Das Samsung Galaxy S20 FE soll Fans für einen günstigeren Preis ein kompromissloses S20-Erlebnis bieten, doch welche Unterschiede gibt es gegenüber dem S20+ und S20? Dies beantworten wir im Vergleichstest der Samsung-Smartphones.

Einordnung der Samsung-Smartphones

Im März erschienen das Samsung Galaxy S20 und S20+ jeweils als 4G- und 5G-Variante. Vom S20+ 5G existiert in Deutschland zudem noch ein Modell mit mehr Speicher. Das Galaxy S20 FE folgte im Oktober ebenfalls als 4G- und 5G-Variante. Hierzulande ist das lediglich das S20 FE ohne 5G wahlweise mit noch mehr Speicher erhältlich. Die offiziellen und die aktuellen Preise der verschiedenen Smartphones haben wir euch zur Übersicht aufgelistet.

ModellStartpreisaktueller Preis (17.11.20)
Samsung Galaxy S20 FE4G + 128 GB: 633 Euro
4G + 256 GB: 719 Euro
5G + 128 GB: 730 Euro
4G + 128 GB: ab ~520 Euro
4G + 256 GB: ab ~680 Euro
5G + 128 GB: ab ~616 Euro
Samsung Galaxy S204G + 128 GB: 899 Euro
5G + 128 GB: 999 Euro
4G + 128 GB: ab ~569 Euro
5G + 128 GB: ab ~732 Euro
Samsung Galaxy S20+4G + 128 GB: 999 Euro
5G + 128 GB: 1.099 Euro
5G + 512 GB: 1.249 Euro
4G + 128 GB: ab ~610 Euro
5G + 128 GB: ab ~829 Euro
5G + 512 GB: ab ~1.266 Euro

Design und Verarbeitung

Die drei Samsung-Smartphones nehmen sich äußerlich nicht allzu viel, denn die größten Unterschiede sind die breiteren Seitenränder beim S20 FE und die Rückseite. Letztere besteht bei der Fan Edition aus mattem Kunststoff und ist in den Farben Cloud Navy, Cloud Lavender, Cloud Mint, Cloud Red, Cloud White und Cloud Orange verfügbar. Beim S20 und S20+ (Test) handelt es sich um eine glänzende Glasrückseite in Cosmic Gray, Cloud Blue oder Cloud Pink (nur S20) – das Plus-Modell gibt es mittlerweile zudem in Aura Red und Aura Blue. Jeweils ist der Rahmen aus Metall gefertigt. Trotz der unterschiedlichen Rückseiten sind alle S20-Modelle wasserdicht gemäß IP68.

Die Haptik des S20 FE ist aufgrund der matten Rückseitentextur anders, doch ein zusätzlicher Faktor ist die komplett flache Vorderseite. Bei den anderen S20-Modellen ist die Front zum Rahmen hin leicht gekrümmt, dadurch schmiegen sich die Smartphones besser in die Handfläche, sind  aber zugleich – und nicht zuletzt wegen der glatten Rückseite – rutschiger. Entgegen dem S20 oder S20+ hatten wir beim S20 FE nicht unbedingt das Bedürfnis eine Hülle zu verwenden, um die Griffigkeit zu verbessern.

Zudem vergibt Kunststoff einen Sturz ohnehin eher als Glas. Wir stellten uns während des Vergleichs des Öfteren die Frage, ob teurere Smartphones wirklich stets zwingend aus Glas bestehen müssen. Mehrere Personen bevorzugten im Direktvergleich das S20 FE, ohne im Voraus über die Materialunterschiede aufgeklärt worden zu sein.

Die Frontkamera ist zwar an der gleichen Position wie bei den anderen Modellen untergebracht, allerdings gibt es bei der Fan Edition darum einen silbernen Ring, wodurch sie auffälliger wirkt. Uns hat dies nicht gestört und es ist ein nettes Detail, nur ist die Lösung beim S20 und S20+ schlichtweg etwas subtiler und sticht beim Blick aufs Display weniger ins Auge.

Samsung hat nicht nur bei der Rückseite gespart, sondern auch beim verbauten Vibrationsmotor. Das Tippen auf der virtuellen Tastatur fühlt sich im Direktvergleich weniger „knackig“ beziehungsweise präzise an. Das haptische Feedback ist zwar nicht schlecht, aber eine spürbare Verschlechterung gegenüber dem S20(+). Wer die teureren Modelle nicht benutzt hat, dem wird dies natürlich nicht auffallen.

Display

Auf der Front zeigen sich weitere feine Unterschiede: Der AMOLED-Bildschirm des Galaxy S20 FE misst diagonal 6,5 Zoll und ist somit um 0,3 Zoll größer gegenüber dem S20 und um 0,2 Zoll kleiner gegenüber dem S20+. Letzteres ist neben der Fan Edition aber nur minimal länger, da es dünnere Bildschirmränder aufweist. Die breiteren Ränder beim S20 FE sind zwar nicht gravierend oder gar störend, doch die anderen S20-Modelle wirken deshalb eindeutig ein Stück moderner. Wider Erwarten gibt es keine wahrnehmbaren Abstriche bei der Helligkeit. Das S20 FE erreichte bei 100 Prozent APL 740 Nits und beim S20+ waren es 751 Nits. Bei 20 Prozent APL schaffte die Fan Edition beachtliche 960 Nits und das S20+ 1.050 Nits. Dies sind jeweils sehr gute Werte, die selbst einige teurere Konkurrenten nicht übertreffen.

Die maximale Auflösung ist beim S20 FE auf Full-HD+ beschränkt, konkret sind das 2.400 x 1.080 Pixel, während die anderen Modelle bei Verzicht auf 120 Hertz auch WQHD+ anzeigen können. Der Schärfeunterschied ist zwar vorhanden, aber nur für wenige Personen wirklich erkennbar, wenn das S20 oder S20+ auf Full-HD+ mit 120 Hertz geschaltet ist. Viel auffälliger ist hingegen die Reaktionsgeschwindigkeit zwischen 60 und 120 Hertz. Samsung hat beim S20 FE aus unserer Sicht also die richtige Entscheidung getroffen und ein paar Pixel für die Erhaltung einer höheren Bildwiederholrate von 120 Hertz geopfert.

Des Weiteren fiel bei unserem Testmodell des S20+ ein auffälliger Grünstich auf. In den erweiterten Bildschirmeinstellungen ließ sich dies korrigieren, dennoch bleibt festzuhalten, dass unser günstigeres Modell ab Werk einen genaueren Farbton bot. Anzumerken ist außerdem, dass der integrierte Fingerabdrucksensor nicht mit Ultraschall, sondern mit der optischen Methode funktioniert. Unterschiede bei der Entsperrgeschwindigkeit konnten wir aber nicht feststellen. Die S20-Modelle sind in dieser Hinsicht nicht erstklassig, aber solide. Erstklassig ist wiederum die jeweilige Bildschirmqualität, auch bei der Fan Edition.

Leistung und Speicher

Während Samsung in Europa sowohl die 4G- als auch die 5G-Variante des S20 und S20+ mit dem Exynos 990 ausstattet, kommt in der hiesigen 5G-Variante der Qualcomm Snapdragon 865 zum Einsatz. Bei der Benutzung sind keine Geschwindigkeits- beziehungsweise Leistungsunterschiede aufgefallen, jedoch schnitt der Snapdragon-Prozessor im Galaxy S20 FE 5G in Benchmarks etwas besser ab.

Benchmark-Ergebnisse aus Geekbench und AnTuTu.

Die Fan Edition bietet jeweils sechs Gigabyte Arbeitsspeicher und 128 Gigabyte Massenspeicher, und wahlweise ist für einen Aufpreis eine 4G-Variante mit acht beziehungsweise 256 Gigabyte verfügbar. Das S20 und S20+ sind hingegen mit 4G mit acht Gigabyte Arbeitsspeicher und mit 5G mit wölf Gigabyte ausgestattet. Deren Speicherplatz ist 128 Gigabyte groß, doch das S20+ 5G ist optional noch mit 512 Gigabyte erhältlich. Bei allen Modellen ist der Speicherplatz per MicroSD-Karte erweiterbar.

Sowohl das S20 FE als auch das S20(+) unterstützen noch Wi-Fi 6, NFC sowie Bluetooth 5.0. Als Betriebssystem kommt derzeit One UI 2.5 auf Android-10-Basis zum Einsatz, doch Samsung garantiert drei Android-Versionsupdates. Im Falle der Fan Edition ist es daher natürlich etwas schade, dass es nach dem Start von Android 11 noch mit der älteren Android-Version ausgeliefert wird.

Akku

Samsung verbaut im S20 FE und S20+ je einen Akku mit 4.500 Milliamperestunden, während das reguläre S20 sich mit 4.000 Milliamperestunden begnügt. Wireless Charging mit bis zu 15 Watt und Reverse Wireless Charging mit bis zu 4,5 Watt sind bei den S20-Modellen, inklusive dem S20 FE, möglich. Während bei den teureren S20-Smartphones ein 25-Watt-Ladegerät enthalten ist, liegt dem S20 FE nur eines mit 15 Watt bei. Erstaunlicherweise lädt das S20 FE per USB-C damit in rund 90 Minuten vollständig auf, also ist die Ladezeit identisch im Vergleich zum S20+.

Trotz gleicher Akkukapazität und identischen Displayeinstellungen hielt das S20 FE im Benchmarkvergleich gut eine Stunde länger als das S20+ durch. Ersteres erreichte bei PCMark mit 50-prozentiger Helligkeit und 120 Hertz ein Ergebnis von neun Stunden und vierzig Minuten, während das S20+ knapp über achteinhalb Stunden schaffte. Ein leichter Unterschied war aufgrund des 0,2 Zoll kleineren Displays beim S20 FE zu erwarten, mehr als eine ganze Stunde ist aber doch nennenswert und wohl eher dem effizienteren Snapdragon-Prozessor zu verdanken. Im Schnitt reicht eine Akkuladung für etwa eineinhalb Tage beim S20 FE.

Kameras

Die Spezifikationen der Kameras lassen Abstriche beim S20 FE vermuten, daher listen wir sie euch zur Übersicht folgend auf:

Galaxy S20 FE
Hauptkamera12 MP mit f/1.8, 1/1,76 Zoll Sensorgröße, PDAF, OIS
Ultraweitwinkelkamera12 MP mit f/2.2, 1/3,0 Zoll Sensorgröße, 123 Grad Sichtfeld
Telekamera8 MP mit f/2.4, 1/4,5 Zoll Sensorgröße, PDAF, OIS, 3x optischer Zoom
Frontkamera32 MP mit f/2.2, 1/2,74 Zoll Sensorgröße
Galaxy S20/S20+
Hauptkamera12 MP mit f/1.8, 1/1,76 Zoll Sensorgröße, PDAF, OIS
Ultraweitwinkelkamera12 MP mit f/2.2, 1/2,55 Zoll Sensorgröße, 120 Grad Sichtfeld
Telekamera64 MP mit f/2.0, 1/1,72 Zoll Sensorgröße, 3x hybrider Zoom
ToF-SensorTiefenerkennung (nur beim S20+ vorhanden)
Frontkamera10 MP mit f/2.2, 1/3,2 Zoll Sensorgröße, PDAF

Tatsächlich stellte sich heraus, dass das S20 FE die bessere Telekamera im Vergleich zum S20(+) aufweist. Dafür wirken Selfies beim S20+ und S20 etwas schärfer, da deren jeweilige Frontkamera einen Autofokus bietet. Zwischen S20 FE und S20+ fallen zuweilen leichte Farbunterschiede auf, was jedoch den verschiedenen Bildsignalprozessoren (ISPs) von Samsung und Qualcomm geschuldet sein dürfte. Vermutlich erzeugt die 4G-Variante des S20 FE demnach identische Aufnahmen mit der Hauptkamera im Vergleich zu den anderen S20-Modellen.

Samsung versucht zwar auch beim S20 FE 5G nicht unbedingt, möglichst realitätsgetreue Bilder zu erzeugen, doch Aufnahmen vom S20 FE 5G waren oftmals etwas weniger gesättigt und nachgeschärft als Vergleichsbilder des S20+. Die reale Farbgebung lag in der Regel genau zwischen den beiden Aufnahmen, da es aber qualitativ sonst keine Unterschiede gibt, ist es eine Geschmacksfrage, welches Bild nun besser aussieht.

S20+ (Weitwinkelkamera)
S20 FE (Weitwinkelkamera)

Auch im Vergleich zum Google Pixel 5 macht das S20 FE eine gute Figur. Bei Tageslichtfotos mit der Hauptkamera hat das Samsung-Handy zwar überwiegend das Nachsehen, aber nicht immer. Vor allem hinsichtlich der Weitwinkel- und Tele-Aufnahmen kann sich das S20 FE gegen die Google-Konkurrenz behaupten. Bei Nacht liegt mal das S20 FE und mal das Pixel 5 vorne.

In puncto Nachtaufnahmen liegen die beiden S20-Modelle gleichauf, denn mal schneidet das eine und mal das andere Modell besser ab. Diesbezüglich ist anzumerken, dass sich die Samsung-Handys im Vergleich zur Konkurrenz überdurchschnittlich viel Zeit bei der Aufnahme im Nachtmodus lassen und auch nach dem Timer noch einige Sekunden das Ladesymbol anzeigen, beziehungsweise währenddessen nicht bedienbar sind. Entsprechend ist die Chance auf verwackelte Bilder etwas höher, da Nutzer länger stillhalten müssen.

Preise und Verfügbarkeit

Fazit

Die technischen Abstriche des Galaxy S20 FE fallen in der Praxis kaum auf. Einzig die breiteren Bildschirmränder sind ein sichtliches Manko, jedoch lässt das gute 120-Hertz-Display dies schnell in Vergessenheit geraten. Die flache Vorderseite und die matte Kunststoffrückseite sorgen sogar für eine bessere Griffigkeit. An dieser Stelle sei nochmal gesagt, dass der Wechsel zu Kunststoff keineswegs die Optik mindert, denn das Gegenteil ist der Fall. In puncto Kameraqualität und Leistung liegt unser getestetes S20 FE 5G leicht vor dem S20(+).

Für manche dürften des Weiteren die geringere Bildschirmauflösung, der fehlende Frontkamera-Autofokus und der schlechtere Vibrationsmotor Kritikpunkte sein, gravierend finden wir diese aber nicht. Samsung hat trotz des geringeren Preises nicht bei Dingen wie der Speichererweiterbarkeit oder Wireless Charging den Rotstift angesetzt und das schwächere Ladegerät geht erfreulicherweise nicht mit einer noch längeren Ladezeit einher.

In der Preisklasse zwischen rund 500 und 600 Euro kann das S20 FE durchaus mit einem stimmigen Gesamtpaket überzeugen. Die Preisunterschiede im Vergleich zum S20 und S20+ sind vor allem hinsichtlich der 5G-Varianten beachtlich. Sofern ihr also nicht unbedingt die kompaktere Größe des Galaxy S20 bevorzugt, würden wir zur Fan Edition raten. Das S20 FE (5G) stellt auch eine ernstzunehmende Alternative zum OnePlus 8T und Google Pixel 5 dar. Von der S20-Serie ist die Fan Edition wahrlich das einzige Modell, das uns positiv überraschen konnte.

Galaxy S20 FE

Pro

  • griffiges und wasserdichtes Gehäuse
  • gute Kameraausstattung
  • AMOLED-Display mit 120 Hertz
  • Oberklasse-Prozessor und erweiterbarer Speicher

Contra

  • 5G-Unterstützung weiterhin nur gegen Aufpreis
  • breitere Bildschirmränder als andere S20-Modelle
  • Akkuladezeit im Vergleich zur Konkurrenz recht lang

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