifizierung
  • Akkuladezeit dürfte kürzer sein

Pixel 5

Das Pixel 5* bietet also vor allem ein stabileres, wassergeschütztes Gehäuse, ein flüssigeres Nutzungserlebnis und mehr Lademöglichkeiten bei einer kompakteren Größe. Tendenziell raten wir daher mehr zum Pixel 5. Dies ist jedoch eine Geschmacksfrage, denn je nach Präferenzen könnte sich auch das Pixel 4a 5G* mehr lohnen, wenn etwa ein größeres Display wichtiger als 90 Hertz Bildwiederholfrequenz sind.

Alleinstehend stellt das Pixel 5 aus unserer Sicht eine Verbesserung gegenüber dem Pixel 4 dar. Es wirft Gimmicks wie den Soli-Sensor und Active Edge über Bord, begnügt sich mit einem weniger starken Prozessor, der trotzdem schnell genug ist, und bügelt die schlechte Akkulaufzeit des Vorgängers aus. Diese Maßnahmen versetzen das Pixel 5 in einen deutlich attraktiveren Preisbereich, in dem sich Google konkurrenzfähig zeigt. Achtet man allerdings nur auf die technische Ausstattung und nicht das Gesamtpaket mit der guten Software, gibt es lohnenswertere Alternativen, beispielsweise das Xiaomi Mi 10 oder das OnePlus 8T.

Pro

  • gute Akkulaufzeit trotz kompaktem Design
  • 90-Hertz-Display mit dünnen Rändern
  • tolle (Kamera-)Software

Contra

  • Top-Modell ohne Top-Prozessor
  • lange Akkuladezeit
  • Hauptkamerasensor zeigt sein Alter

Erwägenswert ist außerdem das normale Pixel 4a. Es ist nochmal kompakter mit einem 5,8-Zoll-Display, bietet einen kleineren Akku (3.140 mAh), keine Ultraweitwinkelkamera und einen etwas langsameren Snapdragon-Chip (730G), der kein 5G unterstützt. Ansonsten ist es quasi identisch zum Pixel 4a 5G und kostet nur 333,38 Euro*. Es ist somit rund 153 Euro günstiger als das Pixel 4a 5G und sogar rund 280 Euro günstiger als das Pixel 5.


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